Tagebruch in Freital

Wenn sich die Erde auftut. Informationen zu Bergschadensereignissen und Sanierungen.
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Uran
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Tagebruch in Freital

Beitrag von Uran »

Screenshot 2022-06-20 at 01-29-54 Proof DMP (Mopo_DMP_HP).png
Der Schacht wurde in den neunziger Jahren verwahrt.
ich bi noch aaner ven altn Schlog, on bleib aa, wi ich bi.
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Uwe Pohl
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von Uwe Pohl »

Sehr schön!
Schmunzel... :D
Eine sehr witzige Zusammenstellung von Artikel bzw. Anzeige.
Ich hätte da auch noch einen Monitor und einen Rasenmäher...
Glück Auf
Mannl
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von Mannl »

Ist nun ein Stollen oder ein Schacht ver- eingebrochen :gruebel:
Wer bitte baut denn seine Laube auf einen Schacht :meister:
Verwahrung ? so, dass es nach 30 Jahren wieder Arbeit gibt :D
Ehre dem Bergmann, dem braven Mann !
Glück Auf ! Mannl
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markscheider
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von markscheider »

Wenn ich mir das (Augustusschacht) und die dort eingetragenene Koordinaten anschaue, dann wird es wohl tatsächlich der Schacht gewesen sein.

1993 - man müßte die Verwahrungsdokumentation haben, um mehr sagen zu können. Aber das ist ja nicht der erste derartige Fall, bei dem relativ neu verwahrte Schächte doch noch einmal nachgebrochen sind.

Außerdem - Schrebergärten auf Schachtgelände, da kenne ich im Zwickauer Revier auch welche.
Uran
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von Uran »

Es ist mit hoher Sicherheit der Schacht. Die Koordinaten habe ich damals nach alten Karten errechnet. Sie stimmen offensichtlich nicht ganz.
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Uran
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von Uran »

Augustusschacht.jpg
Hier mal ein Bild aus dem Schacht während der Aufwältigung.
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axel
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von axel »

Uran hat geschrieben: Di. 21. Jun 22 12:32 Es ist mit hoher Sicherheit der Schacht. Die Koordinaten habe ich damals nach alten Karten errechnet. Sie stimmen offensichtlich nicht ganz.
Ich dachte die Schachtverwahrung wäre Mitte der 90er unterhalb der Straße und der Gärten erfolgt?
A24M02B26-B.jpg
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markscheider
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von markscheider »

Uran hat geschrieben: Di. 21. Jun 22 12:32 Es ist mit hoher Sicherheit der Schacht. Die Koordinaten habe ich damals nach alten Karten errechnet. Sie stimmen offensichtlich nicht ganz.
Hast du die Karten noch? Dann schick sie mir mal, vielleicht kann ich da noch was rausholen.
Uran
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von Uran »

Rösche Augustus 1995.jpg
axel hat geschrieben: Di. 21. Jun 22 14:00
Ich dachte die Schachtverwahrung wäre Mitte der 90er unterhalb der Straße und der Gärten erfolgt?
Nein. Man hat dort ein Gesenk auf die Rösche geteuft und die Rösche bis zum Schacht aufgefahren. Im Bild über den Firstbrettern ist der Schacht. Das Ende des Förderbandes steht in der Schachtmitte.
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markscheider
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von markscheider »

Ich habe die Beilage 4 aus der Bergbaumonographie georeferentierz und komme hier raus. Das ist etwas südwestlich der Koordinate bei Wikipedia, also näher an der Straße. Das Röschenmundloch wäre hier, aber das Symbol ist so groß, daß da gewiß Spielraum ist. Passt dennoch recht gut zum Ufer der Weißeritz.
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axel
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von axel »

Relativ genau sollte die Lage des Schachtes hier eingezeichnet sein:

https://archiv.sachsen.de/archiv/bestan ... igitalisat

Jetzt müsste den Riss nur noch jemand georeferenzieren ...

GA Axel
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von markscheider »

Sehr schwierig, Axel. Wenige Passpunkte, und bei denen bin ich nicht 100% sicher, ob sie wirklich identisch sind. Z.T. habe ich Straßen- und Wegkreuzungen verwenden müssen. Vielleicht kann ein Revierkundiger mal draufschauen und sagen, welche Gebäude es noch gibt, dann kann ich das evtl. noch nachbessern.

Im Moment kommt das raus: 13,6551596°O 50,9971646°N, das liegt ca. 50 m SE von der Koordinate aus der Monographie.
Dateianhänge
1868 Schaffrath - Windberg und dessen Umgebung PP.jpg
Uran
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von Uran »

Hier mal die wahrscheinlichen Schachtkoordinaten.
50°59'49.66"N 13°39'18.63"E

Dazu ein Filmchen vom MDR.https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/ ... g-100.html
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markscheider
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von markscheider »

markscheider hat geschrieben: Mi. 22. Jun 22 14:43 Im Moment kommt das raus: 13,6551596°O 50,9971646°N, das liegt ca. 50 m SE von der Koordinate aus der Monographie.
War nicht ganz so schlecht; ich habe die Luftaufnahme reingezwungen (wegen der starken Perspektive) und das Zentrum des Bruchtrichters liegt etwa 9 m SSW von dieser Stelle.
Mannl
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von Mannl »

Wal wieder was spannendes !
Danke !
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von Uran »

Nach einer Karte von Axel. Schachtgebäude und Schacht.
Augustusschacht 04.png
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Uran
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von Uran »

Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, wie sich das seit 200 Jahren das erste Mal aufsteigende Flutungswasser auf den Schacht auswirkt. Immerhin steht das Wasser jetzt bei 120 m NN. Das Ziegelgewölbe bei 84 m NN. Sollte das zutreffen kann es in der Zukunft weitere Schachtbrüche im Revier geben. Immerhin wurden die Schächte ja nicht nach heutigen Maßstäben verfüllt, sondern nur zugeschüttet. Bisher standen alle Schächte rechts der Weißeritz bis Rippien und Possendorf "trocken".
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markscheider
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Re: Tagebruch in Freital

Beitrag von markscheider »

Vorhin im Sachsenspiegel: die Arbeiten gehen voran. Sehr gute Erläuterungen von einem nicht ganz unbekannten Mitarbeiter des SOBA. ;)
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