Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

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Joachimsthaler
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von Joachimsthaler » Di. 12. Feb 19 13:09

Der Rechte Schacht auf dem Riss, ist der Alte Markus-Röhling-Schacht (Heute Gaststätte), nicht Schacht 79.
Bei genauen betrachten sieht Mann den Knick, der durch einen Vermessungsfehler entstand.

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geophys
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von geophys » Di. 12. Feb 19 13:15

Das vermutete ich auch. Weil der durch Vermessungsfehler versetzt aufgefahren wurde.
Dem widerspricht jedoch die Teufe zum Orgelstollen.
Das sind kaum 50 Meter.
Der liegt ja auf halben Wege zum Tal.
Die Wismut verwendete ihn nicht.
Die teufte den Markus-Schacht No. 79 und rekonstruierte einen Steinwurf entfernt davon Schacht 117, auch David-Schacht genannt.
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von Uran » Di. 12. Feb 19 13:29

Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die 117. Die Röhlingschächte erreichen die angegebene Teufe nicht.
ich bi noch aaner ven altn Schlog, on bleib aa, wi ich bi.

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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von Joachimsthaler » Di. 12. Feb 19 15:20

Kann aber auch der Friedrich August Schacht sein, dieser wurde auch als neuer Markus Röhling Schacht bezeichnet.
Er befindet sich auf der Dörfler Höhe. Ist heute noch als TD erhalten und besitzt eine wunderschöne Mauerung.
Der Orgelstolln befindet sich unter dem Schrecken- und Schottenberg in etwa 100 Meter Tiefe.
Am Bäuerin Schacht sind es ca.
120 Meter.
Geophys, wie kommst du auf 50 Meter, es ist mehr.

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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von Uran » Di. 12. Feb 19 15:55

Paßt sogar besser. Er liegt bei 650 m NN. Bis zum Orgelstolln sind es reichlich 140 Meter.
ich bi noch aaner ven altn Schlog, on bleib aa, wi ich bi.

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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von geophys » Di. 12. Feb 19 16:01

Ich glaube, es entgleitet ins Reich der Spekulationen, was hier gemeint sein könnte und welchen Fokus der Zeichner hatte.
Da nicht weiter dabei steht, wann und für welchen Zweck diese Skizze erstellt wurde, sollte man heute auch nichts mehr hinein interpretieren.

Der versetzt aufgefahrene/getäufte Röhlingschacht liegt auf halben Weg ins Tal und hat zum Orgelstollen keine 140 Meter Teufe, wenn der höher gelegene Krönunger Richtschacht weniger hat.

Der Röhling-Schacht No. 79 kann es nicht sein. Das war eine Neuteufe und ganz sicher nicht so, wie im Bild zu sehen.
Ob jemand den David-Schacht als Neuen Markus-Röhling-Schacht bezeichnete, wäre dann schon wieder Spekulation.
Möglich wäre genauso wahrscheinlich, wie nicht möglich. Ich kenne keinen Riss zu diesem.
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von Joachimsthaler » Di. 12. Feb 19 16:17

Der Röhling-Schacht No 79 ist es nicht, das ist richtig.

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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von sehmataler » Di. 12. Feb 19 19:46

Es ist der Neue Tagesschacht von Markus Röhling, also der Friedrich-August-Treibeschacht. Kann man unschwer an der Teufe und an den einzelnen Schachtröhren erkennen (im Vergleich zum Schnick 1780).
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von Joachimsthaler » Mi. 13. Feb 19 8:19

Wer ist Schnick ?

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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von sehmataler » Mi. 13. Feb 19 12:31

Johann Gottfried Schnick, "Bergacademist und Markscheider"

-> Annaberger Bergamtsrevier. "Situations- Riß von einem Stücke der Annaberger Bergamts Refier mit verlohrner Schnur abgezogen und gefertiget

Bestellen als:
Sächsisches Staatsarchiv, 12884 Karten und Risse, Nr. Schr 013, F 001, Nr 017
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von Joachimsthaler » Mi. 13. Feb 19 14:01

Danke, für die Info. :)

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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von geophys » Mi. 13. Feb 19 17:21

sehmataler hat geschrieben:
Mi. 13. Feb 19 12:31
"Situations- Riß von einem Stücke der Annaberger Bergamts Refier mit verlohrner Schnur abgezogen und gefertiget
Wir sehen, dass nicht nur Schachtnamen Veränderungen unterlagen, nein auch die Rechtschreibung veränderte sich fortdauernd.
Schön, dass das Rätsel gelöst werden konnte.
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von geophys » Fr. 22. Feb 19 12:04

Nachruf

Rolf Lange 2011.jpg
Quelle: Archiv Geophys :: Rolf Lange bei einer gemeinsamen Befahrung des Grubenfeldes des Dorothea-Stollns in Cunersdorf 2011.
Rolf Lange 2011.jpg (13.57 KiB) 635 mal betrachtet

In der letzten Woche erreichte uns die traurige Nachricht, dass der Montanhistoriker und Autor

Rolf Lange

seine letzte Schicht angetreten hat.

Geboren im Jahr 1938 erlebte er die letzte Blütezeit des Marienberger Uranbergbaus als Kind und konnte als Jugendlicher hier noch kurze Zeit im Anschlussbergbau auf Flussspat arbeiten. Sein damaliger Berufswunsch, in den heimatlichen Gangerzlagerstätten als Geologe tätig zu sein, blieb Zeit seines Lebens leider nur ein unerfüllter Traum. Doch kaum einer unter den damaligen Marienberger Wismutkumpels hätte je daran gedacht, dass dieser Junge aus Hilmersdorf ihnen ein halbes Jahrhundert später mit seinen Büchern zum Marienberger Uran- und Flussspatbergbau ein bleibendes Denkmal setzen wird. Rolf Langes umfangreiche Veröffentlichungen bewahren authentisch und unverfälscht ein breites Spektrum an Bergbau- und Zeitgeschichte. Zeitzeugen hatten damals genaue, aber nur punktuelle Einblicke in den Bergbau der Wismut. Heutige Historiker haben mangels des eigenen Erlebens nur durch Schriftquellen Zugang zu der Zeit, welche sie beschreiben. Zwischen diesen beiden Gruppen nimmt Rolf Lange eine vermittelnde Stellung ein. Er hat die Bergbauzeit der Wismut in Marienberg zum Teil miterlebt, aber auch seine frühen Eindrücke und seine gesammelten Zeitzeugenberichte später mit den damals streng geheimen Schriftquellen der Wismut abgleichen können. Diese Synthese verleiht seinen Veröffentlichungen ihren einzigartigen, authentischen Charakter. Er war ein streitbarer und analytisch denkender Geist, der bis zuletzt für die Erforschung der Marienberger Lagerstätte maßgebliche Anregungen gab. Mit vielen aquarellierten Zeichnungen von Marienberger Bergbaupanoramen der fünfziger Jahre stellte er auch sein künstlerisches Talent unter Beweis. In den letzten Jahren seines Lebens bemühte er sich um die Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen zu russischen Geologen und Bergbaufachleuten. Eines seiner Bücher wurde sogar ins Russische übersetzt und in Sankt Petersburg herausgegeben. Dabei blieben seine Interessen nicht nur auf das rein Fachliche beschränkt. Rolf Lange hat die Schrecken des Zeiten Weltkrieges als Kind miterlebt, als auf sein Heimatdorf Bomben fielen. Sein Bemühen um ein freundschaftliches Verhältnis zu Russland entsprang auch seiner weitsichtigen Sorge um den Fortbestand des Friedens in Europa.

Mit Rolf Lange verlieren wir einen guten Freund und Mitstreiter der eine Lücke hinterlässt, die nur schwer zu füllen sein wird.

Die Betreiber dieser Rubrik
Stefan Kunze und Frank Langer


zeichnung_RolfLange.jpg
Quelle: Aquarell Rolf Lange 2003 (Mit freundlicher Genehmigung der Familie Lange) :: Eine seiner Zeichnungen, um seinen Lesern die Orte des Geschehens zu verbildlichen.
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von solid » Do. 28. Feb 19 21:15

Lieber Rolf,

Du bist Ende vorigen Jahres noch voller Tatendrang gewesen und hattest neue Projekte im Sinn.
Die Op zum jahresanfang hat nun alles übers Haufwerk geschmissen.
Du wirst ewig mit Marienberg in Verbindung bleiben.
Du hast die Werke von Trebra, Roitzsch, und Bogsch weitergeführt.
Dafür gehört Dir mein Dank.

in tiefer Trauer
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von geophys » Di. 12. Mär 19 19:38

Ich denke, viele, die ihn persönlich kennen, werden ihn nicht vergessen.
Leider gehört es zum Annaberger Bergbau, der Bewahrung der wirklich objektiv betrachteten Tradition und der Erhaltung von Wissen dazu, sich von Mitstreitern würdig zu verabschieden. Ich muss gestehen, dass es nur Worte sind. Mich persönlich hat der plötzliche Abschied von Marcel und Rolf in den letzten drei Jahren besonders berührt. Deswegen kann man nicht unbeeinträchtigt so weiter machen. Man muss es erst mal verdauen. Aber es ist der Gang der Dinge. Und keiner wird gefragt, ob er das so will. Ihre Verdienste, ihre Werke, ihr Tatendrang werden auch uns überleben. Aber unserer Wertschätzung darf man sich sicher sein.
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von EnoM » Mi. 13. Mär 19 15:48

Vortrag über den Bergbau im benachbarten Grubenfeld Wolkenstein - siehe Termine.
Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß was ich leide.
(CvD)

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