Namen und Position Dachschiefergruben

Alles was spezielle Orte behandelt, hier kann man sich kennenlernen, Fragen stellen und sich auch verabreden ... was immer!
Antworten
schiefer
lernt noch alles kennen...
Beiträge: 3
Registriert: Fr. 21. Jul 17 12:50
Name: Jörn

Namen und Position Dachschiefergruben

Beitrag von schiefer »

Hallo,
ich beschäftige mich als Geologe schon lange mit Dachschiefer. Ein Thema sind die Vorkommen und hier die Lage und Namen der einzelnen Gruben. Zwar habe ich zahlreiche Gruben besucht, aber vieles beruht auch auf Recherchen und dem "Abgreifen" von Karten.
Innerhalb meiner Arbeit habe ich angefangen, die Gruben in ein GIS einzugeben. Die Idee ist, schrittweise und in "kollektiver Arbeit" eine Datenbank zu erstellen. Manchmal habe ich nur den Namen der Ortschaft genommen, wenn die Information sehr vage ist. Für Interessenten habe ich die Gruben online gestellt und bin für Korrekturen, Ergänzungen etc. dankbar.

Schöne Grüße
Jörn

Der Link (eigentlich mit Google Street map, aber unten rechts bei der Layerauswahl konnte ich Satellite aktivieren):

http://qgiscloud.com/tectonic/Schieferg ... ELLITE&st=
Benutzeravatar
Jörn
Foren-Profi
Beiträge: 949
Registriert: Fr. 01. Aug 03 0:00

Re: Namen und Position Dachschiefergruben

Beitrag von Jörn »

Hallo Namensvetter,

was verstehst Du unter "Dachschiefergurbe"? Denn nicht überall, wo Schiefer drinsteht, kam auch Schiefer raus. Die "Schiefermühle" war z.B. die Bergemühle des Erzbergwerkes Rammelsberg. Dächer konnte man damit nicht wirklich decken. Andererseits gab es im Raum Plettenberg mehrere Versuche auf Dachhschieferbergbau, der in Deiner Karte noch nicht aufgenommen ist.

Glückauf

Jörn
"Das Bergamt braucht doch Wochen, bis es etwas genehmigt!"

Götz George in "Böse Wetter", 2015
Mannl
Foren-Profi
Beiträge: 970
Registriert: Di. 05. Jul 11 12:35
Name: Manfred Irmscher
Wohnort: Burkhardtsdorf

Re: Namen und Position Dachschiefergruben

Beitrag von Mannl »

Im Bereich der Phyllite bei Burkhardtsdorf, Adorf, Hormersdorf gibt es Hinweise auf Schieferabbau.
Inwiefern diese verwendet wurden (Dachschiefer) kann ich im Moment nicht sagen. Es gibt da aber einige Leute, die sich auskennen. Werd mal recherchieren ....

Glück Auf ! Mannl
Ehre dem Bergmann, dem braven Mann !
Glück Auf ! Mannl
schiefer
lernt noch alles kennen...
Beiträge: 3
Registriert: Fr. 21. Jul 17 12:50
Name: Jörn

Re: Namen und Position Dachschiefergruben

Beitrag von schiefer »

Hallo,
vielen Dank für beide Antworten. Also es ist so, dass ich ein Buch über Dachschiefer schreibe, d.h. ich bin eigentlich fast fertig damit, inkl. ich selbst. Es kam mir nur etwas großkotzig vor, es gleich zu schreiben. Was ich sagen will, ist, dass ich weiß, wo Dachschiefer abgebaut wurde. Also ich kenne nicht jedes "Loch", aber doch so die große Linie. Im Sauerland war ich letztes Jahr mit Herrn Mengelers in Nuttlar untertägig unterwegs. Gerade im Sauerland bin ich nun wieder wissenstechnisch sehr jungfräulich und bin irgendwann im "Bunkerforum" gelandet.
Also wenn es dort Leute gibt, die sich dafür interessen, außerhalb der Jörns, dann könnte man/wir die Sachen sammeln und einpflegen.

Mannl (ich hoffe, es hat noch Zeit bis zum Racherman'l):
Ich weiß von Flöha, dass sie dort Schiefer abgebaut haben, aber es hat wohl nur für die Bedachung der Hundehütte gereicht.
Aber von der von Dir erwähnten Gegend habe ich noch nichts gehört. Also bezüglich Dachschiefer.

Glückauf und einen schönen Sonntag!
Jörn
Mannl
Foren-Profi
Beiträge: 970
Registriert: Di. 05. Jul 11 12:35
Name: Manfred Irmscher
Wohnort: Burkhardtsdorf

Re: Namen und Position Dachschiefergruben

Beitrag von Mannl »

Es ist sicherlich so, dass man den "Schiefer" nicht unbedingt als "Bedachung" genutzt hat. Siehe "Theumaer Fruchtschiefer", hier ein gut spaltbarer Werkstein.
Von Haldenproben aus Burkhardtsdorf und Adorf weiß ich, das dieser teilweise sehr gut spaltbar gewesen sein muss und daher als Dachschiefer geeignet scheint. Natürlich nicht mit Lehesten vergleichbar. Aber man hat halt genommen was man hatte.
Belege an Gebäuden kenne ich nicht.
In Hormersdorf gibt es eine Straße "Am Schieferbruch" - dieser ist aber auf Maps nicht lokalisierbar - gesucht hab ich ihn noch nicht.

Hier mal noch die Koordinaten der "Schieferareale"
Schieferberg Adorf: 50° 44' 43,5'' N - 12° 53' 5,9'' E
Schieferberg Jahnsdorf: 50° 44' 2,8'' N - 12° 50' 59,0'' E

Glück Auf ! dr Mannl
Ehre dem Bergmann, dem braven Mann !
Glück Auf ! Mannl
schiefer
lernt noch alles kennen...
Beiträge: 3
Registriert: Fr. 21. Jul 17 12:50
Name: Jörn

Re: Namen und Position Dachschiefergruben

Beitrag von schiefer »

Hallo Mannl,
es ist eigentlich so, dass die Leute Dachschiefer gesagt haben, wenn es sich gut spalten und als Bedachungsmaterial verwenden ließ. In Norwegen Quarzitschiefer, im Tessin Gneis etc.
Ich habe gestern erfahren, dass ich bis Freitag meine Dissertation abgeben muss. War eigentlich für Ende August vorgesehen. Ich muss also ran und tauche erstmal unter.

Glück auf
Jörn
goldsucher49
Foren-User
Beiträge: 33
Registriert: Mi. 26. Mär 08 22:07
Name: Ralf Endig

Re: Namen und Position Dachschiefergruben

Beitrag von goldsucher49 »

In der inzwischen nach Chemnitz eingemeindeten Gemeinde Euba gab es Tagebau auf Schiefer.
Mindestens ein Haus im Dorf ist auch noch original damit bedacht. Die Grube befand sich wohl direkt bei der
"legendären" Paradoxit-Fundstelle bzw. war die Fundstelle?
GA! Ralf
Mannl
Foren-Profi
Beiträge: 970
Registriert: Di. 05. Jul 11 12:35
Name: Manfred Irmscher
Wohnort: Burkhardtsdorf

Re: Namen und Position Dachschiefergruben

Beitrag von Mannl »

Laut Mineralienatlas
"Hydrothermale Gänge, Ausläufer der Kunnersteinverwerfung (?). Fluorit-Vorkommen.
Nebengestein: Konglomerate, Sandsteine Oberkarbon, Porphyrtuff. Sediment."

Hier kommen keine Schiefer vor.

Ich würde das "Schiefervorkommen" eher im Bereich "Eibsee" verorten. Hier kommen gut spaltende Phyllite vor.
Ehre dem Bergmann, dem braven Mann !
Glück Auf ! Mannl
goldsucher49
Foren-User
Beiträge: 33
Registriert: Mi. 26. Mär 08 22:07
Name: Ralf Endig

Re: Namen und Position Dachschiefergruben

Beitrag von goldsucher49 »

Original-Aussage eines Eingeborenen/Anwohners...
Unabhängig davon hab' ich zwischen schon ziemlich schiefrig wirkendem Gestein im Fuchsgrund allerlei Gold gewaschen.
Hab's aber nicht weiter untersucht.
GA! Ralf
Mannl
Foren-Profi
Beiträge: 970
Registriert: Di. 05. Jul 11 12:35
Name: Manfred Irmscher
Wohnort: Burkhardtsdorf

Re: Namen und Position Dachschiefergruben

Beitrag von Mannl »

Das ist ein neues Thema.
Markus Schade " GOLD in Sachsen" S. 173 ff Muttergesteine Molasse / Permo-Siles
Ehre dem Bergmann, dem braven Mann !
Glück Auf ! Mannl
goldsucher49
Foren-User
Beiträge: 33
Registriert: Mi. 26. Mär 08 22:07
Name: Ralf Endig

Re: Namen und Position Dachschiefergruben

Beitrag von goldsucher49 »

Mir ging's um das Grundgestein, das eben sehr stark an Schiefer erinnert.
Ansonsten findet sich in der Eubaer Ortschronik folgendes Statement:
1870 - Die Steinbrüche
Am Wachtelberg und Bergeshöh wurde Schiefer gebrochen. Bis 1870 lieferten die Brüche einen grauen, etwas schweren aber sehr haltbaren Dachschiefer.
GA! Ralf
Benutzeravatar
oldstone
Foren-User
Beiträge: 123
Registriert: Mi. 26. Dez 07 10:02
Name: Frank
Wohnort: Gersdorf / b.HOT
Kontaktdaten:

Re: Namen und Position Dachschiefergruben

Beitrag von oldstone »

Über Schiefergruben im südlichen Chemnitzer Raum solltest du mal Bernd Descher aus Stollberg fragen. Er hat Bergbauuntersuchungen und Archivarbeit für die Kleinen Ortschaften, Wie Thalheim, Hormersdorf uvw. gemacht. Da er mit im Thalheimer Bergbauverien ist, kommen solche Angelegenheiten auch mal mit zur Sprache, -aber Genaueres nur von ihm.
Rostig wird die Grubenschiene, wenn kein Hunt darüber läuft;
frostig wird des Bergmanns Miene, wenn er ab und zu nicht säuft.
Benutzeravatar
oldstone
Foren-User
Beiträge: 123
Registriert: Mi. 26. Dez 07 10:02
Name: Frank
Wohnort: Gersdorf / b.HOT
Kontaktdaten:

Re: Namen und Position Dachschiefergruben

Beitrag von oldstone »

Hier noch was aus dem Forum
"Thüringisch-Fränkischer Schieferbergbau"
in der Rubrik Literatur
Rostig wird die Grubenschiene, wenn kein Hunt darüber läuft;
frostig wird des Bergmanns Miene, wenn er ab und zu nicht säuft.
Antworten