Mansfelder Schlotten

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Askja
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Re: Mansfelder Schlotten

Beitrag von Askja » So. 19. Feb 17 17:00

Hallo Wassermann,

danke für das Foto - es trägt zur Vorstellungskraft bei; ungefähr sowas hatte ich erwartet. Eben wie in vielen anderen derartigen Objekte auch.
Ich wußte eben nur nicht bzw. konnte mir es schlecht vorstellen, daß man Schächte des Cu-Schieferbergbau ebenfalls versucht hat diesbezüglich zu nutzen. Aber Anhydrit bieten sich an ....
Und ja, die Rüstungsindustrie ist ein gänzlich anderes geschichtliches Thema. Irgentwie stolpert man aber auch darüber.

zu Deinem Hinweis:
Wassermann hat geschrieben: PS: Vertrau bitte nicht so sehr dem Dr. Jankowski. Der hat ein riesiges Grundlagenwerk zusammengetragen. Aber bei der Fülle an Informationen auch etliche Ungenauigkeiten und Verwechslungen fabriziert. Allerdings gibt es bis heute kaum etwas Besseres, sieht man mal von den jüngeren Fachbeiträgen ab. Allerdings betreffen die immer nur Spezialthemen, so wie wir uns ja auch hauptsächlich mit Wimmelburg, Eisleben und den Schlotten beschäftigen. Dabei mussten wir uns jedoch angewöhnen, kaum bei Jankowski zu zitieren. Leider
Nein mach ich nicht, die von ihm herausgegebene Schriftenreihe (die kleinen Hefte) sind/waren aber etwas, was dem "nicht im Bergamt recherchierende" zur Verfügung stand/steht. Und die von Dir genannte CD im jüngst veröffentlichten Buch ist zahlenmäßig hinsichtlich der Schächte+Stollen umfänglicher als meine vorrätigen Heftchen. Allerdings hatte ich auch den Eindruck, daß auf der CD manchmal was anderen steht als in der Papierform. Die Muße für einen genaueren Vergleich hatte ich jedoch noch nicht - also den letzten Satz bitte nicht so genau nehmen.

Schönen Sonntag
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Re: Mansfelder Schlotten

Beitrag von Mops » So. 19. Feb 17 17:36

Hallo Askja,
zu den Helbraer Schlotten schau einfach mal hier nach:

http://www.kalkschlotten.de/deutsch/helbraer-schlotten/

Das sind aktuell die zweitgrößten Gipshöhlen in Deutschland...

Schönen Sonntag!
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Re: Mansfelder Schlotten

Beitrag von Askja » So. 19. Feb 17 17:55

Hallo Schlottenmops,

danke für den Link, er war mir bekannt und von daher stammte auch meine Frage - diese hast Du damit beantwortet.

Gibt es dazu eigentlich noch weitere Erkenntnisse? Ich meine Erkundungsstand, Gesamtbild, neuere Pläne etc. ? Oder muß sich alles auf die Auswertung historischer Unterlagen beziehen?

GA
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Re: Mansfelder Schlotten

Beitrag von Mops » So. 19. Feb 17 19:05

Hallo Askja,
an einer zusammenfassenden Veröffentlichung schreiben wir gerade; die wird dieses Jahr noch erscheinen... Eine Kurzfassung ist im Tagungsband zum IMW 2016 erschienen.
Bis auf ein paar mündliche (und spärliche) Berichte von älteren Kameraden stützen wir aus auf Achivrecherchen.
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Re: Mansfelder Schlotten

Beitrag von Mops » Sa. 25. Mär 17 1:20

@askja "Allerdings hatte ich auch den Eindruck, daß auf der CD manchmal was anderen steht als in der Papierform."

Das stimmt genau. Die genannte CD im stützt sich auf das Manuskript von 1979, hingegen hat G. Jankowski in seinen späteren "kleinen" Druckschriften (allesamt leider graue Literatur) einige seiner Irrtümer stillschweigend berichtigt (z.B. dass der Glückaufer Stollen in den Wimmelburger Schlotten ansetzt). Diese Überarbeitungen sind aber nicht in die Ausgabe auf CD eingeflossen. Ich vertrete folgende Auffassung. Die Publikation des Manuskriptes ist insgesamt zwar als verdienstvoll anzusehen, aber leider mangelt es an kritschen und dringend nötigen Kommentaren. Damit besteht leider die Gefahr, dass sich einige der Irrtümer von Jankowski (1979) in der Literatur auch weiterhin verfestigen.
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Re: Mansfelder Schlotten

Beitrag von Mops » Mi. 17. Mai 17 23:04

Aktuelles zum Thema vom 16. Mai 2017 hier im Forum:

viewtopic.php?f=1&t=7825&p=117355#p117355
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Re: Mansfelder Schlotten

Beitrag von Mops » Di. 30. Mai 17 0:29

Inzwischen hat sich auch einer der namhaften Geologen des ehemaligen Mansfeld-Kombinates, Herr Martin Spilker, in der Mitteldeutschen Zeitung (Lokalausgaben Eisleben und Hettstedt vom 23. Mai 2017) zu Wort gemeldet. Er beklagt die beabsichtigte Verwahrung der beiden Schächte T und W in Wimmelburg als eine unglückliche Entscheidung der LMBV (ex GVV), der aus mehreren Gründen zu widersprechen wäre. Spilker spricht sich dafür aus, die Wimmelburger Schlotten für Forschung und Lehre dauerhaft befahrbar zu halten und weist ferner darauf hin, dass sich nur durch ein Monitoring unter Tage (!) die Bergbaufolgen im Gipskarst für die Belange der öffentlichen Sicherheit in Zukunft hinreichend genau abschätzen lassen.
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Re: Mansfelder Schlotten

Beitrag von fotograf » Mi. 31. Mai 17 0:13

Sinngemäß äußerte sich Herr Martin Spilker zur Verwahrung der Schächte T und W in Wimmelburg folgendermaßen:

„In letzter Zeit ist immer öfter und immer deutlicher zu hören, dass die Eigentümerin des W-Schachtes und des dazugehörenden T-Schachtes in Wimmelburg, die LMBV (Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau Verwaltungsgesellschaft mbH in Senftenberg), den W-Schacht schließen und verwahren will. Dem kann man auf keinen Fall zustimmen, denn: der W-Schacht und auch der T-Schacht stammen aus der Bergbauphase des frühen 19. Jahrhunderts. Schon allein das wäre ein Grund sie zu erhalten, zumal es sonst in der Mansfelder Mulde um Eisleben und Hettstedt kaum noch Möglichkeiten gibt, den historischen Bergbau im Original zu sehen.
Die beiden Schächte stellen seit nun über 200 Jahren den Zugang zum Phänomen der schon im 18. Jahrhundert bekannten Wimmelburger Schlotten her. Sie entstanden durch Auflösung des Gesteins, das über dem Kupferschiefer liegt und stellen die größten Karsthohlräume der Mansfelder Mulde dar. Sie liegen in etwa 50 bis 100 Meter Tiefe unter dem Westteil der Ortschaft Wimmelburg und reichen im Bereich des V-Schachtes bis südlich der Bundesstraße B 80. Ihre wahre Ausdehnung ist nur näherungsweise bekannt, denn man kennt im Ortsbild von Wimmelburg außerhalb der heute bekannten Lage der Hohlräume zahlreiche alte Erdfälle, die auf den Verbruch ehemaliger Schlottenräume zurückgehen. Auch in den Schlotten selbst gibt es Hinweise für eine Verbindung zur Tagesoberfläche, z. B. durch Gerölleintrag oder Wasserzutritte. Das weist darauf hin, dass der Vorgang der Gesteinsauflösung, die Verkarstung, nicht stillsteht.
Ohne die Pferde scheu machen zu wollen, muss man feststellen, dass die Karsthohlräume im Bereich der Ortschaft Wimmelburg heute zwar standsicher erscheinen, aber langfristig immer wieder Überraschungen in Form von Geländeveränderungen an der Tagesoberfläche möglich sind. Daraus ergibt sich zwangsläufig, und das ist ein sehr wichtiger Grund, die Notwendigkeit, diesen Höhlenkomplex nicht nur von der Tagesoberfläche her unter Kontrolle zu halten, sondern auch die Möglichkeit zu erhalten, die Hohlräume direkt zu beobachten. Dann hätte man auch die Möglichkeit, sie für Forschungszwecke oder einen beschränkten Besucherverkehr gelegentlich oder regelmäßig zu befahren.
Streit wird es geben wegen der Trägerschaft für ein solches Unterfangen. Aber leichtfertig vom Tisch wischen sollte man es nicht. Auf alle Fälle sollten aber alle Heimatfreunde, voran die Heimat- und die bergmännischen Traditionsvereine, auch im Interesse der öffentlichen Sicherheit für diese Möglichkeit kämpfen.“
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Quidquid agis prudenter agas et respice finem

Tief unter dem Mansfelder Land - da liegt ein Schatz begraben ...

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