Geleuchtlagerung

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Wilm
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Beitrag von Wilm »

Hallo,

eine Frage die sich mir stellt und vielleicht sich dem ein oder anderen gestellt hat:

- Wie lagere ich ein Geleucht (CEAG mit NiCd-Nasszelle) wenn ich dieses für die nächsten Monate nicht mehr verwende ? Puffere ich auf maximale Ladung oder lasse ich das Geleucht einfach stehen ???


Denn, wer will schon sein Akku "himmeln"

Glück Auf

Euer
Wimmi
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micha2
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Beitrag von micha2 »

Durch die hohe Selbstendladung sind die Akkus eh nach einigen Wochen leer. Am besten vor dem Einlagern noch voll aufladen und dann stehen lassen. Das ist laut (einer) Herstellerangabe bis zu einem Jahr problemlos möglich.
Bei längerer Einlagerung sollte man die Lauge entfernen und den Akku ausspülen und trocken einlagern.

Wenn man nicht allzuviele Akkus hat, kann man auch in regelmäßigen Abständen (1-2 Monate) einen Lade-Entlade-Ladezyklus durchführen.
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Michael Kitzig (†)
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Beitrag von Michael Kitzig (†) »

bitte, bitte NICHT TROCKEN LAGERN!!!!
Trocken lagern gilt nur für NEUE; UNGEFÜLLTE ZELLEN!!!!
Wenn die einmal mit Lauge gefüllt waren, wird man dieselbe nie vollständig entfernen können und es besteht die Gefahr, dass sich Krusten bilden, duch die die Separatoren zerstört werden.
Mna kann allenfalls (mach ich bei jahrelangem lagern)dest. Wasser nach dem spülen RANDVOLL einfüllen.
Man kann die Akkus aber auch einfach stehen lassen; das nehmen die auch nach Jahren nicht krumm, ganz im Gegensatz zu Trockenzellen.
Am besten ist dann die Lagerung in einer luftdicht abschließenden Mun.Kiste, damit kein CO2 ran kann.
Irgendwann wird man die Lauge sowieso wechseln müssen.
Wichtg wäre noch, die Anschlüsse zu säubern und leicht zu fetten, damit sie nicht korrodieren.
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micha2
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Beitrag von micha2 »

Zitat aus einer Wartungsanleitung:

"2. Lagerung
Zellen und Batterien sind sehr lange ohne Schaden lagerfähig,
wenn sie tiefentladen, entleert und gut verschlossen
sind.
Die hierfür vorgesehenen Räume müssen trocken und
kühl sein. Die Zellen dürfen keiner direkten Sonnen-
bzw. UV-Strahlung ausgesetzt sein."

Die Wartungsanleitung findet man hier

Anmerkung:
Ich hab das allerdings noch nicht getestet, da ich meine Akkus auch einfach gefüllt einlagere.
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Michael Kitzig (†)
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Beitrag von Michael Kitzig (†) »

... man beachte den Hinweis: "gut verschlossen"!
Und das sind die CEAG Zellen nun mal nicht, da die Kammerhoff Röhrchen immer ein offenes System darstellen und die Zellen nämlich dadurch langsam, aber sicher DOCH austrocknen.
Mir sind selber welche dadurch irreversibel gestorben.
Aber bei dir stellt sich doch das Problem der Langzeiteinlagerung gar nicht?
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micha2
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Beitrag von micha2 »

"Aber bei dir stellt sich doch das Problem der Langzeiteinlagerung gar nicht?"

Da ich zwischenzeitlich auch schon 7 Lampen habe, wirds auch bei mir schwierig alle dauernd zu benutzen :rolleyes:
So war's wohl ganz gut das man dieses Thema behandelt hat.
Wollte eigentlich 3 Akkus dauerhaft einlagern. Angesichts Deiner schlechten Erfahrungen werd ich's wohl lassen.

Gruß und Glück Auf
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OHo
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Beitrag von OHo »

@ MK2,
tief entladen bei NC Akkus ????
Schmeiß sie lieber gleich weg !!!
GA OHo.
Gast

Beitrag von Gast »

Tiefentladene Nasszellen sind kein Problem, einmal regenerieren (waschen, frische Lauge) wenn sie über ein Jahr standen, dann 2-3x mit doppelter Ampere überladen und ab gehts wieder in die Grube. So weckt man auch Tote. ;)
Sie sollten aber nicht all zu oft tiefentladen !
Trocken würde ich die aber auch nicht lagern wollen.
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Michael Kitzig (†)
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Beitrag von Michael Kitzig (†) »

Die sog. "Tiefentladung" verdient eine genauere Betrachtung:
es ist ein WESENTLICHER UNTERSCHIED, ob eine ganze Batterie (Reihenschaltung mehrerer Einzelzellen) oder eine einzige Zelle tiefentladen wird, d.h. definitionsgemäss auf 0 V.
Bei einer Batterie nämlich ist immer eine Zelle die mit der schwächsten Kapazität, weil die eben nicht alle genau gleich sind, und diese Zelle wird dann vom Reststrom der verbleibenden UMGEPOLT.
Das führt zur "internen Zersetzung", und die Zellen bekommen einen internen Kurzschluß und sind nicht mehr ladbar.
Allerdings ist dies nur der Fall, wenn die Batterie über einen Verbraucher entladen wird.
Durch bloßes herum liegen lassen, d.h. die Selbstentladung, ist ein schädliches umpolen NICHT möglich!
Auf jeden Fall sind gasdichte Zellen deutlich empfindlicher als offene Naßzellen.
Bei letzteren habe ich einen Schluß nur zweimal erlebt.
Man kann VORSICHTIG versuchen, einen Schluß "auszubrennen", d.h. mit einem nur für 1-2 Sekunden fließenden Strom von einigen 10er A, am besten von einem großen geladenen Elko.
Manchmal ist die betreffende Zelle dann noch zu retten, besonders, wenn die Tiefentladung noch nicht allzu lange her war und sich noch keine Kristalle und keine Korrosion gebildet haben.
Es kann allerdings sein, daß diese Zelle fürderhin eine recht hohe Selbstentladung aufweist und damit faktisch unbrauchbar ist, auch wenn sie sich im Moment wieder laden läßt.
In jedem Fall ist das einfache liegen lassen (besser: stehen lassen) von offenen NAßZELLEN, also z.b. CEAg Grubenlampe, auch über viele Jahre hinaus unbedenklich.
Die Zelle darf nur nicht richtig trocken werden und man muß bei Wiederinbertiebnahme den Elektrolyt tauschen.
Ich weiß von einem Fall, in welchem ein MLC 5.1 Akkusatz 25 (fünfundzwanzig)!! Jahre entladen gelegen hat und heute, nach Laugentausch, wieder volle Kapazität hat!
Wilm
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Beitrag von Wilm »

Erst mal Danke für Eure Antworten,

aber wie verfahre ich jetzt praktisch ???

Da ich die nächsten 25 Jahre ( da wäre ich 60) noch die eine oder andere, oder eher viele Befahrungen machen möchte, gehe ich einfach mal ein einer maximalen Pause von 2-3 Monaten aus.

Also, wenn ich Euch richtig verstanden habe: Geleucht (9.2) auf 3 Volt entladen, dann wieder voll laden und vor der Befahrung auffrischen ???

Grübel Grübel

Wimmi, der seine Klamotten schon wieder sauber neben dem Schrank liegen hat.
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Beitrag von micha2 »

"Also, wenn ich Euch richtig verstanden habe: Geleucht (9.2) auf 3 Volt entladen, dann wieder voll laden und vor der Befahrung auffrischen ???"

So mache ich das in der Regel mit meinem Einsatzgeleucht. Da geht jedenfalls nichts schief :D

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Joe
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Beitrag von Joe »

Moin,
was passiert eigentlich mit den Akkus, wenn man sie bei tiefen Temperaturen unter Null im Auto liegenlässt? Wann friert die Säure ein? Kann der Akku platzen?
Schöne Grüße
Joe
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Beitrag von micha2 »

Der Gefrierpunkt von Kalilauge liegt bei ca. -40°C.
Bis dahin sollte eigentlich nichts wesentliches passieren, außer das die Kapazität rapide abnimmt.
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Beitrag von Joe »

Danke für die Antwort.
Gruß
Joe
Gast

Beitrag von Gast »

Joe: So kalt wirds nicht mal in Stiepel :D
Wilm
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Beitrag von Wilm »

Hi Micha2,

dann werde ich mal am Wochenende auf 3.0V entladen und dann die vollen 14 Stunden mit 5.1V laden. Vielleicht werde ich die Zellen dann mit Tesafilm abkleben. Dann wäre zumindest das Kammhöferröhrchen halbwegs luftdicht.
Für die Kontakte ist mir "Trombotin" über den Weg gelaufen. Es handelt sich um laugenfestes Fett für Posaunen und Trombonen. Was man so alles noch in der Grabbelkiste liegen hat ???

Auf ein neues

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Wimmi
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Beitrag von micha2 »

Hallo Wimmi,
kurz noch was zum Laden der Akkus:
Am besten gehts mit einem Labornetzteil mit Strombegrenzung.
Ladespannung 5,0-5,1V Strombegrenzung auf 2-2,5A einstellen.
Dann nur Laden bis die Akkus zu Gasen anfangen. Im geladenen Zustand den Füllstand des Elektrolyts prüfen und gegebenenfalls mit dest. Wasser (wenige ml) auffüllen.

Eine ausfühliche Beschreibung zur Wartung und Pflege findest Du hier:
Das strahlende Geleucht

Gruß Micha2
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Beitrag von Wilm »

Hi Micha,

das strahlende Geleucht war doch Pflichtlektüre ;)

Zum Laden nehme ich ein prozessorgesteuertes HP 4-fach Netzteil. Eingestellt auf 5.1V, Strombegrenzung auf 1 A. Bei unterschreiten des Ladestroms von 0.2 A, abschalten.

Gruß
Wilm, alias
Wimmi
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