Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

... für den Rest, der sonst nicht passt.
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Wolfger
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Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Wolfger »

Glück Auf!

Ich habe zwar schon ein paar Beiträge geschrieben aber nun will ich mich doch mal lieber vorstellen!
Ich heiße Eric Wolf (20),Student, komme aus Oelsnitz/Erzgeb. und bin im Bergbauverein von Lößnitz (Reichenbach Stollen). Das Interesse für Bergbau war bei mir schon immer da, aber nun hats mich halt richtig "infiziert".
Da ich nun zur Mettenschicht auch mit Habit mitmache brauche ich auch eine Paradeblende.
Ich könnte mir zwar eine kaufen, würde aber lieber eine selber bauen (da weiß ich was ich hab und sie bedeutet mir mehr).
Nun gibt es ja aber verschiedene und eigendlich wäre von der Bauart her eine wie sie in Schneeberg üblich war die richtige.
Nun die Fragen:
1. Wie sind die Hauptabmessungen bzw. welche Größe war üblich
2. Was sind die Unterschiede zwischen Freiberger und Schneeberger Blende
3. Wenn der Austritt für die warme Luft oben hinter der Scheibe ist, wo kommt dann frische Luft hinein?

Zum Info: Ich will die Blende schon so orginell wie möglich machen, also mit Messing auskleiden und Holzgehäuse biegen etc.
Es mangelt mir eigendlich nur an einer Vorlage, bzw. ein paar Zahlen nach der ich eine herstellen kann. Könnt Ihr mir da weiterhelfen?
Danke schon mal im vorraus!
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Ludewig
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Ludewig »

Na da haste Dir aber was vorgenommen. Ist eigentlich besser Du kaufst Dir eine, der Nachbau einer Blende erfordert umfassende Kenntnisse in der Hozberbeitung. Die Rundung der Blende wird zum Beispiel über einer Form mittels Wasserdampf gebogen.......erfordert auch spezielle Hölzer und Hilfsmittel. In einer normalen Heimwerkerwerkstatt ist das nicht durchführbar. Für eine Blende lohnt der gigantische Aufwand überhaupt nicht.

In unserem Verein hat jemand Blenden nachgebaut, trotz Eigenleistung in jeglicher Form kostete die Blende im Endeffekt doch für jeden noch 60 Euro, nur durch die erforderlichen Materialien. Mitunter bekommt man für wenig mehr Geld eine fertige Blende und muss diese nur noch nach seinem Geschmack gestalten. Für den Kuttengrund käme eh nur die Schneeberger Blende in Frage.

Glück auf! Lutz
Was war zuerst da, der Durst oder das Bier?

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Friedolin
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Friedolin »

Ich habe erst überlegt, wie/was ich antworten soll. Lutz hat aber meinen Gedankengang vorweg genommen. Lutz war eben schneller.

Ich durfte mal zusehen, wie man Holz biegt. Der Klassische Wanderstock ist einfach, bei Brettern wirds schon schwierig, ein so dünnes Brettchen um 180° das ist schon hohe Schule.
Man braucht eine zweiteilige Form, die sich je an einer Backe einer Schraubzwinge befinden. Dann wird das Brett eingespannt und mit viel Heißdampf bearbeitet und gespannt, dann muss es Ruhen, dann den nächsten Schritt usw. Für den Heißdampf hatten die einen extra "Entwickler" (weis nicht wie der Apparat richtig heißt), ob das überm Pfeifkessel geht :gruebel: .
Dann kommt noch das Holz hinzu, ich glaube das Gehäuse ist wohl Linde, Sperrholz ist`s jedenfalls nicht :D .

Nun kann ja sein, dass du alle Möglichkeiten hast, dann kann ich dir gerne meine Blande fotografieren und bemaßen, wäre auf das Ergebnis gespannt.
Glück Auf !
Friedhelm
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Wolfo
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Wolfo »

Mein Senf als Freizeitbootsbauer:

Bevor man das Holz (bei den Stärken: einwandfreier Maserungsverlauf, knarzfrei) biegt, braucht es seine Zeit in der Dampfkiste, eine Faustregel liegt für Nadelhölzer bei etwa 2h/cm Materialstärke.
Bei besonders dünnen Stücken empfiehlt sich auch ein 1-2 tägiges Wässer vor dem Dämpfen.

Dann braucht man -wie von Fridolin erwähnt zum einen eine Positiv/Negativ-Form und muss das Ganze in der Form am besten 1-2 Tage trocknen lassen (am besten mit ca 10% Überstreckung), oder alternativ - wie im Bootsbau üblich - "heiß" verbauen und fixieren.

Mit einem selbstgeschweißten Dampferzeuger und Lagerfeuer im Garten möglich, führt aber auf den Punkt der Vorschreiber zurück.


Alternativ kannst du den Bogen natürlich auch aus 0,5 oder 1mm Funier auflaminieren, das geht relativ problemlos. Problematisch ist es eher geeignetes Funier zu bekommen...
Wolfger
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Wolfger »

Naja...eine vernüftige Blende kaufen scheitert schon daran, dass ich Student bin. :D

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich überrascht war wie viele Informationen zum Holzbiegen im Netz waren. Da kann man schon viel wissenwertes auftreiben. Da bei der Blende nur ein sehr kleiner Teil gebogen werden muss könnte man mit einer Gänsepfanne da schon viel erreichen. :D
Um die Herstellung einer geeigneten Form komme ich auf jeden Fall nicht herum, aber da lass ich mir mal was einfallen.
Friedolin hat geschrieben:Sperrholz ist`s jedenfalls nicht

:D neeee...Linde ist schon richtig.
Die Brettschen müssen nur entlang der Faser gespalten und nicht geschnitten sein.
Das macht sie im Endeffekt auch teurer. Ich wüsste auch keinen der sowas noch anbietet, aber ich habe noch einen Meter Lindenholz als Stamm, da kann ich was rausnehmen. :cool:

Mein Problem ist, ich habe keine Vorlage für die Maße und bin mir auch über die Unterschiede zwischen Freiberger und Schneeberger Blende nicht im klaren. :gruebel:
Selbst Google bringt in diese Richtung nicht wirklich was Verwertbares.

Was noch interessant wäre ist, wie das gebogene Gehäuse auf die Grundplatte befestigt wird.
Eigendlich wäre eine eingelassene Nut im Boden erforderlich, aber haben die alten das auch so gemacht? Um möglichst wenig teure Nägel zu verwenden wäre dies damals schon sinnvoll gewesen.
So zumindest mein Gedanke.


@ Friedolin: Wäre echt klasse, wenn das geht. Obwohl eine aussagefähige Skizze mit Maßen auch reichen würde. :top:
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Nobi
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Nobi »

Schneeberger Volkskunst M. & R. Otto GbR, Schneeberg , Hartensteiner Str. 21
Ein sehr guter Schnitzer, der auch eine originale Schneeberger Blende hat. Wenn es Dir nicht zu weit ist, fahr mal hin.

http://img.webme.com/pic/b/bergbauausst ... gp1131.jpg
Links die Freiberger, rechts die Schneeberger.
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Mannl
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Mannl »

Hallo Eric,

Habe in der Nähe was entdeckt (google - schneeberger blende)

Heiko Hirschmann
Breitenbrunn
Hauptstraße 105

er hat in der Sammlung welche stehen.

Habe mir als Student auch eine gebaut (einfach aus Sperrholz). Die Größe sollte man dem Kuckuk anpassen, sonst brennt das Teil ab ! Innenverkleidung mit Messingblech.
Sperrholz, 3 mm, einfach in kochendes Wasser stecken und dann um eine Form (zwei Bretter nach Maß auf Abstand gehalten) biegen. Rückwand 10 mm Holz.
Wenn man es "edler" will, dann nur Holz verarbeiten. Sonst sind alle Ratschläge völlig ok.

Abmessungen: 100 x 90 x 220 mm, würde sie aber heute wohl etwas größer bauen ...

Viel Spaß beim basteln !
Ehre dem Bergmann, dem braven Mann !
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Wolfger »

Glück Auf!

Danke für die Adressen, vieleicht komme ich ja dort in kürze mal vorbei.
Mannl hat geschrieben:sonst brennt das Teil ab

ja die Uraufführung des "Brennenden Geleuchtes" gab es bei uns im Verein auch schon mal zur Mettenschicht. :D :donkl: da war allersings die Art der Befeuerung falsch. Die Blende war nicht für Kerzen der Übergröße gedacht.
Nobi hat geschrieben:Links die Freiberger, rechts die Schneeberger.
Sind das die einzigen Unterschiede???

Mfg Wolfger
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Friedolin
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Friedolin »

So richtig grawierende Unterschiede gibt es eigentlich gar nicht. Und ob der Größenunterschied wirklich durchweg so war ist auch nicht unbedingt 100%ig. In der Regel warn die Freiberger halt etwas größer. Sicher wird es auch in Freiberg Bergleute mit kleineren Blenden und in Schneeberg welche mit größeren Blenden gegeben haben. Außerdem wurden die ja in vielen Werkstätten hergestellt und jeder Tischler, Stellmacher oder wer auch immer hat das dann so gemacht wie er's für passend hielt.
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Tiefbohrer »

Glück Auf! Eric,

frag doch einfach mal den Jens wegen Bauformen und Maßen...

Holz biegen ist auch nicht so schwierig wie hier von manchen dargestellt...Tipps wurden ja schon gegeben...

Ordentlich wässern und langsam immer mehr spannen bis der Radius erreicht ist und dann auch langsam trocknen lassen...

Die Form kann aus starken Nägeln auf ner Pfoste bestehen..

Einfach mal probieren...auch wenn es nicht so original aussieht...es ist dein Einzelstück...


Glück Auf!
Gunar
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Nobi
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Nobi »

Wolfger hat geschrieben:Sind das die einzigen Unterschiede???
So weit ich weiß, unterscheiden sich beide Blenden nur in der Ausführung des Schiebers. Der "Rest", also die Art und Ziselierung der Lüftungslöcher, ob mit oder ohne zusätzliche Halterung für kerzen usw. war geschmackssache bzw. vom Auftrageber abhängig. Blenden mit Kerzen waren meist höher.
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Tiefbohrer
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Tiefbohrer »

Eric,schau mal bei ebay...da sind z.Zt. 2 (Originale?) drin....

Bei der einen siehst Du schön den Aufbau und bei der anderen stehen die Maße dazu....


Glück Auf!
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Ludewig
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Ludewig »

Hier mal einige Aufnahmen einer "Eigenbaublende". Das Teil ist bei uns im Bergbauverein in Kleinserie, glaube so 10 Stück, entstanden. Der Arbeitsaufwand und die Kosten für Material sind schon enorm, allein das Messingblech! Die Vorrausetzung für den Bau ist erstmal ne ordentliche Werkstatt, Geschick des Handwerkers und entsprechende Kenntnisse und selbst das reicht manchmal nicht aus!

Der "Kuckuck" ist dazu gekauft und muss, damit dieser ordentlich funktioniert, auch umgebaut werden. Da hier das Verhältnis von Dochtstärke und Länge unbeachtet blieb und daher sehr schlecht brennt. Außerdem besteht der "Kuckuck" nicht aus einer Kugel sondern aus zwei 3/4 Kugelhälften. Dies resultiert aus der Herstellungsart im Gürtlerhandwerk. Der Bauch des "Kuckuck" wird dabei auf einer Drehbank gedrückt und wird dadurch nie die Form einer Kugelhälfte annehmen.
Der "Kuckuck" muss dazu fast komplett auseinander gelötet werden um die Teile entsprechend den originalen und bestens funktionierenden Vorlagen anzupassen!

Das nächste Problem ist das entsprechende Messingblech! Nicht jedes Messingblech läßt sich so biegen wie es die Bauteile der Blende erfordern. Blech mit 1,5 mm Stärke ist schon zu dick und kostet der halbe qm gut 50 - 70 Euro je nach Qualität. Dünneres Blech ist mitunter noch teurer wegen der erforderlich hohen Qualität.

Das bei allem Aufwand dann noch der "Eigenbau" preiswerter als eine handelsübliche Nachfertigung sein soll, ist eher wunschdenken! Auch wenn das unten zu sehende Teil sicher nicht perfekt ist, kann es sich dennoch als akzeptabler Nachbau und das als funktionierender Nachbau sehen lassen. Die Blenden entstanden alle im Rahmen des Projektes "Bergkittel" und eine weitere Serie ist in Bau. Diesmal offene Blenden mit Schwarzblech ausgekleidet.

Wenn unser Elektriker, der Erbauer der Blendenserie nur mal annähernd die Arbeitszeit je Blende aufrechnet und noch Materialpreise dazu nimmt kommen gut 300 Euro je Stück zusammen! Das entspricht auch den nachgebauten Blenden die es in Freiberg zu kaufen oder besser als Anfertigung bei der Fa. Reichelt gibt. Man sollte sich die Sache mit dem Nachbau gut überlegen!
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Wolfger »

Danke für die Bilder Ludewig ... die zeigen einige Details die man bei anderen Blenden (google) nicht sehen konnte. :top:
Zu deiner Preiskalkulation, die trifft ja auf mein Vorhaben nicht ganz zu. Ich bezahle ja nicht meine eigene Arbeitszeit :aetsch: ... wenn ich eine Anfertigen lasse kommt man ganz schnell zu solchen Preisen, ganz klar. Es sei denn man bestellt bei guten Freunden.(aber der meinte diesmal, ich kanns ja auch mal selber versuchen, so bin ich ja auch darauf gekommen, sprich hier zieht der Ehrgeiz :D ).
Das Messingblech wird aller Voraussicht nach 0.5mm Stärke sein. Ich habe auch alle Belchteile mal durch ein CAD programm gejagt (wie auch den Rest der Blende)... mit 500x200mm Rohblech bleibt da sogar noch genug übrig für den Kuckuck (den kaufe ich dann aber doch lieber). Somit kommt man für das Blech bei ca. 25€ raus. Das Holz ist noch ein Altbestand von meinem Großvater --> macht 0€
Bloß noch den Kuckuck drauf.
Es hält sich also in Grenzen.

@ Tiefbohrer: Meinst du den Hahn Jens? den seh ich sowieso morgen in Waschleithe und frag ihn mal ob er seine mal mitbringt. Woher kennst dn den? Kennen wir eig uns???? :gruebel:
Übrigens die teuere Blende sieht so aus, als ob der Schieber nicht reinpasst und nur angelehnt ist.
Kann aber auch an der Perspektive liegen.
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Nobi »

Hier sind gerade ein paar Blenden im Angebot und auch ganz nette Bilder dazu zu sehen: http://www.miners-lamps.com/verkauffrosch.htm
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von markscheider »

Unterschiedliche Schieber, aber beide als Freiberger bezeichnet - was sagst Du als Experte?
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Nobi »

markscheider hat geschrieben:Unterschiedliche Schieber, aber beide als Freiberger bezeichnet - was sagst Du als Experte?
Experte bin ich nicht aber bei der Order-Nr. FT43 würde ich eher behaupten, dass es sich um eine Schneeberger Blende handelt.
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Geißler »

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Zuletzt geändert von Geißler am Mo. 07. Sep 15 20:20, insgesamt 1-mal geändert.
Glück Auf!
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Re: Vorstellung und ein paar Fragen zu Paradeblenden

Beitrag von Geißler »

Ludewig hat geschrieben:Hier mal einige Aufnahmen einer "Eigenbaublende". Das Teil ist bei uns im Bergbauverein in Kleinserie, glaube so 10 Stück, entstanden. Der Arbeitsaufwand und die Kosten für Material sind schon enorm, allein das Messingblech! Die Vorrausetzung für den Bau ist erstmal ne ordentliche Werkstatt, Geschick des Handwerkers und entsprechende Kenntnisse und selbst das reicht manchmal nicht aus!

Der "Kuckuck" ist dazu gekauft und muss, damit dieser ordentlich funktioniert, auch umgebaut werden. Da hier das Verhältnis von Dochtstärke und Länge unbeachtet blieb und daher sehr schlecht brennt. Außerdem besteht der "Kuckuck" nicht aus einer Kugel sondern aus zwei 3/4 Kugelhälften. Dies resultiert aus der Herstellungsart im Gürtlerhandwerk. Der Bauch des "Kuckuck" wird dabei auf einer Drehbank gedrückt und wird dadurch nie die Form einer Kugelhälfte annehmen.
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Das bei allem Aufwand dann noch der "Eigenbau" preiswerter als eine handelsübliche Nachfertigung sein soll, ist eher wunschdenken! Auch wenn das unten zu sehende Teil sicher nicht perfekt ist, kann es sich dennoch als akzeptabler Nachbau und das als funktionierender Nachbau sehen lassen. Die Blenden entstanden alle im Rahmen des Projektes "Bergkittel" und eine weitere Serie ist in Bau. Diesmal offene Blenden mit Schwarzblech ausgekleidet.

Wenn unser Elektriker, der Erbauer der Blendenserie nur mal annähernd die Arbeitszeit je Blende aufrechnet und noch Materialpreise dazu nimmt kommen gut 300 Euro je Stück zusammen! Das entspricht auch den nachgebauten Blenden die es in Freiberg zu kaufen oder besser als Anfertigung bei der Fa. Reichelt gibt. Man sollte sich die Sache mit dem Nachbau gut überlegen!
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Glück auf! Lutz Mitka
Glück Auf und gleich mal ein Hinweis zum Bild. Die Kreuzschlitzschrauben zur Befestigung des Hakens sind ein schlimmer Stilbruch, auch wenn die Blende als Nachbau ansonsten durchgehen kann. Eine Frage noch zum Problem des "Glases". Viele der in Museen ausgestellten Freiberger oder Schneeberger Blenden haben tatsächlich das als Thüringer Waldglas" (niedrigschmelzende; naja, im Bezug auf heutiges Duran-Glas) bekannte blasenhaltige und unterschiedlich dicke Glas als Schutzscheibe. Eine Handlampe aus dem Bayrischen, so um 1800, hatte ein Scheibenfragment aus Marienglas (Gips). Andererseits habe ich auch schon Glimmerscheiben (allerdings nicht so ganz hell bzw klar, als Scheiben gesehen.
Was könnte das erste für Blenden verwendete Fenstermaterial gewesen sein und gibt es dafür belastbare Belege? Die Frage geht nicht nur an Nobi...

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