WISMUT - Niederlassung Königstein

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Norbert Kaiser
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Re: WISMUT - Niederlassung Königstein

Beitrag von Norbert Kaiser » Fr. 07. Apr 17 6:32

Wenn die Wismut baut...
Sächsische Zeitung (Ausgabe Pirna) vom 07.04.2017

Kerninhalt
- Grundsteinlegung für den Neubau eines Funktionalgebäudes mit Büros, Laboren, Umkleiden und einem Techniklager; Kosten ca. 9,3 Mill. €; Fertigstellung bis Mitte 2018; Abriss des alten Verwaltungsgebäudes ("gelbes Haus") ab 2020
- Neubau der Wasserreinigungsanlage bis 2020; konzipiert mit einer Betriebsdauer von 30 Jahren; derzeit Filterung von ca. 8 Milligramm Uran pro Liter Wasser; seit der Wende Weiternutzung von etwa 2.000 Tonnen Uran aus der Grube
- Fertigstellung der Abdeckung und Begrünung der Schüsselgrundhalde bis 2025
- bis Ende 2017 Einrichtung eines Sonderbereiches neben der Schüsselgrundhalde, auf dem künftig das im Schlamm gebundene Uran der Wasserreinigung endgelagert wird

GA, Norbert

Mannl
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Re: WISMUT - Niederlassung Königstein

Beitrag von Mannl » Di. 11. Apr 17 13:40

Ist auch auf der "Website" der Wismut GmbH vermerkt ....

Es wird bis 2045 geplant. Es sei wohl erst die Hälfte des Grubenhohlraumes überstaut.
Wie mit dem Rest verfahren wird ist nicht erwähnt.
Das dürfte noch spannend werden, wenn die verbliebenen Baue auch Uran liefern.
Werd ich nicht mehr erleben ... :)
Zuletzt geändert von Mannl am Di. 11. Apr 17 15:17, insgesamt 1-mal geändert.
Ehre dem Bergmann, dem braven Mann !
Glück Auf ! Mannl

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markscheider
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Re: WISMUT - Niederlassung Königstein

Beitrag von markscheider » Di. 11. Apr 17 13:50

Mannl hat geschrieben:Das dürfte noch spannend werden, wenn die verbliebene Baue auch Uran liefern.
Werd ich nicht mehr erleben ... :)
Das geht doch gar nicht, ist doch alles immoblilisiert.

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fraterminerals
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Re: WISMUT - Niederlassung Königstein

Beitrag von fraterminerals » So. 16. Apr 17 16:53

Der Niedergang vom Bergbau ist für die Betroffenen immer hart. In Königstein kann man nicht einfach ausfahren und die Grube fluten. Durch die Laugungsprozesse, ob nun durch die schwefelsaure Laugung aus früherer Zeit oder die pH-Wert Absenkung durch den Thiobacillus Ferrooxidans (der macht aus Fe-Mineralien+Wasser+Sauerstoff schönes saures Schachtwasser) läuft der Laugungsprozess einfach weiter. Kommt das saure metallangereicherte Schachtwasser aus tieferen Horizonten mit den Grundwasserleitern in Kontakt kann es mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Beeinflussung des Grundwassers mit spürbaren Folgen kommen. Daher erübrigt sich die Frage der Wirtschaftlichkeit einer ungewollten Urangewinnung.
Ich denke in Königstein wird sich mit dem Wissen dieser Zusammenhänge verantwortungsbewusst (und mit viel Geld) dieser Situation gestellt. Vor Fehlern sind wir alle nicht geschütz- besonders wenn es um die Lösung von Problemen geht die einmalig und weltweit neu sind. In Königstein wird es wohl noch einige Jahre "laugen".
Denn wie die Menschen Kinder nicht alle from/
also ist nicht alles nüzlich Gold/was gleist/
sondern die Probierkunst muß das reine nüzliche Gold
vom falschen gleissenden Golde
abscheiden/endecken/und an Tag bringen.
Probierbüchlein 1622

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MatthiasM
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Re: WISMUT - Niederlassung Königstein

Beitrag von MatthiasM » Mi. 19. Apr 17 13:01

Fachfrage vom Halblaien: Würde man mit dem Wissen heute eventuell nicht mehr fluten sondern ("ewig") weiter sümpfen oder versetzen?

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markscheider
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Re: WISMUT - Niederlassung Königstein

Beitrag von markscheider » Mi. 19. Apr 17 17:48

MatthiasM hat geschrieben:Fachfrage vom Halblaien: Würde man mit dem Wissen heute eventuell nicht mehr fluten sondern ("ewig") weiter sümpfen oder versetzen?
Mit dem Wissen von heute hätte man die zum Abbau vorbereiteten Blöcke damals gelaugt, anstatt schlagartig jede Gewinnungstätigkeit einzustellen. Diese Blöcke waren ~10 Jahre später Gegenstand der umfangreichen und kostenintensiven Immobilisierung, mit der versucht wurde, das Erz vor Lösung beim späteren Grubenwasseranstieg zu schützen. Im Labor hat es funktioniert, der Praxistest steht noch aus, da ja nicht höher eingestaut werden darf.

Versatz wäre möglich gewesen, allerdings sehr teuer und in Bezug auf die Uranfracht nicht zwingend erfolgreich, da das Wasser sich dennoch seinen Weg sucht. Weniger, sicherlich, aber langfristig dennoch. Das hat es übrigens auch bereits in den Zeiträumen vor der Aufnahme des Bergbaus getan.

So, wie es momentan aussieht, wird ewig weitergepumpt, weil die Genehmigung zum Einstau nicht erteilt wird.

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