Fimmel und Peuschel

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Fimmel und Peuschel

Beitrag von Fundgrübner » Do. 05. Jan 12 14:39

GA
In einem Buch von 1895 über den Bergbau im Oberharz wird unter den dort üblichen Gewinnungsarbeiten - neben Schlägel und Eisen sowie Feuersetzen - die "Hereintreibearbeit mit Fimmel und Peuschel" erwähnt. Während ich Fimmel als eher langgezoges Abbaueisen, mehr als Keil interpretieren würde, kann ich mit "Peuschel" überhaupt nichts anfangen oder weitere Erläuterungen finden.

Frage(n):
1. Was ist ein Peuschel?
2. Was sind die Unterschiede zum Hammer (Gewicht, Stiellänge...)? Bilder?
3. Wo wurde der Begriff geprägt (Erzgebirge, Österreich, vielleicht sogar direkt im Harz) ?

Danke und Beste Grüße
Micromounter
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Pochknabe
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Re: Fimmel und Peuschel

Beitrag von Pochknabe » Do. 05. Jan 12 15:52

Peuschel oder Päuschel = Treibfäustel (auch Keilfäustel, Handfäustel). Gewicht zwischen 3,5 - 6 kg, Stiellänge 40 - 50 cm
Fimmel = Brecheisen. Eisen mit verstählter Spitze, Länge ca. 26 cm, quadratischer oder rechteckiger Querschnitt, Gewicht ca. 3 kg

Mit Hereintreiben ist das Gewinnen großer Massen durch Nutzung z.B. von Kluftflächen gemeint, in welche Keile oder Fimmel getrieben werden. Die Methode samt dem notwendigen Gezähe wird in den klassischen Lehrbüchern der Bergbaukunde aus der Zeit vor 1900 beschrieben. Den Begriff "Päuschel" für Treibfäustel habe ich nur im Lehrbuch von Köhler gefunden, welcher als Oberbergrat und Professor in Clausthal gewirkt hat.

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Fundgrübner
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Re: Fimmel und Peuschel

Beitrag von Fundgrübner » Do. 05. Jan 12 18:21

Naja, da hätte ich mir viel Sucharbeit sparen können, wenn das Wort im besagtem Buch mit "ä" geschrieben wäre.
Nun lassen sich einige gute Internetquellen finden. Ein Lexikon aus dem 18.Jh. gibt an: Päuschel --> Bauschel --> Bauschlegel .... Ich tippe auf Erzgebirge als Wortherkunft.

Vielen Dank
Micromounter

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