"Reichen Zeche" vs. Montanregion Erzgebirge?

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Nobi
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"Reichen Zeche" vs. Montanregion Erzgebirge?

Beitrag von Nobi »

Mit Interesse verfolge ich die Bemühungen um die Bewerbung der Montanregion Erzgebirge als Weltkulturerbe. Trotz der anfänglichen Zurückhaltung des Freistaates Sachsen schien es jetzt so, als ob alle wichtigen Beteiligten an einem Strang und auch noch in die gleiche Richtung ziehen. Um so verwunderlicher ist es, dass ausgerechnet jetzt vom Rektor der Bergakademie Störfeuer kommt, der eines der bekanntesten Objekte, die "Reiche Zeche", nicht auf der Objektliste haben möchte. Das wäre ein herber Rückschlag für die Bemühungen und könnte sogar das Projekt in seiner Gesamtheit gefährden, zumal schon im Objektnamen "Lehr- und Forschungsbergwerk" enthalten ist, dass es sich um eine lebendige Einrichtung handelt, über die keinesfalls eine UNESCO-Käseglocke gestülpt würde.

Ich will hier keine großartige Diskussion lostreten aber ich bin der Meinung, dass man da zum montanhistorisch-interessierten Wutbürger werden könnte. Ich werde mich aus diesem Grund mit einem Leserbrief an die Freie Presse wenden (
http://www.freiepresse.de/SERVICE/FORMULARE/kontakt.php) und wer möchte, sollte dies auch tun (je mehr, desto besser). Wir haben schon mehrmal versucht, gemeinsam etwas zu bewirken (Bergmagazin Johanngeorgenstadt, Pochwäsche Freiberg, Eichbergstollen in Thüringen) und sind an anderer Stelle gerade wieder dabei.

Nun der entsprechende Abschnitt in dem erwähnten Artikel:

",Reiche Zeche' passt nicht ins Welterbe"
Für Rektor der TU Bergakademie Freiberg hält Baufortschritt dem Wachstumstempo nicht stand
.
.
.
Freie Presse:
Wird auch das einsetzende Berggeschrey noch mehr Betätigungsfelder für die Freiberger Universität bieten?

Bernd Meyer:
Natürlich. Ob Materialökonomie und Energietechnik oder die Forschungsmöglichkeiten in unserem Lehr- und Forschungsbergwerk "Reiche Zeche", wir stellen uns den Forderungen der Wirtschaft.

Freie Presse:
Sind Sie deshalb bei der Zuordnung der "Reichen Zeche" zur Objektliste für die Aufnahme der Montanregion Erzgebirge als Weltkulturerbe zurückhaltend?

Bernd Meyer:
Sie passt nicht ins Welterbe, da sie sich seit Jahrhunderten den Entwicklungen stellt. Um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden, müssen wir das Bergwerk weiter ausbauen, wenn auch ökologisch verträglich. Förderturm und Schachtanlage entsprechen nicht mehr den modernen Gegebenheiten. Zudem entstehen weitere Forschungseinrichtungen auf der "Reichen Zeche". Wir können über einen solchen Standort keine Glocke stülpen, damit er für die Welterbeliste taugt. Wir haben dort 200 hochwertige Arbeitsplätze. Grundsätzlich stellen wir uns aber der Aufnahme der Montanregion als Weltkulturerbe. Deshalb wollen wir unser Hauptgebäude an der Akademiestraße, den Schacht "Alte Elisabeth" und den Werner-Bau auf der Brennhausgasse als Objekte einbringen.

Quelle: Freie Presse, erschienen am 09.01.2012
Der Vollständige Artikel ist zu finden unter: http://www.freiepresse.de/LOKALES/MITTE ... 871436.php
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micha2
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Re: "Reichen Zeche" vs. Montanregion Erzgebirge?

Beitrag von micha2 »

Nobi hat geschrieben: Bernd Meyer:
Sie passt nicht ins Welterbe, da sie sich seit Jahrhunderten den Entwicklungen stellt. Um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden, müssen wir das Bergwerk weiter ausbauen, wenn auch ökologisch verträglich. Förderturm und Schachtanlage entsprechen nicht mehr den modernen Gegebenheiten. Zudem entstehen weitere Forschungseinrichtungen auf der "Reichen Zeche". Wir können über einen solchen Standort keine Glocke stülpen, damit er für die Welterbeliste taugt. Wir haben dort 200 hochwertige Arbeitsplätze. Grundsätzlich stellen wir uns aber der Aufnahme der Montanregion als Weltkulturerbe. Deshalb wollen wir unser Hauptgebäude an der Akademiestraße, den Schacht "Alte Elisabeth" und den Werner-Bau auf der Brennhausgasse als Objekte einbringen.
Hi Nobi,
ich kenne die Anforderungen/Auflagen für ein Weltkulturerbe nur sehr fragmentarisch, aber im wesentlichen wird's u.a. auf eine (wie auch immer gerartete) "Bestandsschutzregelung" rauslaufen. Für ein aktives Lehr- und Forschungsbergwerk mag es da durchaus sinnvolle Gründe geben, den Weltkulturerbestatus abzulehnen. Auf den ersten Blick kann ich in der Aussage also nichts Negatives finden.

Für eine vernünftige Bewertung fehlt mir aber das Detailwissen!
Evt. melden sich ja noch die Insider zu Wort.

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Nobi
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Re: "Reichen Zeche" vs. Montanregion Erzgebirge?

Beitrag von Nobi »

Hallo Micha,
auch ich stecke nicht so tief in der Materie. Allerdings war ich vor einigen Wochen erst in der "Reichen Zeche", habe also ziemlich frische Erinnerungen. Was mich stutzig macht ist dieser Satz:
Förderturm und Schachtanlage entsprechen nicht mehr den modernen Gegebenheiten. Zudem entstehen weitere Forschungseinrichtungen auf der "Reichen Zeche".

Was bedeutet das? Für mich hört es sich so an, als wollte man irgendwann die Abrissbirne rausholen und neben einem neuen Förderturm auch neue Gebäude errichten. Jetzt stellt sich die Frage, ob das genau dort nötig ist und ob es dann in Zukunft überhaupt noch einen Besucherbetrieb geben wird?
Es gibt in den Gewerbegebieten in FG und auch im Umfeld der "Reichen Zeche" genügend Möglichkeiten, neue Forschungseinrichtungen zu errichten (siehe http://maps.google.de/maps?q=reiche+zec ... e&t=h&z=17).

Die aktuellen Forschungen mit den untertägigen Laboren und auch deren Ausbau sind mit Sicherheit nicht von möglichen Einschränkungen durch das Welterbe betroffen. Der im Artikel genannte Werner-Bau oder das Gebäude in der Akademiestraße werden auch weiterhin genutzt und an die Gegebenheiten der jeweiligen Zeit angepasst werden. Wenn das nicht möglich wäre, dann müsste er auch diese Gebäude mit von der Liste nehmen.

Ich schätze mal den Rektor der BA so ein, dass er einen solchen Satz wie o.g. nicht einfach so sagt und es auch gewisse Pläne in den Schubladen gibt. Selbst ohne Montanregion würde ich Bauchschmerzen haben. Das sind aber meine Bauchschmerzen und die muss nicht jeder teilen. :)
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Ludewig
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Re: "Reichen Zeche" vs. Montanregion Erzgebirge?

Beitrag von Ludewig »

Ich verstehe die Sache so: Man hat bedenken das wenn ein Objekt zum Weltkulturerbe gehört, jegliche Erneuerungen und Modernisierungen im Rahmen des weiter auszubauenden Uni - Betriebes nicht mehr möglich sind, da ja die Grundsubstanz verändert wird, für die das Welterbe eigentlich ausgesprochen wurde. Deshalb sollte man nur Anlagen und Objekte einbringen wo aus Sicht des Denkmalschutzes nur Maßnahmen zur Substanzerhaltung durchgeführt werden, die keinen Einfluss auf den Welterbestatus haben, da sie konform mit diesem Status verlaufen.

Zu diesem allgemeinen Problem habe ich bis heute von den Initiatoren in Sachsen noch nie eine vernünftige Antwort gelesen oder erhalten!

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Nobi
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Re: "Reichen Zeche" vs. Montanregion Erzgebirge?

Beitrag von Nobi »

Der UNESCO-Schutz nutzt ausnahmslos die bereits bestehenden nationalen Schutzmechanismen (Gesetze) und hat selbst keinen bindenden Charakter. Das einzige Druckmittel, was die UNESCO hat ist das Streichen von der Liste (siehe Dresden, aber dort hat man auch „handwerkliche Fehler“ gemacht und den Konflikt bewusst gesucht).
Die aktuell für das Montanregion-Projekt vorgesehenen Objekte, also auch auf der „Reichen Zeche“, haben alle einen entsprechenden Schutzstatus. Bei der „Reichen Zeche“ sind z. B. die folgende Anlagen durch den Denkmalschutz geschützt:
  • Tagesgebäude am Schacht (ehemalige Dampfgöpelanlage mit Schornstein und Fördergerüst)
    angrenzendes Funktionsgebäude (Kauen)
    Steigerhaus
    die Erzrollen
    die Halde als Körper



Alle Baumaßnahmen an diesen Objekten, egal ob nun UNESCO oder nicht, müssen sowieso mit der Denkmalpflege abgestimmt werden. Eine behutsame Entwicklung mit Blick auf den wertvollen historischen Bestand ist also möglich und würde auch weiterhin möglich sein. Tradition und Moderne können sehr wohl nebeneinander existieren, wenn man es auch wirklich will und die Architekten werden sich mit entsprechenden Entwürfen überschlagen, falls diese benötigt werden.
Das Lehr- und Forschungsbergwerk „Reiche Zeche“ ist (neben der „terra mineralia“) der Tourismusschwerpunkt der Stadt und der Region und sollte es auch bleiben.

Wenn die „Reiche Zeche“ nicht mit auf die Welterbe-Liste soll dann steht zu befürchten, dass man auch den jetzt schon bestehenden Schutzstatus irgendwie aushebeln will. Beim Bergmagazin in Johanngeorgenstadt waren auch auf einmal alle verwundert, warum es nicht mehr auf der Denkmalliste stand und abgerissen wurde.

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Uran
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Re: "Reichen Zeche" vs. Montanregion Erzgebirge?

Beitrag von Uran »

Man wollte eigentlich den Förderturm samt Schachteinrichtung sanieren und bis auf den Rothschönberger Stolln fahrbar machen. Dem standen die heutigen gesetzlichen Regelungen entgegen. So mußte es bei einer Schachtsanierung light bleiben, um den Bestandsschutz nicht zu gefärden. Eine Komplettsanierung bis Rothschönberger hätte einen zweistelligen Millionenbetrag erfordert. Das überstieg das Budget der Lehrgrube.
1981 bis 1994 Schacht und angeschlossenes Grubenfeld werden bis Niveau 1. Sohle (- 150 m) bzw. Rothschönberger Stolln (- 230 m) aufgewältigt und mit technischer Ausstattung versehen, die den bis 1969 vorhandenen Zustand denkmalgerecht rekonstruiert und zugleich modernere technische und wissenschaftliche Ausstattung für die Universitätsausbildung neu hinzugefügt.
Eine Fahrung auf den Rothschönberger Stolln ist deshalb auch heute nur zu Fuß möglich.
ich bi noch aaner ven altn Schlog, on bleib aa, wi ich bi.
Kugel
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Re: "Reichen Zeche" vs. Montanregion Erzgebirge?

Beitrag von Kugel »

Ludewig hat geschrieben:Ich verstehe die Sache so: Man hat bedenken das wenn ein Objekt zum Weltkulturerbe gehört, jegliche Erneuerungen und Modernisierungen im Rahmen des weiter auszubauenden Uni - Betriebes nicht mehr möglich sind, da ja die Grundsubstanz verändert wird, für die das Welterbe eigentlich ausgesprochen wurde. Deshalb sollte man nur Anlagen und Objekte einbringen wo aus Sicht des Denkmalschutzes nur Maßnahmen zur Substanzerhaltung durchgeführt werden, die keinen Einfluss auf den Welterbestatus haben, da sie konform mit diesem Status verlaufen.

Zu diesem allgemeinen Problem habe ich bis heute von den Initiatoren in Sachsen noch nie eine vernünftige Antwort gelesen oder erhalten!

Glück auf! Lutz Mitka
Lieber Lutz,
Die Antwort zeigt, dass Du Dich leider damit nicht beschäftigt hast.
Und eine von Dir erwartete Antwort setzt eine Fragestellung voraus. Ich habe entsprechende Fragen von Dir bisher nicht erhalten. Eine Rückfrage in unserer Arbeitsgruppe, einschließlich bei Prof. Albrecht fiel auch negativ aus. Bei den vielen Veranstaltungen zum Projekt, beispielsweise warst Du ja auch in Dippoldiswalde, hast Du keine entsprechende Frage gestellt. .... Und dann in der Zeitung, im Netz oder hier im Forum entsprechende Aussagen treffen???

Nur als kleiner Hinweis: Die Fagus-Werke beispielsweise sind ein in Deutschland unter UNESCO-Schutz stehender Produktionsbetrieb, der ebenfalls ständigen Veränderungen hinsichtlich seiner Produktion bedarf.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fagus-Werk

Noch ein zweiter aktueller Hinweis an Uran: Eine maschinelle Fahrung (Alimak) zwischen der 1. Sohle und dem Rothschönberger Stolln wird gegenwärtig eingebaut.
Die Aussage "Dem standen die heutigen gesetzlichen Regelungen entgegen." ist falsch, richtig ist: Es gab hinsichtlich Bauausführungen Meinungsverschiedenheiten -
diese sind nicht dem Denkmalschutz anzulasten.
Wer also Rückfragen hat, kann mich gern kontaktieren.

Glück auf Kugel
Uran
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Re: "Reichen Zeche" vs. Montanregion Erzgebirge?

Beitrag von Uran »

Ich habe hier nur die Auskünfte eines Mitarbeiters des Bergamtes anläßlich einer Veranstaltung im Frühjahr in Marienberg wiedergegeben. Die Kritik ging hier auch nicht an den Denkmalsschutz, sondern an die aktuellen gesetzlichen Regelungen.
ich bi noch aaner ven altn Schlog, on bleib aa, wi ich bi.
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Ludewig
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Re: "Reichen Zeche" vs. Montanregion Erzgebirge?

Beitrag von Ludewig »

Kugel hat geschrieben:
Lieber Lutz,
Die Antwort zeigt, dass Du Dich leider damit nicht beschäftigt hast.
Und eine von Dir erwartete Antwort setzt eine Fragestellung voraus. Ich habe entsprechende Fragen von Dir bisher nicht erhalten. Eine Rückfrage in unserer Arbeitsgruppe, einschließlich bei Prof. Albrecht fiel auch negativ aus. Bei den vielen Veranstaltungen zum Projekt, beispielsweise warst Du ja auch in Dippoldiswalde, hast Du keine entsprechende Frage gestellt. .... Und dann in der Zeitung, im Netz oder hier im Forum entsprechende Aussagen treffen???

Nur als kleiner Hinweis: Die Fagus-Werke beispielsweise sind ein in Deutschland unter UNESCO-Schutz stehender Produktionsbetrieb, der ebenfalls ständigen Veränderungen hinsichtlich seiner Produktion bedarf.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fagus-Werk

Noch ein zweiter aktueller Hinweis an Uran: Eine maschinelle Fahrung (Alimak) zwischen der 1. Sohle und dem Rothschönberger Stolln wird gegenwärtig eingebaut.
Die Aussage "Dem standen die heutigen gesetzlichen Regelungen entgegen." ist falsch, richtig ist: Es gab hinsichtlich Bauausführungen Meinungsverschiedenheiten -
diese sind nicht dem Denkmalschutz anzulasten.
Wer also Rückfragen hat, kann mich gern kontaktieren.

Glück auf Kugel


Sehr geehrter Herr Kugler,

leider muss ich an einigen Ihrer Ausführungen eine Richtigstellung vornehmen.

Es ist vollkommen falsch das ich Teilnehmer in Dippoldiswalde oder anderen Veranstaltungen in den letzten 10 Jahren war! Ich habe mich 2002 zurückgezogen um privat, beruflich und familiär diverse Veränderungen vorzunehmen. Erst zum IMW 2011 habe ich wieder eine aktive Beteiligung aufgenommen. Um im Anschluss an den Vortrag zum Projekt "Montanregion Erzgebirge" auf dem IMW in Annaberg diverse Fragen zu stellen, reichte das vorhandene Zeitfenster nicht aus.

Vollkommen falsch ist auch Ihr Vorwurf, dass ich mich nicht mit dem Projekt befasse, vielleicht mehr als Ihnen lieb ist! Auch wenn ich wohlwissend und absichtlich keine Anfragen an Ihre Arbeitsgruppe stelle, so bedeutet das nicht, das ich mich mit dem Thema nicht ausführlich beschäftige und mich in entsprechender Art und Weise nicht kundig mache! Dazu gibt es von der Projektgruppe "Montanregion Erzgebirge" eine sehr ausführliche Internetplattform. Grund für die intensive Beschäftigung mit dem Thema "Montanregion Erzgebirge" und denen sich daraus ergebenden Fragen ist einmal der Umstand, das durch eine bauliche Veränderung der Welterbetitel für das Dresdner Elbtal aberkannt wurde und der Rückzug von Welterbeprojekten im Bereich von Explorationsgebieten durch die "Montanregion Erzgebirge" vorgenommen wurde um zukünftigen Problemen aus dem Weg zu gehen.

Weiterhin ist das von Ihnen vorgeschlagene Beispiel, die Fargus - Werke, eher ein Beispiel für die von mir in diesem Thread angesprochene Problematik. Bei den Fargus - Werken handelt es sich um eine innerhalb der denkmalgeschützten Bauhülle untergeordnete Produktionslinie. Veränderungen an Produktionstechnologien und Modernisierungen der Anlagen werden durch die denkmalgeschützte Bauhülle begrenzt und lassen nur bedingte Veränderungen zu.

Außerdem zähle ich mich nach wie vor zu den Befürwortern des Welterbeprojektes "Montanregion Erzgebirge" und werde das auch weiterhin mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten unterstützen. Dennoch werde ich mir auch weiterhin eine kritische Betrachtung bestimmter Punkte, besonders zukünftiger Probleme und damit verbunden eine öffentliche Wortmeldung von niemanden verbieten lassen! Wir leben in einem Land zu dessen Grundsätzen zur Zeit noch die Meinungsfreiheit gehört und von diesem Grundsatz werde ich auch weiterhin gebrauch machen.

Glück auf! Lutz Mitka
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Re: "Reichen Zeche" vs. Montanregion Erzgebirge?

Beitrag von Nobi »

Ach Mensch(en) - trinkt doch mal ein Bierchen zusammen und habt Euch wieder lieb

Schritt 1: :bier: Schritt 2: :hick: Schritt 3: :knu: und Alles ist gut :top:
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markscheider
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Re: "Reichen Zeche" vs. Montanregion Erzgebirge?

Beitrag von markscheider »

Das habe ich auch gerade gedacht, Du nimmst mir die Worte aus dem Mund!
:prost:

(Wenn hier schon einer einen andern siezt, dann ist es weit nei bös.)
Langer
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Re: "Reichen Zeche" vs. Montanregion Erzgebirge?

Beitrag von Langer »

Lieb sein !!!!!!!!!, ich dachte Ihr ward mal beim Du ??

Langer
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