In der Zeitschrift für Berg-, Hütten-, und Salinenwesen in Preußen bin ich darauf gestoßen, dass es gegen 1850 einen Versuch gegeben hat, in Artern einen Schacht abzuteufen um Steinsalz abzubauen, ähnlich wie es dann in Staßfurt umgesetzt wurde.
Genauere Details habe ich dazu nicht gefunden, außer, dass der Schacht wegen der starken Wasserzuflüsse aufgegeben werden musste und dass die Saline Artern daraufhin Sole aus diesem Schacht gefördert haben soll.
Hat jemand eventuell genauere Angaben oder eventuell Literaturhinweise dazu? Ich bin bei meiner Suche dazu immer nur auf den von Borlach angelegten Schrägschacht gestoßen, aber dieser ist definitv nicht gemeint.
Glück auf!
Versuchter Salzbergbau in Artern?
Versuchter Salzbergbau in Artern?
Es wäre auch von nöthen, eine Strafe auf diejenigen zu legen, die nur auf den
Raub bauen, die Ertze auslochen, die Sümpffe und Schächte loshauen, die tiefsten mit
Bergen ausstürtzen und die Oerter, Strecken und Stölln versetzen...
Simon Bogner 1562
Raub bauen, die Ertze auslochen, die Sümpffe und Schächte loshauen, die tiefsten mit
Bergen ausstürtzen und die Oerter, Strecken und Stölln versetzen...
Simon Bogner 1562
- AdM_Michael
- Foren-Profi
- Beiträge: 557
- Registriert: Di. 16. Aug 05 10:06
- Wohnort: Nuttlar
Re: Versuchter Salzbergbau in Artern?
Der Markscheider Fritz Knobloch führt in seinem Karten über den deutschen Kalibergbau aus dem Jahr 1912 die Grubenfelder Borlach, Gerhardt, Veltheim und Beust der Saline Artern als fiskalische Felder auf. Schächte sind keine vermerkt.
Yesterday was a disaster,
today is even worse,
tomorrow has been cancelled.
today is even worse,
tomorrow has been cancelled.
- markscheider
- Foren-Profi
- Beiträge: 2566
- Registriert: Fr. 28. Okt 05 15:32
- Wohnort: Salzgitter
- Kontaktdaten:
Re: Versuchter Salzbergbau in Artern?
Ich habe mal einen Kontakt aktiviert, und der hat folgendes geschrieben:
Späterer Kalibergbau in der Nähe: "Thüringen I". Verwahrt; ca. 1200 m entfernt "Thüringen II", der gehört bereits zu Sachsen-Anhalt.
Es gibt auch eine website https://www.bergmannsverein-erfurt.de/m ... ine_arternDie Saline in Artern wird erstmals im Jahr 1477 erwähnt. Sie erreichte ihre Blütezeit,
nachdem 1723 durch J. G. BORLACH ein neuer, sehr leistungsfähiger Salinenbetrieb
errichtet worden war.
1841 wurde in Artern ein Schacht geteuft, der zwar bei 270 m Teufe wegen starker
Solezuflüsse aufgegeben werden musste, der seitdem jedoch die Saline bis zu deren
Stilllegung im Jahr 1964 kontinuierlich mit Steinsalzsole versorgt hat (Borlach-Schacht).
Der sogenannte Arterner Solgraben kündet bis heute von der ehemaligen Solegewinnung
zur Siedesalzproduktion in Artern. Das gleichnamige Naturschutzgebiet mit seinen zahlreich
vorhandenen Halophyten stellt eine der bedeutendsten naturnahen Binnensalzstellen
Thüringens dar.
Die Salzproduktion in der Saline Artern, dort wo das Gebäude heute noch steht, begann am
18.12.1728. Bis 1838 verwendete die Saline Artern eine natürliche Solequelle die über eine
offene Rösche zur Saline geleitet wurde, später Bohrlöcher bis ins Steinsalz.
Am 17. August 1841 wurde der neue Schacht angehauen. Dabei bediente man sich der
Haue, welche Bohrlach seiner Zeit beim Anhauen seines Schleppschachtes benutzte. Der
seit 1833 den Betrieb leitende Salineninspektor Siemens machte die ersten drei Schläge.
Beim dritten Schlag brach der Holm der altersschwachen Haue entzwei und Siemens sprach
hierbei die prophetischen Worte: „Das bedeutet Unglück“.
Der Schacht wurde achteckig mit 13 Fuß (ca. 4 m) lichter Weite angelegt. Bei 270 m Teufe
wurde der Schacht aufgegeben. Später wurde im Schacht eine Bohrung gestoßen.
Heute ist im Schachtgebäude nichts weiter zu sehen, ein Betonfußboden mit einem
Gullydeckel, wie auf Straßen. Unter dem Deckel findet man dann ein Rohr ca. 8-10 cm dick,
durch das gelotet wurde.
Früher stand der Schacht unter Obhut der Thüringer Bergbehörde, dann ging er an die GVV
heute LMBV über.
Ich selbst kenne das Schachtgebäude nur von außen..
Späterer Kalibergbau in der Nähe: "Thüringen I". Verwahrt; ca. 1200 m entfernt "Thüringen II", der gehört bereits zu Sachsen-Anhalt.
