Vermessung

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Nobi
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Vermessung

Beitrag von Nobi »

in meinem urlaub standen auch wanderungen entlang des "röhrgrabens" im greifenbachtal und entlang des "grünen grabens" im schwarzwassertal auf dem programm. beide wanderungen kann ich jedem nur empfehlen.

nun stellte sich mir die frage, wie man die machbarkeit eines solchen bauwerks vor dem bau geprüft hat.
der "röhrgraben" wurde ja vor zirka 650 jahren erbaut und ist 4,9 km lang, wobei der höhenunterschied zwischen anfangs- und endpunkt lediglich 23,5 m beträgt.

gibt es da überlieferungen? :gruebel:
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AdM_Michael
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Beitrag von AdM_Michael »

Fuer eine "Machbarkeitspruefung" war wohl eine Bestimmung des Hoehenunterschiedes unumgaenglich. Dies war aber auch mit den damals zur Verfuegung stehenden einfachen "Nivelliergeraeten" durchaus moeglich.
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Nobi
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Beitrag von Nobi »

ja schon, aber der graben verläuft durch einen wald (sicherlich auch damals) an einem berghang entlang. die topografischen verhältnisse sind dort nicht einfach. aber irgendwie haben sie es ja hingekriegt.
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AdM_Michael
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Beitrag von AdM_Michael »

Da alle in Frage kommenden Geraete mit einer einfachen Visierline arbeiten, sind relativ kurze Zeilweiten anzunehmen. Ein Wald war und ist kein wirkliches Hindernis fuer einen Vermesser (Der Baum muss wech...). Da das Ziel war einen Graben abzustecken, duerfte die Messung den Konturlinien gefolgt sein. Wenn also der Berghang nicht gerade senkrecht ist, ist auch das ein relativ einfach zu loesendes Problem.
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digger_Martin
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Beitrag von digger_Martin »

Kann mich Michael nur anschließen. Das Abstecken von Gräben ist ausführlich und gut beschrieben in M. Schmidt: Die Wasserwirtschaft des Oberharzer Bergbaues. Schriftenreihe der Frontinus-Gesellschaft e.V., Heft 13, Bergisch Gladbach 1989. Sehr schöne ältere Beispiele für Gräben finden sich im römischen Bergbau in Spanien und Wales. Auch hier wurde mit den von Michael angesprochenen Geräten gearbeitet.

Glückauf,
Martin
Alt ist man erst, wenn man zum Archäologen überwiesen wird.
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