Tödlicher Unfall auf Bergwerk "Sophia-Jacoba"

... für den Rest, der sonst nicht passt.
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Wadenberg
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Tödlicher Unfall auf Bergwerk "Sophia-Jacoba"

Beitrag von Wadenberg » Di. 27. Sep 16 11:33

Am Samstag, dem 24. September 2016, kam es auf dem Gelände des Besucherbergwerks "Sophia-Jacoba", Schacht 3 in Hückelhoven (nördlich von Aachen, unmittelbar an der niederländischen Grenze) zu einem fürchterlichen Unfall: ein 2jähriger Junge starb, als er mit seiner Schwester an einer dort ausgestellten Kipplore spielte, bei der dann (nach Presseberichten) der Kippmechanismus auslöste, so daß der Kleine tödlich verletzt wurde.

Was gestern auf "Sophia-Jacoba" geschah, das kann morgen auch irgendwo anders passieren. Wir alle laufen nämlich Gefahr, daß wir "betriebsblind" werden - wahrscheinlich bin auch ich an dieser Kipplore viele Male vorbeigekommen, aber ich habe sie einfach nicht als Gefahrenquelle wahrgenommen. Deshalb jenseits aller rein juristischen Fragen von strafrechtlicher Vorwerfbarkeit und Schuld mein dringender Aufruf an alle Forumsmitglieder oder Leser, die mit ähnlichen Projekten verbunden sind: Schaubergwerke, Ausstellungen, Museen, alte Eisenbahnanlagen / Museumseisenbahnen, Gießereien, Schleusen, alte Fabrikanlagen etc. Schaut Euch Eure Anlagen mit wachen Augen an, am besten mit den Augen eines Kindes. Oder wenn Ihr andere Projekte oder Bergwerke besucht und dort Gefahrenquellen seht - habt keine Hemmungen, es den Betreibern zu sagen, selbst wenn sie vielleicht momentan etwas ungnädig reagieren. Dafür steht einfach zuviel auf dem Spiel.

Bloße Verbotsschilder nützen nichts - ein Kleinkind könnte sie ohnehin nicht lesen. Und der allerorten zu lesende Hinweis "Eltern haften für ihre Kinder" ist in dieser Absolutheit ohnehin juristischer Quatsch - und er macht auch niemanden mehr lebendig.

Wo sind potentielle Gefahren, wo müßte man absperren oder abzäunen? Wo könnte sich z. B. ein Kind einquetschen (z. B. Schiebetüren von Waggons!)? Könnte ein Kind beispielsweise in einen Abteufkübel hineinklettern oder hineinfallen und dann nicht mehr alleine hinauskommen? Wo liegen spitze Gegenstände herum? Sind da Lokomotiven, auf denen Kinder herumklettern und von denen sie abrutschen und abstürzen können? Stehen z. B. noch irgendwo Grubenfahrräder herum, auf denen Kinder erfahrungsgemäß gerne fahren - wehe wenn da eine Hand oder ein Fuß unter die Eisenräder gerät!

Lieber ein Zaun zu viel als einer zu wenig, lieber ein Vorhängeschloß mehr als eines weniger. Auch temporäre Materiallager sollten entsprechend gesichert werden, z. B. mit einem Baustellenzaun, den man abschließen kann.

Der kleine Jordan stammte aus einem in der Region beheimateten Zirkus, der gerade auf dem Grubengelände sein Zelt aufgeschlagen hatte. Er trat sogar schon in der Manege mit einer eigenen kleinen Nummer auf. In einer Zeitung war ein Photo des Kleinen zu sehen in seiner Zirkusuniform - da zerreißt es einem das Herz. Das arme kleine Kerlchen können wir nicht mehr lebendig machen, aber vielleicht können wir einem anderen Kind und seiner Familie ein ähnliches Schicksal ersparen.

Wie gesagt, es geht hier nicht in erster Linie um die strafrechtliche Schuld. Aber nichts ist schlimmer, als wenn man sich nachher sagen muß: "Hätten wir doch bloß...".

Hier zwei Presseberichte:
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/hue ... -1.6286924

http://www.bild.de/regional/koeln/unfae ... .bild.html

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