Sachsen ist schon mal klar

War Hundt/Hunt denn sonst im Harz gebräuchlich?StefanD hat geschrieben:In der Akta zur Inbetriebnahme der mechanischen Förderung in der Tagesförderstrecke des Rammelsberges im Jahr 1910 ist ganz einfach von "Wagen" die Rede. Auch in jüngeren Akten ist von Stehaufwagen, Frontkippern, Förderwagen, etc.. die Rede, aber nicht vom Hund/t.
Nunja, ich war mal in MAB in einem Teil der Hundstrecke. Ich könnte jetzt nicht behaupten, dass der Name von den Hunden kommt. Sie war auf alle Fälle ziemlich eng und nicht sonderlich hoch (jedenfalls der Bereich, den ich befahren hatte). Der Name steht dort aber für ein ganzes Niveau (NN 524 m) und deswegen kann es an anderer Stelle schon was mit den Hunden zu tun gehabt haben.EnoM hat geschrieben:Bisher konnten wir leider noch nicht eine dieser direkt benannten Strecken befahren, um eventuell Rückschlüsse auf den Namensbezug ziehen zu können.
z.B. Das Gestänge auf dem Niveau des späteren Brechhauses der Lautenthaler Zentralaufbereitung. Hier mündeten mehrere Tagesförderstrecken (z.B. Neuer Förderschacht, Maaßener Treibschacht, Großer St. Jakob).Jörn hat geschrieben:Beim Studium von alten harzer Plänen von Erzaufbereitungen und Hüttenanlagen findet man um 1900 herum öfter den Begriff "Hundlauf", wobei hier stets Handverschub herrschte und die "Hunde" nicht zu Zügen gekuppelt wurden.
Falsch, das schreibt nicht Agricola. Er schreibt lateinisch und zwar canem und canum. Philippus Bechius, der als erster eine deutsche Übersetzung herausbrachte schreibt Hundt.Mannl hat geschrieben:Agricola "Vom Bergkwerck" 1576 schreibt "Hundt" - also schon 16.Jhd Erzgebirge und Böhmen
Richtig. Ich wollte eigentlich nur deutlich machen, das Agricola den Hund gemeint hat und in der Übersetzung dann Hundt steht.Harzer06 hat geschrieben:Hm, meine Schulzeit ist zwar schon eine Weile her, aber ich meine mich zu erinnern, daß canem und canum Deklinationsformen von lat. canis = Hund sind.
Dem kann ich mich anschließen. Zumindest für den "moderneren" Bergbau ab 1865Friedolin hat geschrieben:Auch wenn ihr den Kopf schüttelt, es bestärkt mich in meiner Auffassung, dass der "Hunt/Hund" oder wie auch immer geschrieben, mehr bergmännische Umgangssprache als bergbehördlicher oder offizieller Sprachgebrauch ist.