Venediger Zeichen

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frank64
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Venediger Zeichen

Beitrag von frank64 » Mi. 21. Apr 10 20:56

Erst mal ein Hallo in die Runde.

Ich habe mal eine Frage zu den Venediger Zeichen.
Hier im Harz werden die immer mal wieder erwähnt. Meistens aber in Verbindung mit Märchen und Sagen.
Sind die denn auch wirklich irgendwo zu sehen?
Wie sehen die Zeichen aus?
Wonach muß man da suchen?
Wir haben am Wochenende ein Zeichen entdeckt, das mir aber sehr suspect ist.
http://picasaweb.google.de/lh/photo/BhU ... directlink

Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für mich, damit sich der Nebel um diese geheimnisvollen Zeichen etwas für mich auflöst :?

Vielen Dank und viele Grüße

Frank

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Ludewig » Mi. 21. Apr 10 22:28

Da hatte bestimmt jemand "lange Weile" oder die Kiste Bier musste alle werden! Der Art und Weise wie die "Zeichnung" erstellt wurde handelt es sich um ein neuzeitliches Relikt. Die gesamte Darstellung entspricht einem "Cartoon" aus unserer Zeit, war wohl ein Hartz IV - Empfänger..........

Glück auf! Lutz Mitka
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frank64
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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von frank64 » Do. 22. Apr 10 8:11


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Naheländer
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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Naheländer » Do. 22. Apr 10 17:22

Hallo,

ich bin zwar in diesem Bereich kein Experte, aber es gibt im Harz jede Menge solcher uralter Venediger- oder Mönchssteine. In anderen Gebieten werden diese Walenzeichen genannt.

Eine kurze Auswahl gibt es hier ganz am Schluss zu sehen.

Die Zeichen stammen eventuell zum größten Teil von venezianischen Schürfern die nach Glaszuschlägen gesucht haben (wie Braunstein, Manganerz etc.)) und/oder von Goldwäschern.


Weitere Literaturangaben dazu:

FISCHER, K. B. (1931) : Das Mönchsbild im Großen Mönchstale bei Clausthal - Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde. Jgh. 64. Seite 179 - 181. Quedlinburg.

FÖRSTER, H. & KÖHLER, G. (1992) : Zur Frage der Ersterwähnung des Mönchsstein bei Schierke. - Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde. Jgh. 43/44. 125 - 131. Braunschweig.

FÖRSTER, H. & KÖHLER, G. (1993) : Ergebnisse von Untersuchungen am Mönchsstein bei Schierke. -
Mitteilungsblatt der Nordharzer Altertumsgesellschaft für Archäologie und Denkmalpflege. Seite 8 - 21 . Wernigerode.

GROSSE, WALTHER (1932) : Die Venetianischen Goldsucher im Harz. - Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde. Jgh. 65. 2. Teil. Seite 1 - 13. Quedlinburg.

HERLITZE, GÜNTHER (1992) : Venetianer im Harz - Sage und Wirklichkeit. - Unser Harz. Zeitschrift des Harzklubes. 40. Jahrgang. Nr. 11. Seite 223 - 228. Clausthal - Zellerfeld.

HOMANN, WOLFGANG (1993) : Die Goldvorkommen im Varizischen Gebirge. - Teil II. 266 Seiten.
Die Venediger- und Mönchssteine als Hinweise für frühe Goldfunde im Harz. Dortmunder Beiträge zur Landeskunde. 27. Dortmund.Seite 49 - 265.

LAUB, G: (1962) : Venedigerzeichen im Oberharz - Zeitschrift „Unser Harz“. 3. 8 - 9. Clausthal-Zellerfeld.

LAUB, GERHARD (1969) : Fundstellen der Venediger im Oberharz - Der Aufschluß, Jhg. 20. Heft 7/8, 194 - 214. Heidelberg/Göttingen

LAUB, GERHARD (1993) : Venedigerzeichen im Mönchstalgebiet . - Allgemeiner Harzer Bergkalender 1993.
Seite 51 - 54. Clausthal-Zellerfeld.

PETRI, R. (1966) : Gedanken zum Harzer Venetianer-Problem. Harzer Feierabend. Wochenendbeilage der Herzberger Zeitung. 26.11. und 10.12.1966. Herzberg.

PETRI, R. (1966) : Goldschätze und Goldsucher im Harz. - Zeitung Harzer Feierabend. Wochenendbeilage der Herzberger Zeitung vom 4., 11., 18. und 25. Juni und 2. und 9. Juli 1966. Herzberg.

Quelle der Literaturangaben: http://www.goldwaschen.de
Glück Auf!

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Ewerharzer » Do. 22. Apr 10 17:47

Glück auf Frank,
lass mich raten, du hast zufällig letztens ARTE geguckt? Die Doku wo ein Herr namens Ließmann auch mal öfters vorkommt?
Der Titel war glaub ich, das geheimnis der Zwerge oder so?!

Also erstmal muss ich sagen das nicht alle diese Theorie unterstützen. Es gibt strikte Gegner!

Dann kommen ich ja auch aus der Ecke und man findet schon häufiger mal ``komische´´ Zeichen oder wird angesprochen das da und dort solche Zeichen sind.

Meist handelt es sich, wie schon angesprochen, um Scherze, vor zwei Jahren haben Jugendliche, die Sozialstunden ableisten mussten, Zeichen in Steine gehauen, man ist ihnen aber schnell auf die Schliche gekommen!

Wenn man wirklich solche Zeichen finden würde, die noch nihct bekannt sind, wäre das sicher ein sehr sehr interessanter Fund, Problem, viele Zeichen dürften verwittert oder wenn an einem Baum verwachsen sein.

Nichts desto trotz ist dies ein interessantes Thema, dem man ein wenig beachtung schenken sollte
Glück auf , Dr Ewerharzer

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Schlacke » Do. 22. Apr 10 18:17

Hallo,

das Körnchen Wahrheit, das gezielte Hinweise auf die Walen oder Venediger gibt, wird wohl nie gefunden werden. Der Film auf ARTE erzählte u. a. auch von Fremden, die im Erzgebirge nach Kobalterz suchten um in Murano (Venedig) die Herstellung von Kobaltglas zu gewährleisten.

Ein anderer Fall: In Südschwarzwald (bei Todtnau) findet sich der sog. Schatzstein mit 'verdächtigen' Zeichen. Die sorgfältigen Recherchen der Minifossi AG haben dann ergeben, dass es sich hier um Schinzeichen (Markscheidezeichen) handelt, die einmal den Gangverlauf und dann noch eine Radstube nachwiesen.

Eine Vielzahl an diesbezüglichen Sagen hält die Seite www.sagen.at bereit, es lohnt sich!

Glückauf!

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Ewerharzer » Do. 22. Apr 10 22:14

Genau den Film meinte ich!

Bevor man zwei Forscher mit gleicher Meinung findet,ist man wahrscheinlich tot.

Doch davon lebt ja auch die Wissenschaft, neue Theorien bestätigen oder entkräften.

Leider fehlt aus dieser Zeit auch aussagekräftiges Schriftgut, mit dem man viele Skeptiker überzeugen könnte

Werde dieses Thema auf jeden Fall mit Interesse weiter verfolgen
Glück auf , Dr Ewerharzer

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von frank64 » Fr. 23. Apr 10 8:24

Oh, jetzt habe ich aber einiges zum Aufarbeiten....

Vielen Dank für Eure Antworten.
Ich werde hier weiter über den HARZ berichten. Mal sehen was ich so entdecke.

Es wachse das Ertz, Gott schenke Euch allen ein fröhliches Herz.

Frank

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Schlacke » So. 25. Apr 10 13:09

@Frank64

...damit die Arbeit nicht ausgeht noch einige Hinweise:

Wolfersdorf, P.: Besonderheiten der Oberharzer Bergmönch-Sagen, in: Harz-Zeitschrift, Jg. 16, Braunchweig: 1964, S. 69-102

Schmidt, K.: Eine auffallende Ählichkeit: Der Harzer Bergmönch und der obeschlesische Berggeist, in: Unser Harz, Jg. 30, CLZ: 1982, S. 127-129

Riechers, A.: Vom Bergmönch und Berggeist, in: Allg. Harz-Berg-Kalender 1969, S. 96

Hoffmann, H.: Der Bergmönch - Harzer Bergstadt-Sagen, Bad Harzburg: 1996, 88 S.

Belegt ist u. a. auch die Betätigung der Zisterzienser Mönche im Bergwesen des Mittelalters im Harz (Pandelbachtal). Die Zisterzienser werden in der Literatur auch als 'graue Mönche' bezeichnet, ob ein Zusammenhang zwischen Bergmönch und Zisterzienser besteht ist noch nicht geklärt!

Glückauf!

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Ludewig » Mo. 26. Apr 10 12:51

Das Thema Walen, Venezianer und deren Symbolik an markanten Punkten wird wohl immer von der Wissenschaft belächelt werden, dennoch stellt es einen gewissen kulturellen Wert in unserer Gesellschaft dar, wie den "Sagenschatz" der überliefert ist und sich immer wieder faszinierend liest.

Um hier überhaupt erstmal einen Überblick zu bekommen müsste wohl eine Datenbank erstellt werden, wo alle Zeichen in der jeweiligen Gegend erfasst und mit der eventuell vorhandenen Literatur eingetragen werden und somit ein Überblick entsteht, welche Symbole wirklich alt sind und welche man irgendeinem "Scherzkeks" zugesteht!

Hier im Osten haben auch die vormaligen Besatzungstruppen ihre Spuren hinterlassen, irgendwo musste der einfache Soldat der "Roten Armee" seinen Schnaps verstecken und auch wieder finden!!! Diese Verstecke lagen meist im Wald wo sich eine versteckte Stellung befand, sehr oft auch außerhalb der eigentlichen militärischen Sperrgebiete. Meistens handelte es sich um vergrabene Feldflaschen mit Schnaps oder Panzersprit (!). Die Verstecke wurden mit Markierungen an Bäumen versehen die heute stark verwachsen sind und uns sehr "geheimnisvoll" erscheinen und mitunter auch dem Thema Walen zugerechnet werden, zumindest beim flüchtigen Betrachten.

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Wolfo » Mo. 26. Apr 10 15:43

Muss dann aber schon ein sehr alter Baum sein, wenn er die Walen überlebt hat :D .


Jürgen W. http://www.manganit.de/ hat sich auch mit den Venedigersagen beschäftigt, vielleicht weiß der noch was.


Glück Auf,
wolfo

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Ewerharzer » Mo. 26. Apr 10 16:12

Werde mich auf jeden Fall mal ranmachen und alles was ich zu diesem Thema so besorgen kann zusammenzutragen.

Werde demnächst auch mal durch den Forst streifen und zu Stellen gehen, wo ich weiß das dort mehr oder weniger alte Zeichen sind. Von diesen Zeichen dann Aufnahmen machen und diese dann veröffentlichen zusammen mit den Aufnahmen die ich bereits besitze.

Es sind natürlich meist Scherzzeichen etc. aber vielleicht ist ja der eine oder interessante Fund mit dabei.
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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von sehmataler » Di. 27. Apr 10 20:52

Ewerharzer hat geschrieben:Leider fehlt aus dieser Zeit auch aussagekräftiges Schriftgut, mit dem man viele Skeptiker überzeugen könnte
Hm, sollte denn von den Walen nichts bekannt sein? Als "auffällige Ausländer" im oberen Erzgebirge dürften die doch möglicherweise auch in irgendwelchen Gerichtsakten auftauchen. Sollte sich in Akten des HStA Dresden nichts finden lassen?
Mir fällt da eine Passage aus der Bärensteiner Berg-Prophezeiung ein (Text angeblich a.d.J. 1536):
"Und weil ein Graben gar wohl unter dem Stein geweßen, der gegen den Berg hinauf geführet, wie man dafür gehalten, daß es die Wahlen gethan haben, da denn der Richter, der alte Rebentisch [Anm.: offenbar Thomas Rebentisch] zu Königswalde, ins Closter [Grünhain] gehörig, einen Wahlen an diesem Ort ergriffen."
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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Ludewig » Di. 27. Apr 10 22:42

Im Bergarchiv Freiberg befinden sich auch etliche Gerichtsakten. Vor sehr vielen Jahren habe ich da auch schon mal drinnen geblättert, nur nicht mit dem Hintergedanken zum Thema "Walen"! @sehmataler das ist mal ein Gedanke in eine völlig andere Richtung, die auch einen gewissen Erfolg haben könnte. Einige Ereignisse die den Walen zugeschrieben werden könnten auch einheimische Bergleute gewesen sein. Auf jeden Fall hat es auch damals schon eine "Grauzone" gegeben, wo illegal geschürft wurde. Wenn die Behörde niemanden erwischt hat, so schob man es den Walen und Venezianern unter!

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Sven G. » Mi. 28. Apr 10 19:48

Bei uns (Thüringen) gibt es in der Nähe des Rennsteigs sogar den Flurnamen "Am Venezianerstein" .
Des Weiteren habe ich in Archivunterlagen oft direkte Hinweise zu den "Exploratoren" gefunden .
z.Bsp. "... Venezianer sind gar häufig gekommen und haben viel hinweggetragen..."
Da hier auch Kobalt gewonnen wurde , kann ich es mir durchaus vorstellen , dass Sie die Lagerstätten erkundeten.
Mit kräftigen Spatenhieben nach ..................Unten wegtreten !

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Schlacke » Do. 29. Apr 10 11:34

...in einer Buchbesprechung des Werkes von Rosemarie Eichwalder: Reichenfels im Lavanttal, Eine Ortsgeschichte des Marktes bis zum Verkauf der bambergischen Besitzungen in Kärnten an Maria Theresia (Wolfsberg/Eigenverlag, 2008, 465 S.) schreibt die Rezensentin (Frau Dr. L. Jontes, ehemalige Direktorin der Montan Universität Leoben) u.a. zu einem speziellen Fall von "Venediger":

-Das Aufsuchen der Edelmetalllagerstätten wurde durch Prospektoren, die oft (!) aus dem Venezianischen kamen , durch- geführt. Man nannte sie daher Walen oder 'Venediger'. Ein Walenstein befindet sich an der Straße von Reichenfels in die Sommerau, diesem "Teufelspredigtstuhlofen" ist ein Kapitel der Arbeit gewidmet-

Dieses Thema hat schon fluke0870 in 2007 in diesem Forum angesprochen, ein dort vorhandener Link zeigt die fraglichen Markierungen.

Quelle: Vereinsnachrichten des Montanhistorischen Verein Österreich, Ausg. 17/2010, S. 21

Glückauf!

Elmar Nieding
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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von hebbel » Sa. 01. Mai 10 10:35

In diesem "Walenbuch" finden sich am Ende ein paar (angebliche?) Walenzeichen. Die alchemistischen Symbole für Gold, Silber, Kupfer sind dabei und ein paar Symbole könnten auch die Seifengabel darstellen.
http://digitale.bibliothek.uni-halle.de ... fo/1656545
Ich denke auch, daß tief in der Sage der kundige Bergmann als Prospektor steckt. Agricola hat es ja schön beschrieben, wie der Bergmann die ihn umgebende Natur "lesen" sollte.

Glück Auf!
Dieter

frank64
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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von frank64 » Mo. 03. Mai 10 19:58

Gestern bin ich zufällig auf ein sehr ähnliches Zeichen getroffen...

http://picasaweb.google.de/lh/photo/21E ... directlink

http://picasaweb.google.de/lh/photo/Wt_ ... directlink

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Wolfo » Di. 04. Mai 10 12:58

Ich würde vermuten, dass die "1933" zu dem Kunstwerk dezugehört ;)

Glück Auf,
wolfo

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von hebbel » Di. 04. Mai 10 21:23

Klar, es ist nicht leicht, sich dem Thema zu nähern. Aber, wenn ich mir das bei dem Walen Giovanni Carnero so anschaue, der nach hoffentlich korrekter Wiedergabe 1531 publizierte und die Perlengründe erwähnte und den "Venetianer" Sebastian Verso sehe, der 1716 sein Walenbuch herausgab, dann habe ich schon Verdachtsmomente, was, zumindest nebenbei, die wirklichen Schätze der "Venediger" gewesen sein könnten. Das führt aber vom Bergbau weg und hat mehr mit der "Fischerei" zu tun. Ich habe mir das auf die Schnelle angeschaut, in welchen Grenzgebieten Verso (Heute :D Bayerisches/Thüringisches/Sächsisches Voigtland) unterwegs war. Wenn ich dann noch Brückner, Memorabilia Voigtlandiae. Epist. V.: anschaue ...urbium, Greiz, Schleiz, Reichenbach, Elsterberg, Gera, Weida, Hof, Salburg etc. nominantur, ubi inprimis auri quaedam latere dicuntur minerae.« dann werde ich vollends misstrauisch. Klar, altes Bergbauland, z. T. auch auf Gold. Aber eben auch Standorte der Flußperlmuschel.
Z.B. http://books.google.de/books?id=in9IAAA ... ia&f=false

Natürlich gilt das nur für diese Lokation. Ich habe mir auch mal die Aktivitäten der "Einheimischen", soweit mir bekannt, angeschaut. Mir scheint, den Verso "brauchten" die "Einheimischen" bezüglich Gold, wenn er nahe zu Lebzeiten publizierte, nicht.
Es kommt aber noch "viel schlimmer". Das alchemistische Zeichen für Gold ist der Kreis mit einem Punkt in der Mitte. Bloß, Gold steht für auch für die Sonne, und da eben auch für den christlichen Gott. Dann kommt mir noch Paracelsus „Nichts ist mehr mit dem Golde verwandt als die Perle.“ Sie steht eben auch für die Reinheit und ist im christlichen Glauben die Frucht die Maria austrug. Nee, keine Sorge :D , aber ich möchte nun mal auch nicht "veräppelt" werden.

Glück Auf!
Dieter

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Waldschrat » Mo. 31. Mai 10 17:26

Ist denn zwischenzeitlich zu dem vom Themersteller zuerst erwähnten Zeichen mehr bekannt? Ich habe das nämlich am Wochenende auf dem Weg zum Brocken auch gesehen.
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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Naheländer » Mi. 09. Jun 10 17:57

frank64 hat geschrieben:Gestern bin ich zufällig auf ein sehr ähnliches Zeichen getroffen...

http://picasaweb.google.de/lh/photo/21E ... directlink

http://picasaweb.google.de/lh/photo/Wt_ ... directlink
Bei dem abgebildeten Stein bei Blankenburg kann es sich auch um eine andere Funktion als ein „Venedigerzeichen“ handeln.

Im Mittelalter und bis zum 18. Jahrhundert wurden gerne auch Felsen und freistehende Steine (!) als Markierung für Gemarkungsgrenzen gebraucht. Die dabei verwendeten Zeichen sind für uns heute mysteriös und teilweise nicht deutbar und sind auch leicht mit den „Walenzeichen“ verwechselbar bzw. sind vielleicht manche „Walensymbole“ einfach profane Grenz- oder Besitzzeichen.

Hier in der Pfalz gibt es z.B. einige Felsen und hohe freistehende Steine, sogenannte Hinkelsteine oder auch Lange Steine oder Huinsteine genannt, von althochdeutsch huine = hoch oder Riese. Dieser Begriff wandelt sich später in den altfränkischen Wortstamm „Hinkel“ (mehr darüber bei: Hans Immich-Spier: Keltische Kultsteine und christliche Kirche – Das Rätsel der Hinkelsteine. In: Jahrbuch für den Kreis Bernkastel-Wittlich 1979, Hrg. Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, S. 184-188). Diese Steine sind (später) als Grenzmarkierung genutzt worden und gerade auf diesen Steinen sind viele uns heute unbekannte Zeichen eingemeißelt.

Über die Probleme der Deutung solcher Zeichen sei auf folgende Internetlinks hingewiesen:

Zeichen in der Frauenwandl-Höhle im Maltatal: http://www.biologiezentrum.at/pdf_frei. ... 5-0204.pdf

Geheimnisvolle Symbole in Reichenfels (Österreich): http://www.lovntol.at/ausgehen/bergbau_reichenfels.htm

Walenzeichen im Göltzschtal: http://www.dieterkaeppel.de/wanderwegschilder/walen.pdf

Symbole bei den Silbergruben Stříbrné doly im böhmischen Teil des Lausitzer Gebirges:
http://www.luzicke-hory.cz/mista/index.php?pg=zmstrdd Bild: http://www.luzicke-hory.cz/mista/zm/15/max/strd_f02.jpg


Vor einiger Zeit habe ich zudem einen interessanten Artikel über solche Grenzzeichen und den sogenannten Langen Stein auf dem Stahlberg (auf dem übrigens viel Bergbau umging) gelesen:

Otto Gödel: Der Lange Stein auf dem Stahlberg und die Loogzeichen auf mittelalterlichen Grenzzeichen. In: Nordpfälzer Geschichtsblätter 2/1984, S. 25-34.

Ich möchte Euch daraus gewonnene Erkenntnisse, auch zur Entwicklung des Namens „Lochstein“, nicht vorenthalten.

Während im frühen Mittelalter Besitztumsgrenzen meist durch Einkerbungen, mittelhochdeutsch „Lâche“, in Bäumen gekennzeichnet wurden (sogenannten Lachbäumen), ging man ab dem 13. Jahrhundert dazu über, gesonderte Steine aufzustellen oder markante Felsen und Steine (über die meist die Grenze verlief) mit Einkerbungen und Zeichen zu kennzeichnen. Verständlicherweise, schließlich wurden Markierungen auf Bäumen schnell unleserlich oder die Bäume gingen auf natürliche oder unnatürliche Weise verloren. Das aber Bäume auch noch später eine Rolle bei der Grenzmarkierung spielten, ist z.B. bei der Burgfriedenskennzeichnung 1346 bzw. der Bergfreiheitsbeschreibung am Rheingrafenstein von 1483 ersichtlich. Bei beiden Beschreibungen wurde als Grenzmerkmal ein Bopparter (Birn-) Baum genannt.. Auch später im 17. Jahrhundert wurden bei Grenzbegehungen der Ebernburger/Kreuznacher Grenze herausgerissene Grenzbäume und Grenzhecken beanstandet.

Während vor dem 14. Jahrhundert die Bezeichnung „Markstein“ für Grenzsteine gebräuchlich war, entwickelte sich im 15./16. Jahrhundert die Bezeichnung über den Namen „Lachstein“ hin zum Begriff „Lochstein“ (diese Bezeichnung wird heute noch im Bergwesen gebraucht), der sich aber hier in der Pfalz im 18. Jahrhundert noch weiter zur Bezeichnung „Geloog-„ oder „Loogstein“ (bzw. die entsprechende Synonyme für Fels und Baum) fortentwickelte.

Welche Zeichen und Symbole gab es? Neben den unterschiedlichsten Formen von Kreuzen wurde zumeist folgende Symbole gebraucht:

- Der „Schuh“ oder „Schuhumriss“. Er ist ein altes Zeichen der Macht und des Rechts. Die Bedeutung ist: „Hier sind wir gegangen, hier haben wir gestanden, bis hierher geht unser Recht“.

- Die „Schwurhand“, die auch als Venediger- bzw. Walensymbol vorkommt (Anmerkung von mir), siehe Mönchsstein vom Brocken, bezeichnete meist besondere Freibezirke“. Vielleicht sind die „Venedigerhände“ nicht nur ein vermuteter Wegweiser zur Fundstätte, sondern (zugleich) eine Kennzeichnung eines besonderen Fundbezirks.

- der sogenannte „Hühnerfuß“, auch als Abwehr von bösen Geistern vom Grenzstein gebraucht.. Die gleiche Funktion hatten teilweise auch Fratzen und Gesichtszüge auf Grenzsteinen.

- die „Wolfsangel“

- bei kirchlichen Besitztümern, der Petrusschlüssel oder ein Abts- oder Bischofsstab

- später ab dem 16. Jahrhundert kamen dann Wappen oder die Initialen der Gemeinden in Gebrauch

Daneben kommen aber auf vielen Grenzsteinen viele weitere unbekannte Zeichen vor, die teilweise die Hausmarken der sich zum Zeichen ihrer Würde und Befugnis auf dem Stein verewigenden Schultheißen und Schöffen darstellen.

Natürlich gab es auch schon in alten Zeiten Scherzbolde und Menschen die das Bedürfnis hatten, sich zu verewigen. So befindet sich z.B. seit einiger Zeit auf dem Langen Stein am Stahlberg ein mit Beton eingegossenes Schlägel- und Eisen-Symbol. Leider habe ich derzeit kein Foto davon. Trotz der Bedeutung des Symbols für uns „Bergbauinteressierten“ leider eine unverzeihliche Zerstörung eines uralten Kulturdenkmals!
Glück Auf!

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Fahrsteiger » So. 24. Okt 10 17:50

Aus dem Artikel TT.com vom 24.10.2010 - In den Fußstapfen der Schatzsucher -. Rund um Insbruck bohrten sich um 1500 über 100 Stollen durch den Berg. Heute sind viele verschüttet. In anderen trifft man auf Spuren eines blühenden Bergbaus, wo Fahlerz, Blei- und Zinkerze gewonnen wurden.
Peter Gstrein, Geologe und Tirols oberster Berbau-Experte:
Die so genannten Venediger waren Experten, die aufgrund von bestimmten Pflanzen oder Steinvorkommen an der Oberfläche auf ein Erzvorkommen im Inneren des Berges schließen konnten. " Die wussten viel, was wir heute nicht mehr wissen. Auch Quellen - ich bezeichne sie gern als Harn des Berges - haben physikalisch-chemische Eigenschaften, die zum Beispiel auf ein Metallvorkommen im Berg schließen lassen ". Sobald die Venediger etwas Verdächtiges entdeckten, wurde energisch losgegraben.

Glück Auf
Horst
Dem Bergbau verschworen. Im Bergbau geschafft. Zum Bergmann erkoren mit stählerner Kraft.

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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Fahrsteiger » Sa. 25. Dez 10 23:29

Phoenix - Thementag: Mythen & Legenden
25.12.2010 - 23:15 bis 0:05
Das Geheimnis der Zwerge - Schatzsucher aus Venedig
Seit dem Vorlesen von Märchen in Kindertagen kennt fast jeder die Figur des Zwerges. Dabei fällt auf, dass gerade die Kleinsten, Gnome und Wichte wie das Rumpelstilzchen, in der internationalen Sagenwelt viel öfter vorkommen als Feen und anderen Fabelwesen. Allein in Deutschland bevölkern sie Hunderte verschiedene wundersame Sagen, Legenden und Märchen. Dabei können sie sowohl mit guten und hilfsbereiten wie mit bösen und unheilbringenden Charaktereigenschaften ausgestattet sein. Doch warum begannen sich Menschen plötzlich sagenhafte Dinge über Kleinwüchsige zu erzählen und wie wurde der Zwerg zum Mythos?
Sven Hartung erzählt in seiner Dokumentation, wie die Wichtel Einzug in Europas Sagen- und Märchenwelt hielten. Märchenforscher sind überzeugt, dass die mysteriösen "Venetianer" dabei eine große Rolle spielten. Sie waren geheimnisvolle Schatzsucher, die im Mittelalter Nordeuropa in geheimer Mission durchwanderten. Für die Lagunenstadt Venedig waren sie auf der Suche nach Gold und seltenen Rohstoffen für die Herstellung des begehrten Muranoglases. Mit aufwendigen Nachstellungen berichtet der Autor von der Herkunft der Zwerge und gibt den selbst bei vielen Historikern bis heute völlig unbekannten kleinwüchsigen Mineraliensuchern ein Gesicht. Stimmungsvolle Bilder aus Venedig, Paris und den Alpen sowie eine Rekonstruktion der mittelalterlichen Glasherstellung runden die spannende historische Spurensuche ab.
Glück Auf
Horst
Dem Bergbau verschworen. Im Bergbau geschafft. Zum Bergmann erkoren mit stählerner Kraft.

Bergzwerg
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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Bergzwerg » Mo. 27. Dez 10 16:26

GA. Ich würde mal so rangehen. Venedig war zu dieser Zeit die wahrscheinlich größte Handels-und Verlegerstadt Europas. Da die Könige und Fürsten Europas unter ständiger Geldnot litten,liehen sie sich das Geld bei den Venezianern.Im Gegenzug überließen überließ der jeweilige Herrscher den Verlegern seine Cu und Ag Gruben um seine Schulden zu begleichen. Wenn eine Grube, nehmer mal an,30 Jahre als Pfand gilt,werden doch die Venezianer ihre eigenen Gedingezeichen eingeschlegelt haben.Übrigens habe die Fugger dem Herrscher von Tirol Geld geliehen und damit den Abbau von Erzen als Pfand genommen,daß sie zu jener Zeit zu Europas größtem,jetzt muß ich raten,cu oder Ag Händlern machte. Also mußten die net suchen!Die Gänge,gerade in Tirol,waren ja schon 2000 Jahre vor der Eintragung Venedigs in der Landkarte bekannt(siehe Ötzi).In der NG. war letztes Jahr ne schöne Biographie der Fugger zu lesen. Wem die alles Geld geliehen haben und Wer es noch net ,bis heut,zurückgezahlt hat.An 1.Position stehen die Habsburger. GA Karsten

Till
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Schwarzwaldverein Schonach lädt zur Geschichtswanderung

Beitrag von Till » Do. 26. Mai 11 11:46

Der "Schwarzwälder-Bote" bringt in der heutigen Ausgabe den Artikel:
- Venedig am Rohrhardsberg ?
...
"Der Schwarzwaldverein Schonach lädt am kommenden Sonntag zur achten Geschichtswanderung ein."
...
"Zwischen dem 12. und 18. Jahrhundert waren in den deutschen Mittelgebirgen Venediger, auch Venetianer, Welsche oder Walen genannt, unterwegs, um Erze, Edelmetalle, Seifenlagerstätten und vielleicht auch Gold zu finden. Man bezeichnete diese Unbekannten als südländische Prospektoren und sie wurden überwiegend als kleinwüchsig beschrieben.

Von der einheimischen Bevölkerung wurden sie bisweilen auch schlicht Fremde oder Italiener genannt. Ihr Tun war stets höchst geheimnisvoll, denn sie haben sich als Händler, Hausierer und auch als Kräutersammler ausgegeben.

Hieraus entwickelten sich in Deutschland rund 250 Venedigersagen, die durchaus auch geschichtlichen Niederschlag fanden. "Interessanterweise kamen bei den Sagenforschern keine Hinweise auf Venediger im Schwarzwald an", erzählt Wolfgang Schyle. Umso erstaunlicher sei es nun, dass es in der Elztalschlucht, früher auch "Wilde Elz" genannt, am Rohrhardsberg ein "Venedig-Haus" gab und dort auch ein "Korallenhäusle" und eine "Schliefi" stehe."
...

Der ganze Artikel hier.

Grüße
Till
wer mit offenen Augen wandert kann in einem Sandkorn das Universum erkennen

Schlacke
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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Schlacke » So. 26. Jun 11 13:07

Auf der Suche nach den BETHÄUSERN in LITERATUR bin ich zum Thema "Walen, Venediger" nochmals fündig geworden:

M. Koch, damals Leiter der Bibliothek des Steinkohlenbergbauvereins in Essen, schreibt auf S. 13:

...Obwohl sie sachlich aussehen, handelt es sich bei den Walenbüchern, die noch bis ins 19. Jh. hinein niedergeschrieben und mit Vorliebe im 18. Jh. abgedruckt wurden, um rein fiktive Schöpfungen, die nicht in der Welt der Tatsachen und Wirklichkeiten wurzeln. Lediglich als Lagerstättenverzeichnisse hatten sie zu ihrer Zeit einen gewissen Wert.
Der Verfasser fügt seiner Veröffentlichung rd. 20 Literaturhinweise an.

aus: Koch, Manfred; Geschichte und Entwicklung des bergmännischen Schrifttums, Goslar: 1963, 176 S.

Glückauf!

Elmar Nieding
...die unterirdischen Grubengebäude in ihre Schreibstube bringen...
Héron de Villefosse (1774-1852), Bergingenieur im Dienste Napoleons.
(H. Dettmer, 2014)

Bergzwerg
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Re: Venediger Zeichen

Beitrag von Bergzwerg » So. 02. Okt 11 11:20

GA. Gestern kam im Phönix eine sehr gute Sendung, in der es um die Bergzwerge aus Venedig ging. Hat jemand von Euch die Sendung gesehen? Bergbau im Erzgebirge, um Schnee- und Freiberg, schon eher als gedacht? Wenn die Notre Dame de Chartres von 1197-1260 erbaut wurde und nachweislich Kobalt als "Blaumacher" in deren Glasfenstern, aus den Revieren Schneeberg und Freiberg stammen, müßte der Bergbau schon weit vorher angefangen haben.

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