ex-geschütztes Kameraequipment ?

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andredigital
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ex-geschütztes Kameraequipment ?

Beitrag von andredigital »

Guten Tag,

ich bin ziemlich fachfremd was das Thema "Untertage" betrifft und hoffe hier auf eine Antwort zu stoßen?!

Ich bin Kameramann und diskutiere derweil mit Kollegen folgendes Szenario:
Ein Dreh soll Untertage in einer "explosionsgefährdeten" Umgebung stattfinden. Uns als Drehteam ist vom Experten vor Ort (Brandschutzbeauftragter ?), die Auflage gemacht worden, für den Dreh ausschließlich Kamera- Ton- und Lichttechnik einzusetzen, welche "ex-geschützt" ist.
Ist es ausreichend die Kamera in einem Unterwassergehäuse unterzubringen? Nach meinen Infos ist hier (Kunststoffgehäuse) die Elektrostatik ein Problem. Gibt es spezielle Kameras/Gehäuse die zugelassen sind oder Verleihfirmen wo diese Technik zu beziehen ist?

Über Tips & Infos bin ich dankbar!

Mit besten Grüßen,
André
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MichaP
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Beitrag von MichaP »

oh je. ich fuerchte du hast ein echtes problem. ein unterwessergehaeuse stellt zwar mit sicherheit einen ex-schutz dar, ABER nicht auf dem papier.
EX-schutz fuer den bergbau heisst GEPRUEFT. und das zu pruefen kostet pro geraet (schon fuer eine einfache lampe schon ein paar tausender) richtig schotter. unterwassertechnik schon eine idee, dann braucht ihr eine sondergenehmigung vom zustaendigen bergamt PLUS die zustimmung vom bergbaubetrieb (was ihr kaum bekommen werdet).
ich denke das eine nachfrage bei der RAG bzw. der DSK, wie die denn zu ihren pressefotos und filmen kommen und welche technik genutzt wird im bezug auf den ex-schutz, eventuell weiterhelfen koennte.
also wenn ihr nicht gerade ein hollywood budget habt wird es schwierig.

leider, leider, leider...

wenn du was weisst waere ein tipp super, da waeren bestimmt viele hier dankbar.
Glück auf!

Michael
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Friedolin
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Beitrag von Friedolin »

na da habt ihr wirklich ein riesen problem, ex-geschützte fototechnik hab ich noch nie gesehen, zu film hab ich keine berührung.

also eine einzelzulassung eines uw-gehäuses ist erstmal seeehr teuer, wie MP schon schrieb, 2. nicht in kurzer zeit möglich u. 3. braucht ihr alle konstruktionsunterlagen vom uw-gehäuse (zeichnungen, materialbeschaffenheit, verarbeitung....)

da wäre es sinnvoller über einen anderen drehort nach zu denken. es gibt genügend möglichkeiten untetage zu drehen ohne gleich in ibbenbühren auf die 1800er zu fahren.

was soll den konkret dargestellt werden, vielleicht fällt dem einen oder anderem dann ein möglicher drehort ein.
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andredigital
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Beitrag von andredigital »

Hallo,

schonmal danke für Eure Ideen zum Problem.
Wie gesagt handelt es sich um ein "Szenario", momentan also kein reeler Fall. Wir haben uns nur unter Kollegen die Frage gestellt was wäre wenn, also rein Interesse halber.
Ein Kollege hat mal gehört, dass bei einem Dreh (ca. 1999/2000) Untertage von der Betreiberfirma Technik gestellt wurde. Das war damals wohl eine (semiprofessionelle) S-VHS (spezial-)Kamera oder eine ältere 16mm Filmkamera zur Wahl.
Bei einer Spielfilmproduktion kann ja inszeniert werden und der Dreh natürlich in einer normalen Atmosphäre stattfinden. Im Bereich Dokumentar trifft unser "Szenario" schon eher zu.
Auch im Bereich Chemiefrabik kann es ex-Auflagen geben, auch dafür wäre die Klärung bezüglich einer vorhanden ex-geschützen Kamera-Technik interessant.


Gruß,
Andre
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Helmut
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Beitrag von Helmut »

Hallo Andre

also ich kenne einen Digitalen Foto der EX geschützt ist :

http://ecom-ex.de/d/presse/fachberichte/ex_cam_01.htm

Desweiteren gibt es meines Wissens nach von Sony ein Zertifikat das beschreibt, dass die Kameras keinen Zündfunken erzeugen. Vieleicht hilft Euch das weiter.

Des weiteren wäre noch u.U. ein Unterwassergehäuse aus Aluminium (wenns so etwas gibt) zulässig.
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Jörn
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Beitrag von Jörn »

Filmaufnahmen im Ex-Bereich? Wird in der Elektro-Bergverordnung geregelt. Wenn Ihr im Frischwetterbereich und nicht mehr als 150 m vom Schacht entfernt seid, braucht Ihr keinen Ex-Schutz - nur einen Sonderbetriebsplan (ich persönlich würde das über eine einfache Anzeige laufen lassen - aber das ist nunmal ermessen :roll: )
Sobald Ihr über 0,3 % CH4 habt, wird's brenzlig. Dann braucht Ihr, um Eure nicht-exgeschützte Technik einsetzen zu können, eine Ausnahme von der ElBergV, die Ihr - wie MichaP bereits erwähnt hat - nur schwerlich bekommen werdet...
Alle Angaben natürlich ohne Gewähr.

Auf dem Symposium "Alte Schächte - neue Technik" vor 14 Tagen wurde ein Vortrag über "Kamerabefahrungen in Explosionsbereichen" gehalten. Vortragender war der Geschäftsführer von Exxplore (http://www.exxplore.de/). Vielleicht werdet Ihr da fündig?

Jörn
"Das Bergamt braucht doch Wochen, bis es etwas genehmigt!"

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Beitrag von alterbergbau.de »

ist EX schutz nicht von ATEX abgelöst worden?

braucht man noch die Zone (0,1,2,3) ?


hier in dem katalog findest du eine ex-geschützte Digital-Kamera :
http://ecom-ex.de/pdf/Katalog_D_05.pdf
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Jörn
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Beitrag von Jörn »

@altbergbau
Jetzt machst Du aber ein Faß auf :D Manche brauchen halt länger, bis der Funke überspringt. Gerade beim Ex-Schutz scheint das in einigen Instanzen SEHR lange zu dauern! 8)
"Das Bergamt braucht doch Wochen, bis es etwas genehmigt!"

Götz George in "Böse Wetter", 2015
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Fahrsteiger
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Beitrag von Fahrsteiger »

Andre, frage bei der DMT in Essen nach. Sie haben EX-geschützte Videoausrüstungen. Es gibt auch eine digitale EX-geschützte Kamera da. Mit einer mechanischen Spiegelreflexkamera ist das fotografieren möglich. die dazu gehörenden Blitzgeräte halten die Schachtanlagen vor. Industriefotografen benutzen für das Ausleuchten der Grubenbaue Druckluftscheinwerfer und leuchten ca. 15 min vor der Aufnahme aus. Wasserdicht ist nicht EX-geschützt!! Beim EX-Schutz muss nach einer Explosion im inneren des Gehäuses der Druck entweichen können. Max. Explosionsdruck liegt bei 9,8bar. die Gehäuse sind mit > 10 bar geprüft.
Horst
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Waldschrat
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Beitrag von Waldschrat »

Fahrsteiger hat geschrieben:Druckluftscheinwerfer
Der erste April ist doch schon vorbei???
Wie soll das denn funktionieren?
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Björn
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Beitrag von Björn »

Waldschrat hat geschrieben:
Fahrsteiger hat geschrieben:Druckluftscheinwerfer
Der erste April ist doch schon vorbei???
Wie soll das denn funktionieren?
Gaaanz dickes Gehäuse (ex geschützt eben) und ein Druckluftanschluss.
Das geht wirklich.


Björn
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MatthiasM
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Beitrag von MatthiasM »

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sepp
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Beitrag von sepp »

Wie der Horst schon sagte,frag bei der DMT nach.
Dann steht du hinterher nicht vor verschlossenen Türen.
Willkommen im Ruhrgebiet,wo man Gesichter Fressen nennt!(Frank Goosen)
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Pochknabe
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Beitrag von Pochknabe »

die firma friemann & wolf hat z.b. ex-geschütze fotoleuchten - und blitzgehäuse hergestellt.


achim
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andredigital
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Beitrag von andredigital »

Danke für die vielen Vorschläge!
Original von Helmut: Desweiteren gibt es meines Wissens nach von Sony ein Zertifikat das beschreibt, dass die Kameras keinen Zündfunken erzeugen. Vieleicht hilft Euch das weiter.
Aha, ok, davon habe ich auch an anderer Stelle schon mal was gehört. Werde dem mal nachgehen. Ein Kameratechniker meinte zu mir, dass bei den neusten professionellen Kameras angeblich keine Zündfunkengefahr mehr besteht?!

Dass es generell CCD-Kameras mit ex-Schutz gibt ist mir mittlerweile klar, dass sind dann aber meist so ne Art Überwachungskameras und natürlich nicht so zu handhaben wie eine professionelle Schulterkamera (6-8 kg). Auch habe ich Lampen mit ex-Schutz gefunden.

Da wir an dem Thema (am theoretischen Fall) schon eine Weile dran sind, hatte ich vor Wochen schonmal bei der DMT angerufen; leider konnte man mir dort nicht weiterhelfen, wurde aber an die für diesen Bereich zuständige Firma Exam weiterempfohlen wo man am Telefon auch sehr bemüht und sehr freundlich war weiterzuhelfen. Doch auch dort keine verbindlichen Auskünfte speziell zu TV-Kameras mit Explosionsschutz.

( Wir haben in unserem Forum über Kameratechnik auch einen thread dazu, sind aber nicht weiter gekommen. Bei Interesse:
http://www.kamera-board.de/wbb2/thread.php?threadid=251 )

Gruß,
André
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Siggi
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Beitrag von Siggi »

Wie währs den mit ner Anfrage beim WDR. Die habe des öfteren Reportagen aus Abbaubetrieben gemacht. Meistens wenn Politiker oder Promis Untertage waren.

GA Siggi
Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt. (Die Ärzte sind hier >) http://www.beetpott.de Auch in 2013
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sepp
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Beitrag von sepp »

Richtig,Siggi.
Meines Wissens haben die die cam von der DMT,bin mir aber nicht sicher.
Auf jeden Fall war das Ding vom WDR keine Schulterkamera,sondern was kleineres.
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ulliweber
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Beitrag von ulliweber »

Du könntest Deinem Team auch vorschlagen, in dem alten Lehrbergwerk auf Ewald in Herten zu drehen. Da gibt es eine authentische Umgebung, aber kein Grubengas.
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andredigital
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Beitrag von andredigital »

Hallo,

danke für den Tip, werde die Location auf jeden Fall mal im Hinterkopf behalten. Solche Drehorte findet man ja sonst sehr schwierig wenn man sie braucht. Weißt Du wer verwaltungstechnisch dafür zuständig ist?

Grüße,
André
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MichaP
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Beitrag von MichaP »

meinst du die übungstrecke der grubenwehr, oder was?
Glück auf!

Michael
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AdM_Michael
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Beitrag von AdM_Michael »

Es ist wohl eher dieses gemeint :wink: :

Trainingsbergwerk der DSK
http://www.bergbau.de/pdf/traingsbergwerk.pdf
Ueber die oertliche Zuordnung kann man sich ja nochmal streiten.

Die Uebungsstrecken der Grubenwehren sind zwar auch interessant, aber fuer das Filmprojekt wahrscheinlich doch ungeignet. Der Realismus in Bezug auf Technik haelt sich meistens doch in Grenzen, da diese rein auf die Uebungen (vorallem 2h-Standarduebung) zugeschnitten sind.
StheToolking
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Re: ex-geschütztes Kameraequipment ?

Beitrag von StheToolking »

Explosionsgefährdete Untertagebereiche unterliegen der ATEX Richtlinie 2014/34/EU.
Dort wird im gruben geregelt, welches Equipment verwendet werden darf - und welches nicht.
Es können Geräte verwendet werden die nach ATEX Gerätegruppe 1, Kategorie Ma oder Mb zugelassen sind. In der Praxis gibt es drei Lösungsoptionen, die wir schon umgesetzt haben:

1. Man verwendet "normale" Kameratechnik mit freischaltbarer Spanungsversorgung.
Diese ist natürlich explosionssicher auszuführen
(z.B.: http://www.samcon.eu/de/produkte/ex-connection-rails/).
Zusätzlich muss ein Gaswarngerät mitgeführt werden, um bei Alarm die Ausrüstung Spannungsfrei schalten zu können. Das Vorgehen funktioniert nicht in jedem Bergwerk und muß mit dem Betreiber abgestimmt werden.

2. Stationäres Kameraequipment mit Bergbauzulassung verwenden.
(z.B.: www.samcon.eu) Hier gibt es Modelle die annähernd Broadcasting Qualität liefern.

3. Stationäres Kameraequipment mit Bergbauzulassung verwenden.
(z.B.: www.ex4all.de) Oft nur Handy-Qualität mit Festbrennweite...

Gruß.

www.samcon.eu
jamesmilner
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Re: ex-geschütztes Kameraequipment ?

Beitrag von jamesmilner »

guten Tag
Ich kann Nikon d3100 dafür empfehlen. Keine schlechte Kamera, um auf diese Weise Bilder zu machen.
Übrigens, überprüfen Sie bitte die Foto-Cam, die alles für Sie tun


Schöne Grüße
James
Zuletzt geändert von jamesmilner am Do. 31. Jan 19 9:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: ex-geschütztes Kameraequipment ?

Beitrag von Wolfo »

Bisschen älter, das Thema...
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