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Hier kann man historische Berichte, Geschichten und Legenden aus dem Bergbau veröffentlichen. Auch aktuelle Anekdoten, Befahrungsberichte, Erlebnisse etc. sind hier gut aufgehoben
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geophys
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Beitrag von geophys »

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geophys
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Mannl
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Re: Zeitzeugen berichten ...

Beitrag von Mannl »

Theaterstück über die Wismut: Mehr als Kumpeltod und Bergbau
Erschienen am 05.12.2022 Freie Presse
Theaterstück über die Wismut: Mehr als Kumpeltod und Bergbau - Laienspieler, die die Wismut aus eigener Erfahrung kennen: "Tausend Sonnen", das jetzt in Chemnitz Premiere hatte.

:D
Ehre dem Bergmann, dem braven Mann !
Glück Auf ! Mannl
Uran
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Re: Zeitzeugen berichten ...

Beitrag von Uran »

:x
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Tiefbohrer
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Re: Zeitzeugen berichten ...

Beitrag von Tiefbohrer »

Was ist denn jetzt schon wieder verkehrt das der eine :D und der andere :x macht....?!

Glück Auf !
Gunar
Uran
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Re: Zeitzeugen berichten ...

Beitrag von Uran »

Einfach sich mal mit dem Thema beschäftigen und darüber nachdenken.
ich bi noch aaner ven altn Schlog, on bleib aa, wi ich bi.
Tiefbohrer
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Re: Zeitzeugen berichten ...

Beitrag von Tiefbohrer »

Uran...das bringt doch keinen weiter....

Es sind Laiendarsteller, aber ehemals Beteiligte und Wismutangehörige....also kläre doch mal auf...


Glück Auf !
Gunar
Uran
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Re: Zeitzeugen berichten ...

Beitrag von Uran »

Da gibt es nichts aufzuklären. :x
ich bi noch aaner ven altn Schlog, on bleib aa, wi ich bi.
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Rudolf
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Re: Zeitzeugen berichten ...

Beitrag von Rudolf »

Uran hat geschrieben: Fr. 16. Dez 22 11:33 Da gibt es nichts aufzuklären. :x
Lieber Uran, geh doch mal hin und schreibe hier eine Rezession. Oder wir warten ab, ob hier ein ehemaliger Uranbergman Stellung nimmt! GA Rudolf
Spart Rohstoffe, Bergbau ist - leider immer noch - Blut und Schweiß !
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markscheider
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Re: Zeitzeugen berichten ...

Beitrag von markscheider »

In der Inszenierung von "Tausend Sonnen" in Chemnitz kommen Menschen zu Wort, die auf verschiedene Weise selbst vom Thema Wismut betroffen sind und waren - sie nähern sich dem Thema voller Spiellust und geben ihm viele Facetten.
Theater.

Was war eigentlich die Wismut? In einem einzelnen Satz lässt sich diese Frage kaum beantworten. Es müssten Worte fallen wie Uran, Krebs, Schnaps, Bergleute, Abraumhalden, Landschaftsumgestaltung, Umweltverschmutzung, Familiengeschichte, Tradition, Sowjetunion, Atomwaffen, Ewigkeitskosten. Die Liste ließe sich fortsetzen. Dass das Thema Wismut kollektiv unter den Nägeln zu brennen scheint, belegt die große Zahl an künstlerischen Annäherungen an das Thema. Die Inszenierung von "Tausend Sonnen", die am Sonntag auf der kleinen Bühne des Chemnitzer Schauspielhauses im Spinnbau Premiere feierte, wirft nun einen weiteren Hut in den Ring. Mit Erfolg.
Experten auf der Bühne

Schon die Spielaufstellung ist erfrischend. In der Inszenierung von Tobias Rausch wird nämlich nicht über die Betroffenen, die Menschen, deren Leben von der Wismut betroffen war und ist, gesprochen - sondern sie dürfen sich selbst äußern. Heinz Richter etwa war tatsächlich für die Beschaffung des "Kumpeltod" genannten Trinkbranntweins für die Wismutkumpel zuständig, Sven Sczibilanski ist auch im realen Leben ausgebildeter Bergmann und Silvia Weißbach aus Stollberg arbeitete als Facharbeiterin für Geologie in der Perspektivabteilung des Zentralen Geologischen Betriebes (ZGB) der Wismut in Grüna - und erstellte Karten mit Uranvorkommen, die höchster Geheimhaltung unterlagen. Alle sechs Laienspieler sind also vom Fach, spielen sich selbst, schlüpfen aber immer wieder in andere Rollen. Erzählt wird in kleinen Szenen nichts weniger als eine Geschichte der SDAG Wismut, des Bergbauunternehmens, inklusive der Auswirkungen auf das Leben der Mitarbeitenden, der Menschen in den Abbau-Regionen, der Folgen für die Zukunft und wie es überhaupt dazu kam, dass Uran in Mitteldeutschland abgebaut wurde. Spoiler: Die Geschichte beginnt im frühen Mittelalter.
Nahbare Inszenierung

Zustande gekommen ist die knapp zweistündige Inszenierung durch eine Zusammenarbeit des Chemnitzer Schauspielhauses und der Bürger:Bühne Dresden. Das Ensemble ist zwar inhaltlich vom Fach, musste aber ermächtigt werden, von der eigenen Geschichte und der der anderen mit theatralen Mitteln zu erzählen. Dafür zeigte sich Regisseur Tobias Rausch zuständig, zu dessen besonderem Talent es gehört, in seinen Inszenierungen auch Laien Gestaltungsraum für die Bühne zu geben, sie wertschätzend in Szene zu setzen. Das Resultat: Durch die Verquickung von Lebensgeschichten mit Zeitgeschichte, die Einbettung in einen gesellschaftlichen und historischen Kontext, wird das Thema nahbar und vermittelbar. Der Wechsel der Ebenen schafft es auch, sich einer Bewertung zu entziehen. Es werden Facetten aufgezeigt, die es dem Publikum selbst überlassen, Schlüsse daraus zu ziehen - gibt aber eben dafür das nötige inhaltliche und argumentative Rüstzeug in die Hand.
Nicht nur "Geschichten"

"Immer diese Wismutgeschichten", monieren die Darstellenden im Stück immer wieder. Manche dieser Geschichten erzählen sie selbst. Die Erzählungen reihen sich ein in den Bergmannssagenschatz der Region. Doch die Spielenden winken ab. Wismutgeschichten, die Verklärung, das Erscheinen von Geistern, Heilungen durch Grubenwasser, die Heroisierung der gefährlichen Arbeit, also alles, was zur Mythenbildung dazugehört, kennen sie zuhauf. Sie jedoch wollen kein Bergmannsgarn spinnen, sondern erzählen, wie es war, was es für sie, aber auch die Gesellschaft, die Region bedeutet. Dass Wismut mehr ist als eine Firma, ein Satz, ein Aspekt.

Nächste Vorstellungen von "Tausend Sonnen" finden am 30. und 31. Januar im Ostflügel des Chemnitzer Schauspielhauses im Spinnbau statt. » theater-chemnitz.de
Uran
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Re: Zeitzeugen berichten ...

Beitrag von Uran »

In der SZ war vor einigen Wochen eine ganze Seite mit diesem Theaterstück. Hier werden wieder all die Klischees bedient. Kumpeltod, höchste Geheimhaltung. Höchste Geheimhaltung gab es nicht. Den Kumpeltod gab es in jedem Bergbaubetrieb und nicht nur bei der Wismut. Auch die anderen Themen "Landschaftsumgestaltung, Umweltverschmutzung, Familiengeschichte, Tradition, Sowjetunion, Atomwaffen, Ewigkeitskosten" beschränken sich nicht auf die Wismut. Keine Ahnung warum das Thema Wismut immer wieder hochstilisiert wird. Keiner spricht von den Bergleuten im Kupferschiefer, im Zinnerz oder im Spatbergbau. Die Arbeit dort war härter und der Lohn niedriger. Halden, Umweltzerstörung, Tradition, Kumpeltod gab es dort auch. Ohne Kupfer und Zinn gibt es auch keine Atomwaffen. Ohne Schwerspat als Bohrtrübe keine Lagerstättenerkundung. Auch der Wismutbergbau hätte ohne Kupfer und Zinn nicht stattfinden können. Warum spricht niemand über die Vorteile für die Wismutangehörigen. Die Gesundheitsversorgung bei der Wismut war besser wie in den anderen Bergbaubetrieben. Höhere Löhne, schnellere Zuteilung bei Autos oder Neubauwohnungen, eigene Handelsorganisation mit Artikeln die Otto Normalverbraucher nicht bekam, schöne Ferienheime an der Ostsee, um nur einige zu nennen. Das Thema Wismut brennt schon lange nicht mehr unter den Nägeln. Irgendwelche Leute bilden sich ein, das dieses Thema hier 30 Jahre nach der Wende noch jemanden interessiert und wollen sich damit profilieren. Ja das Thema Lungenkrebs. Als Berufskrankheiten stellte die Silikose die größte Gefahr für die Mitarbeiter der Wismut dar. Zum Stand vom 31. Januar 1997 wurden im Zeitraum 1952 bis 1990 14.592 Fälle von Silikose als Berufskrankheit bei der Wismut anerkannt. Zum Stand vom 31. Januar 1997 wurden im Zeitraum 1952 bis 1990 5.275 Fälle von Bronchialkrebs durch ionisierende Strahlung als Berufskrankheit bei der Wismut anerkannt. Ach so. Was hat Uranbergbau mit dem Mittelalter zu tun???
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Rudolf
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Re: Zeitzeugen berichten ...

Beitrag von Rudolf »

Hallo Uwe, danke für die ausführliche Beschreibung! Und schade, dass Sachsen so weit weg ist! Ich sollte es mit meinem nächsten Besuch im Abraham-Gottlob-Werner-Bau und Krüger Haus in Freiberg verbinden. (Hatten mich echt umgehauen, die beiden Sammlungen,als ich diesen Sommer da war.) Ich kann leider nicht vor März.
Glückauf Rudolf
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Mannl
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Re: Zeitzeugen berichten ...

Beitrag von Mannl »

Keiner spricht von den Bergleuten im Kupferschiefer, im Zinnerz oder im Spatbergbau.
Nicht zu vergessen den Steinkohlenbergbau.
Die Verbindung vielfältiger Fachausschüsse in die gesamte Industrie.
Die gegenseitige technische und fachliche Unterstützung der Bergbaubetriebe.
Die Verbindungen zur Bergakademie Freiberg.
....
Hatten wir schon mal.
Hier mal im französischen Bergbau - dürfte ähnlich sein.

"Belastung durch ionisierende Strahlung im Uranerzbergbau der ehemaligen DDR"
Abschlussbericht zu einem Forschungsvorhaben
Autorenkollektiv
BBG - HVBG
ISBN 2-88383-524-2
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Nobi
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Re: Zeitzeugen berichten ...

Beitrag von Nobi »

Das große Problem ist doch, dass man versucht, einzelne Erlebnisse/Ereignisse/Abläufe auf die gesamte WISMUT zu übertragen. Da wird auch schnell mal glorifiziert oder dämonisiert.

Es gab aber nicht "die WISMUT" als homogene Einheit, sondern die WISMUT war völlig unterschiedlich, abhängig von der Zeit, dem Ort, dem Schacht, der Tätigkeit, den Kollegen usw..

Die Darsteller des Theaterstück werden dies schon so erlebt haben aber es besteht die Gefahr, dass sich viele Kumpels auch nicht wiederfinden in dem Stück.
GLÜCK AUF | NOBI

Der Berg ist frei.
Wo eyn man eynfahrn will
mag her es thun mit rechte.


w w w . b e r g b a u s h i r t . d e
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