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Eindruecke aus dem Niger

Verfasst: Sa. 17. Nov 18 9:27
von Geomartin
Hallo,

im folgenden ein paar Eindruecke aus dem Niger von zwei Aufenthalten im Februar und Mai diesen Jahres. Das Projekt befand sich unweit der Grenze nach Burkina Faso, etwa 3 Autostunden von der Hauptstadt Niamey oder rund 90km Luftlinie.
IMGP4672.jpg
Strassenszene in Niamey, der Hauptstadt des Niger
IMGP3444.jpg
Der Fluss Niger in Niamey
IMGP3442.jpg
Hauptstrasse parallel des Niger noerdlich von Niamey

Re: Eindrueck aus dem Niger

Verfasst: Sa. 17. Nov 18 9:30
von Geomartin
Im folgenden der "Alterbergbau" des Goldprojektes. Entstanden zwischen Mai 2016 und November 2017. Zum Hoeohepunkt waren hier 20.000 Menschen aktiv. Die hantelfoermige Betongrube diente dem Goldwaschen. Davon gabe es hier Dutzende.

Re: Eindrueck aus dem Niger

Verfasst: Sa. 17. Nov 18 9:35
von Geomartin
Wie geschrieben wurde das Goldvorkommen im Mai 2016 entdeckt und kurze Zeit spaeter gab es dort eine Stadt mit 20.000 Einwohnern und 3 Mobilfunktmasten. Ringsrum hauptsaechlich Landwirtschaft, Hirseanbau, Schafe, Ziegen, Esel, Kamele.

Re: Eindrueck aus dem Niger

Verfasst: Sa. 17. Nov 18 9:39
von Geomartin
Faszinierend waren die Sonnenauf- und Untergaenge. Die Sonne erschien oder verschwand normalerweise hinter einer dicken Staubschicht auch an klaren Tagen. Nur nach einem guten Regen gab es Morgen oder Abendrot.

Re: Eindrueck aus dem Niger

Verfasst: Sa. 17. Nov 18 9:44
von Geomartin
Es gab auch ein paar beeindruckende Staubstuerme, erinnerte das alles etwas an Bilder vom Mars. Nach den Rege ging es fuer uns typischerweise am Fluss erstmal nicht weiter. Auch die lokalen Mangobauern musste auf dem Weg zum Markt am Fluss warten. Uebrigens eines der besten Produkte aus dem Niger - Mango und Ananas. Besser als alles was man bei uns im Supermarkt bekommt. Saftig und die Ananas kein bisschen holzig.

Re: Eindrueck aus dem Niger

Verfasst: Sa. 17. Nov 18 9:48
von Geomartin
Noch ein paar Bilder von der lokalen Umgebung und den Nachbarn. Fruchtbaeume wurde durch Holzzaeune vor Kahlfrass durch Kamele und Ziegen geschuetzt. Wie bei uns gelten Stoerche (Afrikanischer Schwarzstorch) als Gluecksbringer.

Re: Eindrueck aus dem Niger

Verfasst: Sa. 17. Nov 18 9:51
von Geomartin
Dafuer war ich dort. Aus gegeben Anlass hatte ich auch immer Begleitung mit AK ausserhalb des Camps.

Re: Eindrueck aus dem Niger

Verfasst: Sa. 17. Nov 18 9:52
von Geomartin
Und zum Abschluss: Eureka, Gold!

Re: Eindrueck aus dem Niger

Verfasst: Sa. 17. Nov 18 10:24
von Wolfo
Vielen Dank für die Eindrücke :)

Ist das im Bereich Djado?
Ich nehme an, die 20000 Goldsucher sind nicht ganz freiwillig gegangen?

Re: Eindrueck aus dem Niger

Verfasst: Sa. 17. Nov 18 22:13
von Uwe Pohl
In der Tat sehr beeindruckend!
Auf einigen Fotos sind die Hinterlassenschaften deutlich zu sehen.
Aber ich bin mir sicher: der Hausmeister räumt den Müll vor Weihnachten weg. :D

Re: Eindrueck aus dem Niger

Verfasst: So. 18. Nov 18 0:25
von Rudolf
Uwe Pohl hat geschrieben:
Sa. 17. Nov 18 22:13
Aber ich bin mir sicher: der Hausmeister räumt den Müll vor Weihnachten weg. :D
Ne Uwe, ich wette, da vertust Du Dich. Der Hausmeister räumt den Müll bestimmt nicht weg. Bleibt da liegen. Außer, es kann jemand gebrauchen. Ist nicht so wie bei uns in Deutschland, wo alles schön eingesammelt und Samstag gekehrt wird und dann -- vielleicht nach Afrika gesendet, weil unsere Müllmanager wissen, die machens ordentlich weg. ! :aetsch:


@ Geomartin, danke jedenfals für die Bilder und die Info.

Re: Eindrueck aus dem Niger

Verfasst: Mo. 19. Nov 18 9:21
von t0m
Coole Sache und danke der Bilderstrecke.

Und natürlich der Goldbilder. Da bekommt man nie genug davon ^^

Re: Eindrueck aus dem Niger

Verfasst: Mo. 19. Nov 18 13:35
von Ruhrbergbau
Sehr beeindruckend ! :top: :top: :top:

Re: Eindrueck aus dem Niger

Verfasst: Di. 20. Nov 18 4:22
von Geomartin
Hallo,
Wolfo hat geschrieben:
Sa. 17. Nov 18 10:24
Ist das im Bereich Djado?
Die naechste groessere Ortschaft ist vermutlich Gotheye am Niger.
Uwe Pohl hat geschrieben:
Sa. 17. Nov 18 22:13
Aber ich bin mir sicher: der Hausmeister räumt den Müll vor Weihnachten weg. :D
Leider nicht. Unseren Muell im Camp haben wir verbrannt und auch die lokale Bevoelkerung hat ihre Gehoefte sauber gehalten. Aber die Goldgraebersiedlung sah schon ziemlich post-apokalyptisch aus. Da sieht man erstmal, wieviel Platsikmuell anfaellt, wenn ihn keienr weg macht.
t0m hat geschrieben:
Mo. 19. Nov 18 9:21
Und natürlich der Goldbilder. Da bekommt man nie genug davon
Es ist schade, das wir das beste Interval nur in einer RC Bohrung (sprich Bohrklein) und nicht in einer Kernbohrung hatten. Waere sicherlich beeindruckend gewesen. Das Gold in der Waschpfanne ist von dieser Bohrung, also kein Seifengold. Das Material im Zentrum der Pfanne ist im wesentlichen Pyrit. Da sieht man also schoen den farblichen Unterschied zwischen Gold und Katzengold.

Re: Eindrueck aus dem Niger und Frage

Verfasst: Di. 20. Nov 18 6:11
von Uwe Pohl
Geomartin hat geschrieben:
Di. 20. Nov 18 4:22
Uwe Pohl hat geschrieben:
Sa. 17. Nov 18 22:13
Aber ich bin mir sicher: der Hausmeister räumt den Müll vor Weihnachten weg. :D
Leider nicht. Unseren Muell im Camp haben wir verbrannt und auch die lokale Bevoelkerung hat ihre Gehoefte sauber gehalten. Aber die Goldgraebersiedlung sah schon ziemlich post-apokalyptisch aus. Da sieht man erstmal, wieviel Platsikmuell anfaellt, wenn ihn keienr weg macht.
Genau das meinte ich, mit meiner ironischen Bemerkung. Danke Geomartin.

Frage:
In den Beschreibungen des Bergbaus in unserer Gegend wird oft von Reif-Schächten aus dünnen gespaltenen Baumstämmen gesprochen.
Auf Bild Nr. 8 ist ein runder Schacht mit Verbau aus Ästen zu sehen.
Kann ich mir einen Reif-Schacht so vorstellen?

Re: Eindrueck aus dem Niger

Verfasst: Di. 20. Nov 18 20:02
von goldsucher49
Na und mich würde natürlich interessieren, wie in diesen "hantelförmigen" Betongruben Gold gewaschen wird?
GA! Ralf

Re: Eindruecke aus dem Niger

Verfasst: Fr. 23. Nov 18 10:57
von Fahrsteiger
Bild 8 zeigt einen wunderschönen Reifenschacht. Diese wurde 1829 im Aachener Raum durch das Bergamt Düren wegen mangelnder Standsicherheit verboten. 8)

Glückauf
Horst

Re: Eindruecke aus dem Niger

Verfasst: Fr. 23. Nov 18 16:34
von Björn
Hier gibt es ein Video wie diese Schächte gebaut werden:
https://av.tib.eu/media/12435

Re: Eindruecke aus dem Niger

Verfasst: Fr. 23. Nov 18 18:35
von Nobi
Björn hat geschrieben:
Fr. 23. Nov 18 16:34
Hier gibt es ein Video wie diese Schächte gebaut werden:
https://av.tib.eu/media/12435
Geil :top:

Re: Eindruecke aus dem Niger

Verfasst: Fr. 23. Nov 18 18:53
von Björn
Hier hatten wir das Thema schon mal:
https://forum.untertage.com/viewtopic.p ... 69&p=73653

Re: Eindruecke aus dem Niger

Verfasst: Fr. 23. Nov 18 19:39
von Harzer06
Beeindruckender Film.:top:
Dem Begleittext nach von 1962 aus dem Rheinland. Das es damals noch solche Verhältnisse in Deutschland gab... :shock: Da wird man ja ganz schnell ein sehr frommer Mensch.

G´Auf
Harzer06

Re: Eindruecke aus dem Niger

Verfasst: Fr. 23. Nov 18 20:36
von Wolfger
Total der Hit! :top:
Das es von sowas überhaupt Filme gibt...
Die Fahrung des Kameramannes mit Equipment war sicherlich abenteuerlich. :derda:
Man könnte glatt denken, es handelt sich um eine Befahrerbaustelle :D

Re: Eindruecke aus dem Niger

Verfasst: Fr. 23. Nov 18 20:51
von Björn
Auf der Seite findet man noch mehr schätze, wenn man Bergbau sucht.
Hier findet man die meisten Filme aus dem Bestand des IWF Institut für den Wissenschaftlichen Film

https://www.tib.eu/de/recherchieren-ent ... enbestand/
https://de.m.wikipedia.org/wiki/IWF_Wissen_und_Medien

Re: Eindruecke aus dem Niger

Verfasst: Di. 27. Nov 18 5:59
von Uwe Pohl
DANKE Björn.
Ich bin begeistert. :D

Was noch offen ist:
Goldwaschen mit den hantelförmigen Betongruben.

Wer kann das erklären? :-?

Re: Eindruecke aus dem Niger

Verfasst: Di. 27. Nov 18 8:19
von Geomartin
Hallo,

leider habe ich dies nicht in Aktion gesehen. Wir hatten lokale Artisanal Miner zum Goldwaschen angestellt (also zum Durchwaschen des Bohrkleins fuer jeden Bohrmeter). Die waren auch richtig gut. Aber das war nur konventionell mit Waschpfanne, siehe Bild oben.

Das Gold dort wurde anscheinend auch nur gravitativ gewonnen, Becken zur Laugung haben wir nicht gesehen. Wir haben auch die Rueckstaende der Kleinbergleute analysieren lassen - diese hatten immer noch einen Gehalt von im Durchschnitt 3g/t. Die Rueckstandshaufen wurden daher im Laufe der Zeit immer kleiner, sie wurden nach und nach mit LKW abgefahren und wohl anderswo nocheinmal bearbeitet.

Martin

Re: Eindruecke aus dem Niger

Verfasst: Sa. 01. Dez 18 7:27
von Falafel
Ich würde mal einen Erklärungsversuch starten:
Es sieht so aus, als ob das rechte Becken etwas höher liegt, als das linke. Dadurch wäre in dem Verbindungskanal eine gewisse Strömung vorhanden, mit der man eine Konzentrationsrinne betreiben könnte. Im unteren Becken wurde das Wasser wieder gesammelt, geschöpft und dem oberen Becken zugeführt. Zum leichteren Schöpfen ist das untere Becken offenbar auch etwas mehr eingetieft.
Unter den offensichtlich ariden Bedingungen wäre es somit möglich, auch mit wenig Wasser eine Goldwäsche zu betreiben, da das Wasser im Kreislaufsystem genutzt wurde. Interessant wäre, wie weit das nächste Gewässer entfernt ist - damit meine ich keine temporären Bäche, die nur in der Regenzeit Wasser führen. Irgendwie musste die Anlage ja das erste Mal (und sicher auch ab und zu mal zwischendurch) mit Wasser "gefüttert" werden.
Aufgrund der geringen Größe der Anlage gehe ich davon aus, dass diese nur zu Prospektionszwecken betrieben wurde.

Glück Auf!
Stephan