Spendenaufruf - Helft bitte mit!!

... für den Rest, der sonst nicht passt.
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taubes_Gestein
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Beitrag von taubes_Gestein »

Noch in diesem Jahr soll auf dem ehemaligen Schacht 42 in Johanngeorgenstadt ein kleiner Holzförderturm aus den Anfangsjahren der Wismut ORGINALGETREU wieder aufgebaut werden.

Leider ist die Finanzierung noch nicht gesichert!!!

Deshalb werden Spenden auf folgendes Konto erbeten:
Empfänger: Stadt Johanngeorgenstadt
Konto: 3990832009
BLZ: 870 560 00
bei der Sparkasse Aue- Schwarzenberg
Kennwort: Kumpeltreffen


Eure Meinung, brauch man das? Unterstützt ihr sowas?
Nightmare

Beitrag von Nightmare »

Das werde ich mit Sicherheit nicht unterstützen. :(

Sowas hat weder mit Denkmalpflege etwas zu tun noch mit geschichtlicher Aufklärung, sondern ist nur ein weiteres Beispiel, wie das Erzgebirge zum weltfremden Disneyland gemacht wird. Existierende technische Denkmale über und unter Tage werden zerstört und über Tage baut man dann wieder irgendwelches aus dem Zusammenhang gerissenes Zeug auf oder frevelt in Besucherbergwerken heftig an denkmalgeschützter Substanz herum.

Hat die Wismut nicht genug Geld, was sonst nur sinnlos verbuddelt wird, um mal ein Holzfördergerüst samt dazugehöriger Kaue für den Haspel in die Landschaft zu stellen? Da würden wenigstens mal bauliche Werte geschaffen, statt Kahlschlag zu machen.

GA
Nightmare
darkjedi
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Beitrag von darkjedi »

Hallo taubes Gestein,

Ich kenne den Aufruf und habe ein zwiespältiges Verhältnis dazu. Auf der einen Seite soll an diese Epoche erinnert werden, anderseits siehe Zitat.

Existierende technische Denkmale über und unter Tage werden zerstört und über Tage baut man dann wieder irgendwelches aus dem Zusammenhang gerissenes Zeug auf oder frevelt in Besucherbergwerken heftig an denkmalgeschützter Substanz herum.


Nightmare, seh ich ebenfalls so. Leider sind für viele originale und erhaltenswerte Zeugnisse vergangener Zeiten keine Gelder vorhanden, bzw nur noch für den Abriß!
Zukünftige Generationen werden es uns nicht danken, auch wenn wir es uns nicht mehr anhören müssen.

dj - der sich fragt wie hier wiedermal ORIGINALGETREU ausgelegt werden wird? NIX SPENDE!
AlexanderP
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Beitrag von AlexanderP »

hierbei sieht man, das solche Aktionen nicht im Interesse der Denkmalerhaltung- oder Pflege sondern im Interesse einiger Kapitalisten unternommen werden, die noch durch das Volk finanziert werden sollen. Obwohl ich speziell diesen Fall nicht kenne, schließe ich mich aus Prinzip der Meinung von darkjedi und Nightmare an. Außerdem bin ich grundsätzlich gegen die touristische Kommerzialisierung von Bergbau- und Naturdenkmälern da nicht nur die Objekte selbst sondern auch die gesamte Landschaft durch die Unbewusstheit der anreisenden Touristenmassen beeinträchtigt wird. Beispiel: Saalfelder Feengrotten
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Nobi
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Beitrag von Nobi »

ich möchte mich darkjedi und nightmare anschließen. in diesem forum gibt es leute, die seit langer zeit versuchen, mit eigener hände arbeit und geringen finanziellen mitteln bergbauzeugnisse zu erhalten. ich habe davon einige in thüringen kennengelernt. denen würde ich eher was spenden.

was mich prinzipiell etwas wundern: bei den höfos gibt es einen anderen zusammenhalt. wenn der eine etwas hilfe braucht beim vermessen, sichern etc., dann schreibt er eine mail und sorgt für einen platz, an dem man die isomatte ausrollen kann und dann kommen (fast) alle, um unentgeldlich mit anzupacken. so etwas scheint es bei den kleinen vereinen, die gruben erhalten, scheinbar nicht zu geben. warum eigendlich nicht?
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taubes_Gestein
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Beitrag von taubes_Gestein »

Nicht das ihr denkt ich bin Mitglied bei diesem Verein, der den Spendenaufruf gestartet hat. Ich hab das "Flugblatt" am letzten Samstag beim Wismutkolloquium aufgeschnappt!

Johanngeorgenstadt ist doch als Stadt industriell und gesellschaftlich auf dem Abstiegsgleis. Daher wird mit allen Mitteln auf den Tourismus gesetzt. Aber ob deswegen extra noch mehr Touris kommen, das sind Wunschvorstellungen!! Der Pferdegöpel trägt sich finanziell ja jetzt schon kaum.

Ich selbst bin hin und hergerissen in meiner Meinung dazu.
Das ganze Projekt kann genauso gut in den bergbaulichen Kitsch abdriften.
Beim Bau kann die noch intakte Schachtmauerung aus den letzten Jahrhunderten Schaden nehmen.

Wer weiss wie lang der Förderturm Schacht 15 2b in Schlema noch existiert, der steht ja schon seit den Zeiten des ehemaligen Uranbergbaus. Sowas ist erhaltenswert, sowie das Schachtgerüst 371. Das sind reelle Zeugen am orginalen Standort. Alles andere ist ja schon gefallen!!
Aber in Johannstadt heissts was geht mich Schlema an.

Andererseits wird so ein Teil doch nicht die Welt kosten, es soll ja bloss der Förderturm gebaut werden, die werden kaum reelle Förderung simulieren! Es würde sich gut mit dem Pferdegöpel ergänzen. Dort sieht man die Technik des Mittelalters, beim Förderturm den technischen Fortschritt. Für Touris verständlich aufgearbeitet und dargestellt!

@Nobi: Viele Bergbauvereine werden in Konkurenz zueinander stehen, jeder will das schönere Bergwerk haben. Da herrscht die Angst das eigene Ideen von den anderen weggeschnappt werden. Die besucherbergwerke müssen mittlerweile auch um jeden einzelnen Besucher kämpfen.
Bei den Höfos ist der kommerzielle Gedanke nicht so ausgeprägt, bei den Bergwerken heissts "unser" Bergwerk!!
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Nobi
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Beitrag von Nobi »

Viele Bergbauvereine werden in Konkurenz zueinander stehen, jeder will das schönere Bergwerk haben. Da herrscht die Angst das eigene Ideen von den anderen weggeschnappt werden. Die besucherbergwerke müssen mittlerweile auch um jeden einzelnen Besucher kämpfen.
Bei den Höfos ist der kommerzielle Gedanke nicht so ausgeprägt, bei den Bergwerken heissts "unser" Bergwerk!!
es gibt auch vereine, die nicht unbedingt auf massentourismus setzen sondern nur fachinteressierte ansprechen wollen. die kämpfen sicherlich nicht gegeneinander, sondern nur darum, die sachen zu erhalten. darum geht es doch den meisten leuten hier im forum auch und viele haben erfahrungen gesammelt, die sie nicht nur theoretisch weitergeben können und ggf. wollen. ich denke, man sollte mal darüber nachdenken. manchmal werden eben einfach nur helfende hände gebraucht :)
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Roby
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Beitrag von Roby »

Zitat:
"... Sowas ist erhaltenswert, sowie das Schachtgerüst 371. Das sind reelle Zeugen am orginalen Standort. Alles andere ist ja schon gefallen!! ..."

Oder wird fallen - wie die Spitzkegelhalden in Ronneburg. :(
Vielleicht wird es dann in 10 Jahren heißen, daß Geld gesammelt wird um die Halden wieder nachzubauen ...
Aufn stollen zu fahren sol jedermann frey sein, doch das es mit bescheidenheit und zu gebuhrlicher zeit geschehe. (Joachimsthaler Berggebräuche, 16. Jht.)
darkjedi
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Beitrag von darkjedi »

Hier mal der Aufruf.


Sollte es so verwirklicht werden, finde ich dieses Projekt äuserst lieblos, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Man kann das nicht so bauen, ohne Zusammenhang. Da fehlt mindestens das Maschinenhaus, von anderen Wirtschaftsgebäuden ganz zu schweigen.

Imho nützen solche Leuchttürme keinen etwas. In ein paar Jahren fehlt das Geld dann zur Unterhaltung, woran jetzt noch niemand denkt.
Bild

Aber ich will auch keinen abhalten sein Geld zu spenden.

dj :rolleyes:
Kaj_Todt
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Beitrag von Kaj_Todt »

taubes_gestein: "...Viele Bergbauvereine werden in Konkurenz zueinander stehen, jeder will das schönere Bergwerk haben...."

Bevor du solche Behauptungen aufstellst, solltest du die Satzungen der einzelnen Vereine mal lesen, denn dann wird dir klar, WARUM manche Vereine überhaupt existieren.
Die Beweggründe sind da bunt gemischt: da gibt es die Leute, die wirklich Bergbau erhalten wollen, und so darstellen, wie er war, aber zu wenig Fördergelder bekommen; dann gibt es die, die voll auf Glamour setzen, die dafür auch Fördermittel bekommen, so das diese Besucherbergwerke feucherverzinkte Treppen und Geländer samt popiger Neonbeleuchtung schmücken; und dann gibt es noch die, die hier mal was machen, es sich dann doch wieder anders überlegen, und dann passiert lange nichts, aber vorhandene Mineralien werden auf jeden Fall schon mal abgebaut. Diese Gruppen lassen sich dann auch noch mischen, und schwups, hat man einen buntgemischten Haufen von Vereinen, deren Ziele aber meist unterschiedlich sind, so das man nie pauschal sagen kann: "Die Bergbauvereine...", sondern es lohnt sich der genauere Blick, und die Differenzierung...
taubes_Gestein
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Beitrag von taubes_Gestein »

In mehreren Gesprächen kam aber immer bei mir der Neidfaktor rüber. Ala..: die ham das, wir wollen das auch,
..wo ham's das schon wieder her.. und und!!

Satzungen sind immer gut, aber wie es dann mit der reellen Umsetzung ausschaut, das ist ein zweischneidiges Schwert. Das ist bei jeder Art von Vereinen so. Im Endeffekt müssen doch immer wieder mögliche Kompromisse eingegangen werden.
Am Anfang ist man voller Tatendrang, wird aber im Nachhinein durch soviel gebremst, sei es auch Resignation und Geldmangel!

Aber ist es nicht so, je "schöner" ein Bergwerk ist, um so mehr Besucher bekommt es. Und darum gehts ja heute nur noch noch. Ist ja auch verständlich, nur durch hohe Besucherzahlen ist das "Überleben" des Bergwerks gesichert. Dümpelt eins nur noch so vor sich her und das in der Nachbarschaft läuft ganz gut.........!

Im Endeffekt gibts soviel Wunschdenken in den Vereinen, welches in keinem Bezug zur Realität steht, seiens die Kosten oder die Ausführung des jeweiligen Projekts. Aber träumen muss ja erlaubt sein und ist so schön!!

Wie auch immer.
Glück Auf Enrico
taubes_Gestein
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Beitrag von taubes_Gestein »

Weil an anderer Stelle schon nachgefragt wurde:

Der angestrebte Förderturm ist noch nicht gebaut, obwohl eigentlich noch 2004 geplant!
Die Finanzierung ist auch geklärt, es liegt nur noch am erzgebirgischem Winter, der ja da oben etwas länger dauert.
Er wird lt. Rücksprache tatsächlich gebaut und zwar noch dieses Jahr.
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