Einen kirchlichen (sakralen) Hintergrund, wie die Vorredner, möchte ich aussschließen. Auf einem Hostiengefäß sind in der Regel keine profanen Dinge abgebildet, für diesen Verwendungszweck erscheint mir das Gefäß auch zu groß. Sowohl die Taufe als auch Hostien (hl. Sakrament), sind zumindestens in der katholischen Kirche, geweihte Dinge. Profane Tätigkeiten werden deshalb in der Regel nur im Zusammenhang mit dem Erzählen von Geschehnissen aus der Bibel oder im Rahmen von Heiligenlegenden auf solchen wichtigen Gegenständen abgebildet. Manche spannende und zur Zeit beliebte Romane erzählen vielleicht etwas anderes, aber haben mit der Realität wenig zu tun.
Auf dem Gefäß ist kein solcher sakraler Zusammenhang zu sehen. Gegen einen sakralen Verwendungszweck sprechen auch die Füße des Gefäßes, die als Drachen dargestellt sind. In der Kirche werden üblicherweise keine Drachen dargestellt, erst recht nicht auf heiligen Dingen, es sei denn im Zusammenhang mit der Heiligenlegende des Hl. Georgs (Drachentöter) oder außerhalb der Kirche als Wasserspeier.
Ich tippe eher auf eine profane Verwendung als Repräsentiergegenstand eines reichen Hüttenbesitzer oder Gewerkschaft, ähnlich den Zunftladen oder Zunftpokalen der städtischen Zünfte. Ähnliche wertvolle Stücke sind aus der Montangeschichte ja bekannt, man besuche nur das Deutsche Bergbaumseum in Bochum, das eine ganze Abteilung von solchen Zierrat hat.
Glück auf!
Daniel