Bergbaureiseland Australien

... für den Rest, der sonst nicht passt.
Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin » Fr. 27. Nov 15 11:22

Von Kalgoorlie kann man dann weiter Richtung Adelaide fahren, der naechsten Stadt mit mehr als 15,000 Einwohnern hinter Kalgoorlie - sind nur noch 2,100km. Nicht ohne Grund gild Perth als die isolierteste Millionenstadt der Welt.

Suedlich von Kalgoorlie befindet kommt man vom Gold- ins Nickelland - die grosse Nickelhuette am Suedrand der Stadt sind weithin sichtbar. Die eigentlichen Lagerstaetten befinden sich noch etwas weiter suedlich bei Kambalda, bis dahin habe ich es aber nicht geschafft.

Richtung Norden von Kalgoorlie bleibt man in den Goldfields mit einer Vielzahl weiterer Goldgruben links und rechts des Highways. Es lohnt sich hier den Golden Quest Trail auf den Gravel Roads abseits des Highways zu folgen, vorbei an den kleinen Goldgraeberstaedtchens - oftmals ist nur noch der Friedhof uebrig, aber einige, wie Ora Banda sind noch bewohnt inklusive Pub. Dort leben auch noch viele Prospector, welche auch noch regelmaessig Nuggets finden.

Die Gegend um Kalgoorlie ist ueberraschend Waldreich und es gibt ausgedehnt Eykalyptuswaelder, nicht unbedingt was man von dieser Gegend erwartet.

Die naechste grossere Attraktion ist dann aber etwa 230km noerdlich von Kalgoorlie. Auch im Umkreis von Leonora gibt es noch mehrere aktive Goldgruben, man sollte sich aber das Museum der ehemaligen Sons of Gwalia Grube nicht entgehen lassen.

Gwalia ist die kleine Zwillingstadt von Leonora etwa 5km suedlich. Gegruendet wurde sie nach einem reichen Goldfund 1896. Die Londoner Firma Bewick, Moreing and Coy investierte in die neue Grube und schckte dazu einen jungen Bergingeneur als Grubenmanager nach Gwalia, den Amerikaner Herbert Hoover. Er blieb nur etwa ein halbes Jahr auf der Grube, aber transformierte sie in eine der ertragreichsten Goldgruben in Australien. Nicht unbeding zur Freude der Australischen Bergleute - er legte sich mit der neu gegruendeten Gewerkschaft an und verschaerfte die Arbeitsbedingungen massiv bei gleichzeitigen Lohnkuerzungen. Er holte zusaetzlich viele Italiener nach Gwalia, um die Australier weiter unter Druck zu setzen. Gleichzeitig investierte er massiv in neue Anlagen, einen neuen tonnlaegigen Foerderschacht, welche bei 45Grad Neigung letztendlich eine Endteufe von 4000ft erreichte.

Die Grube produzierte Gold bis 1963. Hoover hielt Anteile an der Grube bis zu seinem Tod, etwa ein halbes Jahr nachdem die Grube schloss. In der Zwischenzeit uebersetze er noch De Re Metallica mit seiner Frau ins Englische, wurde amerikanischer Minister fuer Kommerz, 31. Praesident der Vereinigten Staaten und hatte einen Damm nach sich benannt.

Das von Hoover entworfene Verwaltungsgebauede und sein Wohnhaus sind heute Kern des Museums. Danaben steht der grosse Foerderturm, der erste und einzige noch erhaltene dieser Art in Australien. Auch die zugehoerige Dampfmaschine steht noch. Foerderturm und Maschin befinden sich allerdings nicht mehr an ihrem eigentlichen Standort. In den 1980er Jahren wurde der Sons of Gwalia Erzkoerper wieder attraktiv und in einem grossen Tagebau nochmals abgebaut. Heute ist die Grube immer noch in Betrieb, betrieben durch die St Barbara Limited aus Perth. Allerdings im Tiefbau ueber eine Rampe.

Das Museum ist taeglich geoeffnet und der Eintritt ist kostenlos - fuer 2 Dollar kann man allerdings so eine Telfeonhoerer mieten, mit dem man an verschiedenen Punkten im Museum Ansagen bekommt - es gibt aber auch Tafeln.

Das Museum befindet sich am unmittelbaren Rand des Tagebaus und man kann gut in die Grube schauen. Angeschnitten sieht man auch die alten Grubenbaue der originalen Sons of Gwalia Grube.

Man kann sich in Hoovers Haus auch einmieten - es ist heute ein Bed und Breakfast auf dem Grubengelaende. Ich habe mir das wirklich ueberlegt, es sah sehr einladend aus. Aber 150AUD fuer das DZ war mir dann doch zu teuer. Die Einkuenfte dienen aber auch der Erhaltung des Hauses und Museums.

Der eigentliche Ort Gwalia am Fusse des Museumshuegels ist heute im wesetnliche eine Geisterstadt, aber als Museumsanhang gut gepflegt. Man bekommt einen guten Eindruck fuer die damaligen Lebensbedingungen der Bergleute in ihren primitiven Unterkuenften.

Und man fragt sich, warum taten die sich das an? Im Winter nachts unter dem Gefrietpunkt, im Sommer tagsueber uber 40Grad. Fliegen, Wassermangel, der naechste Ort hunderte km entfernt. Und die Bezahlung schlecht. Ich meine, Bergbau war damals nirgendwo ein einfache Angelegenheit und den deutschen Gruben um diese Zeit war die Arbeit sicherlich auch nicht erholsam - aber so mies waren die Bedingungen sicherlich nicht. Mir viel da auch auf, das man von deutschen Bergleuten in Australien nur wenig hoert - die Motivation, auf eine Grube in Australien zu gehen war anscheinden gering (Deutsche Auswanderer an sich gab es aber schon).

http://www.gwalia.org.au/
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Goldbattery am Stadteingang von Leonora.
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Das Gwalia Museum mit dem Hoover Haus.
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Die Zwillingsdampffoerdermaschine der Grube - sie war schon als Schrott verkauft, allerdings unterschaetzten die Schrotthaendler das Gewicht; so konnte sie gerettet werden.
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Erklaertafel zur Foerdermaschine.
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Hoovers Foerderturm.
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Der Foerderturm von hinten.
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Drahtmodell der Sons of Gwalia Grube - leider kein gutes Photo gelungen.
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Das Hoover Haus
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An diesem Tisch (ich glaube es war nicht das Original) im Hoover Haus gab es das beruehmte Gouvaneursdinner mit dem Gouvaneur von WA und 4 Goldbarren - der damaligen Monatsproduktion der Grube
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Picknick mit Aussicht - Wenn man sich ins Hoover Haus einquartiert, kann man hier am Tagebaurand fruehstuecken.
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Der juengere Tagebau auf der Sons of Gwalia Lode - ueber eine Wendel wird noch heute Erz von untertage gefoerdert.
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Pub in Gwalia
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Bergarbeiterquartiere
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Bergarbeiterhaus in Gwalia
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Fördermaschinenbauer
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Fördermaschinenbauer » Sa. 28. Nov 15 0:30

Vielen Dank - mal wieder ganz großes Kino!
Wenn's nicht so weit weg wäre würde man sich ja am liebsten gleich auf den Weg machen um das selbst mal zu erleben...

Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin » So. 29. Nov 15 7:17

Von Leonora kann man den Highway weiternach norden folgen, oder den Umweg ueber den Darlot Tourist Loop (etwa 300km volle Runde) ueber Dirt Roads durchs Outback nehmen. Der ist ganz schoen und man kommt auch an einigen Goldgruben vorbei, aber mehr auf Natur und Tiere ausgerichtet.

Darlot, nach welchem der Loop benannt ist, ist eine alter Goldgraebersiedlung von welcher nur noch Fundamente und der Friedhof uebrig sind. Daneben liegt aber eine groessere Goldgrube von der Suedafrikanischen Firma Goldfields. Am Weg kommt man man an einigen interessanten geologischen Aufschluessen vobei, unter anderem die Terraces, eine Erosionsstufe im Gelaende welche sich ueber hunderte Kilometer zieht. In der Vergangenheit war das Klima in der Gegend tropisch und es haben sich durch sich tiefe Verwitterungsprofile gebildet mit harten, widerstandsfaehigen Eisenlateritkrusten an der Oberflaeche und weichen ausgelaugten Sapprolith darunter. Die Lateritkruste schuetzte den Untergrund vor Abtrag, aber dort wo sie aufgebrochen ist bildeten sich dan Verwitterungsterassen. Im wesentlichen ist es da drausen aber flach. Hin und wieder gucken aber mal widerstandsfaehige Granite aus der Landschaft wie murmelhaufen. Diese sind die Heimat von Euros, soetwas in Richtung Kaenguruh nur anders. An so einem Granithaufen habe ich auch uebernachtet.

Suedlich von Leinster kommt man dann wieder auf den Highway. Leinster selbst ist eine Companytown und gehoert Goldfields. Man sieht, das sie nicht fuer die Ewigkeit gebaut ist und Sonntags bekommt man da nichtmal einen Kaffee.

In Leinster kann man weiter nach Norden fahren in Richtung Meekathaara oder in Richtung Mt Magnet abbiegen. Richtung Meekathara liegen dann auch die grossen Uranlagerstaetten Westaustraliens am Weg, Yeeleerie und Wiluna. Sind aber noch nicht im Abbau.

Richtung Mt Magnet bleibt man im Goldland und kommt nach Sandstone, ebenfalls ein altes Goldstaedtchen. Am Rand des Ortes gibt es wieder einen groesseren modernen Tagbau. Groesste Touristenattraktion ist die "London Bridge". ein herausgeitterter Lateritbogen. In der guten alten Zeit war das fuer die Goldgraeberfamilien ein beliebter Picknickplatz und man konnt wohl sogar mit einem Pferdefuhrwerk drueberfahren. Heute ist der Bruecke ziemlich schmal geworden und man soll sie nicht mehr betreten.

Was an den kleinen Outbackstaedtchen in WA auffaellt, ist, wie gepflegt diese sind. Obwohl dort wahrscheinlich nur ein paar dutzend Menschen leben, ist alles gepfelgt, bluehende Buesche, ein zentraler kleiner Park mit Tafeln zur Geschichte und alten Maschinen, sogar einen modernen Kinderspielsplatz. Post, Pub, Grundschule - alles sieht gut aus.

Anyway, weiter Richtung Mt Magnet - ist ebenfalls eine Bergbaustadt und ein Versorgungspunkt fuer verschiedene Punkte in der Gegend. Es gibt ein Bergbaumuseum, aber mit doofen Oeffnungszeiten. Ich war jetzt dreimal dort, und jedesmal zu. An Feiertagen und am Wochende muss man es nicht probieren.

Richtung Sueden kommt man wieder nach Perth (etwa 550km), vorbei an vielen weiteren Gruben - Gold, Eisenerz, Schwerminaralsande usw. Etwa 150km suedlich von Mt Magnet liegt Payne's Find, ebenfalls eine Goldsiedlung. Heute im wesentlichen nur noch eine Tankstelle, aber eine alte Goldbattery ist noch erhalten und ganz sehenswert.

Diese Strecke in Richtung Perth ist eine wichtige Verbindungslinie fuer die grossen Bergbauzentren der Pilbara, und man muss dahr mit viel Schwerlastverkehr rechnen. Nicht selten kommen einen hier Tieflader mit grosen Gruben SKW, Baggern und dergleichen entgegen, manchmal nehmen die beide Fahrspuren ein und man muss auf den Standstreifen ausweichen um sie vorbeizulassen.

Entspannter von Mt Magnet ist daher die Route Richtung Geraldton in Richtung Osten. Geraldton liegt am Indik und man kann von dort dem Kuestenhighway folgen - auch hier hat man Roadtrainverkehr, aber nicht ganz so schlimm wie Richtung Perth. Die Kueste am Indischen Ozean ist ziemlich beeindruckend, und man kann hier vielerorts vom (langweiligen) Highway abbiegen und direkt am Strand campieren. Alternativ kann man aber auch schon etwa 100km vor Mt Magnet nach Sueden abbiegen und den Coal Seam National Park besuchen. Dieser liegt im Wildflower Country an einem Fluss, der sich etwa 50 bis 100m in die Sedimente eingeschnitten hat - einschliesslich der namensgebenden Kohlefloeze. Diese waren die ersten Kohlefunde in Westaustralien - allerdings blieben alle Bergbauversuche erfolglos und daher ist die Gegend heute noch so erhalten.

Der Park ist vor allem zu Bluetezeit der Wildblumen sehr sehenswert, alle bedeckt mit gelben, weissen und weiteren Farben. Es gibt auch einen schoenen Buschcampingplatz unweit der alten Versuchschaechte am Fluss, und natuerlich jede Menge bunte Voegel, Kaenguruhs, Fliegen....

Ich habe da ganz alleine letzte Woche uebernachtet, war klasse. Allerdings ist die Umgebung des Park oedes Farmland wie Brandenburg - man sollte daher seinen Aufenthalt gut abstimmen, am spaeten Nachmittag ankommen, BBQ, Sonnenuntergang anschauen, uebernachten, Sonnanaufgang angucken und dann schnell weiter wieder zur Kueste oder ins Outback.

Das ist eben das generelle Problem von Perth - WA hat so viele schoene Ecken, aber es ist alles soweit weg von der Stadt, und die direkte Umgebung, mit Ausnahme der Kueste ist Oede. Sued-Australien mit Adelaide ist da wesentlich besser.

Anyway, jetzt geht es erstmal zu AC/DC, bzw accadacca wie der Australier sagt. Rock or Bust...
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Coal Seam National Park - angeschnittene Kohlefuehrende Schichten.
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Coal Seam National Park - angeschnittene Kohlefuehrende Schichten.
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Bergleute im Coal Seam National Park
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Wildblumen im Coal Seam Conservation Park
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Voegelchen
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Tafel am Johnson Schacht
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Johnson Schacht - etwa 1917
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Johnson Schacht - Coal Seam Conservation Park
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Nordoestlich von Geraldton - kleiner Eisenerztagebau im Hintergrund, wurde gerade stillgelegt und wird rekutliviert (gehoert Mt Gibson)
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Kirche eines kleinen Goldgraeberortes am Highway zwischen Mt Magnet
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Ich Bloedmann habe fuer eine Nacht da drinnen 35AUD gezahlt - aber immerhin gab es eine heisse Dusche.
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Kommt einen zwischen Perth und Mt Magnet oefter entgegen.
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Payne's Find - den kleinen Dumper fand ich niedlich.
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Altes Buero der Payne's Find Battery
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Payne's Find Gold Battery
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Goldaufbereitung in Mt Magnet
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Goldtagebau bei Mt Magnet
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Bagger - Mt Magnet
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Es werden Hinweise auf illegale Goldgraeber gesucht - aktuelles Poster.
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Postamt in Sandstone
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London Bridge bei Sandstone
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Living the dream.
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Blick von einem Granithuegel ueber das Outback.
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Der Friedhof von Darlot.
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Australische Ikone an einer Sheep Station.
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Emu - die Tafel erklaert das harte leben eines Emu Vaters.
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Die Terraces - oben die Eisenlateritkursten, darunter die ausgelaugten Grundgesteine. Das gibt es auch schoene Picknickplaetze.
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Der Filzteich des Outbacks - diente unter anderem der Wasserversorgung der Eisenbahn. Kann man auch fischen gehen und Yabbies fangen.
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Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin » Mi. 02. Dez 15 5:37

Nochmal zurueck nach Mt Magnet: wie gesagt kann man von odrt weiter nach Norden in Richtung Pilbara fahren, das naechste Bergbaustaedtchen auf dem Weg ist nach etwa 150km Cue. Man kann aber auch einen schoenen Abstecher Richtung NW machen und einer Touristenroute ueber Gravel Roads folgen. Ausgeschildert ist unter anderem der Murchison Meteoritenkrater - den habe ich aber dann nicht gefunden. Er soll aber auch relativ klein sein, nur etwa 30m im Durchmesser.

Wie auch immer, an dieser Route finden sich auch einige Abzweige zu aktiven Bergwerken und man kommt auch direkt an einer alten Tantalgrube vorbei. Reste der Aufbereitung stehen noch, auch die alter ROM Pad sieht man noch.

Der Route weiter Richtung Cue folgend kommt man auch noch einer schoenen Sheep Station mit grosser Shearing Shed vorbei.

Cue selbst ist ein netter kleiner Ort mit vielen gut erhaltenen alten Haeusern im Zentrum. Am stadtrand gibt es auc ein modernens Bergarbeitercamp (Container) fuer die aktiven Gruben in der Naehe. Weithin sichtbar im Sueden von Cue ist der Foerderturm einer weiteren alten Goldgrube. Dort sieht man auch noch die alter Verweltung - allerdings ist das Areal eingezaeunt und man kommt nicht direkt ran.

Weiter in Richtung Norden ist der naechste groessere Ort Meekathara, ebenso mit einem (nun stillgelegten) Goldtagebau am Stadtrand. Wie beschrieben fuer der Great Northern Highway, welchen man hier folgt, in die Pilbara (und dann weiter in die Kimbeleys), folglich hat man jede Menge schwere Roadtrains auf der Strecke. Ich glaube hier sind bis zu 4 Anhaenger erlaubt.

Zwischen Meekathara und Newman kommt man dann vom Yilgarn Kraton auf den Pilbara Block, wechselt also von Gold zu Eisen. Das dann im naechsten Beitrag.
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Alter Tantaltagebau.
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Die ehemalige Aufbereitung.
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Zwei alter Splitter zur Erzbeprobung der alten Tantalgrube.
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ROM pad der Tantalgrube - mit etwas Zeit finden sich vielleicht noch interessanter Minerale.
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Keilschwanzadler.
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Die alter Grubenverwaltung
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Der alter Foerderturm.
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Reste der alten Aufbereitung hinter Haldenmaterial.
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Schild ist nicht mehr aktuell.
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Blick ueber Cue - links die Containersiedlung fuer die modernen Bergleute.
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Cue Polizeistation.
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Hauptstrasse in Cue.
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Altes Gefaehrt in Cue.
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Roadtrain auf dem Weg nach Norden.
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Alter Tagebau am Stadtrand von Meekathara
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Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin » Fr. 18. Dez 15 11:58

Bevor es weiter in Eisenerzland geht, erstmal wieder zurueck nach Perth. Die Stadt hat im wesentlichen zwei Sehenswuerdigkeiten zu bieten: Die Statue fuer Bon Scott am Fischereihafen von Fremanlte und die Perth Mint, also die Muenzanstalt West Australiens.

Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Goldgraeber aus Victoria nach WA kamen und die ersten grossen Funde machten, erklaerte der Gouvaneur von West Australien alles hier gefundene Gold zum Eigentum der Kolonialregierung. Die Goldgraeber hatten daher das Problem, dass sie entweder Gafahr liefen, das man ihr gefundenes Gold konfiszierte oder sie mussten es quer durch die Wueste in die Nachbarkolonien schaffen, um es zu Geld zu machen.

Der damalige Gouverneur fragte daher im Mutterland an, ob man einen Ableger der Britischen Koeniglichen Muenzanstalt gruenden zu duerfen. Durfte er 1899, und so konnten die lokalen Goldgraeber ihre Funde nun in Westaustralien legal zu Geld machen.

Im Jahr 1970 ging die Perth Mint schliesslich von britischen Besitz in jenen des Bundestaates West Australien ueber, und 1987 uebernahm die Gold Cooperation als Staatseigenes Unternehmen die Perth Mint

1990 verlegte man die Rafinierung von Gold in eine neu errichtete Anlage am Flughafen von Perth, der alte Standort ist aber nach wie vor Hauptverwaltung, Muenzpraege- und Handelszentrum.

Man kann die Perth Mint besuchen, leider herrscht aber im Gebaeude absoluted Photographierverbot. Man kann sich hier nach herzenlust mit Gold und anderen Edelmetallprodukten eindecken, von der Goldseife ueber Sammlermuenzen bis hin zum 50oz Goldbarren fuer derzeit etwa AUD74.000. Wem Gold zu teuer ist, kann beim Silber zugreifen, hat ja heute leider keinen Wert mehr. Nur Schnaps mit Goldflittern gibt es hier keinen, ist halt Australien.

Fuer 19AUD pro Person kann man die Fuehrung mitmachen, wobei einem die Geschichte des Goldes und der Mint erklaert wird und man Gold im Wert von einigen 10er Millionen Dollar zu sehen bekommt, inklusive der groessten Goldmuenze der Welt mit 1.032kg Gewicht und einem Face Value von 1 Mio AUD - der Sammlerwert ist aber hoeher. Ebenso bekommt man den zweitgroessten noch erhaltenen Goldnugget zu sehen. Zum Schluss bekommt man als Hoehepunkt das giessen eines 6kg Goldbarrens vorgefuehrt, allein dies ist schon sehr sehenswert.

Die Mint hat 7 Tage die Woche geoeffnet, der Edelmetallhandel findet aber nur Montag bis Freitag statt.

http://www.perthmint.com.au/

http://www.perthmint.com.au/1-tonne-gold-coin.aspx
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Monument fuer Bon Scott in Fremantle.
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Haupteingang der Perth Mint mit Denkmal fuer die Goldgraeber - der Eingang hatte zwei Tueren nebeneinander - eine fuer die gehobene Gesellschaft, die Zweite fuer den einfachen Arbeiterpoebel.
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Perth Mint
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Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin » Fr. 18. Dez 15 12:58

Aber nun wieder nach Norden. Dieser Beitrag wird mehr geologisch / landschaftlich gepraegt, bevor es in die Pilbara geht. Aber ist nun mal eine weite Strecke von Perth, sonst wird es ja langweilig.

Wenn man von Perth aus der Kueste folgt, ist der erste interessante Stop (mal abgesehen von der sehr schoenen Kueste mit interessanter Vegetation) an den Pinnacles, etwa 2h noerdlich der Stadt. Das ist ein kleiner Nationalpark in der sandigen Kuestenlandschaft mit interessanten, freigelegten obeliskartigen Konkretionen. Die genaue Entstehung ist noch umstritten, aber hat moeglicherweise mit Wuerzeln von frueheren Baeumen zu tun. Auf jedenfall sieht das ganze sehr Abstrakt aus.

Etwas weiter die Kueste hinauf kommt man nach Cervantes, einen kleinen Touristen/Anglerort. In einem vom offenen Meer abgeschnittenen Salzwassersee kann man hier lebende Stromatolithen bewundern, komme ich weiter unten nochmal zu.

Ein paar hundert Kilometer weiter kommt man zum Kuestenstaedtchen Geraldton, wie bereits beschrieben kann man von hier den Abzweig in Richtung Mt Magnet nehmen. Den Highway weiter nach Norden folgend kommt man dann zum Abzweig nach Kalbarri. Der Ort selber ist nur ein kleiner Kuestenort fuer Touristen und sehr schoener Steilkueste. Dierekt daneben befindet sich der Kalbarri National Park. in dem sich der Gascoyne River tief in die jungen, Palaeozoischen Sedimente eingeschnitten hat. Man kann hier gut wandern gehen (sollte man aber nicht im Sommer machen). Teilweise abstrakte Felsformationen, so etwas wie der Grand Canyon light.

Etwa 800km noerdlich von Perth kommt man dann endlich zur Shark Bay, welche zum Unesco Weltnaturerbe gehoert. Hier sollte man unbedingt ein paar Naechte einplanen. Eigentlich sind es mehrere Buchten nebeneinander (ruihig mal bei Google Earth schauen). Es gibt viele schoene Straende, teilweise nur aus Muschelschalen bestehend. Auf diese wird auch "Bergbau" am Shell Beach betrieben, aber das ist kein Problem, es gibt genug Nachschub.

Wofuer die Shark Bay aber eigentlich am bekanntesten ist (zumindest unter Geologen), ist das grosse Vorkommen von Stromatolithen und verwandten Lebensgemeinschaften. Wer die Dinger nicht kennt - Stromatolithen sind an Kuestengewaessern lebende Bakterienkolonien, welche Dreck aus dem Wasser filtern und nach und nach knuppelige, geschichte Gebilder aufbauen. Es gibt auch andere Varianten angefangen von einfachen Bakterienmatten im direkten Strandbereich.

Warum sind die Dinger so besonders: Als die Erde noch jung war, gehoerten Stromatolithen zu den wichtigsten Lebensformen und dominierten die Flachwasserbereiche der Ozeane weltweit. Durch die beteiligten Cyaonobakterien trugen sie betraechtlich zur Freisetzung von Sauerstoff in die Atmosphaere bei und sorgten damit dafuer, das es uns heute so gibt. Und noch viel wichtiger natuerlich die grossen Eisenerzlagerstaetten des Proterozoikums - den zur Bildung dieser Vorkommen noetigen Sauerstoffs lieferten die Stromatolithen und Kollegen. Und das ist das genial hier - auf dem Weg zur Pilbara, diesem wichtigsten Eisenerzrevier der Welt, kann man heute noch de dafuer verantwortlichen Organismen lebend bewundern.

Heute sind die Stromatolithen naehmlich sehr selten geworden - sie haben viele Fressfeinde (Schnecken usw) und konnen daher nur in hypersalinaren, abgeschotteten Meeresbuchten wie been jenen an der Kueste Westaustralien ueberleben.

Und es ist faszienierend, ein guter Freund von mir studiert die Dinger in Neoproterozoischen Gesteinen im Norden Kanadas, und er meint genau das, was man hier live sieht, kann er in den hunderte Millionen Jahre alten Gesteinen des Yukons ablaufen.
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Pinnacles
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Steilkueste nahe Kalbarri
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Kalbarri National Park
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Kalbarri National Park
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Shell Beach, Shark Bay - kein Sand, alles Muscheln
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Stromatolithen bei Sonnenaufgang, Hamelin Pool, Shark Bay
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Stromatolith am Hemelin Pool, Shark Bay
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Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin » So. 20. Dez 15 11:33

Etwa 1.500km noedlich von Perth liegt an der Kueste das 15.000 EW Staedtchen Karratha, welches erst 1968 gegruendet wurde. Es sollte das Oertchen Dampier auf der nahegelegenen, gleichnamigen Halbinsel entlasten, welchen durch den neuen Eisenerzboom allmaehlich der Platz ausging.

Denn die heutige wichtigste Bergbauregion Australiens, fuer welche Karratha als Servicestation gilt, wurde erst relativ spaet in ihrer Bedeutung erkannt: die Pilbara. Erst in den 1960er Jahren fing man an, die reichen Eisenerzvorkommen der Gegend in Angriff zu nehmen. Heute kommt, abgesehen von kleineren Mengen aus Sued Australien, dem Northern Territory und dem Yilgarn Kraton, fast die gesamte Eisenerzproduktion Australiens aus dieser Gegend, derzeit etwa 600 Millionen Tonnen pro Jahr. Zum Vergleich, Schweden mit der beruehmten Grube von Kiruna foerdert etwa 23 Millionen Tonnen.

In Karratha befindet sich der zweitbetriebsamste Flughafen West Australiens mit etwa 600.000 Passagieren pro Jahr - fuer einen 15.000 EW Ort nicht schlecht. Aehnlich viel los ist auf dem Flughafen von Port Hedland, etwas weiter nordoestlich.

Direkt bei Karratha gibt es keinen Bergbau, allerdings gibt es in Dampier einen grossen Erzverladehafen, einen LNG Terminal fuer den zweiten wichtigen Rohstoff der Gegend, Erdgas (off shore) sowie grosse Eindampfbecken zur Meersalzgewinnung.

Folgt man der Kueste von Karratha nach Sueden kommt man nach etwa 40min Fahrt am Maitland River vorbei und danach an einer kleinen Huegelkette parallel zum Highway. Hier war mein erstes Bohrprojekt als Geologe, die Firma fuer welche ich gearbeitet habe bohrte hier die 3 Milliarden Jahre ale Cleaverville Formation ab, steil stehende gebaenderte Eisenerze. Anders als die grossen Lagerstaetten weiter im Landesinneren handelte es sich hierbei um Magnetiterze mit nur etwa 30% gewinnbaren Eisenanteil. Aber damals war der Eisenerzpreis noch hoch und auf Magnetitkonzentrate gibt es zudem Praemien, da sie sauberer sind.

War ein schoenes Projekt mit etwa 20 Bohrloechern (alles RC Bohrungen, also keine Kerne), hinterm Camp gab es ein nettes Wasserloch zum baden nach der Schicht (Und nur etwa 100km vor der Kueste haben die Briten 1952 ihre erste Atombombe gezuendet). Das ganze dauerte aber nur etwas ueber einen Monat, dann ging es schon weiter zu einem Projekt suedlich von Pannawonica.

Dieser Ort liegt weiter suedlich etwa 100km landeinwaerts und ist eine Company Town, welche zu Rio Tinto gehoert. Sie dient dem Betrieb der grossen Eisenerzgrube Mesa J. Interessanterweise sind die dort gewonnen Eisenerze sehr jung, aus dem Tertiaer. Damals war das Klima in der Gegend tropisch und in der sumpfigen Gegend wurden grosse Mengen Eisen von den alten Gesteinen in die Flusstaeler verfrachtet - es bildeten sich Channel Iron Deposits, doof uebesetzt Kanaleisenerze. Diese haben um die 60% Eisen und koennen praktisch direkt in einen Hochofen gefuettert werden.

Rings um diese Flusstaeler gibt es aber natuerlich auch die gebaenderten Eisenformationen der Hamersley Range, nach welchen auch mein damaliger Arbeitgeber gesucht hat. Das war ein tolles Programm, da wir oben auf einem Huegelzug mit Hilfer einer Helikopter Bohranlage gebohrt haben - das heisst ich konnte diese atemberaubende Landschaft mehrmals von oben bewundern, das war grossartig.

Vor dem Hintergrund der Gegend einschliesslich Dampier wurde vor einigen Jahren der australische Familienfilm "Red Dog" gefilmt - der kam um Weihnachten auch schon in Deutschland. Fuer diesen Hund gibt es in Dampier ein Denkmal, habe ich leider aber kein Bild von. Jedoch vom Schuhbaum, welche auch im Abspann gezeigt wird. Der steht an der Strasse nach Pannawonica.
Dateianhänge
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LNG Terminal in Dampier.
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Kunst.
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Eisenerzverladung in Dampier.
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Die Huegelkette ist die steilgestellte Eisenerzformation.
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Drei Milliarden Jahre altes Eisenerz - die schwarzen Streifen sind Magnetit.
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Grosse RC Bohranlage mit Booster und Versorgungstruck - 2000l Diesel pro Schicht
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Gebohrt wurde rund im die Uhr.
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Nach der Schicht baden im nahegelegenen Wasserloch
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Channel Iron Ore (Kanaleisenerz klingt doof)
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Soviel schoene Aussicht
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Spinnen - Begleiter im Feld ...
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... und in der Kueche
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Atemberaubende Landschaften suedlich von nahe Pannawonica
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Kleine Kernbohranlage fuer Hubschrauberbohrprogramm.
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Mehr Bohrkerne im Anflug.
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Kernfarm mit Aussicht.
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Gebaenderte Eisenerzformation - die blauen Streifen enthalten das Mineral Riebeckit, einen Natrium-Amphibol. In faseriger Form ein beliebter Asbest.
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Rio Tinto's Mesa J Tagebau.
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Erkundungscamp im nirgendwo.
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Rio Tinto's Erkundungscamp ist etwas luxurioeser.
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Abendstimmung.
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Abendstimmung am Termitenhuegel.
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Der Schuhbaum an der Strasse nach Pannawonica.
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Fördermaschinenbauer
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Fördermaschinenbauer » So. 20. Dez 15 18:34

Danke für jeden neuen tollen Bericht.
Wann kommt das alles als Buch raus? :-)

Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin » Di. 22. Dez 15 8:58

Abschliessen noch ein paar Bilder aus dem Inneren der Pilbara. Folgt man dem Highway von Karratha etwa weiter Richtung Sueden, kommt man nach etwa 300km zum Roadhouse am Ashburton River, welcher den suedlichen Teil der Pilabara entwaessert. Der Kuestenhighway ueberquert hier den Fluss, und etwa 1,200km weiter in Richtung Sueden ist man schon wieder in Perth.

Man kann von hier aus aber auch in die Pilbara abbiegen und der Eisenerzstrasse folgen, quer durch die Pilbara in Richtung Osten. Dabei kommt man durch die drei Company Towns Paraburdoo, Tom Price (beie Rio Tinto) und schliesslich am Ostrand des Eisenerzbezirkes nach Newman (BHP).

Fuer Bergbaustaedtchen im Outback sehen Paraburdoo und Tom Price ganz einladend aus, viele Familien mit Kindern unterwegs. Newman war nicht so beeindruckend.

Obwohl man durch die gut ausgebaute Infrastruktur, die vielen Eisenerzeisenbahnlinien sowie Hinweisschlider mit "Mine Site" staendig daran errinnert wird, dass man sich im Erzen eines der groessten Eisenerzreviere der Welt befindet, sieht man von den Gruben sehr wenig. Den Naturliebhaber mag das freuen, denn man kann trotz des massiven Bergbaus noch ungestoert Natur geniessen. Den Bergbauliebhaber stoerts aber, ich habe auch keinen guten Lookout gefunden, um mal in einen Tagabau zu schauen. Aber wenn man etwas mehr Zeit als ich bei meiner letzten Reise mitbringt, kann man an den Eisenbahnstrecken beeindruckene Bilder der Kilometerlangen Zuege schiessen. Mir ist leider nur eines bei Regen am Bahnuebergang gelungen, aber das naechste Mal...

Mitten in der Pilbara liegt zwischen Tom Price (benannt nach einem der Geologen, die den Bergbau Anfang der 1960er Jahre durch ihre Arbeit in Gang gebracht haben) und Newman liegt der Karajini Nationalpark, einer der groessten Australiens. Hier kann man spektakulaere Natur mit toefen schluchten bewundern, welche sich tief in die Eisenerzformationen einschneiden. Leider hatten wir nur einen halben Tag hier, aber man kann hier getrost einige verbringen und wandern und der gleichen gehen.

In Newman kann man dann wieder in Richtung Sueden abbiegen und kommt ueber Meekathara und Cue wieder nach Mt Magnet. Oder aber nach Norden Richtung Marble Bar, einen der beruehmten alten (vor Eisen) Bergbaustaetchen der Region mit interessanter Geologie und allerlei seltenen Rohstoffen. Bis dahin habe ich es noch nicht geschafft, das bleibt dann fuer einen zukuenftigen Eintrag vorbehalten...
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Der Ashburton River - kein Tailingsdammbruch, nur viel Regen in den verangegangenen Wochen - im Hintergrund Mt Alexander mit der gleichnamigen Wolframlagerstaette
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Highway vom Ashburton Roadhouse Richtung Paraburdoo
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Kunst in Paraburdoo
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Gebaendertes Eisenerz aus Paraburdoo
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Hinter diesen Huegeln liegt der Eisenerztagebau von Rio Tintos Paraburdoo Operation
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Rio Tinto's Erzaufbereitung von Tom Price
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Der Abendhimmel bei Tom Price.
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Eisenerzzug - wie man sieht, regnet es auch manchmal in der Gegend.
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Eisenerz und kein Ende
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Dales Gorge im Karijini Nationalpark - Namensgeber fuer die Dales Gorge Eisenerzformation
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Intern verfaltete gebaenderte Eisenformation im Dales Gorge
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Schwarzkopfpython im Karajini Nationalpark
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Die billigste Art des Reisens in Australien - besonders in der Pilbara
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Selbst hinfahren - los!
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