Zwickau

Wenn sich die Erde auftut. Informationen zu Bergschadensereignissen und Sanierungen.
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EnoM
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Zwickau

Beitrag von EnoM »

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markscheider
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Re: Zwickau

Beitrag von markscheider »

Naja, "direkt über" ist relativ. Der Schacht liegt ein paar hundert Meter weiter östlich. ;)
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EnoM
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Re: Zwickau

Beitrag von EnoM »

Vor Kurzem...
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Re: Zwickau

Beitrag von markscheider »

Die exakte Stelle ist hier
https://maps.google.de/maps?q=zwickau&l ... e&t=h&z=19 , die südlichste Garagenzeile. Leider war es schon zu Dunkel, um Bilder zu schießen. Ausführende Firma ist die Bergsicherung Sachsen. Der mir bekannte Schacht Kästner lag, wie gesagt, einige 100 m weiter östlich, Katasterriß liegt vor. Mir ist auch nicht bekannt, daß das Stkw Kästner zwei Schächte gehabt hätte.

Okay, i stand corrected - doch zwei Schächte. Passen kann es dennoch nicht, weil die Bergschadenstelle außerhalb des Kästnerschen Grubenfeldes liegt.
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Ausschnitt aus dem "Plan v. Zwickau u. Umgebung" von 1900 die "Straße nach Vereinsglück" entspricht der heutigen Planitzer Straße und die Straße an der Westgrenze des Grubenfeldes der Straße Am Fuchsgraben.
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Re: Zwickau

Beitrag von markscheider »

Ich habe mich jetzt weiter in die Sache reinvertieft. Die beiden Schächte des Stkw C.G. Kästner wurden 1903 geteuft und 1926/27 verfüllt, was bei einem so kleinen Grubenfeld nicht weiter verwundert. Lt. den Kollegen von der BerSi soll der infrage stehende Schacht auf Kupfer geteuft worden sein und auch nur 80 m erreicht haben. In den Erläuterungen zur CD des Zwickauer Steinkohlenbergbauvereines "Fotos aus dem Zwickauer Steinkohlenbergbau" heißt es: "der Ferdinandschacht hatte eine Teufe von 248 m und der Ernst-Kurt-Schacht eine Teufe von 282 m. Die Schächte lagen ca. 107 m von einander entfernt." Der oben von mir verlinkte "Plan von Zwickau" trägt das Ausgabejahr 1900, die beiden Schächte sind aber schon eingetragen. Allerdings beträgt hier der Abstand nur etwa die Hälfte (ich sitze am Laptop und kann nichts referenzieren oder exakt messen). Es gibt auf der CD ein Foto des Vereinsglückschachtes, von dessen Halde (jetzige Stadionhalde Westsachsenstadion) aus aufgenommen, auf dem im Hintergrund eigentlich die Gerüste der beiden Schächte zu sehen sein müßten. Das Foto soll etwa aus dem Jahre 1935 stammen. Es wäre theoretisch denkbar, daß sie zu dem Zeitpunkt bereits abgerissen waren. Allerdings sind alle diese Informationen sehr schlecht zuordenbar, da kaum eines der Fotos exakt datiert ist.

Auch auf Rissen und anderen Unterlagen aus den Jahren nach 1900 bis etwa 1950 ist an der Stelle kein Schacht eingetragen.

Insgesamt alles sehr verworren. Sicher wird niemand auf die Idee kommen, einen nicht vorhandenen Schacht aufzuwältigen.
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Die Katasteraufnahme nach der Bebauung, etwa um 1930. Die Tagesanlagen sind abgerissen und werden mit diesem Riss aus dem Kataster gelöscht. Leider ist der Schacht selbst nicht genau lokalisiert und auch nicht benannt. Die Hundebrücke schneidet den Weg Am Fuchsgraben ziemlich genau an der Schadensstelle, leider endet der Riss dort.
Die Katasteraufnahme nach der Bebauung, etwa um 1930. Die Tagesanlagen sind abgerissen und werden mit diesem Riss aus dem Kataster gelöscht. Leider ist der Schacht selbst nicht genau lokalisiert und auch nicht benannt. Die Hundebrücke schneidet den Weg Am Fuchsgraben ziemlich genau an der Schadensstelle, leider endet der Riss dort.
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markscheider
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Re: Zwickau

Beitrag von markscheider »

Ich glaube, jetzt hab ichs. Die "Freie Presse" führt hier alle in die Irre. Schon bei der Kupfergeschichte bin ich hellhörig geworden, denn im nicht allzuweit entfernten Bürgerschacht wurde beim Teufen gediegen Kupfer gefunden und wimre als "Unverhofft Glück Fundgrube" gemutet. Nun habe ich einen dazu passenden Text gefunden: "Die Teufarbeiten für den Bürgerschacht I des Aktienvereins der Zwickauer Bürgergewerkschaft begannen am 28.02.1842, Das in vielen einzelnen Etappen durchgeführten Teufen endete erst 1892 bei 414,8 m Tiefe. Die Verfüllung des Schachtes wurde 1961 abgeschlossen. Bei den Teufarbeiten wurden 1842 bei 83,0 m Teufe unregelmäßig geformten blechartigen Einlagerungen aus reinem Kupfer angetroffen. Die damaligen Untersuchungsarbeiten (Auffahren von 12 m Untersuchungsstrecke) wurden wegen zu geringer und zu unregelmäßiger Ausbildung der Einlagerungen wieder eingestellt. Die 1952/1953 durch den VEB Schachtbau Nordhausen erneut durchgeführten Untersuchungen bestätigten die Ergebnisse von 1842. Ein Abbau der Kupfereinlagerungen kam aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Betracht." Hier wird zwar nicht dargestellt, welcher Art und wo die Untersuchungsarbeiten waren, aber die Teufenangaben (83 vs. etwa 80 m) passen zusammen. Also mehr oder weniger ein besseres U-Gesenk.
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EnoM
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Re: Zwickau

Beitrag von EnoM »

....unser Mann von der Steinkohle! Schön, das Dich solche Presseartikel zum Recherchieren anreizen.
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Re: Zwickau

Beitrag von markscheider »

Foto nur von außen, Betreten verboten.
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Baustelle, Blick nach West
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Re: Zwickau

Beitrag von markscheider »

Zwei aktuelle Fotos. Betreten immer noch verboten, und selbstverständlich habe ich mich daran gehalten, nicht etwa in die Bude geschaut oder die alten Einstriche im Container gesehen.
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Baustelle fertig eingerichtet.
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Nun wird der Unsinn mit dem Kästnerschacht auch noch offziell gemacht.
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Uran
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Re: Zwickau

Beitrag von Uran »

Vielleicht weiß man es ja nicht besser. :D
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EnoM
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Re: Zwickau

Beitrag von EnoM »

Freie presse Anfang Februar 2014
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Re: Zwickau

Beitrag von markscheider »

Ein fachkundiger Kommentar.
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Re: Zwickau

Beitrag von EnoM »

Der Zwickauer Bergbau auf Kohle bekommt auch mal wieder Aufmerksamkeit.
Quelle Freie Presse...
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EnoM
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Re: Zwickau

Beitrag von EnoM »

Quelle Freie Presse
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Re: Zwickau

Beitrag von Uran »

Gewerke ab 16. Jahrhundert. Zusammenschluß der die Abbaurechte innehabenden Grundbesitzer. Wer kommt nur auf solchen Unsinn.:x Gewerke sind schon seit dem 12. Jahrhundert nachgewiesen und sind eben keine Grundbesitzer.
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Re: Zwickau

Beitrag von markscheider »

Gilt für den Zwickauer Steinkohlenbergbau.
Uran
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Re: Zwickau

Beitrag von Uran »

Mag ja sein. Der Junge schreibt aber das der Begriff im 16. Jahrhundert entstand. Der Begriff hat halt mit dem Zwickauer Steinkohlenbergbau nichts zu tun.
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Re: Zwickau

Beitrag von markscheider »

Du hast aber auch immer nur zu kritisieren.
Uran
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Re: Zwickau

Beitrag von Uran »

Nö. Ich stelle halt nur fest wenn jemand Unsinn schreibt. :)
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Re: Zwickau

Beitrag von markscheider »

Jetzt mal ehrlich - ich habe den Artikel letztes Wochenende in der Zeitung gelesen und bin ebenfalls über die Formulierung gestolpert. Es ergibt sich aber aus dem Kontext, daß das gemeint ist, was ich zuvor bereits schrieb. Und Norbert Peschke ist vielleicht kein Bergmann, aber doch ein ganz guter Kenner der Regionalgeschichte. Und er ist definitv kein 'Junge', sondern älter als du.
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Re: Zwickau

Beitrag von Uran »

Nu nemmers ober mol net fir ibel. Nein. Es ergibt sich nichts aus dem Kontext. Er schreibt: "Der alte Begriff Gewerke/Gewerkschaft entstand schon mindestens im 16. Jahrhundert und war ein Zusammenschluss der das Abbaurecht Innehabenden." Hab das mal abgekürzt damit du nicht wieder wegen der Grundbesitzer meckerst. Es ist falsch. Gewerken gab es schon im 12. Jahrhundert, er schreibt aber, das es mindestens im 16. Jahrhundert entstand. Möglich, das es bei den Zwickauer Kohlebauern so war. Aber der erste Teil ist allgemein gehalten und damit falsch. Es ist ja schön, das er Regionalhistoriker ist und Bücher schreibt. Gerade er sollte es also wissen.
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Re: Zwickau

Beitrag von markscheider »

Die ganze Artikelserie dreht sich nur um die Kohle.
Uran
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Re: Zwickau

Beitrag von Uran »

Die Einleitung ist aber allgemein und damit FALSCH. Das ist aber bei Historikern normal.
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