Markus Semmler Stolln

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Wolleditt
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Markus Semmler Stolln

Beitrag von Wolleditt » Mi. 16. Jan 19 20:11

IMG_7309.jpg
Vielleicht kann man hier Helfen, ich habe vor Jahren diese Aufnahme auf den MSS gemacht. Allerdings lange vergessen und die Frage ob jemand beim entziffern helfen kann. Glück Auf Wolleditt

Uran
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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Uran » Do. 17. Jan 19 15:36

Es ist übrigens der Marx-Semler-Stolln. Die schlimme Wortschöpfung Markus Semmler Stolln stammt wahrscheinlich von der Wismut. So hieß der Stolln nie.
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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Falafel » Do. 17. Jan 19 18:55

... wobei "Marx" im 16. Jh. eine durchaus übliche Schreibweise von "Markus" gewesen ist ... :wink:

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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Wolleditt » Do. 17. Jan 19 19:35

Vielen Dank für die Antwort zur Schreibweise, aber zur Sache wäre es mir lieber gewesen.

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Nobi
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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Nobi » Do. 17. Jan 19 19:58

Wolfgang wird es sicher wissen. Schreib ihm mal eine PN und anschließend bitte das Ergebnis hierher :wink:
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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Wolleditt » Do. 17. Jan 19 20:05

Uran hat geschrieben:
Do. 17. Jan 19 15:36
Es ist übrigens der Marx-Semler-Stolln. Die schlimme Wortschöpfung Markus Semmler Stolln stammt wahrscheinlich von der Wismut. So hieß der Stolln nie.
Da muss ich dir wiedersprechen, in der Schrift "Der Marx-Semmler-Stolln" von Martin Ebert ist das auf Seite 5 nachzulesen.
Die Schreibweise ist sehr vielfältig, Marx, Markus, Marxus, Marc, K Marcs u.a. Wobei das K für Königlich steht, auf Grund der unterschiedlichen Schreibweise hat sich der Gemeinderat entschlossen die Straße als "Markus-Semmler-Straße" festzulegen.
Am Schlussstein von 1841 steht "K. Markus Semler Stolln. 1841" und da gab es noch keine SDAG-Wismut

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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Wolleditt » Do. 17. Jan 19 20:17

Nobi hat geschrieben:
Do. 17. Jan 19 19:58
Wolfgang wird es sicher wissen. Schreib ihm mal eine PN und anschließend bitte das Ergebnis hierher :wink:
Danke dir, habe ich mal umgesetzt. Jetzt heißt es warten

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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Nobi » Do. 17. Jan 19 20:52

Kleiner Hinweis:
Das Namensthema zum MSS hatten wir übrigens schon mehrfach (Suche benutzen). Wir brauchen es also nicht erneut diskutieren :cool:
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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von markscheider » Do. 17. Jan 19 21:51

Du weißt doch, daß Uwe da seine eigne Meinung hat. ;)

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Wolfgang
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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Wolfgang » Fr. 18. Jan 19 9:16

ich habe Zweifel das die Einmeiselung die Jahreszahl 1767 darstellt, die 1 sieht eher aus wie ein Kreuz, wenn das ein Kreuz wäre, dann bliebe 767 oder (761?) wären das Lachter x 2 =1534m ? bei 1650m vom neuen Mundloch befand sich LL13 vorher war aber noch das alte Mundloch und das befand sich weiter oben, vielleicht könnte das dann die Entfernung vom LL13 bis zum alten Mundloch sein? Müsste auf einem Riss nachzumessen sein. Ist aber Theorie !
Habe mal nachgeschaut, das alte Mundloch war ca. 130m weiter Richtung Oberschlema habe aber keine genaue Karte, vielleicht kann mal jemand den genauen Abstand vom Röschenmundloch zum alten Stollenmundloch auf einer Karte nachmessen. Aber selbst wenn das übereinstimmt, ist das noch nicht der Beweis das es so ist. Man müsste einen Vermerk in irgend einer Akte finden.

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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von EnoM » Fr. 18. Jan 19 11:14

Meines Erachtens ist die untere Buchstabenkombi mit der Jahreszahl etwas ganz klassisches, sieht man immer wieder. Eine Person, egal in welchem Sinne bzw. Range, verewigt sich z:B. an einer grad (damals) bearbeiteten Stelle.
Ich kann das Gegenteil nicht beweisen, dennoch will ich die These mit dem Kreuz anstatt der 1 bei 1767 nicht nachvollziehen.

Man kann wohl mit Recht behaupten das es sich nicht um eine der klassischen Stufen zur Vermessung, Durchschlag und ähnlichem handelt. Hier wäre es z.B. möglich, das es sich um die Grubenmaurer handelt. Es sei ihnen auch gegönnt, sich ihrer Leistungen bewusst, ein kleines Denkmal zu setzen!
In den ganzen Akten (über MSS gibts ne ganze Menge :roll: ) lassen sich immer wieder Mannschaftsverzeichnisse finden, hier könnte man fündig werden. Wenn du vielleicht in etwa die Örtlichkeit oder den engeren Bereich eingrenzen und benennen könntest, kann man ja in Zukunft mal archivalisch nachschauen.
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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Uran » Fr. 18. Jan 19 12:18

Wolleditt hat geschrieben:
Do. 17. Jan 19 20:05
Da muss ich dir wiedersprechen, in der Schrift "Der Marx-Semmler-Stolln" von Martin Ebert ist das auf Seite 5 nachzulesen.
Die Schreibweise ist sehr vielfältig, Marx, Markus, Marxus, Marc, K Marcs u.a.
Ohne die Namensdiskussion zu wiederholen, und es ist nicht meine eigene Meinung, sondern die Aktenlage. Aufgenommen als St. Marcus Stolln, nach dem Heiligen. Später Semlers Stolln. Irgendwann Marcs Semler Stolln. Markus Semmler Stolln ist völliger Unsinn, auch wenn ein Haufen Leute mangels fundierten Wissens das schreiben und er heute so genannt wird.
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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Wolfgang » Fr. 18. Jan 19 13:27

Die Stelle ist beim ab gewölbtem Lichtloch 13

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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Uran » Fr. 18. Jan 19 13:57

Laut der Aufstellung von 1767 befand sich das 13. LL bei 1500,25 Meter vom Mundloch. Dazu kommen noch 30 Meter Wassersaige bis zur Mulde. Zwischen 1765 und 1767 wurde das Schneeberger Revier einer Revision unterzogen. Daher könnte die Jahreszahl stammen.
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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von EnoM » Fr. 18. Jan 19 15:24

Revisionen dienten eher dem Überprüfen gewisser wirtschaftliche Aspekte, u.a. nicht dem Anlegen von Gewölben. Höhere Bergbeamte fuhren ein und beurteilten vor Ort und meistens danach in den Huthäusern die jeweiligen Aussichten. Hier findet sich auch ein Ansatz: man könnte ja mal bei den Namen der Beamten nachschauen.

Meine Erfahrung in einem benachbarten Revier: Die Bergbeamten brachten nicht allzu viel Zeit mit, auf neudeutsch sie waren gestresst. Es ist ja nicht so das, wie hier, das Schneeberger Revier einfach überschaubar war.
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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Mops » Fr. 18. Jan 19 23:04

Bei der unteren Inschrift könnte es sich um ein (einfaches Freiberger) Gedingezeichen handeln, gefolgt von einer Lachterzahl. Schau mal hier:
https://www.untertage.com/publikationen ... afeln.html
Glück auf! | Mops

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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Wolfgang » Sa. 19. Jan 19 10:19

ich will nicht nerven aber habe nochmal in meinen Bildarchiv nachgeschaut und die Bilder von der Stelle rausgesucht, soll das wirklich eine 1 sein vor 767 ?

Über dem obersten Zeichen (drittes Bild) sieht es aus als ob dort eine Wölbung ist, beim ersten und vierten Bild schräg darunter sind noch 2 senkrechte Zeichen
Dateianhänge
L1060698.jpg
L1060697.jpg
L1060696.jpg
L1060694.jpg
Zuletzt geändert von Wolfgang am Sa. 19. Jan 19 10:47, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Wolleditt » Sa. 19. Jan 19 10:32

Mops hat geschrieben:
Fr. 18. Jan 19 23:04
Bei der unteren Inschrift könnte es sich um ein (einfaches Freiberger) Gedingezeichen handeln, gefolgt von einer Lachterzahl. Schau mal hier:
https://www.untertage.com/publikationen ... afeln.html
Danke für den Hinweis, ist für mich Neuland. Die Literatur dazu versuche ich mir zu besorgen Glück Auf Wolleditt

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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Uran » Sa. 19. Jan 19 17:02

Hallo Wolfgang. War nur so ein Gedanke. 1500 + 30 m Wassersaige sind 1530 m. Ganz grob, kommt man da auf 767 Lachter. Das Kreuz davor könnte auch ein Markscheidezeichen sein.
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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Nobi » Sa. 19. Jan 19 17:11

Wolfgang hat geschrieben:
Sa. 19. Jan 19 10:19
... beim ersten und vierten Bild schräg darunter sind noch 2 senkrechte Zeichen
Sieht für mich wie Sinter aus ...

Denke aber auch, dass es unten eher +761 ist.
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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Wolfgang » Sa. 19. Jan 19 18:47

danke für euere Antworten, ohne einen gefundenen Eintrag in irgend welchen Akten werden wir es wohl nicht endgültig klären können, Urans Antwort könnte zutreffen und an Nobi die 2 eingeschlagenen senkrechten Zeichen etwas rechts unter 767 (Bruchstein darunter) ist kein Sinterung ich hab das Bild in höherer Auflösung auf dem Rechner.
Aber dort in diesen Bereich war ja auch viel Begängnis, nach 46 da kann auch viel verändert worden sein.
Zuletzt geändert von Wolfgang am So. 20. Jan 19 9:27, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Wolfgang » Sa. 19. Jan 19 18:57

Zoom vom Bild
Dateianhänge
L1060698kop.jpg

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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Mops » So. 20. Jan 19 1:53

Anhand der neu und mit besserer Auflösung eingestellten Bilder ist die untere Inschrift für mich jetzt klar zu lesen:
J.P.T.
+767
Das wäre dann kein Freiberger Gedingezeichen (was für das Revier wohl auch neu wäre), sondern einfach ein Markscheiderzeichen, gefolgt von einer Längenangabe (siehe meinen Verweis auf die GAG-Seite, Beitrag Witzke). Das passt auch recht gut zu den oben umgerechneten Maßen von Lachter auf Meter. Da pflichte ich @Uran bei, dass könnte einen Sinn ergeben.
Die Initialen J. P. T. kann man nur auflösen, wenn die Reviergeschichte schon aufgearbeitet ist. :?: Ich würde da zuerst nach einem bekannten Markscheider und dessen Anfangsbuchstaben suchen, also nach einem Namenskürzel. Der Ehrlickeit halber bitte ich zu berücksichtigen, dass ich mich im Revier nicht richtig auskenne und nur gedankliche Anregungen geben will!
Glück auf! | Mops

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Re: Markus Semmler Stolln

Beitrag von Nobi » So. 20. Jan 19 7:53

Mops hat geschrieben:
So. 20. Jan 19 1:53
Das wäre dann kein Freiberger Gedingezeichen (was für das Revier wohl auch neu wäre) ...
Nein, ist dort durchaus üblich.

Es wäre doch erstmal interessant, wenn man die obere Inschrift auflösen könnte.
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