Torpedos in thüringischen Hohlbaue

... für den Rest, der sonst nicht passt.
Sven G.
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Beitrag von Sven G. » Mi. 23. Nov 05 9:11

@ bobo
... solche verlagerungen konnten nur vorgenommen werden , wenn die entsprechende Infrastruktur vorhanden war .
Böhlscheiben ist ein gutes Beispiel . direkt an der Strasse , Schrägaufzug, zwei Stollen . Das Material sollte ja auch irgendwann seinem Zweck zugeführt werden .
Woher hast du die Menge die du angegeben hast ?

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kapl
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Beitrag von kapl » Mi. 23. Nov 05 9:15

Und geht es um "meerschaum" oder nicht?

bobo
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Beitrag von bobo » Do. 24. Nov 05 5:05

Habe die Angabe von jemanden bei uns auf dem Forum. Schreibt auch Bücher und kommt aus der Schiefergegend :)
Geht um Anke z.B.

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Beitrag von kapl » Do. 24. Nov 05 9:37

Wenn es um Anke geht, dann musst du schon auf ein Bier in den Keller gehen. Verstehe dann den Zusammenhang mit Bergbau nicht!
GA
kapl

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Claudia
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Beitrag von Claudia » Do. 24. Nov 05 10:43

kapl hat geschrieben:Wenn es um Anke geht, dann musst du schon auf ein Bier in den Keller gehen. Verstehe dann den Zusammenhang mit Bergbau nicht!
GA
kapl
hm. ist anke nun eine wirtin oder warum muss man da bier trinken,
ich fürchte, meister kitzig hatte mit seiner torpedo-zählung recht... ;-)
Glück auf!
Claudia

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kapl
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Beitrag von kapl » Do. 24. Nov 05 10:57

Anke= weiblicher Vorname= Felsen/ Brauereikeller (Deckname)

bobo
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Beitrag von bobo » Fr. 25. Nov 05 2:05

@kapl:
Das stimmt so nicht:
U-Verlagerung, die: Abk. für Untertage-Verlagerung.
Der Begriff U-Verlagerung bezeichnet Objekte, in die im zweiten Weltkrieg Rüstungsbetriebe und andere Firmen mit militärwirtschaftlicher Wichtigkeit, bombensicher Untertage verlegt wurden.

U-Verlagerungen wurden mit Decknamen bezeichnet, dafür wurde folgendes Schema verwendet:

Gruppe 1 - U-Verlagerungen im Bergbau:
Für Schachtanlagen wurden als Tarnnamen Tiernamen (Dachs, Eber, Labrador, Löwe, Maultier, Ratte...) verwendet.
Für Stollenanlagen wurden Fischnamen und Reptiliennamen (Schlammpeitzger, Forelle, Hecht, Lachs, Salamander...) als Decknamen gebraucht.

Gruppe 2 - U-Verlagerungen in Tunneln:
Eisenbahn und Strassentunnel wurden mit Vogelnamen (Rebhuhn, Falke, Meise I, Goldammer, Dompfaff, Kauz, Buchfink...) bezeichnet.

Gruppe 3 - U-Verlagerungen in Festungswerken:
Als Tarnnamen wurden Bezeichnungen aus dem Pflanzenreich (Walnuss, Schachtelhalm, Ginster...) genommen.

Gruppe 4 - U-Verlagerungen in natürliche Höhlen:
Hier wurden numismatische Bezeichnungen verwandt (Krone, Taler, Heller....)

Gruppe 5 - Für U-Verlagerungen zu erstellende Neubauten:
Für Neubauten von Stollenanlagen wurden Namen aus der Gesteinskunde (Zeolith, Eisenkies, Malachit, Laterit) verwendet.

Gruppe 6 - Sonderbaumaßnahmen von U-Verlagerungen (Führerhauptquartier, U-Bootbunker etc.):
Hier wurden Vornamen (Diana, Nanni, Richard, Rita, Valentin) vergeben.

Weiterhin gab es ein eigenes Bezeichnungsschema für Ölanlagen und chemische Anlagen:
Schwalbe I - VIII: DhD (Dehydrieranlage) auf Steinkohlenteer Basis
Kuckuck I und II: Iso-octan- und Polymerisationsanlage (DhD - Dehydrieranlage)
Dachs I - IX: Schmierölanlage zur Verarbeitung von Rückständen der Erdöldestillation
Taube I und II: Krackanlage zur Verarbeitung von Rohöl oder zum Kracken von Ofenrückständen
Ofen I - XLI: Verlagerte Kleindestillieranlagen (Dispersed distillations plant)
Rost I - VI: Sammeldestillieranlagen, Umbau von Dampfkesselanlagen in stillgelegten Fabriken
Jakob I: Einfache Destillieranlage in Verbindung mit den Anlage “Ofen V - VIII” in “Taube II”
Meise: Katalytische Krackanlagen
Wüste I - XV: Anlagen zur Ölschieferverschwelung
Lack I - IX: Ligroin- oder Lackbenzinalnlagen für das Vorhaben “Lack auf Gasbasis”
Molch I - VI: Roh-Bi-Öl bzw. Roh-Di-Öl-Anlagen
Quelle: http://www.7grad.org/Exkursionen/U-Verl ... ungen.html

Die Informationen stammen aus dem Wichert und es wird angenommen, das evtl. so bei der Decknamevergabe vorgegangen wurde - ein Befehl fehlt bis dato - oder hat jemand schon mal was davon gesehen.

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gelöscht

Beitrag von micha2 » Fr. 25. Nov 05 5:06

Ich entschuldige mich hier nochmals bei "bobo"
Meine letzten Postings (hier) waren völlig überflüssig und kontraproduktiv!
Sorry Bobo!!!
Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind...
Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen...
Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt! (Günter Eich - Träume)

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Beitrag von kapl » Fr. 25. Nov 05 8:46

Gruppe 1-5 stimme ich dir zu!
Aber männlicher VN= Stahlbetonbunker
Weiblicher VN = Felsen/Brauereikeller

Wobei der weibliche Name wirklich umstritten ist ;)

GA
kapl

Ebenfalls von 7 grad:

Gruppe V: Neubauten
- Neubauten von Stollenanlagen: Decknamen aus der Gesteinskunde.
- Neubauten von Bunkern: Männliche Vornamen

Vorhandene Bunker hatten meist weibliche Vornamen.

Die Untertageanlagen aus den Bereichen Benzin, Öl- und Chemieverarbeitung und -herstellung hatten nochmals eigene Decknamen und Projektnamen, die nicht immer in das oben genannte Schema passten.


Doch auch hier gilt zu beachten: Keine Maßnahme ohne Ausnahme!
Decknamen wurden teilweise doppelt vergeben, oder ein und dieselbe U-Verlagerung hatte verschiedene Decknamen.

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Beitrag von bobo » Sa. 26. Nov 05 0:53

Soweit mir heute bekannt wurde, ist "Anke" der Denkname einer Sonderbaumaßnahme. Deshalb der weibliche Name
Gruppe 6 - Sonderbaumaßnahmen von U-Verlagerungen (Führerhauptquartier, U-Bootbunker etc.):
Hier wurden Vornamen (Diana, Nanni, Richard, Rita, Valentin) vergeben.
@micha2
Entschuldigung angenommen.

PS - vielleicht komme ich Euch hier als "Der Schatzsucher" vor - gut, ist auch Hobby von mir. Vobei es mir aber auch der Altbergbau inzwischen angetan haben. Klar wird man kein BZ oder ähnliches in einen der Gruben mit Deckname finden. Wäre ja auch doof. Wo würde man zuerst suchen !?
Deshalb möchte ich nochmal betonen, das ich auch an der historischen Geschichte des Bergbaues interessiert bin. Eigentlich alles, was unter der Erde liegt.

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Beitrag von sepp » Sa. 26. Nov 05 3:44

Auffi!
@Bobo:Sorry auch von mir.Aber deine Frage klang doch recht merkwürdig und auch ein wenig blöd.Wieviel Kühe passen in einen Schacht mit der Teufe X?Klingt auch doof,oder?
Ich war übrigens vor zwei Wochen in ner schönen Anlage in Frankreich.Die wurde von den Deutschen auch als UT-Produktion genutzt.
Willkommen im Ruhrgebiet,wo man Gesichter Fressen nennt!(Frank Goosen)

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Beitrag von kapl » Sa. 26. Nov 05 11:39

Wenn es sich um Colditz handeln sollte, ist es in der Tat rätselhaft warum dieser Name gewählt wurde!
GA
kapl
PS diese Anlage hatte wohl eine verfügbare Fläche von 4.500 m2
Aber Pittler aus Leipzig hat dort wohl nicht weiterproduziert. Die Anlage war kurzzeitig gesperrt.
Danach hatte diese Anlage 5.000 m2 und
Das Torpedoarsenal Mitte Rudolstadt war dort aktiv.
Nur ob die Anlage in Betrieb war?
Sie war vom 11.7. bis 9.11 gesperrt. Dann ab dem 9.11. auch wieder
Verstehe ich nicht!

Alle Angaben aus dem Wichert

bobo
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Beitrag von bobo » Mo. 28. Nov 05 4:55

Deckname Anke wirft deshalb noch Fragen auf.

Stefan Tiedtke
lernt noch alles kennen...
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Beitrag von Stefan Tiedtke » Mo. 23. Jan 06 22:34

Denke ich nicht, wird wohl eine interne Baubezeichnung der beteiligten Planungsbüros gewesen sein, wie sie oft bei Objekten ohne "zugeteilten" Decknamen zu finden ist. Zb. Porta: Stör 1+2 + Dachs 1 und dann noch Para, Hammerwerke, Pottwal usw. die letztendlich alle das Gleiche bezeichnen.


Glück Auf


Stefan Tiedtke

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Re: Torpedos in thüringischen Hohlbaue

Beitrag von elexx » So. 03. Mai 15 8:48

kapl hat geschrieben:Anke= weiblicher Vorname= Felsen/ Brauereikeller (Deckname)
kapl hat geschrieben:Wenn es sich um Colditz handeln sollte, ist es in der Tat rätselhaft warum dieser Name gewählt wurde!
Sorry fürs ausgraben des Threads - noch etwas zum Namen der U-Verlagerung, "Anke" bezeichnet keinen Frauennamen, sondern wirklich einen Fisch, somit stimmt doch die Decknamensystematik der Gruppe 1:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lachsforelle

Stollenanlagen: Fischnamen und Reptiliennamen.

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Re: Torpedos in thüringischen Hohlbaue

Beitrag von AUF Reviersteiger » So. 03. Mai 15 9:52

Moin,
sorry wenn ich meinen Senf dazu gebe, aber "Colditz" schreibt sich eigentlich Kolditz, nach dem gleichnamigen Berg in welchem die Anlage schlummert.

Glück auf!
Pit

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