Bergschaden Hettstedt/MZ

Wenn sich die Erde auftut. Informationen zu Bergschadensereignissen und Sanierungen.
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Fahrsteiger
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Bergschaden Hettstedt/MZ

Beitrag von Fahrsteiger » Sa. 21. Feb 09 7:09

Bergbau-Experten wollen die Hohlräume erkunden
Erdsenkung in der Gartenstraße in Hettstedt soll verfüllt werden
von VON ROMAN HAEUSGEN, 20.02.09, 17:44h, aktualisiert 20.02.09, 20:11h
HETTSTEDT/MZ. In Hettstedt ist wieder einmal ein Loch zu verfüllen. Die Erdsenkung in der Gartenstraße soll stabilisiert werden, der erforderliche Kostenaufwand wurde bereits im Haushalt berücksichtigt. Offen ist freilich, wie umfangreich die Höhlung ist, die im Bereich der Gartenstraße 4 entdeckt worden war. "Vor der Hacke ist es duster, sagt der Bergmann", meinte Gerhard Jost, Dezernent im Landesamt für Geologie und Bergwesen Halle, zur Frage des Gesamtaufwandes. "Wir werden diesen Bereich erst noch weiter erkunden müssen."
Bemerkbar gemacht hatte sich die geologische Verwerfung in der Hettstedter Gartenstraße im vergangenen Jahr. Die Bewohner des Hauses Nummer vier mussten sich plötzlich über eine Senkung wundern, die vor ihrer Garageneinfahrt entstanden war. Die Stadtverwaltung alarmierte das Bergamt, und der Schaden wurde erst einmal in Augenschein genommen.
Laut Jost handelt es sich um Auswirkungen des Bergbaus, der in diesem Bereich vor mehreren hundert Jahren betrieben wurde. Jost verwies auf den Zeitraum zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert. Wobei an dieser Stelle eine Besonderheit zu verzeichnen ist, wie sie im Bergbau in der Region sonst nicht anzutreffen war: "Das Kupfer-Schiefer-Flöz stand sehr steil", so der Dezernent. Üblich ist im Mansfeldischen eine relativ flache Lage des Flözes.
Etwa sieben Meter tief geht der ehemalige Abbau, wie bei einem ersten Abstieg festgestellt werden konnte. Einst war er verfüllt, doch hatte die Verfüllung nachgegeben, wodurch es zur Senkung kam. Angenommen wird nun, dass sich der ehemalige Flöz spitzwinklig zur Gartenstraße hinzieht - "wahrscheinlich unter der vorhandenen Bebauung hindurch", so Jost weiter. Es werde darüber spekuliert, ob weitere Hohlräume bestehen. Deshalb sind auch erst noch Erkundungen erforderlich. "Es gibt eben auch hierfür keine Unterlagen", verwies Jost auf das im Zusammenhang mit Altbergbau immer wieder zu verzeichnende Problem. "Man tappt im Dunkeln."
Der Schacht wurde im vergangenen Jahr erst einmal stabilisiert und gesichert. Eine große Eisenplatte deckt ihn ab. Jetzt gehe es darum, ihn unterirdisch mit Beton zu verfüllen, wie das auch schon an anderen Stellen in Hettstedt, beispielsweise am Weinberg, erledigt werden musste. Mittlerweile liegen dafür bereits ein Projekt und der insgesamt 800 000 Euro ausweisende Kostenvoranschlag vor. Diese Kosten werden bis zu 80 Prozent gefördert, in den Entwurf des städtischen Haushaltes wurden die entsprechenden Posten eingestellt.
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Re: Bergschaden Hettstedt/MZ

Beitrag von Askja » So. 02. Aug 09 21:38

Hallo Fahrsteiger,

wie sieht denn die neueste Entwicklung zu o.g. Standort aus?
Oder gibt es noch nichts Neues?

Ach so, noch folgende Frage: Was ist hier genau gemeint:
".... Jetzt gehe es darum, ihn unterirdisch mit Beton zu verfüllen, wie das auch schon an anderen Stellen in Hettstedt, beispielsweise am Weinberg, erledigt werden musste."


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Nobi
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Re: Bergschaden Hettstedt/MZ

Beitrag von Nobi » Mo. 03. Aug 09 6:35

Askja hat geschrieben: Ach so, noch folgende Frage: Was ist hier genau gemeint:
".... Jetzt gehe es darum, ihn unterirdisch mit Beton zu verfüllen, wie das auch schon an anderen Stellen in Hettstedt, beispielsweise am Weinberg, erledigt werden musste."
http://forum.untertage.com/viewtopic.ph ... erg#p80069
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Re: Bergschaden Hettstedt/MZ

Beitrag von Askja » Mo. 10. Aug 09 19:45

Hallo Norbi,

danke für deine Mühen, aber der Link betrifft nicht den Eingansbeitrag.
Wir sprechen hier von der Kleinstadt Hettstedt im Südharz, Mansfelder Land ...
In Hettstedt liegt die Wiege des Kupferschieferbergbaues, es gibt dort auch einen Weinberg mit nachweislichem Altbergbau auf Kupferschiefer sowie Abbau von Zechsteinkalk. Einbrüche sind hier keine Seltenheit, gab's schon zu hauf.

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