Kompass

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Bergamt Obernkirchen
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Kompass

Beitrag von Bergamt Obernkirchen » Sa. 13. Dez 14 13:00

Glückauf zusammen,
Folgendes Kompass ist mir heute in die Hände gefallen.

Kann mir jemand sagen, ob der ggf. mit Bergbau zu tun hat und falls ja, etwas zur Funktion?
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Glückauf,
Arne
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markscheider
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Re: Kompass

Beitrag von markscheider » Sa. 13. Dez 14 13:31

Die Kompassbüchse entspricht einem Hängekompass. Den unterbau habe ich zwar so noch nicht gesehen, könnte aber zu einer Bussole, gehören. Es fehlt die Visiereinrichtung.

Willy
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Re: Kompass

Beitrag von Willy » Sa. 13. Dez 14 14:29

Um des Markscheiders Aussage zu präzisieren...

Das ist eine Trommelbussole. Die Visur sollte sich in den Langlöchern des Zylinders befinden. Entweder findet sich da noch ein Spiegel oder Prisma zum "um die Ecke gucken" oder es ist eine einfache Kreuzvisur.

Bergbaubezug - Anwendung in der Markscheiderei. Zur Lageaufnahme übertage oder zur Absteckung von Achsen. Untertage ist ein Einsatz zwar auch möglich aber meiner Meinung nach unüblich dafür gibts das Markscheidezeug.

Es kann aber auch sein das es garnichts mit Bergbau zu tun hat. Hildebrandt Wichmann hat auch viel Militaria hergestellt. Kann also auch bei der Artillerie zum Einsatz gekommen sein.

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Re: Kompass

Beitrag von Bergamt Obernkirchen » Sa. 13. Dez 14 16:56

Hallo,
Danke für die Antworten.
Hab mir so etwas schon gedacht.
Glückauf, Arne

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Deistergeist
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Re: Kompass

Beitrag von Deistergeist » Sa. 13. Dez 14 17:17

Was er so alles findet... :o

Glückauf!
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Wandern wir den sichern Weg.

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Re: Kompass

Beitrag von Mannl » So. 14. Dez 14 10:06

Es könnte ein Modell vor der "Privatisierung des Werkes sein.
Im Logo steht später (in meinem Geologenkompass) "Freiberger Präzisionsmechanik" DDR.
Die Gradeinteilung ist in "gon" (400 gon = 360 °). Es wäre noch zu prüfen, ob "O" und "W" vertauscht sind, das ist beim Geologenkompass so.
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markscheider
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Re: Kompass

Beitrag von markscheider » So. 14. Dez 14 10:37

ich sag mal so: die Teilung ist gegenläufig, das spricht schon dafür, das E und W "vertauscht" sind.
Und gon (damals noch Neugrad) wurde per Erlass in den dreißiger Jahren eingeführt, die Umstellung der Instrumente dauerte aber bis in die fünfziger/sechziger an.

Am Logo erkennt natürlich jeder, wo das Teil herstammt, FPM hat nur den Schriftzug getauscht...

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Re: Kompass

Beitrag von Mannl » Mo. 15. Dez 14 9:36

"die Teilung ist gegenläufig, das spricht schon dafür, das E und W "vertauscht" sind."
Hatte ich übersehen :-( !

Der Verwendungszweck scheint aber immer noch nicht geklärt !?
Man könnte sich ja vielleicht direkt ans Werk wenden (gibt's die noch ?)

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Re: Kompass

Beitrag von axel » Mo. 15. Dez 14 10:21

Die Verwendung wird hier:

http://www.compassmuseum.com/geo/geo_d4.htm

unter dem Stichwort "Winkelkopf" erläutert.

Und hier:

http://www.gih.uni-hannover.de/fileadmi ... umente.pdf

gibt's noch paar Bilder.


GA axel
„Die Stadt Freyberg ist unter allen Meißnischen Städten wohl die größte,
und vor andern berufen, wegen der gesunden Lufft des Bergwercks…“
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Re: Kompass

Beitrag von markscheider » Mo. 15. Dez 14 14:53

Mannl hat geschrieben: Rich. Seifert & Co. Freiberger Präzisionsmechanik
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http://www.fpm.de/

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