Bergbaureiseland Australien

... für den Rest, der sonst nicht passt.
Geomartin
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Bergbaureiseland Australien

Beitrag von Geomartin »

Halo,

in den letzten Jahren bin ich nun einiges auf dem Australischen Kontinent herumgekommen, unter anderem an vielen Sehenswuerdigkeiten fuer Bergbaufreunde. Und so haben sich auch einige Bilder angesammelt, die vielleicht auf Interesse stossen. Im Moment faellt der Australische Dollar ja, was Australien als Reiseland fuer Europaeer wieder um einiges attraktiver macht. Wer also mit dm Gedanken spielt, Australien zu besuchen, wird hier vielleicht ein paar Anregungen finden.

Der beste Ausgangspunkt fuer eine Australienreise ist die beste Capital City des Landes, Adelaide. Benannt nach Koenigin Adelaide (vormal Adelheid von Sachsen-Meiningen) hat die Stadt und ihr Umland viel zu bieten, und nach Sydney und Melbourne ist es nicht weit, falls man da wirklich hin will. Ausserdem ist Adelaide der Geburtsort des Australischen Bergbaus mit dem Blei-Silber Bergwerken von Glen-Osmond am Stadtrand der Metropole.

Beginnen sollte man seinen Besuch bei PIRSA (sowas wie LfULG und Oberbergamt in einem). An der Rezeption des Dienstes gibt es fuer relativ wenig Geld Karten, Broschueren, Buecher zu den bergbaulichen Sehenswuerdigkeiten und deren Geologie sowie Minerale (nicht nur Glitzerit sondern interessante Sachen aus der Region) zu kaufen. In der Innenstadt sind weiterhin lohnend ein Besuch im Museum of South Australia (kostenfreier Eintritt) mit Ausstellungen zur Geschichte, Kultur, Natur und Geologie es Bundesstaates. Nebenan ist die University of Adelaide, welche ebenso eine kleine Mineraliensammlung beherbergt. Diese ist nicht sonderlich umwerfend wenn man Freiberg gewohnt ist, aber hat dafuer ein schoenes Stueck Arsenopyrite von Hohenstein, Saxony.
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In Glen Osmond fand der erste untertaegige Erzbergbau Australiens satt. Die ab 1842 ausgebeutete Lagerstaette (Galenit-Baryt-Quarz Gaenge in Neoproterozoischen Sedimenten) produzierte rund 2.000t Blei und Silber.
In Glen Osmond fand der erste untertaegige Erzbergbau Australiens satt. Die ab 1842 ausgebeutete Lagerstaette (Galenit-Baryt-Quarz Gaenge in Neoproterozoischen Sedimenten) produzierte rund 2.000t Blei und Silber.
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Bis vor einigen Jahren waren die Stolln fuer Besucher offen, aber aus Sicherheitsbedenken wurde die Stolln geschlossen. Ich wollte sie gerne mit einem Geologen von PIRSA, der dort frueher Fuehrungen durchgefuehrt hat, befahren, aber der City Council sagte nein. Wenn mal Geld fuer die Sicherung da ist, sollen sie wieder geoeffnet werden. Also nie.
Bis vor einigen Jahren waren die Stolln fuer Besucher offen, aber aus Sicherheitsbedenken wurde die Stolln geschlossen. Ich wollte sie gerne mit einem Geologen von PIRSA, der dort frueher Fuehrungen durchgefuehrt hat, befahren, aber der City Council sagte nein. Wenn mal Geld fuer die Sicherung da ist, sollen sie wieder geoeffnet werden. Also nie.
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Adelaide vom etwa 750m hohen Hausberg Mt Lofty. Die Gruben von Glen Osmond liegen am Fuss der Huegel im Vordergrund.
Adelaide vom etwa 750m hohen Hausberg Mt Lofty. Die Gruben von Glen Osmond liegen am Fuss der Huegel im Vordergrund.
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Hohensteiner Arsenopyrit in Adelaide.
Hohensteiner Arsenopyrit in Adelaide.
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Zuletzt geändert von Geomartin am Di. 22. Dez 15 9:30, insgesamt 3-mal geändert.
Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin »

Als naechstes springe ich ueber die Grenze zu New South Wales nach Broken Hill, einer der bedeutenden Lagerstaetten des Landes. Broken Hill liegt nur etwa 550km von Adelaide entfernt und ist schnell innerhalb einer von 6 Stunden zu erreichen. Per Flugzeug ist es nur etwa eine Stunde von Adelaide.

Die Lagerstaette ist eine der groessten Metallanhaeufungen (nicht-Eisenerze) auf der Erde und ist Geburtsort des groessten Bergbaukonzernes der Welt, BHP (Broken Hill Propetories, the "Big Fella"). Sie beinhaltet etwa 10 mal soviel Erz wie der Rammelsberg. Das ist aber nur das heute gewinnbare Erz, sie ist umgeben von einem hochprozentigen Halo aus Zink und Blei, welche in den Mineralen Gahnit und Feldspat gebunden. Als sich die Lagerstaette bildete, war nicht genuegend Schwefel da um die Buntmetalle in Sulphiden zu binden, so das der grosste Teil des Blei und Zinks nicht gewinnbar ist. Die Line of Lodes ist der boomergangfoermigen Haupterzkoerper mit einer Laenge von 7km und bis zu mehreren hundert Metern Breite. Heute gibt es zwei aktive Bergwerke, Perilya's South Mine (in chinesischer Hand) und CBH's erst neu in Betrieb gegangen Rasp Mine (geheort einem japanischen Unternehmen). Etwas ausserhalb gibt es noch ein kleines untertaegiges Bleibergwerk im Familienbetrieb mit einer in Eigenarbeit gebauten Flotation aus Teilen aus dem Bau- und Gartenfachhandel.

Einfahren kann man als Besucher leider nicht mehr. Der ehemelagige Besucherschacht wurde von CBH wieder als Wetterschacht benoetigt und untertaegige entsprechend umgebaut. Dennoch gibt es noch viel zu sehen, die Stadt selbst sieht noch so aus wie vor 100 Jahren. Jeder Foerderturmfetischist kommt auf seine Kosten mit unzaehligen erhaltenen Tuermen aus Holz und Stahl. Es gibt jedemenge Schilder in der Stadt welche verschiedene Bergbauhistorische Sehenswuerdigkeiten sowie die Geologie sehr gut erlaeutern. In der Stadt gibt es ein Bergbaumuseum (5AUD Eintritt), wobei der Name irrefuehrend ist. Es hat eine kleine aber exzellente Ausstellung zu Geologie und Mineralogie die wirklich sehr sehenswert ist, zu Bergbau und Aufbereitung finden sich aber nur wenige Tafeln und Exponate.

Noerdlich von Broken Hill befindet sich der kleine alter Bergbauort Silverton, bekannt aus Mad Max. Kurz vorher ist der Abzweig zur Daydream Mine, einem kleinem Besucherbergwerk auf einer Blei Silber Lagerstaette, die mit dem grossen Erzkoerper nichts zu tun hat. Hier kann man noch einfahren, ueber Treppen geht es hinab zu den Abbauen aus den 1880er Jahren. Fuehrungen kosten 30AUD, nicht unbedingt billig im Vergleich was man dafuer im Erzgebirge geboten bekaeme. Das Erzehlte beschraenkte sich bei meinem Besuch auf die Harte Arbeit der Bergleute mit wenige Details zu Bergbaumethodik und Geologie, war aber dennoch sehenswert. Und wo wurden die Erze der Daydream Mine verarbeitet?: In Freiberg.
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Das Zentrum von Broken Hill. Die rechtwinklig angelegten Strassen wurden meist nach Mineralen oder Elementen benannt.
Das Zentrum von Broken Hill. Die rechtwinklig angelegten Strassen wurden meist nach Mineralen oder Elementen benannt.
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Das ehemalige Besucherbergwerk in Broken Hill, nun wieder Wetterschacht.
Das ehemalige Besucherbergwerk in Broken Hill, nun wieder Wetterschacht.
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Ein alter Schacht der Junction Mine mit der in Bau befindlichen Aufbereitung der neuen Rasp Mine im Hintergrund.
Ein alter Schacht der Junction Mine mit der in Bau befindlichen Aufbereitung der neuen Rasp Mine im Hintergrund.
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Eine Anschlagtafel aus Broken Hill.
Eine Anschlagtafel aus Broken Hill.
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Foerdertuerme auf der Line of Lodes.
Foerdertuerme auf der Line of Lodes.
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500ft unter diesen Wagen wurden um 3 Uhr morgens am 8. Oktober 1902 die beiden jungen Bergleute Thomas Jordan (19) und Leopold Campbell verschuettet. Ihre Koerper liegen immer noch dort, sie wurden nicht geborgen.
500ft unter diesen Wagen wurden um 3 Uhr morgens am 8. Oktober 1902 die beiden jungen Bergleute Thomas Jordan (19) und Leopold Campbell verschuettet. Ihre Koerper liegen immer noch dort, sie wurden nicht geborgen.
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Das Miners Memorial ueber Broken Hill. Eine der beindruckensten Denkmale/Gedenkstaetten fuer Bergleute die ich bis jetzt gesehen habe.
Das Miners Memorial ueber Broken Hill. Eine der beindruckensten Denkmale/Gedenkstaetten fuer Bergleute die ich bis jetzt gesehen habe.
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Der erste Eintrag stammt ist von 1884:<br />Bourman, William H., 37, BHP Central Mine, Bleivergiftung <br />Der letzte Eintrag stammt von 2007, Symonds, Jason Mark, 30, Perilya South Mine, Unfall mit einem ferngesteuerten Lader
Der erste Eintrag stammt ist von 1884:
Bourman, William H., 37, BHP Central Mine, Bleivergiftung
Der letzte Eintrag stammt von 2007, Symonds, Jason Mark, 30, Perilya South Mine, Unfall mit einem ferngesteuerten Lader
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Die Daydream Mine in Silverton. Hier das Huthaus, dann gingen mir die Batterien der Kamera aus. Es war sehr gut besucht, sogar ein Baby war mit untertage.
Die Daydream Mine in Silverton. Hier das Huthaus, dann gingen mir die Batterien der Kamera aus. Es war sehr gut besucht, sogar ein Baby war mit untertage.
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Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin »

Nach Broken Hill nun wieder in die unmittelbare Umgebung von Adelaide. Mitte des 19. Jahrhunderts war die Kolonie South Australia fast pleite und stand zum Verkauf an New South Wales. Doch das aenderte sich schnell, nachdem zwei Viehtreiber bei Kapunda reiche Kupfererze auf ihren Feldern fanden. Die Entdeckung machten sie 1842, hielten sie zunaechst geheim und kauften das Land fuer 80 Pfund 1843. Kurz darauf wurde die Ortschaft Kapunda gegruendet und entwickelte sich schnell durch den Bergbau. Die Stadt ist der erste bedeutende Bergbaustandort Australiens und legte den Grundstein fuer die Entwicklung South Australias zum wichtigsten Kupferproduzenten im Britischen Empire in der 2. Haelfte des 19. Jahrhunderts. Die reichen Kupfererze standen in stark zersetzten Neoproterozoischen Gesteinen an der Oberflaeche an wurde zuerst untertaegig, spaeter im Tagebau gewonnen. Der Bergbau dauerte aber wie so oft nur ein paar Jahre, insgesamt wurden rund 14.000t Kupfer in Kapunda gewonnen.

Kapunda ist verkehrsguenstig gelegen, nur etwa 1,5 Stunden Fahrt noerdlich von Adelaide.zwischen den Weingebieten des Barossa Valley und dem Clare Valley. Nachbarort is Freeling, vielleicht bekannt durch die Serie McLeods Toechter. Heute fuehrt um den ehemaligen Tagebau ein gut ausgeschilderter Rundweg und es sind Bergbauruinen und alte Schaechte zu sehen. In der Stadt gibt es ein Heimat- und Bergbaumuseum mit Bergbauutensilien und Mineralen der Lagerstaette. Auch bekommt man noch Cornish Pasties in der Baeckerei, die alte Bergmannsmahlzeit (gefuehlter Blaetterteig mit Felisch-Gemuesefuellung auf einer Seite und Apfelfuellung am Ende - Hauptmahlzeit und Nachspeise in einem). Am Ortseingang gruesst einen Map The Miner, einer grosse Bergmannsstatue welche vor einigen Jahren gestiftet wurde.

Wenige Jahre spaeter wurde die Lagerstaette Burra Burra entdeckt. Sie liegt am Barrier Highway etwa 3 Stunden von Adelaide entfernt und man kommt auf dem Weg von Adelaide nach Broken Hill hindurch. Burra ist sicherlich eine der schoensten historischen Staedte Australiens mit ihren heute rund 5.000 Einwohnern. Gegruendet wurde die Stadt nach dem fund der grossen Kupferlagerstaette, welche in mehreren Etappen rund 180.000 Kupfer lieferte. Es gibt mehrere Stadtteile, da die ehemaligen Bergleute nach Herkunft wohnten, also einen fuer die Bergleute aus Cornwall, einen fuer die Waliser usw.. Die Monster Mine liegt in den Huegeln neben dem Stadtkern und es gibt mehrere gut beschilderte Aussichtsplattformen. Um den Tagebau gibt es mehrere Maschinenhaeuser und Ruinen der ehemaligen Aufbereitung. Man kann sich in der Touristeninformation fuer eine Gebuehr (nicht billig, ich glaube mindestens 25 AUD pro Person) einen Schluessel und eine Broschuere holen und sich selbst in den Tagebau, eines der Maschinenhaeuser sowie einigen anderen historischen Plaetzen einlassen. Ebenso gibt es ein kleines Bergbau- und Heimatmuseum. Wer kostenguenstig uebernachten will und es rustikal mag, dem seien die beiden alten Hotels im Zentrum empfohlen. Ich bin da schon mehrere Male abgestiegen, jedesmal interessant.
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Map the Miner am Ortseingang von Kapunda.
Map the Miner am Ortseingang von Kapunda.
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Im alten Tagebau von Kapunda.
Im alten Tagebau von Kapunda.
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Vom Tagebau angeschnittene Grubenbaue.
Vom Tagebau angeschnittene Grubenbaue.
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Das Bergbauareal von Kapunda
Das Bergbauareal von Kapunda
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Historische Ansicht der Erzgrube in Kapunda
Historische Ansicht der Erzgrube in Kapunda
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Das Zentrum von Burra mit vielen gut erhaltenen historischen Haeusern
Das Zentrum von Burra mit vielen gut erhaltenen historischen Haeusern
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Blick nach Burra von der Grube
Blick nach Burra von der Grube
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Die Monster Pit in Burra mit Maschinenhaeusern im typischen Stil der Bergingenieure aus Cornwall
Die Monster Pit in Burra mit Maschinenhaeusern im typischen Stil der Bergingenieure aus Cornwall
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Die beiden gut erhaltenen Maschinenhaeuser am Rande der Monster Pit in Burra
Die beiden gut erhaltenen Maschinenhaeuser am Rande der Monster Pit in Burra
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Der alte Ore Dressing Tower, Teil der Aufbereitung in Burra
Der alte Ore Dressing Tower, Teil der Aufbereitung in Burra
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Blick ueber den Standort der alten Aufbereitung zu einem der Grubenschornsteine in Burra
Blick ueber den Standort der alten Aufbereitung zu einem der Grubenschornsteine in Burra
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von MichaP »

klasse! herzlichen dank für's zeigen und beschreiben.
Glück auf!

Michael
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Deistergeist
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Deistergeist »

Herzlichen Dank!


Glückauf! Thomas
Durch des Stollen weite Länge,
Durch das Labyrinth der Gänge
Wandern wir den sichern Weg.
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markscheider
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von markscheider »

Klasse Bilder! Das macht tatsächlich Lust...
Fördermaschinenbauer
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Fördermaschinenbauer »

Einfach toll!
Wenn es nur nicht so weit weg wäre...
Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin »

Nach dem ganzen Buntemetallen mal zum Gold. Auch die erste Goldgrube Australiens gab es natuerlich am Stadtrand von Adelaide in Montacute. Diese produzierte aber nur etwa 10Unzen, ich war selber auch nie da und weiss nicht ob es da noch etwas zu sehen gibt. Aber in den folgenden Jahren hat man eine ganze Reihe von Goldfeldern in den Adelaide Hills und anderen Suedaustralischen Lokalitaeten entdeckt. So bedeutend wie in Victoria und spaeter Western Australia war der Goldbergbau in South Australia aber nie, nichtsdestoweniger interessant.
Ein kleines nettes Goldfeld gibt es gleich ausserhalb von Burra.Wenn man von der Stadt nicht dem Barrier Highway nach Yunta bzw Broken Hill folgt, sondern erst kurz Richtung Renmark (Osten) faehrt und dort auf die Dirt Road Richtung Yunta, kommt man nach kurzer Zeit ueber eine Huegelkette, wo man schon spannendes erlebt. Innerhalb von 5km aendert sich die Vegation dramitsch. Waehrend rund um Burra noch Farmland mit Weizenfeldern vorherrscht, faehrt man ueber die Huegel und landet im typischen Outback mit Salzbuschwiesen und knorpeligen Eukalyptusbaeumen. Vorbei kommt man auch am Redbanks Conservation Park, wo man gut Zelten kann. Parallel zu den Huegeln fuehrt die Mongolata Road nach Norden und man sieht am Hang die vielen kleinen Gruben des Mongolata Goldfeldes. Entdeckt wurde es auch durch einen Viehtreiber, Henry Byles, 1930. Kurz darauf wurde eine staatlicher Battery errichtet und bis 1954 produzierte das Feld rund 11.000 Unzen Gold, rund 350kg. Nicht viel, aber das Feld war beruehmt fuer seine grossen Nuggets, der groesste hatte rund 6kg Gewicht. Gewonnen wurde das Gold aus Quarz-Eisentsteingaengen in einer grossen Linse aus Neoproterozoischen Sandstein, alluviales Gold gab es interessanterweise kaum.
Verschiedene Firmen haben sich spaeter an dem Feld versucht, aber keine konnte eine Resource basteln. Kleine Reicherzzonen wechseln sich mit groesseren Gebieten ohne bauwuerdiges Erz ab.
Auf dem zentralen Teil des Feldes gibt es noch zwei aktive private Mining Leases, auch wenn es keinen Abbau mehr gibt. Ein lokaler Goldgraeber war bis vor einigen Jahrne noch aktiv und fuehrte auch Besucher durch die Byles Mine, die wichtigste Grube. Er verkaufte das ganze dann vor einigen Jahren an eine Firma, mit deren Geologen war ich dort zweimal untertage. Die einzelnen Gruben sind nicht sehr gross, kleine Stollen und Schaechte, pi mal Daumen angelegt. Leider gibt es fuer Touristen keine Moeglichkeit zum Besuch mehr, aber allen die Gegend laedt zum vorbeifahren ein.

PS.:Sorry, ich habe mal wieder die Bilder in der falschen Reihenfolge eingstellt, also von unten nach oben gucken und lesen. Ausserdem habe ich zwei Bilder leider doppelt verkleiner, ich hoffe man erkennts trotzdem.
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Sehr grobkristalliner Quarz und Limonit.
Sehr grobkristalliner Quarz und Limonit.
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Ein kleiner Schacht von unten.
Ein kleiner Schacht von unten.
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In einem kleinen Stolln etwas suedlich von Byles.
In einem kleinen Stolln etwas suedlich von Byles.
goldenharp.jpg (18.26 KiB) 10392 mal betrachtet
Ein Blindschacht zu den tieferen Sohlen der Grube.
Ein Blindschacht zu den tieferen Sohlen der Grube.
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Untertage in Byles Mine, betrieben irgendwann ziwschen 1930 und 1954.
Untertage in Byles Mine, betrieben irgendwann ziwschen 1930 und 1954.
byles.jpg (18.38 KiB) 10392 mal betrachtet
Als Entschaedigung fand ich am naechsten Tag, guenstigerweise mein Geburtstag, ein weiteres Steuck mit reichlich Blattgold. Und huebsche Bluemchen gabs auch. Und 1000 Fliegen und einen sehr kraeftigen Sonnenbrand.
Als Entschaedigung fand ich am naechsten Tag, guenstigerweise mein Geburtstag, ein weiteres Steuck mit reichlich Blattgold. Und huebsche Bluemchen gabs auch. Und 1000 Fliegen und einen sehr kraeftigen Sonnenbrand.
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... dieses Stueckchen. Der Golddraht ist etwa 2mm gross. Beim vorsichtigen Saubermachen zuhause ist er aber leider im Abfluss verschwunden.
... dieses Stueckchen. Der Golddraht ist etwa 2mm gross. Beim vorsichtigen Saubermachen zuhause ist er aber leider im Abfluss verschwunden.
mongolata-gold.jpg (196.84 KiB) 10392 mal betrachtet
Ein juenger Schuerfversuch, unterhalb stand noch ein Kompressorwagen un rostete vor sich hin. Hier fand ich...
Ein juenger Schuerfversuch, unterhalb stand noch ein Kompressorwagen un rostete vor sich hin. Hier fand ich...
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Das Goldfeld in suedlicher Richtung photographiert. Der rau herausgewitterte Sandstein enthaelt die Golderzgaenge, in den Siltsteinen im Liegenden und Hangenden vertauben sie.
Das Goldfeld in suedlicher Richtung photographiert. Der rau herausgewitterte Sandstein enthaelt die Golderzgaenge, in den Siltsteinen im Liegenden und Hangenden vertauben sie.
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Der zentrale Teil des Goldfeldes.
Der zentrale Teil des Goldfeldes.
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Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin »

Nach Kapunda und Burra war die naechste bedeutende Kupferlagerstaette, welche die Positions South Australias als die Kupferkammer des britischen Empires festigte, jene von Moonta und Kadina. Die Ortschaften liegen etwa 200km noerdlich von Adelaide am Nordende der York Peninsula. Moonta liegt direkt an der Kueste, sicherlich einer der Pluspunkte gegenueber Broken Hill. Der Bergbau war um einiges umfangreicher als jener in Burra und die hiesigen waren die ersten in Australien, welche mehr als 1 Million Pfund Dividende an ihre Anteilseigner ausschuettteten. Der Bergbau erreichte Ende des 19. Jahrhunderts an die 1000m Teufe und bis in die 1920er Jahre wurden mehrere 100.000 t Kupfer gewonnen. Zwischen Moonta und Kadina wurde im Oertchen Walleroo eine grosse Huette errichtet, zu ihrer Zeit die groesste auf der Suedhalbkugel der Erde.

In Moonta gibt es viele gut erhaltene Bergbaugebaeude, Museen und gut beschilderte Bergbaulehrpfade. Vom ehemaligen Bahnhof faehrt eine kleine Touristenbahn zum alten Tailingsdamm. Ein Besucherbergwerk gab es einmal, aber es wurde aus Sicherheitsgruenden geschlossen. Kein Geld fuer die Instandhaltung. Auch in Kadina am Standort der grossen Walleroo Mines gibt es noch einiges zu sehen, aber nicht so gut erhalten und ausgeschildert wie in Moonta. Ein Pfad fuehrt ueber das ehemalige Grubengelaende, dessen Reste zum grossen Teil ueberwachsen sind. So schoene Erklaerungstafeln wie in Moonta gibt es leider nicht.
In Walleroo ist von der einst grossen Huette ausser einem Schornsteinrest auf einem Brachgelaende nichts geblieben. Interessant war aber, das die Vorfahren des freundlichen aelteren Herren im dortigen See- und Heimatmuseums aus Clausthal-Zellerfeld stammten.

Die Lagerstaetten von Moonta und Kadina sind deutlich aelter als jene von Burra und Kapunda. Sie befinden sich auf dem Gawler Kraton in Gesteinen aus dem Palaeoproterozoikums und gerhaeuren nach juenger Klassifikation zur Gruppe der Eisenoxid-Kupfer-Gold Lagerstaetten (IronOxide-Copper Gold - IOCG, wie der Englaender sagt). Etwas weiter suedlich auf der Halbinsel hat die Firma Rex Minerals erst 2008 eine neue solche Lagerstaette gefunden, sie hat derzeit eine Resource von 330 Mio t Erz bei einem Gehalt von 0.6% Kupfer und 0.14g/t Gold.
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Keine Ahnung ob das damals gemacht wurde, aber die Moeglichkeit nach der Schicht nochmal schnell ins Meer zu springen war in Moonta gegeben.
Keine Ahnung ob das damals gemacht wurde, aber die Moeglichkeit nach der Schicht nochmal schnell ins Meer zu springen war in Moonta gegeben.
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Das ehemalige Besucherbergwerk von Moonta (hier 2006) ist nun schon einige Zeit geschlossen, da es kein Geld fuer Sicherungsmassnahmen gibt.
Das ehemalige Besucherbergwerk von Moonta (hier 2006) ist nun schon einige Zeit geschlossen, da es kein Geld fuer Sicherungsmassnahmen gibt.
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Die alte Bahnstation in Moonta ist heute die Touristeninformation des Ortes.
Die alte Bahnstation in Moonta ist heute die Touristeninformation des Ortes.
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Mit dem Baehnle gehts zum alten Tailingsdamm.
Mit dem Baehnle gehts zum alten Tailingsdamm.
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Australische Bimmelbahn.
Australische Bimmelbahn.
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Erhaltens Maschinen- und Boilerhaus des Hughes Schachtes.
Erhaltens Maschinen- und Boilerhaus des Hughes Schachtes.
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Elders Lode, einer der Erzkoerper der in Moonta abgebaut wurde.
Elders Lode, einer der Erzkoerper der in Moonta abgebaut wurde.
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Schautafel zum Hughes Schacht in Moonta
Schautafel zum Hughes Schacht in Moonta
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Ein altes Maschinenhaus der Walleroo Mines in Kadina.
Ein altes Maschinenhaus der Walleroo Mines in Kadina.
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Fundament eines ehemaligen Grubengebaeudes der Walleroo Mines in Kadina
Fundament eines ehemaligen Grubengebaeudes der Walleroo Mines in Kadina
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Das ehemalige Insitute of Mining in Kadina
Das ehemalige Insitute of Mining in Kadina
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Oft zu sehen: Stumpy Tails
Oft zu sehen: Stumpy Tails
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Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin »

Wenn man die Reise von Moonta nach Norden fortsetzt, kommt man vorbei an Snowtown und Port Pirie schliesslich Nach Pt Augusta. In Pt Pirie steht die grosse Bleihuette welche zur Verarbeitung der Erze aus Broken Hill errichtet wurde. Sie ist noch heute in Betrieb, nur Erze aus Broken Hill werden hier nicht mehr verhuettet, die gehen als Konzentrate direkt nach Uebersee. Durch die Huette gibt es Fuerhungen fuer Besucher, aber habe ich selbst noch nicht dran teilgenommen. In Port Augusta steht das groesste Kraftwerk South Australias, welches mit Braunkohle aus dem 300km entfernten Leigh Creek befeuert wird. Es wird gerade fleissig um den anstehenden Ersatz diskutiert, Solarthermie liegt wohl gut im Rennen. In Port Augusta sollte man gut einkaufen gehen, denn hier gibt es, wenn man nach Westen oder Norden weiterreist, das letzte grosse Einkaufszentrum.
Von Port Augusta sind es nach Westen nur noch etwa 2000km bis Perth, nach Norden auf den Sturt Highway geht es weiter nach Darwin, etwa die gleiche Entfernung. Nicht weit suedlich von Pt Augusta auf der Eyre Peninsula liegen die Palaeoprtoerozoischen Eisenerzlagerstaetten der Middlebackranges. In Whyalla gibt es ein rund 100 Jahre altes Stahlwerk, welches von OneSteel betrieben wird. Urspruenglich entwickelt wurde die Lagerstaette von BHP mit den Gewinnen aus Broken Hill als die erste grosse Eisenerzgrube Australiens.
Faehrt man also nach Norden weiter kommt man nach etwa 200km nach Woomera. Die kleine Gemeinde war lange Zeit geschlossene Stadt, denn von hier us wurde die Woomera Test Range betrieben, das groesste militaerische Tesgelaende ausserhalb des ehemaligen Ostblocks. Es beeckt noch heute einen grossen Teil des Zentrums von South Australie. Hier wurden/werden britische Kernwaffen, europaeische Traegerraketen und allerlei Lenkwaffen und Munition getestet. Von Woomera kann man entweder weiter Richtung Darwin fahren und kommt nach weiteren 300km nach Coober Pedy, der beruehmten Opalstadt, oder man biegt nach Norden ab und faehrt nach Roxby Downs.
Roxby Downs ist eine Retortenstadt und gehoert BHP Billiton. Sie wurde in den 1980er Jahren errichet fuer das entstehende Bergwerk Olympic Dam, der groessten Erzlagerstaette auf dem australischen Kontinent. Fuer Olympic Dam kann man zur Beschreibung eigentlich nur superlatve verwenden, habe ich glaube ich hier schonmal gemacht. Ueber 8 Milliarden Tonnen Erz mit 0.8% Kupfer, 280g/t Uran, dazu noch Silber und Gold. Hoehergradige Bereiche werden derzeit untertage abgebaut bis in rund 850m Teufe und aus etwa 10 Millionen Tonnen Erz gewinnt man pro Jahr fast 200.000t Elektrolytkupfer, 3.500t Uran, 100.000Unzen Gold und fast 1 Mio Unzen Silber. BHP plannte eine Expansion der Grube in Rahmen eines 30 Milliarden Dollar teuren Programmes, dies wurde sogar schon von Staat South Australia genehmigt mit eigenem Gesetz, aber dann sagte BHP das ganze ab, man wolle billigere alternativen pruefen. BHP steht damit nicht allein, innerhalb des letzten Jahres wurden in Australien Bergbauprojekte im Wert von mindesten 100 Milliarden AUD gestrichen oder aufgeschoben.
Problem fuer Olympic Dam im Gegensatz zu den aehnlich grossen Kupferlagerstaetten in den Anden ist, das sie unter 300m Deckgebirge liegt, und die muesste man fuer einen Tagebau erstmal beiseite schaffen.
Wer Olympic Dam besuchen moechte, kann im Besucherzentrum von Roxby Downs Bustouren durch die Aufbereitung buchen. Man sollte sich allerdings rechtzeitig um Uebernachtungsmoeglichkeiten kuemmern, die sind in Roxby Downs naehmlich knapp. Woomera bzw das 30km entferne Andamooka bieten sich an. Andamooka ist die zweite Sehenswuerdigkeit neben Olympic Dam. Die kleine Opalgraeberstadt ist das krasse Kontrastprogramm zu Roxby Downs, wildester Kleinbergbau um eine Ansiedlung aus Blechhuetten. Meines Wissens gibt es hier auch ein Untergrundhotel, war ich selbst aber noch nicht.
Wenn man von Roxby Downs nicht sofort in die Zivilisation zurueck will, sollte man um Olympic Dam herum auf der Borefield Road nach Norden fahren. Die gute Dirt Road fuehrt durch das wunderschoene Outback zum Oodnadatta Track, auf welchen man entweder nach Westen wieder zum Sturt Highway kommt und weiter nach Alice Springs und Darwin reisen kann, oder nach Osten nach Marlee. Von Marlee kommt man nach Sueden in die Flinders Ranges, dazu gibts dann spaeter Bilder.
Dateianhänge
RD1, das Entdeckungsloch aus dem Jahr 1975. Man suchte eigentlich sedimentaere Kupferlagerstaetten wie jene von Mt Gunson im Deckgebirge - und das erste Loch wiederlegte das Suchmodell gleich komplett und man fand Kupfererze, wo man sie eigentlich nicht wollte. Die ersten Loecher waren allerdings durch die grosse Teufe nicht vielversprechend. Erst das letzte Loch des initialen Bohrprogrammes bevor man aufgeben wollte, RD10, wiess nach, das man etwas wirklich grosses gefunden hatte. Der erste Schacht der Lagerstaette wurde nach Herrn Whenan benannt, jener Bohrmeister welcher RD1 abteufte.
RD1, das Entdeckungsloch aus dem Jahr 1975. Man suchte eigentlich sedimentaere Kupferlagerstaetten wie jene von Mt Gunson im Deckgebirge - und das erste Loch wiederlegte das Suchmodell gleich komplett und man fand Kupfererze, wo man sie eigentlich nicht wollte. Die ersten Loecher waren allerdings durch die grosse Teufe nicht vielversprechend. Erst das letzte Loch des initialen Bohrprogrammes bevor man aufgeben wollte, RD10, wiess nach, das man etwas wirklich grosses gefunden hatte. Der erste Schacht der Lagerstaette wurde nach Herrn Whenan benannt, jener Bohrmeister welcher RD1 abteufte.
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Ich war bisher 4 mal in Roxby Downs, 3 mal zum Besuch der Grube. 2 mal gab es Regen, einmal 42 Grad im Schatten und einmal einen gewaltigen Staubsturm wie im Bild zu sehen (war jener, welcher 2009 Sydney rot einfaerbte).
Ich war bisher 4 mal in Roxby Downs, 3 mal zum Besuch der Grube. 2 mal gab es Regen, einmal 42 Grad im Schatten und einmal einen gewaltigen Staubsturm wie im Bild zu sehen (war jener, welcher 2009 Sydney rot einfaerbte).
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Roxby Downs aus dem Flieger. Die Stadt wurde nur fuer das Bergwerk Olympic Dam errichtet. Bennant ist sie nach der Roxby Downs Viehfarm, auf deren Gelaende die Lagerstaette gefunden wurde. Olympic Dam selbst ist nach einen kleinen Wasserdamm benannt, welchen der Farmer 1956 anlegte. Da gerade die Sommerspiele in Melbourne stattfanden, nannte er ihn Olympic Dam.
Roxby Downs aus dem Flieger. Die Stadt wurde nur fuer das Bergwerk Olympic Dam errichtet. Bennant ist sie nach der Roxby Downs Viehfarm, auf deren Gelaende die Lagerstaette gefunden wurde. Olympic Dam selbst ist nach einen kleinen Wasserdamm benannt, welchen der Farmer 1956 anlegte. Da gerade die Sommerspiele in Melbourne stattfanden, nannte er ihn Olympic Dam.
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Gesamtansicht der Grube, Aufbereitung und Huette aus dem Flieger. Nach den urspruenglichen Erweiterungsplaenen waere der gesamte rechte Teil bald Tagebau und der Flughafen unter Halden verschwunden. <br />Was aber beim heutigen Tiefbau auffaellt: Es gibt keine Halden. Alles was gefoerdert wird geht in die Aufbereitung (die gewaltigen Tailingsbecken befinden sich links ausserhalb des Bildes. Dafuer gehoert zu Olympic Dam auch der groesste Steinbruch Australiens - fuer Versatz. Im Hintergrund sieht man die Borefield Road nach Norden verschwinden.
Gesamtansicht der Grube, Aufbereitung und Huette aus dem Flieger. Nach den urspruenglichen Erweiterungsplaenen waere der gesamte rechte Teil bald Tagebau und der Flughafen unter Halden verschwunden.
Was aber beim heutigen Tiefbau auffaellt: Es gibt keine Halden. Alles was gefoerdert wird geht in die Aufbereitung (die gewaltigen Tailingsbecken befinden sich links ausserhalb des Bildes. Dafuer gehoert zu Olympic Dam auch der groesste Steinbruch Australiens - fuer Versatz. Im Hintergrund sieht man die Borefield Road nach Norden verschwinden.
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Panorama der Aufbereitung und Huette. Rechts der Robinson und Clark Schacht. Robinson ist der Hauptfoerderschacht, ueber ihn wird 75% der Foerderung abgewickelt. 2010 krachte ein Skip ins Foerdergeruest und er fiel fuer mehrere Monate aus.
Panorama der Aufbereitung und Huette. Rechts der Robinson und Clark Schacht. Robinson ist der Hauptfoerderschacht, ueber ihn wird 75% der Foerderung abgewickelt. 2010 krachte ein Skip ins Foerdergeruest und er fiel fuer mehrere Monate aus.
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Noch ein Panorama. Im Vordergrund der Whenan Schacht, ueber diesen wurde ab 1982 die Lagerstaette untertaegig erkundet und erschlossen. Die Produktion wurde 1988 aufgenommen und dann schrittweise erweitert.
Noch ein Panorama. Im Vordergrund der Whenan Schacht, ueber diesen wurde ab 1982 die Lagerstaette untertaegig erkundet und erschlossen. Die Produktion wurde 1988 aufgenommen und dann schrittweise erweitert.
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Der Whenan Schacht. Man sieht das Foerderband zur Aufbereitungsanlage im Hintergrund. Dort sieht man auch die beiden Foerdertuerme des Clark und Robinson Schachtes.<br />Ohne Schachthaus sehen die Australischen Schaechte so ungewohnt nackt aus.
Der Whenan Schacht. Man sieht das Foerderband zur Aufbereitungsanlage im Hintergrund. Dort sieht man auch die beiden Foerdertuerme des Clark und Robinson Schachtes.
Ohne Schachthaus sehen die Australischen Schaechte so ungewohnt nackt aus.
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Nochmal der Whenan Schacht in Nahaufnahme.
Nochmal der Whenan Schacht in Nahaufnahme.
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Kerne soweit das Auge reicht.
Kerne soweit das Auge reicht.
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Die Diskordanz (Grenze) zwischen dem Neoproterozoischen Deckgebirge (etwa 700 Mio Jahre) und dem Erzkoerper (1.58 Milliarden Jahre) in 300m Teufe. Der Erzkoerper wurde waehrend des Neoproterozoikums von riesigen Gletschern abgehobelt, das beste fehlt also. Leider mit Spritzbeton verunstaltet.
Die Diskordanz (Grenze) zwischen dem Neoproterozoischen Deckgebirge (etwa 700 Mio Jahre) und dem Erzkoerper (1.58 Milliarden Jahre) in 300m Teufe. Der Erzkoerper wurde waehrend des Neoproterozoikums von riesigen Gletschern abgehobelt, das beste fehlt also. Leider mit Spritzbeton verunstaltet.
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Ein Konglomerat vulkanischen Ursprungs untertage.
Ein Konglomerat vulkanischen Ursprungs untertage.
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Reicherz: Innen gelber Chalcopyrit (Kupferkies) umrandet von Bornit (Buntkupferkies) in Haematit.
Reicherz: Innen gelber Chalcopyrit (Kupferkies) umrandet von Bornit (Buntkupferkies) in Haematit.
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Das blaeulich-scheinende Mineral in der Haematitbrekkzie ist Bornit.
Das blaeulich-scheinende Mineral in der Haematitbrekkzie ist Bornit.
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Keine Ooide, auch wenns so aussieht.
Keine Ooide, auch wenns so aussieht.
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Stadt und Grubenfeld in einem: Andamooka.
Stadt und Grubenfeld in einem: Andamooka.
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Bergbautechnik in Andamooka.
Bergbautechnik in Andamooka.
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Hinweistafel am Abzweig zur Borefield Road.
Hinweistafel am Abzweig zur Borefield Road.
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Auf der Borefield Road noerdlich von Olympic Dam. Atemberaubend schoenes Nichts.
Auf der Borefield Road noerdlich von Olympic Dam. Atemberaubend schoenes Nichts.
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Fördermaschinenbauer
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Fördermaschinenbauer »

Viele Dank für den mal wieder tollen Bericht!

Nur eine kleine Korrektur zu Olympic Dam: Der Hauptförderschacht ist der Clark Shaft.

Gruß
Carsten
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin »

Fördermaschinenbauer hat geschrieben:Viele Dank für den mal wieder tollen Bericht!

Nur eine kleine Korrektur zu Olympic Dam: Der Hauptförderschacht ist der Clark Shaft.

Gruß
Carsten
Stimmt natuerlich, danke. Die Anlage ist von Euch, oder? Als Geologen sind wir zu den beiden Schaechten in der Mitte nicht hingekommen, wie sind immer ueber die Rampe ein- und ueber den Whenan Schacht ausgefahren.
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Fördermaschinenbauer »

Ja die Anlage stammt von Mitte der 90er.
Das Projekt wurde damals auf jeden Fall von den Kollegen noch unter GHH angefangen bevor sie zu uns zur SIEMAG kamen. Ich glaube die Fertigstellung war dann schon nach der Übernahme. Müsste ich genauer aber auch nachschauen.

Gruß
Carsten
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markscheider
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von markscheider »

Welcher Maschinentyp ist da verbaut?
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Fördermaschinenbauer »

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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von markscheider »

Danke!
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin »

Es wird mal wieder Zeit fuer ein paar neue Bilder. Wenn man also von Roxby Downs nach Norden faehrt und dann links abbiegt kommt man nach einigen Stunden nach Maree. Die Dirt Roads nach Maree sind in guten schuss, und wenn man nicht aufpasst, hat man schnell mehr als hundert auf dem Tacho stehen. Man sollte sich allerdings doch auf 80km/h beschraenken, und wenn man mit einem 4WD faehrt immer im 4WD Modus fahren. Denn die Haftungs ist in den wenigen Kurven eben doch auf dirt roads nicht so gut wie auf Asphalt, und wenn sie nur etwas Regen gesehen haben verwandeln sich die vorher Beton-harten Strassen in Schmierseife.
Beste Reisezeit fuer Australien ist ohnehin der Fruehling, also etwa August bis Anfang Dezember. Da kann es durchaus noch Regen geben und Strassen sind koennen ausgespuelt sein. Falls es ein regenreicher Winter war, dann blueht das Outback in bunter Pracht und ist weit davon entfernt, eine leblose Einoede zu sein. Die Winter an sich sind zu kalt (im Inland sind Naechte unter dem Gefrierpunkt keine Seltenheit, und richtige Haeuser sind in Australien eine Seltenheit. Der Sommer (Dezember bis Maerz) ist heiss und voller Fliegen. Der Herbst ist dann wieder angenehm, aber das Land schaut dann ziemlich ausgetrocknet aus.
Maree ist ein ehemaliges Eisenbahnoertchen an der alten Ghan, der historischen Schmalspurverbindung von Adelaide nach Alice Springs. Diese wurde 1980 stillgelegt und heute gibt es eine durchgehende Normalspurstrecke von Adelaide nach Darwin (die neue Ghan) durch das Zentrum Sued Australiens. Maree lebt heute hauptsaechlich von den durchkommenden Touristen. Es gibt ein typisches Outback Hotel sowie eine Tankstelle mit Laden fuer das Notwendigste. Sprit kostet etwa 50cent mehr pro Liter als in Adelaide.
Von Maree kann man entweder nach Norden weiter ins Rote Zentrum fahren, oder nach Sueden in die Flinders Ranges, wo man schliesslich wieder in Port Augusta endet. Man hat dann den grossen Lake Torrens umrundet, einen der gewaltigen Salz-Tonseen Sued Australiens. Fahert man also nach Sueden, kommt man vorbei an dem verlassen Geisterstaedtchen Farina schliesslich nach Leigh Creek, der Energiequelle Sued Australiens. Hier wird seit der Jahrhundertwende Braunkohle gewonnen, heute etwa 3 Mio t pro Jahr. Diese wird mittels Eisenbahn ins 300km entfernte Pt Augusta gebracht und dort verstromt. Der Bergbau soll etwa 2020 enden, bis dahin muss sich Sued Australien was neues einfallen lassen. Es gibt in Leigh Creek einen Aussichtspunkt von welchen man in einem der Tagebau schauen kann. Dort gibt es auch mehre gute Tafeln zum Abbau und zur Geologie sowie eine alte Dragline und einen aufgebockten Mine Truck.
Suedlich der Tagebaulandschaft kommt man dann in die kleine Ortschaft Copley. Da gibt es nicht viel, ich glaube einen Zeltplatz sowie eine Werkstatt. Von der sollte man sich aber fernhalten, der Typ ist ein Abzocker. Von Copley geht dann die erste Strasse nach Osten hinein in die Flinders Ranges, hierueber kommt man nach Arkaroola (130km) oder dann weiter nach Yunta am Barrier Highway (400km). Nach Arkaroola gehts im naechsten Beitrag.
5km suedlich von Copley liegt dann das Retortenstaedtchen Leigh Creek, die alter Ortschaft musste den Tagebauen weichen und so errichtete man in den 1980ern Jahren diesen Ort fuer die Grubenbelegschaft. Es ist nicht sehr gross, aber man findet hier die wichtigsten Annehmlichkeiten wie Tankstelle, Post und Supermarkt. Letzter hat aber dummerweise Sonntags zu, das sollte man bei den Reisen hier drausen mit einplanen.
Der nun asphaltierte Highway fuehrt dann weiter nach Sueden parallel zur Range Front der Flinders Ranges und dem Verlauf der Eisenbahn. Naechste Halt ist das Roadhaus Beltana. Von hier kann man abbiegen und die verlassene Grubenortschaft Beltana besuchen, welche etwa 10km abseits des Highways liegt. In der Umgebung von Beltana wurde Blei und Zink gewonnen. Die Zinkgewinnung endete erst vor wenigen Jahren und von einem Lookout am Highway sieht man die Halden in der Ferne. An der Grube selber war ich noch nicht, das steht aber noch auf der Liste da es eine der ungewohenlichen und damit sehr selten nicht-sulfidischen Zinklagerstaetten ist. Der Erzkoerper ist zwar sehr klein, aber hatte sehr hohe Zinkgehalte. Das Erz bestand vor allem aus Zinksilikaten wie Willemit.
Auf der anderen seite des Highways von Beltana ausgesehen geht es ebenfalls in eine Bergbauliche Gegend, die dem Leser von Bill Bryson's "Eine kurze Geschichte von fast Allem" bekannt vorkommen sollte. An der Beligrube Ediacara entdeckte der australische Geologe Reg Sprigg die beruehmten Fossilien (Ediacara Fauna), welche vor etwa 600Millionen Jahren die Flachmeere bevoelkerten. Sehr schone Stufen davon gibt es im Museum von Sued Australien in Adelaide. mit ihnen hat man den neuesten Zeitabschnitt der geologischen Zeittafel vor dem Kambrium definiert, das "Ediacarian". Leider darf man ohne Erlaubnis nicht zur Fundstelle, diese steht verstaendlicherweise unter
speziellen Schutz.
Weiter entlang des Highways kommt man dann nach Paralchina. Das einzige was es in diesem Ort noch gibt ist ein beruehmt-beruechtigtes Restaurant, welches sich auf australisches Wild spezialisiert hat. Also Kaenguruh, Kamel, Emu etc.. Das Essen soll wirklich sehr gut sein, nur der Wirt ist wohl etwas verrueckt und treibt seine Gaeste bei der Vorbeifahrt des Kohlezuges aus dem Haus.
Wenn man in Paralchina nach Osten vom Highway abbiegt kommt man wieder in die Flinders. Die Strecke ist von spektakulaerer Schoenheit und man gelangt schliesslich nach Blinman, dem hoechstgelegenen Ort Sued Australiens.
Blinman ist wieder ein alter Kupferbergbauort. In der zweiten Haelfte des 19.Jh wurden hier etwa 9000t Kupfer aus einem kleinen Brekkzienerzkoerper in Palaeoproterozoischen Sedimenten gewonnen. Es wurde auch von England schwere Technik fuer die Huette rangeschafft per Schiff und schliesslich die letzten 300km von Port Augusta per Ochsenkarren, aber als diese schlieslich ankam war das Erz schon fast alle. Mineralogisch interessant ist das reichliche vorkommen von Atacamit, einem Kupferchlorid. Sammeln darf man aber auf dem alten Grubengelaende nicht. Die Grube ist die grosse Touristenattraktion des Ortes. Ueber das ehemalige Bergbaugelaende fuerht ein sehr gut beschilderter Rundweg, es gibt noch Reste der alten Bergwerksgebaeude sowie Boiler, eine Schlackenhalde und man kann von oben in die Grube hinensehen. Diese kann man auch ueber einen etwa 20m langen Stolln begehen, die Fuehrung ist aber wieder nicht billig, wenn ich mich recht entsinne etwa 25AUD pro Person, wobei man von oben auch fast alles sieht bzw hoert.
Von Blinman kann man dann durch den Flinders Ranges National Park nach Sueden fahren. An der Strecke wird bzw wurde Bergbau auf Schwerspat betrieben. Ob die beiden Gruben Dunba und Oraparinna noch in Betrieb sind, da bin ich mir nicht sicher. Vor wenigen Jahren waren sie es zumindest noch.
Im Flinders Ranges NP gibt es keinen Bergbau, dafuer viele Geologische und Landschaftliche Hoehepunkte. Man kann die Flinders wieder entlang des Brachina Gorges kreuzen, ein 4WD Track mit sehr interessanter Geologie. Er ist direkt als geologischer Lehrpfad ausgelegt und man findet entlang der Strecke Schilder zu den Formationen, welche man passiert. Es gibt auch Stromatolithen aus dem Neoproterozoikum. Entlang des Gorges kann man auch wild campen, man sollte sich vorher natuerlich ueber das Wetter informieren. Fluesse schwellen hier schnell an.
Das grosse Aushaengeschild des Nationalparkes ist natuerlich Wilpena Pound im Sueden des Parkes, eine gewaltige Doppelfalte welche heute eine rund 10km lange Mulde formt. Hier gibt es eine Resort mit Besucherzentrum und viele gute Wanderwege gehen ab. Hier kreuzt auch der Heysen Trail, ein Fernwanderweg welcher von der Suedspitze der Fleurieu Halbinsel bis in den Norden der Flinders fuehrt. Benannt ist er nach Hans Heysen, dem beruehmtesten Maler Sued Australiens, urspruenglich aus Brandenburg. Er hat dann in Hahndorf bei Adelaide gewohnt, wo sein ehemaliges Wohnhaus heute ein Museum ist. Eine Bergkette in den Flinders ist ebenfalls nach ihm benannt, die Heysen Range.
Dateianhänge
Abendstimmung auf dem Weg von Olympic Dam nach Marree.
Abendstimmung auf dem Weg von Olympic Dam nach Marree.
P2230216.jpg (81.25 KiB) 10001 mal betrachtet
Marree. Erinnert etwas an Doerfer in Brandenburg.
Marree. Erinnert etwas an Doerfer in Brandenburg.
P2240270.jpg (91.6 KiB) 10001 mal betrachtet
Eine Lok der alten Ghan.
Eine Lok der alten Ghan.
P2240275.jpg (122.02 KiB) 10001 mal betrachtet
Willkommen in Farina.
Willkommen in Farina.
P2240284.jpg (126.88 KiB) 10001 mal betrachtet
Bis 1960 haben in Farina tatsaechlich Menschen gewohnt.
Bis 1960 haben in Farina tatsaechlich Menschen gewohnt.
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Blick in einen der Tagebaue. Dieser wurde aber offenbar 2008 nicht genutzt.
Blick in einen der Tagebaue. Dieser wurde aber offenbar 2008 nicht genutzt.
leigh creek pit.jpg (72.87 KiB) 10001 mal betrachtet
Schnitt durch die Grube.
Schnitt durch die Grube.
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Ein alter Haul Truck in Leigh Creek.
Ein alter Haul Truck in Leigh Creek.
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Eine alte Dragline am Aussichtspunkt von Leigh Creek.
Eine alte Dragline am Aussichtspunkt von Leigh Creek.
P2240317.jpg (130.09 KiB) 10001 mal betrachtet
Die Halden der nicht-sulphidischen Zinkgrube Beltana im Hintergrund.
Die Halden der nicht-sulphidischen Zinkgrube Beltana im Hintergrund.
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Ein leerer Kohlezug auf dem Weg nach Leigh Creek.
Ein leerer Kohlezug auf dem Weg nach Leigh Creek.
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Drachenechse bei Beltana.
Drachenechse bei Beltana.
P2240338.jpg (70.04 KiB) 10001 mal betrachtet
Der Bergbaurundweg auf der Grube in Blinman ist sehr gut betafelt.
Der Bergbaurundweg auf der Grube in Blinman ist sehr gut betafelt.
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Blick in den Besucherstollen durchs Gitter. Den teuren Eintritt habe ich mir gespart, der Stollen fuehrt 30m bis zum Abbau, und da kann man von oben reingucken (siehe naechstes Bild).
Blick in den Besucherstollen durchs Gitter. Den teuren Eintritt habe ich mir gespart, der Stollen fuehrt 30m bis zum Abbau, und da kann man von oben reingucken (siehe naechstes Bild).
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Ein Blick in die Grube von Blinman. Der Erzkoerper war nicht sonderlich gross. Im Hintergrund sieht man die Ortschaft.
Ein Blick in die Grube von Blinman. Der Erzkoerper war nicht sonderlich gross. Im Hintergrund sieht man die Ortschaft.
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Die Schlackehalde an der Grube in Blinman.
Die Schlackehalde an der Grube in Blinman.
PA020112.jpg (184.18 KiB) 10001 mal betrachtet
Atacamit auf dem ausstreichenden Erzkoerper in Blinman.
Atacamit auf dem ausstreichenden Erzkoerper in Blinman.
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Die Chace Range im Abendlicht.
Die Chace Range im Abendlicht.
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Wilpena Pound aus der Ferne. Im Vordergrund ist ein schoenes Modell der grossen Doppelfalte. Die Heysen Range ist die Verlaengerung von Wilpena Pount nach Nordwesten.
Wilpena Pound aus der Ferne. Im Vordergrund ist ein schoenes Modell der grossen Doppelfalte. Die Heysen Range ist die Verlaengerung von Wilpena Pount nach Nordwesten.
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Auf Mary's Peak, der hoechsten Spitze der Flinders mit 1.172m Gut sieht man das herumbiegen der grossen Falte, welche Wilpena Pound ausmacht.
Auf Mary's Peak, der hoechsten Spitze der Flinders mit 1.172m Gut sieht man das herumbiegen der grossen Falte, welche Wilpena Pound ausmacht.
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Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin »

Und weiter geht die Reise: Wenn man in Copley nicht auf dem Highway nach Sueden weiterfaehrt, sondern die Strasse nach Osten nimmt, kommt man in den noerdlichen Teil der Flinders Ranges. Gleich am Weg unweit von Copley kommt man an einigen kleinen Kupfergruben vorbei, deren Halden gruen gefaerbt sind. Nach 100 km von Copley kann man dann entweder nach Sueden abbiegen und gelangt nach 270km wieder auf den Barrier Highway in Yunta, man kann weiter nach Osten fahren zum Dreilaendereck SA-NSW-NT oder 30km nach Norden nach Arkaroola, einem der lohnenswertesten Ziele Australiens was Landschaft, Natur, Geologie und Bergbau angeht.
Arkaroola ist eine alte Sheep Station, welche vor einigen Jahrzehnten von Reg Sprigg, einem der beruehmtesten Geologen Australiens (Entdecker der Ediacara Fossilien) uebernommen wurde und zu einer Eco-lodge ausgebaut wurde. Arkaroola wird heute von seinen beiden Kindern, Doug und Marg (ebenfalls Geologen) betrieben. In Arkaroola gibt es von guenstigen Camping (inklusive einiger Wildcampingplaetze), Motelartigen Zimmern bis hin zu voll ausgestatten Cabins jede Art von Unterkunft. Dazu gibt es ein Restaurant, kleinen Laden, Pool, Werkstatt, Tankstelle sowie mehrere Sternwarten.
Hauptattraktion ist aber wie gesagt die Natur. Vom Camp gehen mehrere Wanderwege und Gelaendewagenrouten. Letzte kann man teilweise selber fahren (Gelaendewagen vorrausgesetzt) oder auf gefuehrten Touren mitmachen. Letztere sind nicht ganz preiswert, aber jden dollar wert. Die beruehmteste dieser gefuehrten Touren ist die 4 Stunden lange Ridgetop Tour, welche ueber teilweise extreme Steigungen quer durch die Berge der alten Sheep Station zum Sillers Lookout fuerht, von welchen man einen spektakulaeren Blick auf das Frome Becken hat.
Die Geologie besteht aus einem Palaeoproterozoischen Block mit Graniten und Metamorphiten, welcher von verfalteten Neoproterozoischen Sedimenten umgeben ist, welche in juengster Vergangenheit ueber das Frome Becken gehoben wurden.
Die alten Granite sind sehr reich an Uran und Thorium, also heiss. Vor etwa 440 Ma Jahren bildeten sich Haematitbrekkzien, welche Uran aus den Graniten umlagerten und weiter anreicherten. Waherend des juengeren Tertiaers, als die alten Gesteine herausgehoben wurden, sorgten Verwitterungsloesungen fuer ein weiteres anreichern des Urans in den Brekkzien, und es bildeten sich reiche Zonen mit Torbernit. Die ersten Betreiber der Sheep Station fanden diese Zonen, schickten Proben unter anderen an die Curies in Frankreich und bekamen bestaetigt, das es sich um ein Uranminerale handelt. Douglas Mawson, der bedeutenste Australische Geologe gruendete daher mit den lokalen Besitzern eine Bergbaugesellschaft, um die Vorkommen auszubeuten. Ab etwa 1910 wurden die Torbernitreichen Erze in mehreren kleinen Gruben gewonnen und mittels Kamelen nach Pt Pirie verschifft, wo schliesslich Radium daraus gewonnen wurde. Es war das zweite Uranrevier Australiens (etwa 1906 begann der Uran(Radium-)bergbau in Radium Hill, etwa halbe Strecke ziwschen Yunta und Broken Hill). Die Gewinnung von Radiumerzen dauerte aber nur wenige Jahre. Waehrend des 2. Weltkrieges gab es intensive Erkundungsarbeiten auf Uran, aber eine Gewinnung fand nicht statt. Bis etwa 2011 erkundete eine australische Firma auf Uran und konnte Resourcen von etwa 30.000t U3O8 in den Haemtatitbrekkzien mit einem Gehalt von etwa 0.06% U3O8 nachweisen. Allerdings stellte dann die suedaustralische Regierung das Gebiet von Arkaroola auf starken oeffentlichen Druck hin unter Schutz, und es gibt nun ein komplettes Verbot fuer die Erkundung und Gewinnung von Rohstoffen in dem Gebiet.
Allerdings machte die Umlagerung von Uran nicht an den Grenzen von Arkaroola halt, und grosse Mengen werden bis heute von den verwitternden Graniten in das Frome Becken eingetragen. Am Nordrand des Beckens, unmittelbar an der Rangefront gibt es so mehrere grosse Uranlagerstaetten in den jungen Sedimenten des Beckens. Beverley wurde schon 1968 entdeckt, aber erst seit 2002 ausgebeutet mittels in-situ-Laugung. Diese Art von Urangewinnung gab es ja auch in Nordboehmen. Sicherlich der Alptraum eines jeden Foerdermaschinenbauers. Die Lagerstaette wird von Heathgate Resources betrieben, welche zu 100% zu General Atomics aus den USA gehoert. Interessanterweise gibt es im Sueden des Frome Beckens ebenfalls mehrere kleine Uranlagerstaetten, unter anderem die seit 2011 betriebene Honeymoon Urangrube. Diese gehoert zum kanadischen Unternehmen Uranium One, welches seit ein paar Jahren zu ARMZ gehoert, dem Russischen Uranriesen. Amerikaner und Russen foerdern hier also nebeneinander, vor 25 Jahren auch noch nicht vorstellbar gewesen.
Nur wenige Kilometer von Beverley, direkt am Rand zu den Bergen, liegt die erst 2005 entdeckte Uranlagerstaette Four Mile. Diese gehoert ebenfalls zu 75% Heathgate, aber es gab lange rechtliche Auseinandersetzungen mit dem Juniorpartner, welche die Inbetriebnahme herauszoergerte. Der kleine Partner will einen eigenstaendigen ISL Betrieb, waehrend Heathgate die Aufbereitung von Beverley nutzen will, welche genug Kapazitaet hat. Wie der aktuelle Stand ist weiss ich aber momentan nicht. Auf jedenfall sind es etwa 30.000t U3O8 mit 0.5% und es wurden seitdem einige neue Erzkoerper im Nordosten von Beverley gefunden.
Neben Uran gibt es in und um Arkaroola noch eine grosse Vielzahl kleiner Schuerfe und Gruben auf Kupfer, Gold, Korund,Turmalin und vieles mehr. Einen Grossteil dieser Gruben kann man entlang der Wege besichtigen. Bei Interesse kann man sich auch gefuehrte Touren abseits des normalen Programms in Arkaroola zusammenstellen lassen.
Neben Bergbau und Geologie gibt es natuerlich eine grossartige Tier- und Pflanzenwelt, die man sachkundig erklaert bekommt. Und den absolut dunklen Sternenhimmel nicht zu vergessen. Wenn man nach Australien reisst, sollte man auf jedenfall Arkaroola mitnehmen, das lohnt sich fuer die gesamte Familie, egal ob Bergbauinteressiert oder nicht.
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Kleine Kupferschuerfe unweit Copley.
Kleine Kupferschuerfe unweit Copley.
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Arkaroola Village.
Arkaroola Village.
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Reste einer kleinen Kupferschmelze unweit von Arkaroola Village.
Reste einer kleinen Kupferschmelze unweit von Arkaroola Village.
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An den Pinnacles: Ein grosser Pegmatit im Abendlicht.
An den Pinnacles: Ein grosser Pegmatit im Abendlicht.
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800 Millionen Jahre alte Wellen (-rippel) eines Flachmeeres.
800 Millionen Jahre alte Wellen (-rippel) eines Flachmeeres.
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Eine Golden Orb Spider. Davon gibt es in Arkaroola zur richtigen Jahreszeit reichlich.
Eine Golden Orb Spider. Davon gibt es in Arkaroola zur richtigen Jahreszeit reichlich.
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Grube 6 war das bedeutenste Uran (eigentlich Radium) Bergwerk in Arkaroola.
Grube 6 war das bedeutenste Uran (eigentlich Radium) Bergwerk in Arkaroola.
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Ein Blick in die Grube.
Ein Blick in die Grube.
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Blick in einen ausgeerzten Bereich der Grube 6.
Blick in einen ausgeerzten Bereich der Grube 6.
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Eine der Uranreichen Brekkzien an der Grube 6.
Eine der Uranreichen Brekkzien an der Grube 6.
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Ein alter Schacht an der Grube 6.
Ein alter Schacht an der Grube 6.
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Mt Gee - Um diesen Gipfel gibt es mehrere Uranreiche Eisenoxidbrekkzien.
Mt Gee - Um diesen Gipfel gibt es mehrere Uranreiche Eisenoxidbrekkzien.
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Blick vom Sillers Lookout zur Beverley Urangrube.
Blick vom Sillers Lookout zur Beverley Urangrube.
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Sillers Lookout mit dem Frome Becken im Hintergrund.
Sillers Lookout mit dem Frome Becken im Hintergrund.
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Schieb alt auf neu - eine schoen angeschnittene Stoerung auf dem Weg zu den Paralana Hotsprings.
Schieb alt auf neu - eine schoen angeschnittene Stoerung auf dem Weg zu den Paralana Hotsprings.
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Paralana Hotsprings - Radon-reiche hydrothermale Waesser treten hier aus den alten Graniten an die Oberflaeche.
Paralana Hotsprings - Radon-reiche hydrothermale Waesser treten hier aus den alten Graniten an die Oberflaeche.
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Im Vordergrund Uranreiche alte Palaeoproterozoische Granite, im Hintergund das junge Uranrevier des noerdlichen Frome Beckens.
Im Vordergrund Uranreiche alte Palaeoproterozoische Granite, im Hintergund das junge Uranrevier des noerdlichen Frome Beckens.
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Eine Palaeo-Rollfront im Querschnitt.
Eine Palaeo-Rollfront im Querschnitt.
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Erzfoerderung.
Erzfoerderung.
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Ein modernes Erzbergwerk in Produktion
Ein modernes Erzbergwerk in Produktion
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Aufbereitung mit 1,500t pa U3O8 Kapazitaet. Aber mehr als 650t pa sind es in den letzten Jahren nicht geworden.
Aufbereitung mit 1,500t pa U3O8 Kapazitaet. Aber mehr als 650t pa sind es in den letzten Jahren nicht geworden.
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Gelber Kuchen.
Gelber Kuchen.
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Ab geht die gelbe Fracht...
Ab geht die gelbe Fracht...
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Strebpanzer
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Strebpanzer »

vielen Dank für die Bilder und die ausführliche Erläuterung dazu! War sehr informativ!

GA
cb
Fördermaschinenbauer
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Fördermaschinenbauer »

Geomartin hat geschrieben: Diese Art von Urangewinnung gab es ja auch in Nordboehmen. Sicherlich der Alptraum eines jeden Foerdermaschinenbauers.
Iiiih, pfui. Genau :-)
Genau wie das "solution mining" im Salz.
Wobei ich mir letzteres ehrlich gesagt so richtig auch nur in bestimmten Regionen vorstellen kann wie ja z.B. in Potash bei Moab/Utah betrieben, wo man die Salzlösung nur in große offene mit Folie ausgekleidete Becken leiten muß und Sonne (über 300 Sonnentage im Jahr) und Luft (durchschnittlich nur 5% relative Luftfeuchtigkeit über das ganze Jahr) den Rest der Arbeit kostenlos und von selbst erledigen.
Auch wenn es K&S ja jetzt z.B. in Saskatchewan ebenfalls anwenden will.

Zu Alpträumen reicht das aber so noch nicht :-)

Gruß
Carsten
Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin »

Weiter geht es. Faehert man von Arkaroola nach Sueden auf der 300km langen Strecke nach Yunta, kommt man unter anderem am Waukaringa Goldfeld vorbei. Besser gesagt, man faehrt direkt drueber. Schwer vorzustellen das es hier mal eine richtige Ortschaft inklusive Schule, Post etc gab. Waukaringa war das grosste Hartgesteinsgoldfeld im Osten Sued-Australiens und produzierte rund 50,000 Unzen Ende des 19Jh. Spaeter gab es neue Erkundungsversuche und die alten Tailings wurden nocheinmal gelaugt. Noch heute befindet sich die Lagerstaette auf einer aktiven Bergbaulizenz, auch wenn nichts mehr weiter passiert. Interessanterweise liegt das Waukaringa geologisch in exakt der gleichen Position wie das 150km entfernte Mongolata Goldfeld. In diesem Gebiet im Osten Sued-Australiens gibt es noch eine Vielzahl weiterer Goldfelder (allvial und Hartgestein), so Teetulpa, Baratta, Manna Hill, Wadnaminga und weitere.
Etwas weiter suedlich von Waukaringa triftt die gut ausgebaute Dirt Road dann auf den Barrier Highway in Yunta. Yunta besteht im wesentlichen aus zwei Tankstellen. An der BP ist das Steak Sandwich ganz gut, von den Chicken Wings sollte man sich fernhalten.
Von Yunta kann man dann entweder weiter nach Osten fahren und kommt nach Broken Hill, oder wieder nach Adelaide. Faehrt man Richtung Adelaide, kommt man in der kleinen Ortschaft Oodla Wirra beim Fruchtfliegeninspektor vorbei. Die Einfuhr frischen Obst und Gemueses nach South Australia ist naemlich verboten und es gibt hohe Strafen bei Zuwiderhandlungen. Das heisst man sollte vor Oodla Wirra alles aufessen.
Etwa 10km noerdlich von Oodla Wirra liegt das kleine Mt Grainger Goldfeld. Um dorthin zu gelangen braucht man aber schon einen richtigen Gelaendewagen. Das Goldfeld, welches etwa 4,000 Unzen produzierte, ist auch noch unter aktiven Bergbaulizenzen aufgeteilt. Als ich dort war, habe ich auch noch einen alten Schuerfer getroffen, der dort mit seinem 1950er Ford Pick Up Truck und Spitzhacke gerade zu gange war Er lebt dort in einem alten Wohnwagen, wirklich wie man es aus Filmen kennt. Er war aber sehr freundlich und hat nicht seine Schrottflinte gezogen.
Faehrt man von Yunta aber nochmals Richtung Broken Hill, kommt man aus dem Neoprteorzoikum (also den Gesteinen welche die Goldfelder von Waukaringa und Mt Grainger enthalten) in den Palaeoproterozoischen Olary Block. Bennant ist dieser nach der kleinen Ortschaft Olary am Barrier Highway, als ich zuletzt dort eingekehrt bin hatte Olary noch 4 Einwohner, davon betrieben 3 das Pub an der Strasse. Richtung Sueden kommt man nach Radium Hill (habe ich es leider noch nicht hingeschafft), Richtung Norden in den Olary Block hinein. Dort gibt es eine grosse Vielzahl kleiner Erzgruben auf Gold, Kupfer, Cobalt, Feldspat und Baryt. Etwa 50km noerdlich liegt die wichtigste Suedaustralische Grube, denn dort wird hochreiner weisser Albit gewonnen. Dieser wird in Gawler noerdlich von Adelaide zu den Weinflaschen fuer den suedaustralischen Wein verarbeitet. Es geht nichts ueber einen suedaustralischen Shiraz.
Im Olary Block habe ich auch 2006 meine erste Gelaendeerfahrungen gesammelt, als ich mir fuer meine Diplomarbeit die Mt Mulga Barite Mine angeschaut habe, eine kleine interessante Erzlinse aus derben Schwerspat, Quarz, Magnetit und etwas Kupferkies, Bornit und Gold. Genaechtigt haben wir auf der alten verfallen Old Boolcoomata Station, deren ehemaliger Besitzer war Einwohner Nummer 4 in Olary. Das Gelaende ist heute ein Schutzgebiet und wurde vom suedaustralischen Staat gekauft.
Im Norden des Olary Blocks liegt wieder das Frome Becken, und aehnlich wie im Norden des Beckens gibt es eine Vielzahl von Uranvorkommen. Denn auch der Olary Block ist vollgepackt mir Uranreichen Graniten welche verwittern und so Uran in Becken liefern. Die groesste Uranlagerstaette Honeymoon (Ende der 1960er Jahre entdeckt) enthaelt etwa 2,400t U3O8 bei etwa 0.2% Erzgehalt. Es handelt sich um eine sogenannte Palaeochannel Lagerstaette, also eine alter, zugeschuetter Flusslauf. Die Lagerstaette findet sich in einer alten Flussschlaufe, in der sich zu annudazumal viel organisches Material ansammelt. Spaeter flossen entlang des ehemaligen Kanals dann uranhaltiges Grundwasser, welches durch das organische Material ausgefaellt wurde. Die Ausdehnung der Lagerstaette ist auch nicht sehr gross, weniger als 500m im Durchmesser. Sie gehort zum kanadischen Unternehmen Uranium One, wie bereits geschrieben gehoert dieses heute zu ARMZ aus Russland. Als ich 2009 dort war, lag die neue Aufbereitung noch in Einzelteilen neben der alten experimentellen Aufbereitung aus den 1980er Jahren. Seit 2011 ist sie nun in Betrieb, wieder als ILS Bergwerk. Es gibt noch eine Vielzahl weiterer solcher Lagerstaetten in der Umgebung, welche von verschiedenen Unternehmen erkundet werden.
Interessant ist bei den Lagerstaetten im Frome Becken noch, das sie noch aktiv sind, also die Lagerstaettenbildung noch im Gange ist. Das bringt bei Uran folgendes Problem: In alten passiven Lagerstaetten kann man einfach die Gammastrahlung im Bohrloch messen und nach entsprechender Kalibrierung daraus direkt den Urangehalt ablesen. Das funktioniert daher, das die Gammastrahlung zwar zum Grossteil von den Zerfallsprodukten des Urans kommt (Natururan selbst ist nur ein schwacher Gammastrahler), aber diese Zerfallsprodukte stehen in inaktiven Lagerstaetten und Gesteinen im festen Verhaeltnis zu den Uranmutterisotopen (Gleichgewicht), also kann man einen Uranaequivalentgehalt (U3O8e) berechnen.
Bei den Lagerstaetten im Frome Becken funktioniert das nicht, da das Uran und dessen Zerfallsprodukte noch rumschwirren und nicht im Gleichgwicht stehen. Jetzt koennte man den Urangehalt einfach altmodisch chemisch bestimmen, das ist aber teuer und zeitraubend. Also hat eine Firma aus South Australia ein Prompt Fission Neutron Tool (PFN - Promptes Spaltneutronen Messgeraet) entwickelt. Dies beinhaltet eine Neutronenquelle (keine permanente, sondern zum Ein- und Ausschalten). Die Neutronen gehen also ins Gestein, und treffen sie auf einen Uran-235 Kern wird dieser gespalten. Dabei sendet er neue Neutronen aus, welche dann gemessen werden koennen. Nach entsprechender Kalibrierung kann man so den Uran-235 Gehalt (und somit den Gesamtgehalt an Uran) im Gestein im Bohrloch direkt messen. Praktische Sache.
Benannt wurde die Lagerstaette urbrigens nach der Honeymoon Hut, eine kleine Bechhuette, etwa 4m2 gross. Die Legende schreibt, das der lokale Farmer dort aus Zeit- und Geldmangel mit seiner neu angetrauten Weib die Flitterwochen (Honeymoon) bebracht hat. Sie wurde so als Honeymoon Hut bekannt, und mangels Alternativen (es ist ziemlich flach da) hat man nach dieser Huette die Lagerstaette benannt.
Ganz unten habe ich noch ein Bild angehangen, welche vom Flieger von Honeymoon nach Roxby Downs aufgenommen wurden. Dort ist die nach Hans Heysen, dem beruehmten deutschen Landschaftsmaler, benannte Heysen Range sowie Wilpena Pound zu sehen.
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An der Strecke zwischen Arkaroola und Waukaringa. Das Outback ist bunt - zumindest manchmal.
An der Strecke zwischen Arkaroola und Waukaringa. Das Outback ist bunt - zumindest manchmal.
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Alter Tailingsdaemme unterhalb der alten Gruben in Waukaringa.
Alter Tailingsdaemme unterhalb der alten Gruben in Waukaringa.
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Bergbaureste im Bereich der Alma Mine, Waukaringa.
Bergbaureste im Bereich der Alma Mine, Waukaringa.
PA120036.jpg (96.29 KiB) 9737 mal betrachtet
Ueberreste der Ortschaft Waukaringa. So gruen ist es da normalerweise nicht.
Ueberreste der Ortschaft Waukaringa. So gruen ist es da normalerweise nicht.
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Wegweiser in Waukaringa.
Wegweiser in Waukaringa.
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Mt Grainger Mine.
Mt Grainger Mine.
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Die Foerderanlage der Mt Grainger Mine.
Die Foerderanlage der Mt Grainger Mine.
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Die Aufbereitung der Mt Grainger Mine.
Die Aufbereitung der Mt Grainger Mine.
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Alte Goldschuerfe des Mt Grainger Goldfeldes.
Alte Goldschuerfe des Mt Grainger Goldfeldes.
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Die wichtigste Grube in Sued-Australien. Aus dem weissen hochreinen Albit wird Glas fuer Weinflaschen hergestellt.
Die wichtigste Grube in Sued-Australien. Aus dem weissen hochreinen Albit wird Glas fuer Weinflaschen hergestellt.
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Mt Mulga - die kleine SEDEX Lagrstaette aus dem Palaeoproterozoikum produzierte rund 18,500t Schwerspat. Neben groben Magnetite befinden sich fein verteilt im Erz sich Kupferkies, Bornit und gediegen Gold.
Mt Mulga - die kleine SEDEX Lagrstaette aus dem Palaeoproterozoikum produzierte rund 18,500t Schwerspat. Neben groben Magnetite befinden sich fein verteilt im Erz sich Kupferkies, Bornit und gediegen Gold.
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Honeymoon aus der Luft - die eigentliche Lagerstaette liegt links ausserhalb des Bildes. Rechts ist das Erkundungscamp, Links die experimentelle Aufbereitung. Am Flughafen liegt die neue Aufbereitung in Einzelteillen.
Honeymoon aus der Luft - die eigentliche Lagerstaette liegt links ausserhalb des Bildes. Rechts ist das Erkundungscamp, Links die experimentelle Aufbereitung. Am Flughafen liegt die neue Aufbereitung in Einzelteillen.
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Honeymoon Hut
Honeymoon Hut
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Honeymoon aus der Ferne
Honeymoon aus der Ferne
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Sowas nennt sich heutzutage Erz.
Sowas nennt sich heutzutage Erz.
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In Australien gibt es fuer alles procedures.
In Australien gibt es fuer alles procedures.
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Auf dem Weg von Honeymoon nach Roxby Downs - im Vordergrund die Heysen Range und dahinter das prominente U von Wilpena Pound.
Auf dem Weg von Honeymoon nach Roxby Downs - im Vordergrund die Heysen Range und dahinter das prominente U von Wilpena Pound.
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Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin »

Hallo,

ich moechte mal wieder in paar Bilder aus Australien einstellen. Es geht nocheinmal in die Umgebung von Adelaide. Etwa eine dreiviertel Stunde Fahrt vom Zentrum Adelaide entfernt in den Hills befindet sich der Ort Woodside, bekannt fuer seine Kaese- und seine Schokoladenfabrik. In unmittelbarer Naehe befindet sich das in den 1880er Jahren entdeckte Woodside Goldfeld. Im Gegensatz zu den meisten anderen Goldfeldern gab es dort keine Goldseifen sondern nur Gangerze, welche in mehreren kleinen Gruben abgebaut wurden. Die groesste davon war Bird In Hand, welche etwa 10,000 Unzen lieferte, ein Drittel der Gesamtproduktion des Goldfeldes. Der Bergbau dauerte aber nur kurz, um 1900 war schon wieder alles vorbei. In den 1930er Jahren gab es noch einen Versuch, aber auch erfolglos.

Bird In Hand wurde seit etwa 2006 wieder erkundet, eine Firma aus Adelaide hatte wieder angefangen den Erzgang unter der alten Grube auszubohren. Bis 2008 bohrte man etwa 40 Loecher und konnte eine Ressource von etwa 230,000 Unzen mit 12g/t nachweisen, nach unten offen. Allerdings kam dann die Finanzkrise und andere Schwierigkeiten, und nun hat vor etwa 2 Monaten eine andere Firma die Lagerstaette gekauft.

Bird In Hand ist nun auch der Grund, wieso ich in Australien gelandet bin, die Firma hat meine Doktorarbeit in Adelaide gesponsert (zumindest so lang, bis ihr 2009 das Geld fast ausging). Von Bird In Hand selbst sieht man fast nichts mehr, davon hatte ich nur Bohrkernproben. Aber eine weitere kleine Grube war Eureka, welche ich mehrmals besucht habe. Dabei legte ich jedesmal einen Stop bei der Bird In Hand Winery ein, welche ihre sehr guten Weine (vor allem Shiraz und Chardonnay) nach den ehemaligen Goldgruben in Woodside benannt hat.

Ein weiteres Ziel meiner Arbeit war die Lady Alice mein, nordoestlich von Adelaide. Diese produziert etwa 4,000 Unzen Gold und etwas Kupfer. Die kleine Grube ist mineralogisch interessant, so kommen Wittechenit und Telluride vor. Ein Bekannter von mir ging dort auch oefter mit dem Detektor suchen und fand auch einige nette Nuggets in den umliegenden Creeks.

Gold wird nun auch wieder in der Naehe von Adelaide gewonnen. Die ebenfalls im 19. Jh entdeckte Lagerstaette Kanmantoo zwischen Adelaide und Murray Bridge ging 2011 wieder in Betrieb. Sie wurde zuerst im 19.Jh untertaegig abgebaut, gefolgt von einem kleinen Tagebau in den 1970er Jahren. Nun produziert sie wieder Kupfererz mit 1% Cu und 0.2g/t Gold.

Ganz im Sueden der Fleurieu Peninsular, etwa 150km von Adelaide, liegt der kleine Talisker Nationalpark. Er liegt unweit der Strasse nach Cape Jervis, von wo man mit der Faehre nach Kangaroo Island uebersetzen kann. Beides sollte man sich bei einer Australienreise nicht entgehen lassen. Der Talsker Park wurde nach der dort befindlichen Talisker Pb-As-Ag Grube benannt, welche Ende des 19. Jh ausgebeutet wurde. Ein sehr gut beschilderter Rundweg fuehrt durch den Busch durch das ehemalige Grubengelaende, und alle wichtigen Punkte der Grube werden wunderbar erklaert. Vom Haus des Mine Managers hat man auch einen wunderbaren Blick nach Kangaroo Island, einem der schoensten Reiseziele in Sued Australien, leider mit wenig Bergbau, dafuer mit Pinguinen, Koalas und natuerlich Kaenguruhs.

Martin
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Die goldenen Weinblaetter schmuecken den Weg zur Eureka Goldgrube in Woodside.
Die goldenen Weinblaetter schmuecken den Weg zur Eureka Goldgrube in Woodside.
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Gelaender der kleinen Eureka Goldgrube. Der kleine offengelassene Schacht befindet sich in der Mitte der Wiese.
Gelaender der kleinen Eureka Goldgrube. Der kleine offengelassene Schacht befindet sich in der Mitte der Wiese.
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Ehemalige Schacht der Eureka Mine.
Ehemalige Schacht der Eureka Mine.
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Fluessiges Gold: Die Bird In Hand Winery in Woodside - Ihre Weine sind nach den lokalen Goldgruben benannt.
Fluessiges Gold: Die Bird In Hand Winery in Woodside - Ihre Weine sind nach den lokalen Goldgruben benannt.
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Der Tagebau Kanmantoo im Jahr 2010 kurz vor der Wiederinbetriebnahme.
Der Tagebau Kanmantoo im Jahr 2010 kurz vor der Wiederinbetriebnahme.
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Grubengebaeude an der Lady Alice Mine. Das war bis vor wenigen Jahren noch bewohnt.
Grubengebaeude an der Lady Alice Mine. Das war bis vor wenigen Jahren noch bewohnt.
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Ehemaliges Hauschen an der Lady Alice Mine. Etwas unterhalb befindet sich der Lady Edith Schacht.
Ehemaliges Hauschen an der Lady Alice Mine. Etwas unterhalb befindet sich der Lady Edith Schacht.
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Ehemaliger Schacht der Lady Alice Mine.
Ehemaliger Schacht der Lady Alice Mine.
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Tafel am Eingang zum Talisker Rundweg.
Tafel am Eingang zum Talisker Rundweg.
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Erklaertafel zur Erzzerkleinerung.
Erklaertafel zur Erzzerkleinerung.
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Ruine der Aufbereitung von Oben.
Ruine der Aufbereitung von Oben.
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Erklaertafel zur Aufbereitung.
Erklaertafel zur Aufbereitung.
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Ruine der ehemaligen Aufbereitung.
Ruine der ehemaligen Aufbereitung.
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Erklaertafel zum Roestofen.
Erklaertafel zum Roestofen.
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Rauchabzug.
Rauchabzug.
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Lagerdingens.
Lagerdingens.
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Erklaertafel zum saigeren Hauptschacht.
Erklaertafel zum saigeren Hauptschacht.
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Offengelassener saigerer Hauptschacht.
Offengelassener saigerer Hauptschacht.
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Offengelassene Schaechte und dazugehoerige Halden der Talisker Grube.
Offengelassene Schaechte und dazugehoerige Halden der Talisker Grube.
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Abbauschema.
Abbauschema.
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Ehemaliger Standort eine Pferdegoepels.
Ehemaliger Standort eine Pferdegoepels.
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Acid Mine Drainage.
Acid Mine Drainage.
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Reste des Hauses vom Grubenleiter mit Blick ueber die Backstair Passage nach Kangaroo Island.
Reste des Hauses vom Grubenleiter mit Blick ueber die Backstair Passage nach Kangaroo Island.
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Mannl »

Vielen Dank !
Sehr schön.
Wohl dem, der dort arbeiten kann (?) wo andere Urlaub machen "müssen" !

:-)
Ehre dem Bergmann, dem braven Mann !
Glück Auf ! Mannl
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von markscheider »

In der letzten bergbau war ein länglicher Bericht über Tasmanien drin, leider etwas zu geologielastig für meinen Geschmack. ;)
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Jan
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Jan »

Vielen Dank, das macht wirklich Lust mal hinzufahren... Wenns nur nicht sooo weit weg wäre...
Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler !!!
Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin »

markscheider hat geschrieben:In der letzten bergbau war ein länglicher Bericht über Tasmanien drin, leider etwas zu geologielastig für meinen Geschmack. ;)
Hey!?! Zu sagen, etwas waere zu geologielastig, ist als wuerde man sich ueber einen zu sexlastigen Porno beschweren.

Aber Tasmanien fehlt mir noch, der einzige Bundesstaat den ich noch nicht besucht habe. Soll wunderschoen sein. Sehr zu empfehlen ist der australische Film "The Hunter" mit Willem Dafoe. Hat zwar mit Bergbau gar nichts zu tun, aber die Landschaft Tasmaniens spielt praktisch die Hauptrolle.
Vielen Dank, das macht wirklich Lust mal hinzufahren... Wenns nur nicht sooo weit weg wäre...
Mir geht es andersrum mittlerweile genauso. Ich versuche es zwar, einmal im Jahr nach Hause zu fliegen, aber das ist immer zu Weihnachten. Das letzte Mal im Sommer habe ich Sachsen 2008 gesehen. Das war auch das letzte mal, das ich frische Erdbeeren gegessen habe. Und wenn ich die interessanten Berichte hier aus Deutschland lese, denke ich auch oft, schade, das ich das jetzt nicht angucken kann. Australien ist wirklich wunderschoen, aber es hat eben kein Erzgebirge,

Martin
Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin »

Und weiter geht es, diesmal eine Rundreise durch den Norden von Queensland. Ausgangspunkt is Townsville an der Coral Sea. Hier befindet sich der grosse Schiffsverlader, welcher Erkonzentrate aus dem Inland auf den Weg nach Asien und anderswo bringt. Townsville an sich ist ganz nett. Nicht so sehr das Stadtzentrum, aber die Strandpromenade ist sehr schoen, man kann von hier zum nicht magnetischer Magnetic Island uebersetzen oder den Castle Rock besteigen. Vor allem Magnetic Island ist eine Reise wert, auch wenn es da keinen Bergbau gibt.

Allerdings gibt es landeinwarts umswo mehr. Wenn man den Flinders Hwy Richtung Mt Isa befaehrt, kommt man zuersten nach Charters Towers mit bedeutenden Goldlagerstaetten, welche auch heute noch im Abbau stehen. Aus Zeitgruenden habe ich damals nicht anhalten koennen, nur im vorbeifahren einiges an Halden gesehen.

Etwa nach 400km kommt man ins kleine Staedtchen Hughenden mit rund 1,500 Einwohnern. Es gibt hier ein kleines Heimat und Dinosauriermuseum, da es noerdlich des Staedtchen eine Fossillagerstaette gibt. Noerdlich von Hughenden habe ich einen Grossteil des Jahres 2012 verbracht, als ich dort in der Steinkohleerkundung geabreitet habe. Es lohnt sich die etwa 80km von Hughenden nach Norden zu fahren, besonders wenn man Camper ist. Dort gibt es den kleinen aber schoenen Porcupine Gorge National Park, an dem man einen netten Zeltplatz hat und in den gleichnamigen Gorge (Schlucht) hinabsteigen kann durch bunte Permische Sedimente. Etwa 1km Flussaufwaerts vom Punkt wo der Wanderweg in der Schlucht endet treten auch die Steinkohlefloeze der Betts Creek Beds zutage, auf welche wir gebohrt haben. Allerdings kommt man am Fluss schlecht hin, man muss entweder auf extremes Niedrigwasser warten, schwimmen oder ueber die Schluchtwand klettern.

Weiter geht es aber Richtung Mt Isa. Etwa 100km vor Mt Isa kommt man nach Cloncurry, ebenfalls eine bedeutende Bergbaustadt mit (fuer Australien) langer Historie. In der weiteren Umgebung gibt es immer noch grosse Kupfer und Goldvorkommen. Dieser Ort ist auch eng mit der Geschichte der Australischen Fluggesellschaft Qantas (Queensland And Northern Territory Air Services) verknuepft und war eines ihrer ersten Flugziele. Aber auch hier bin ich leider nur durchgefahren. Etwa auf halber Strecke zwischen Cloncurry und Mt Isa kommt man zum Abzweig zum ehemaligen Uranbergwerk Mary Kathleen, welches in zwei Etappen bis etwa 1980 betrieben wurde und etwa 8,000t Uran geliefert hat. Die Lagestaette ist ein Skarn und reich an Uran, Thorium und Seltenenerden. Jedoch wurde nur das Uran gewonnen. Man kommt relativ leicht zum Bergwerk und auch der ehemalige Bergarbeiterort Mary Kathleen ist noch zu besichtigen. Alle Gebaeude sind zwar verscwunden, aber das asphaltierte Strassennetz mit seinem Schachbrettmuster ist noch vorhanden. Sollte man sich durchaus angucken.

Mt Isa ist einer der grossen Erzlagerbergbaustaetten in Australien. Es ist auch der tiefste Bergbau auf dem Kontinent mit fast 2,000m. Eigentlich sind es zwei Lagerstaetten uebereinander, oben eine grosse Pb-Zn-Ag Lagerstaette, welche im Tagebau abgebaut wird (aber annaehernd ausgeerzt) und eine Cu-Au Lagerstaette im Tiefbau. Der Tagebau befindet sich hinter dem grossen Bergbau- und Verhuettungskomplex mit seiner Kupfer- (kleiner Schornstein) und Bleihuette (grosser Schornstein). Man kann vom Tagebau nicht viel sehen, ausser man fliegt nach Mt Isa und hat einen Blick beim landen / starten. In der Stadt gibt es auch ein kleiners Besucherbergwerk, allerdings war ich da nicht drin.

Faehrt man wieder nach Cloncurry zurueck und dann nach Norden kommt man in Savannenland. Man kommt durch kleine Ortschaften wie Goergetown mit seinen Goldgruben (eine davon besass die DRAG) und schliesslich zum Abzweig nach Undara. Hier kann man auch unter Tage gehen, aber nicht in eine Grube sondern Lavatunnel. Undara besitzt das laengste Lavatunnelnetz der Erde mit soweit ich mich erinnere 160km. Allerdings kann man nur einen kleinen Teil besichtigen, ueber weite Teile ist es entweder mit Sediment gefuellt oder eingestuerzt. Im Undara Camp kann man ein paar wunderschoene entspannte Tage verbingen mit Lavatunnel und Vulkankegel anschauen, Vogel beobachten, Buschwalking, am Lagerfeuer sitzen und sich die Sterne erklaeren lassen etc. Man kann auch campen wenn man kein Zelt mithat, da es fest aufgebaute Zelte als Unterkunft gibt, richtig laessig. Sollte ich mal wieder dieses Jahr machen.

Faehrt man weiter Richtung Cairns, kommt man ins Zinn und Wolframviertel Queenslands. Einer der Orte mit interessanter Geologie den man durchfaehrt ist Mt Garnet mit Zinnskarnen etc.. In den Atherton Tablelands hinter der Great Deviding Range mit dem tropischen Regenwald Weltkalturerbe gibt es den alten Zinnbergbauort Herberton mit Bergbaumuseum und einem gut beschilderten und ausgebauten Bergbauwanderwegenetz. An diesen sind viele alten Grubenanlagen erhalten. Durch die hin und wieder auftretenden Zyklone und Waldbraende wurden zwar die Originalgebaeude und Foerdertuerme zerstoert, die Maschinerie ist aber noch echt. Das Museum ruehmt sich, die groesste Zinnerzsammlung der Welt zu besitzen, was gut sein kann, allerdings sind es Belegstuecke und keine Schauexemplare. Es gibt auch Stuecke aus dem Erzgebirge, wobei die Schilder ausweisen dass diese noch zu DDR Zeiten in den 1970er Jahren genommen wurden.

Und dann kommt man natuerlich nach Cairns mit dem Great Barrier Reef usw. Ueberraschanderweise ist es eine der billigsten Ecken zum Urlaub machen in Australien, man bekommt hier ein anstaendiges Mehrbettzimmer in einem Hotel / Motel ab 50 AUD die Nacht. In Perth zahlt man in der Jugendherberge fuer eine stickiges abgelebtes Einzelzimmer schon 80 Dollar.

Also bei einem Australienurlaub WA meiden und dafuer nach SA oder Nord-Qld. Wunderschoen und (fuer Australische Verhaeltnisse) sehr guenstig.
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Erzverladung in Townsville
Erzverladung in Townsville
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Geologe im Porcupine Gorge
Geologe im Porcupine Gorge
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Die Kohlefloeze der Betts Creek Beds im Porcupine Gorge
Die Kohlefloeze der Betts Creek Beds im Porcupine Gorge
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Porcupine Gorge mit permischer Kohle
Porcupine Gorge mit permischer Kohle
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Auf dem Weg zum Tagebaueingang von Mary Kathleen
Auf dem Weg zum Tagebaueingang von Mary Kathleen
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Der offengelassene Tagebau von Mary Kathleen
Der offengelassene Tagebau von Mary Kathleen
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Kupfergruen im Tagebau von Mary Kathleen
Kupfergruen im Tagebau von Mary Kathleen
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Ankunft in Mt Isa am Abend
Ankunft in Mt Isa am Abend
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Panorama von Mt Isa am Tag
Panorama von Mt Isa am Tag
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Closeup der Grube mit altem nicht mehr genutztem Foerdergeruest,
Closeup der Grube mit altem nicht mehr genutztem Foerdergeruest,
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Besucherbergwerk &quot;Hard Times&quot;
Besucherbergwerk "Hard Times"
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Sonnenuntergang hinter Mt Isa
Sonnenuntergang hinter Mt Isa
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Undara Lavatunnel
Undara Lavatunnel
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Undara Lavatunnel
Undara Lavatunnel
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Undara Lavatunnel
Undara Lavatunnel
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Maschinenhaus bei Herberton
Maschinenhaus bei Herberton
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Foerderanlagen bei Herberton
Foerderanlagen bei Herberton
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Foerderanlagen bei Herberton
Foerderanlagen bei Herberton
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Foerderanlagen bei Herberton
Foerderanlagen bei Herberton
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Haldenlandschaft bei Herberton
Haldenlandschaft bei Herberton
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Erzgebirsche Zinnerze in Australien
Erzgebirsche Zinnerze in Australien
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Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin »

Nach laenger Pause will ich nun hier ein bisschen weiter reisen. In den vergangenen Jahren bin ich nun auch in Western Australia etwas herum gekommen, diese Woche nun endlich auch nach Kalgoorlie, der Goldhauptstadt Australiens.

Der Goldboom in Westaustralien begann fast zur gleichen Zeit wie der Kalisalzboom in Mitteldeutschland. In kuerzester Zeit, etwa ziwschen 1890 und 1895, wurde auf dem Archaischen Yilgarn Kraton viele reiche Goldvorkommen aufgefunden, ein Goldrausch folgte dem anderen und tausende Menschen zogen in die staubige und wasserarme Gegenden hunderte km westlich von Perth.

Der erste bedeutende Fund erfolgte in Coolgardie, etwa 550km oestlich von Perth. Die Stadt befindet sich direkt am Highway von Perth nach Kalgoorlie und ist dadurch nicht zu Geisterstadt verkommen. Es gibt noch einige gut gepfelgte Haeuser aus der Zeit, und wie in Australien ueblich ist das Zentrum mit Tafeln zur Histoirie gut beschriftet.

Noch heute gibt es im Umkreis des Staedtchens mit seinen 500 Einwohnenr eine Reihe von aktiven Goldbergwerken und man kommt an vielen grossen Halden vorbei.

Der wirklich grosse Fund, welche West Australien Status als bedeutende Goldprovinz besigelte, erfolgte aber erst ein paar Jahre spaeter durch Patrick Hannan und Gefaehrten im Juni 1993 in Kalgoorlie, etwa 50km oestlich von Coolgardie. Der zentrale Teil der Lagerstaette dort heisst nicht ohne Grund die "Gold Mile". Seit mehr als 100 Jahren produziert sie nun ununterbrochen Gold - bis heute wurden ueber 58 Millionen Unzen Gold (etwa 1800t) von der Golden Mile gewonnen, und derzeit kommen jaerhlich noch etwa 700.000 Unzen hinzu.

Gewonnen wurde das Gold zunaechst aus einer vielzahl kleinerer untertaegiger Gruben. Bis heute gab es mehr als 80 verschiedene Bergwerke, betrieben durch mehr als 1200 Unternehem, auf der Golden Mile.

In den 1980er Jahren fing dann ein Australischer Geschaeftsmann an, die einzelnen Bergbaubewilligungen aufzukaufen. Er schaffte dies nicht ganz, konnte seinen Teilerfolg aber an grosse Bergbauunternehmen verkaufen. Schlussendlich ging daraus KCGM hervor (Kalgoorlie Consolidated Gold Mines), einem 50:50 Joint Venture von Barrick und Newmont.

Und in diesem Rahmen wurde der Bergbau auf der Lagerstaette gravierend umgestaltet. Aus der Vielzahl kleiner Gruben, welche Gold aus bis zu 1,600m Teufe foerderten, wurde ein gewaltiger Tagebau, bekannt als Super Pit.

Der Tagebau ist heute etwa 3.5km lang, 1.5km breit und 700m tief - der groesste in Australien. Gefoerdert wird mit 40 Cat793C SKW mit je 240t Nutzlast, welche durch 4 Komatsu 700t Bagger beladen werden. Von 7 SKW's die mit Zutzlast den Tagebau verlassen tragen 6 taubes Gestein und einer Erz - etwa 500g. Der Tagebau verbraucht dazu etwa 5,5 Millionen Liter Diesel - im Monat.

Noerdlich des Tagebaus gibt es auch noch einen Tiefbaubetrieb mit dem Cassidy Schacht - allerdings laeuft die Foerderung heute nur noch ueber eine Rampe mit Mundloch im Tagebau.

Der Tiefbau soll 2018 auslaufen, der Tagebau 2019. Allerdings liegt soviel Armerz aufgehaldet, dass die Aufbereitung bis 2029 weiterlaufen soll - und es gibt noch Potential fuer neue abbaubare Reserven auf der Golden Mile.

Aber was kann man davon sehen? Fuer Australische Verhaeltnisse uberraschenderweise sehr viel. KCGM hat am Suedende des Tagebaus einen kostenlosen und gut beschrifteten Aussichtspunkt eingerichetet, geoeffnet von 7Uhr morgens bis 7Uhr abends - ausser bei Gewitter. Am Aussichtspunkt stehen auch einige ausrangierte Bergbaugeraete, u.a. einer der 700t Bagger, zur Ansicht. Ebenso wird der aktuelle Goldpreis und der Zeitpunkt der naechsten Sprengung angezeigt - leider habe ich aber keine bei meinem Besuch sehen koennen. Durch die Naehe zu Start werden diese windabhaengig durchgefuehrt, manchmal mit nur 1h Warnzeit.

Wenn man aber noch mehr vom Tagebau sehen will, kann man in der Stadt eine Super Pit Tour buchen. Es gibt zwei Varianten, eine kurze von 1.5h Laenge (45AUD) und eine zweite mit 2.5 Stunden Laenge (70AUD). Ich wollte darauf zunaechst verzichten und lieber auf Hannans Tourist Mine einfahren (dazu im naechsten Beitrag), ging aber nicht. Also die 70AUD Tour gebucht - und die war ihr Geld wert. Man wird mit dem Bus um Zentrum von Kalgoorlie abgeholt und befaehrt den Tagebau - und die Aufbereitung. An drei weiteren Aussichtspunkten im Pit kann man aussteigen und die Technik aus der Naehe bewundern. In die tiefen, aktiven Bereiche geht es zwar nicht, aber man hat immer noch einen sehr guten Einblick.

Interessant ist, das man in den steilen Waenden des Tagebaus die alten Strecken und Abbaue angeschnitten sieht und man so auch einen einmaligen Einblick in die alten Untertagegruben bekommt.

Danach geht es weiter zum zentralen Brecher, wo das Erz fuer die Aufbereitung zerkleinert wird. Hier ist eine flotte kleiner Trucks (Cat777 - etwa die Groesse, welche die Wismut in Ronneburg zur Sanierung hatte) unterwegs. Den die grossen 793C's koennen das Erz in der Regel nicht direkt in den Brecher entladen, da es zuviel Bergbauschrott enthaelt - alte Anker und Holzausbau von den alten untertaegigen Gruben. Daher wird das Foerdererz erst breit gefahren, Holz und Stahl herausgepickt und dann von den kleinen Lastern in den Brecher gegeben.

Von dort wird man dann in die eigentliche Aufbereitung gefahren, vorbei an den grossen SAG Muehlen, den kleineren Kugelmuehlen, Flotation, UFG, Laugungstanks, Goldraum usw.. Das Gold nimmt in der Aufbereitung zwei Wege - jenes in Pyrit und Telluriden wird nach der Flotation zur Roestung als Konzentrat mit 70g/t zu einem Roester ausserhalb Kalgoorlies gefahren, jenes Erz mit Freigold wird direkt vor Ort verarbeitet und zu Rohgoldbarren mit 60 bis 80% Gold verarbeitet (der Reste sind Verunreinigungen durch Silber und Kupfer). Diese Barren werden dann nach Perth geflogen, wo sie zu 99.9% reinen Barren umgegossen werden.

Weitere Informationen zur Super Pit: http://superpit.com.au/
Dateianhänge
Das Waegelchen hatte eine Begegnung mit einem Cat793<br />Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=5WZCweaakOg
Das Waegelchen hatte eine Begegnung mit einem Cat793
Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=5WZCweaakOg
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Road train mit Rohgoldkonzentrat auf dem Weg zum Roester.
Road train mit Rohgoldkonzentrat auf dem Weg zum Roester.
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Gold room
Gold room
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SAG Muehle
SAG Muehle
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Aufbereitung mit einer von zwei SAG Muehlen (Leistung 12MW)
Aufbereitung mit einer von zwei SAG Muehlen (Leistung 12MW)
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Cat777 entlaed in den Brecher.
Cat777 entlaed in den Brecher.
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Komatsu 700t Bagger mit burn out Syndrom.
Komatsu 700t Bagger mit burn out Syndrom.
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Komatsu 700t Bagger auf dem Lookout.
Komatsu 700t Bagger auf dem Lookout.
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Cat793C
Cat793C
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Cat793C und LeTourneau L-1850 Radlader.
Cat793C und LeTourneau L-1850 Radlader.
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Vorbereitungen zur naechsten Sprengung.
Vorbereitungen zur naechsten Sprengung.
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Angeschnittene alte Strecken und Abbaue.
Angeschnittene alte Strecken und Abbaue.
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Im Tagebau.
Im Tagebau.
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Super Pit vom kostenlosen KCGM Lookout am Suedende.
Super Pit vom kostenlosen KCGM Lookout am Suedende.
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Sven G.
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Sven G. »

Allles sehr beeindruckend und interessant . Vielen Dank für die Ausführungen !
Mit kräftigen Spatenhieben nach ..................Unten wegtreten !
Geomartin
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Re: Bergbaureiseland Australian

Beitrag von Geomartin »

Weiter gehts: In Kalgoorlie gibt es noch mehr zu sehen und man kann hier durchaus 2 bis drei Tage verbringen - ganz soviel Zeit hatte ich nicht: http://www.kalgoorlietourism.com/Kalgoo ... ttractions

Die Stadt heisst eigentlich Kalgoorlie-Boulder und besteht aus zwei, nun zusammengewachsenen Stadtteilen, das groessere Kalgoorlie im Norden und Boulder im Sueden. Hannan Street in Kalgoorlie ist das touristische Zentrum mit dem Informationszentrum im Rathaus, ein paar Meter weiter kann man auch die Touren buchen. Es gibt natuerlich jede Menge Schmucklaeden, aber auch Goldgraeber werden versogrt und man kann sich die neuesten Metalldetektoren mieten.

Am oestlichen Ende befindet sich das Stadtmuseum, weithin sichtbar durch den grossen Foerderturm - das habe ich aber ausgelassen.

Im Zentrum von Kalgoorlie befindet sich auch die WA School of Mines - die Bergakademie West Australiens. Dazu gehoert auch ein kleines, kostenloses Mineralienmuseum - nicht vergrleichbar mit Freiberg aber trotzdem sehenswert. Hier gibt es 1:1 Nachbildungen der groessten Goldnuggets, die man in der Gegend gefunden hat und auch jede Menge Mineralien aus deutschen Landen - Erzgebirge, Harz und ueberraschenderweise sogar aus Vlotho.

Richtig interessant ist aber die Hannans North Tourist Mine im Norden der Stadt, auf der noerdlichen Verlaengerung der Golden Mile. Tourist Mine ist derzeit eine Fehlbezeichnung, da man nicht mehr einfahren kann. Es fehlen rund 0.6Mio Dollar um die untertaegigen Grubenbaue fuer Besucher sicher zu machen (Beton ist teuer in Australien). Aber auf dem Museumgelaende finden sich mehrere gut erhaltene alte Fordertuerme, das originalle Sprengmagazin, eine Cat793C auf den man hochsteigen kann, auch ein 994F Radlader, Nachbauten alter Prospector Camps, ein originalgetreuer Goldraum aus dem 1920er Jahren und vieles mehr.

Das ganze kostet 10AUD Eintritt, 30 fuer Familien mit bis zu 4 Kindern. Und man kann innerhalb von 24Stunden nochmal wiederkommen. http://superpit.com.au/community/commun ... ans-north/

Kalgorlie ist auch der Ausgangspunkt zweier Touristenstrassen - dem rund 500km langen Golden Pipeline Track entlang des Highways nach Perth und dem rund 950km langen Golden Quest Trail durch die Goldfields. Der Golden Pipeline Trail folgt dem Verlauf der Wasserleitung nach Perrth, welche Anfang des Jahrhunderts errichtet wurde um die Wassernot in Kalgoorlie zu beheben. Am Mt Charlotte Lookout in Kalgoorlie, wo die Pieline endet, ist die ganze Geschichte beschrieben und man hat auch einen guten Blick auf die Stadt.

Der Golden Quest Trail fuehrt vom Super Pit Lookout in Boulder durch das Outback nach Norden, vorbei an vielen historischen Goldgruben und verschwundenen Goldgraeberstaedten. Hier empfiehlt sich ein 4WD - die Staubstrassen sind zwar meist gut in Schuss, aber nicht ueberall - mit einem Kleinwagen machen sich die Wellblechabschnitte nicht so gut fuer den Ruecken.

Erreichen kann man Kalgoorlie uebrigens nicht nur mit dem Auto, es gibt auch eine Regionalzug nach Perth, der Indian-Pacific faehrt durch und per Flugzeug geht auch.
Dateianhänge
Hannan Street in Kalgoorlie.
Hannan Street in Kalgoorlie.
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Paddy Hannan
Paddy Hannan
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Der wohl haesslichste Weihnachtsbaum der Welt im Zentrum von Kalgoorlie - in Boulder und sogar im Zentrum von Adelaide gibt es auch so eine Monstrositaet. Muss die Hitze sein...
Der wohl haesslichste Weihnachtsbaum der Welt im Zentrum von Kalgoorlie - in Boulder und sogar im Zentrum von Adelaide gibt es auch so eine Monstrositaet. Muss die Hitze sein...
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Bergmannsmonument im Zentrum von Boulder.
Bergmannsmonument im Zentrum von Boulder.
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Das Zentrum von Boulder vom Superpit Lookout.
Das Zentrum von Boulder vom Superpit Lookout.
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Foerdertuerme am Hannans North Museum
Foerdertuerme am Hannans North Museum
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Fahrerkabine auf dem 793C.
Fahrerkabine auf dem 793C.
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Schaltoptionen fuer den 793C
Schaltoptionen fuer den 793C
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Cat994F Radlader
Cat994F Radlader
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Der Goldraum aus den 1920er Jahren.
Der Goldraum aus den 1920er Jahren.
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Hannans North Schacht - hier koennte man theoretisch einfahren - soll in Zukunft auch wieder so sein.
Hannans North Schacht - hier koennte man theoretisch einfahren - soll in Zukunft auch wieder so sein.
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Zwillingsdampffoerdermaschine des Hannans North Schachtes
Zwillingsdampffoerdermaschine des Hannans North Schachtes
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Battery am Hannans North Schacht.
Battery am Hannans North Schacht.
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Daisy Mae workings im Hannans North Museum
Daisy Mae workings im Hannans North Museum
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Das WA School of Mines Museum in Kalgoorlie
Das WA School of Mines Museum in Kalgoorlie
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1:1 Nachbildungen der beruehmtesten Gold Nuggets
1:1 Nachbildungen der beruehmtesten Gold Nuggets
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Das Stadtmuseum am Ende der Hannan Street vom Mt Charlotte Lookout.
Das Stadtmuseum am Ende der Hannan Street vom Mt Charlotte Lookout.
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ein altes Stueck der Golden Pipeline am Mt Charlotte Lookout.
ein altes Stueck der Golden Pipeline am Mt Charlotte Lookout.
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