Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

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Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Krafti » Mo. 29. Feb 16 19:29

Das wirft wirklich so einige Fragen über den Denkmalschutzstatus Hierzulande auf:
https://scontent-bru2-1.xx.fbcdn.net/hp ... e=575A9E8E
Glück Auf!

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tod?!

Beitrag von Ruhrbergbau » Mo. 29. Feb 16 19:48

Der Denkmalschutz ist noch eine Chance und ein Stollen ist ein Bodendenkmal. Die Hoffnung stirbt zuletzt, also sollte man jetzt nicht aufgeben.

Glück Auf

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Ruhrbergbau » Mo. 29. Feb 16 19:54

Kann es sein das Landagswahlen anstehen ?

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Krafti » Mo. 29. Feb 16 20:05

Ja Landtagswahlen stehen außer Sachsen- Ahnhalt wohl noch in einem anderen Bundesland an. Welches das dann sein soll entzieht sich meiner Kenntnis. Solln wohl mind. 2 Bundesländer betroffen sein.

Ich würde es den Kollegen dort in Elbingerode sehr wünschen, dass Sie weiter machen dürfen/ können.
Diese Einrichtung gehört zum Gesamtbild des Gesamt-/ Harzer Montanwesens dazu, ohne Sie ist Dieses nicht mehr Vollständig.
Glück Auf!

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Finstergrundbergbau » Mo. 29. Feb 16 20:38

Ja das gibt doch Mut zum hoffen das nicht verfüllt wird!
Es stehen zu kritischen Themen nicht immer Wahlen an! In dem Fall kann Rettung in Sicht sein!
Wenn sich der oberste Denkmalschutz einschaltet, dürfte doch was zu machen sein.

Glück Auf
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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Krafti » Mo. 29. Feb 16 23:43

Eben es muss nicht immer einen politischen Hintergrund haben. Wohl aber hier einen Historisch- Industriekulturellen nach Denkmal- Recht.

Nur ist mir da eben der Sachverhalt nicht Geläufig, so dass dazu evtl. Jemand hier ein wenig Auskunft geben könnte, der sich mit dem Denkmalrecht auseinander gesetzt hat.

Evtl. gibt es ja auch ein paar Insider, welche sich vorsichtig zu Wort melden möchten.
Glück Auf!

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Ruhrbergbau » Di. 01. Mär 16 1:09

Landtagswahlen am 13.03.2016 in:
Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
Landtagswahlen am 04.09.2016 in:
Mecklenburg-Vorpommern
Kommunalwahlen am 06.03.2016 in:
Hessen
Kommunalwahlen am 11..09.2016 in:
Niedersachsen

und am 18.09.2016 wählt Berlin das Abgeordnetenhaus

In den Wahlzeiten gehen Politiker, gerne auf Bürgernähe und so weiter. Also Vorsicht !

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Mops » Di. 01. Mär 16 1:21

Es geht im Kern um zwei verschiedene Angelegenheiten: ein aufgelassenes Bergwerk als Technisches Denkmal für Lehre und Foschung zu erhalten oder es als Besucherbergwerk öffentlich zu präsentieren. Eine reale Chance für Drei Kronen & Ehrt als Besucherbergwerk sehe aus meiner Erfahrung derzeit eher nicht. Die Kosten sind einfach zu hoch, die Besucherzahlen immer zu niedrig gewesen.
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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Finstergrundbergbau » Di. 01. Mär 16 1:36

Glück Auf,

in wie fern waren die Kosten zu hoch?
Weniger wegen technischer Einrichtungen wie z. B. Wasserhaltung oder Bewetterung?
Ich denke eher die Personalkosten oder?

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Ruhrbergbau » Di. 01. Mär 16 1:47

Seit 2015 gibt es in Baden-Württemberg, vom Landesamt für Denkmalpflege, im Regierungspräsidium Stuttgart, das Projekt " Altbergbau und Denkmalpflege ". Es waren bereits drei Arbeitgespräche und das letzte war in Königsbronn am 30.-31. Oktober 2015, Das vierte Arbeitgespräch soll demnächst in Freiburg stattfinden und ich bin auf jeden Fall dabei. Wir Bergbaufreunde wollen doch Bergbau erhalten und dieses wollen die Denkmalpfleger auch. Also kann man doch an einen Strang ziehen und die Bergbaurelikte schützen. Wir haben in Wieden die ersten positiven Erfahrungen gemacht und selbst der Projektleiter Dr. Guntram Gassmann kam nach Wieden. Sowie Untere, Obere Denkmalbehörde und das LGRB ( Bergamt ). Der Bürgermeister von Wieden und seine Nachfolgerin nahmen ebenso an der Begehung und am Abschlussgespräch teil. Der Tag war ein Erfolg für den Bergbau.
Also Denkmalpflege kann ein Instrument sein um etwas zu erhalten.
Ihr solltet etwas Gas geben, denn die Unterschriften sollten vor den 13.03.2016 erfolgt sein.

Viel Glück bei der Rettung von Industriekultur.

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Mops » Di. 01. Mär 16 1:48

Das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt hatte anfangs der 1990er Jahre ein Denkmalpflegerisches Rahmenkonzept „Historische Bergbauregionen im Sachsen-Anhalt, Harzer Bergbau / Kupferschieferbergbau“ in Auftrag gegeben, das vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt, Referat Industriedenkmalpflege dann auch vorgelegt worden ist (Philipp & Tille 1996). Da ist ein umfängliches, sehr lesenswertes und gründlich recherchiertes Papier, was leider nicht publiziert worden ist.
Dazu folgende Anmerkungen: Wie dieses Rahmenkonzept in das behördliche Verwaltungshandeln auf staatlicher und kommunaler Ebene in das Verwaltungshandeln dann einbezogen worden ist, entzieht sich komplett meiner Kenntnis. Die eine (!) Stelle für Industriedenkmalpflege im Landesamt ist meines Wissens derzeit vakant.
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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Ruhrbergbau » Di. 01. Mär 16 2:03

Gibt es das Rahmenkonzept nicht als Datei ?

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Krafti » Di. 01. Mär 16 2:10

@ Finstergrundbergbau:

Das finanzielle Hauptproblem, Welches selbst bei einer Totalverwahrung nur hinausgezögert wird sind die sauren, belasteten Grubenwässer, welche nur gereinigt in die Vorflut (Fluss/ Bach) nach übertage abgeleitet werden dürfen (laut EU- Wasserrahmenrichtlinie)

Aktuell benötigt man dafür lediglich ne Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) wie sie bereits zischen Siptenfelde und Straßberg (Uhlenbachtal) im Harz seit 2008 erfolgreich in betrieb ist. Die dortigen Baukosten, ohne die Neuauffahrung der Entwässerungsstollen (mitte der 90er) sollen wohl so um die 8- 9 Mio Euro betragen haben. Die dortige Anlage fährt man seit 2013 wohl komplett ferngesteuert, D. h. von einem Betriebslaptop per Internet aus. Gibt es eine Störung, bei der notfalls auch vor Ort agiert werden muss, so erfolgt eine Alarmierung wohl per SMS auf dem ebenfals vom Betrieb zur Verfügung gestellten Handy, ggf. auch auf dem Privathandy des Mitarbeiters (mein letzter Kenntnisstand)
Kenne die dortige Anlage noch persönlich aus einem Praktikum vor Ort im Jahr 2011.

Dazu kommen dann noch Betriebs, Personal und Instandhaltungs-/ Stollensanierungskosten hinzu.

Fakt ist: Überschüssiges saures Grubenwasser wird füher oder später kontrolliert und gezielt aus dem Berg abgeleitet werden müssen.

Die Frage ist nur: Macht mans gleich richtig und spart erhebliche Mehrkosten durch den Gesetzgeber, oder lässt mans drauf ankommen und wartet bis man zwangsläufig schnellstmöglich eingreifen muss?

Die Finanzierung wäre dann eben in Beiden Fällen laut BBergG durch den letzten Bergbautreibenden Grubenbesitzer (hier LMBV-> finanziert durch den Bund und das Bundesland) zu tragen.

Wobei man wieder beim Thema Ewigkeitskosten-/ Lasten angekommen wäre.
Dabei kann ich nur Wiedeholt sagen/ schreiben, dass diese Kosten nicht komplett vermieden, sondern nur bestmöglich und nachhaltig minimiert werden können.

Wie lang das überschüssige Grubenwasser gereinigt werden muss hängt auch wieder von den geologischen Gegebenheiten vor Ort ab. Anhand von Erfahrungen kann man da aber auch nur ungefäre Angaben machen.
Letztlich hängt dies jedoch immer von den praktischen Werten auch ab, Anhand derer man dann grobe Berechnungen veranlassen kann die einen groben Fahrplan vorgeben können.
Glück Auf!

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Krafti » Di. 01. Mär 16 2:17

@ Ruhrbergbau:

Dazu hab ich persönlich leider noch nichts im Netz entdeckt. Obwohl das die wohl kostengünstigste veröffentlichung von Publikationen dieser Art sein dürfte und auch mal den Wissbegierigen "Laien" ein wenig Auskunft geben könnte.

Manchmal gleicht der "Krampf um die richtigen Infos" dem sog. "Kampf gegen Windmühlen" bei den Verantwortlichen Stellen.

Aber wie du schon Angeführt hast drängt auch hier die Zeit als einer der Gegenspieler.
Womit ich das ganze auf keinen Fall als Spiel abtun/ abwerten möchte.
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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Finstergrundbergbau » Di. 01. Mär 16 2:22

@ Krafti: viele Dank für die umfängliche Antwort.
Das Wasser tritt irgendwo zu Tage, ob Besuchergrube oder Lehr Bergwerk oder auch als verwahrte Grube.
Das hört sich an als wie wenn es eben mal installiert ist so eine GWRA. Die Kosten sind heftig, die Frage zu den Ewigkeitskosten ist ebenso ein Thema.
Wenn der Bund / Bundesland die Kosten tragen müssen, ist doch die Frage ob man einigen Kollegen nicht den Arbeitsplatz sichert und gleichzeitig die Wasserhaltung durch diese Kollegen überwachen kann.
Weiter haben Bergbauinteressierte die Möglichkeit die Grube zu besichtigen!

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Ruhrbergbau » Di. 01. Mär 16 2:43

Also war gerade auf der Seite vom Deutschen Bundestag ( Drucksache 18/4141 ) Frau Brehmer hat sich wirklich darum gekümmert und ihre Fragen gestellt. Der Staatssekretär steffen Kampeter hat die Antworten geliefert ( 24.02.2015 ) und das Bergwerk wird voll verfüllt. Die gehen davon aus, das aus dem Berg später kein Wasser kommt. Unglaublich ! Das Wasser sucht sich sein Weg und wird unkontroliert im klüftigen Berg abfließen. Leider ist der Gutachter nicht genannt.

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Mops » Di. 01. Mär 16 2:45

Hinsichtlich der Betriebskosten liegen mir für Drei Kronen & Ehrt keine konkreten Zahlen vor. Personalkosten spielen immer eine bedeutende Rolle, das ist ja klar. Aber die Betriebskosten für Grubenbahnen, vorgeführte Maschinen, Bewetterung, Wasserhaltung usw. spielen auch eine ganz erhebliche Rolle. Würde man wirklich betriebswirtschaftlich kalkulieren (tarifliche Bestimmungen einhalten, Rücklagen bilden usw.) käme man realistisch auf Eintrittspreise von vielleicht 30,- bis 50,- € pro Person. Das sind wohlgemerkt nur überschlägige Beträge. Fest steht für mich allerdings, dass kaum eine Familie solche Kosten für einen Sonntagsausflug in Kauf nehmen würde. Das ist das Dilemma, dem ohne Subventionen langfristig nicht abzuhelfen sein wird. Solange die Finanzämter alle Besucherbergwerke mehr oder weniger als steuerpflichtige Wirtschaftsbetriebe betrachten (voller oder halber Satz auf Eintrittsgelder, was in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt wird), bietet sich als eine vorübergehende Lösung nur der ehrenamtliche Betrieb an. Dabei entstehen kaum Personalkosten, und tatsächlich wird das in nicht wenigen Fällen auch so gehandhabt. Ob das auf lange Sicht wirklich zielführend ist, mag man getrost bezweifeln.
Mir würde es gefallen, wenn die Denkmalpflege nach dem Vorbild des Naturschutzes in Deutschland die bedeutenden Zeugnisse der industriellen Entwicklung in eigene Regie übernehmen und deren Erhaltung aus Steuergeldern finanzieren würde. Davon sind wir aber meilenweit entfernt. In meiner beruflichen Praxis erlebe ich gerade, dass die finanziellen Mittel für Museen auf kommunaler Ebene mit dem Bemerken, es handele sich ja um freiwillige Leistungen, allerorten drastisch zusammengestrichen werden… Das ist der Anfang vom Ende unserer Kulturnation, wenn sich die Politik hier nicht umgehend bewegt.
Glück auf! | Mops

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Krafti » Di. 01. Mär 16 12:24

Hinsichtlich des Naturschutzes auf Drei Kronen und Ehrt bezogen muss man aber auch bedenken, dass das Bergwerk ua. wohl von Fledermäusen als Winterquartier genutzt wird.

Das soll wohl laut Aussage der Arbeitsförderungsgesellschaft Harz mbH (AFG), als letzter Pächter auch die Braune Langohr Fledermaus sein, Welche Hierzulande unter strengstem Naturschutz steht. Wie viel der Tierchen das Bergwerk bevölkern entzieht sich leider meiner Kenntnis.
Denke mal der letzte Pächter konnte es auch nicht genau bestimmen, denn sonst hätte man dadurch evtl. die Grube weiter der öffentlichkeit zugänglich lassen können mit entsprechenden Mitfinanzierungen aus Naturschutzmitteln, wie es ua. von Michael erwähnt worden war.

Zur LMBV als Grubeneigentümer muss man aber auch zuguten geben dass Diese durch die Pachteinnahme einen Teil der Betriebskosten abpuffern könnte.
Wie es mit der Wetterführung dort UT gehandhabt wird ist mir ebenfalls leider nicht bekannt.
In den meisten Besuchergruben jedoch versucht man das mit primitivsten und kostenschonenden Methoden zu Handhaben (natürliche Bewetterung mit Hilfe von Wetterleiteinrichtungen/ Wettertüren).
Glück Auf!

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Ruhrbergbau » Mi. 02. Mär 16 21:41

Hat jemand bei der GAG von der Grube einen genauen Plan. Wie ist die Bewetterung der Graubenbaue geregelt und haben die zur Zeit eine Wasserhaltung, oder fließt das Wasser in einen tieferen Stollen ab.Diese Fragen sollten vorab geklärt sein, damit eine weitere Diskusion geführt werden kann.
Wenn das Bergwerk aufbleiben sollte und Untertage Absetzbecken eingebaut werden, dann kann man das Wasser mit Kreiselpumpen zu Tage fördern. Oder möchten die eine chemische Reinigung haben. Sicherlich sind einmalige Kosten vorhanden, aber so hoch sind sie nicht, wie die Zahlen die in der Presse standen. Unterhaltungskosten für die Strecken, kann man teilen, denn der Betreiber des Bergwerks sitzt genauso im Boot.

Mann wollte im Freitaler Bereich die Grubenbaue fluten und es war nur ein Versuch, der nicht funktonierte, weil das Wasser unkontroliert abfließen wollte. Also wurde die Verlängerung vom Elbstollen aufgefahren. -- Nur ein Beispiel ---
Glück Auf an die Mitarbeiter der Wismut, falls ihr mitlesen solltet !

Glück Auf

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Ruhrbergbau » Mi. 02. Mär 16 21:44

Sorry für die Rechtschreibfehler

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Krafti » Mi. 02. Mär 16 22:50

@ Ruhrbergbau:
Derzeit wird das Wasser wohl aus dem Schachtsumpf heraus abgepumpt.
Da die 1. Sohle (laut Artikel) schon verfüllt/ verwahrt worden ist, befindet Dieser sich ,denk ich mal, max. ein paar Meter tiefer als die Stollensohle.

Eine Aufbereitungsanlage am Standort existiert bereits, nur muss Dieser das Wasser durch Pumpen zugeführt werden (ich tippe hierbei auf Fehlentscheidung in der Standortwahl für das Teil) ansonsten hätte man das Teil "nur" modernisieren müssen.

Das so eine Anlage dort bereits existiert, darüber kann man sich ebenfalls auf dem
LMBV Youtube- Kanal im Video mit Titel "15 Jahre GVV" überzeugen, darin wird auch kurz die GWRA- Siptenfelde vorgestellt.
Sehr anschaulich und informativ das Video.

Das mit Freital kann man ebenso als Warnung für Elbingerode als Tourismus und Natur- Region ansehen das wurde hier im Forum auch oft genug erwähnt selbst den studierten Fachleuten, Welche die dortige Grube inklusive geologischer Situation kennen, ist das bewusst.

Mir kommt es manchmal so vor, als ob man da Augenwischerei bei der finanziellen und nachhaltigen Bewältigung der Ewigkeitslasten durch Bund und Land betreibt.
Möchte mich dabei aber nicht all zu sehr aus dem Fenster lehnen (Sturzgefahr).

Man macht eben erstmal den scheinbar selben Fehler wie in Freital, einen Unterschied gibt es jedoch.
Die Wismut hat sich die Option offen gehalten, schnellstmöglich den Flutungspegel wieder senken und untertägige nachhaltig und vor Allem langfristig wirksame Maßnahmen ergreifen zu können, weil es eben nicht wirklich klar war welche endgültigen Wege das Wasser nemen würde.
So hat man dort eine Umweltkatastrophe verhindert.
Ob das nun durch Eigenitiative, oder Beschluss der dortigen Bergbehorde heraus geschah, ist mir nicht bekannt.

Jedenfalls sehe ich so eine Eingriffsmöglichkeit für Drei Kronen und Ehrt/ Grube Einheit in Elbingerode nicht wirklich in den gewollten Maßnahmen der LMBV. Warum auch immer.
Das sehe ich denk ich, denk ich mal, nicht als Einziger als ne gewollte tickende umweltschädliche Zeitbombe. Sollte die Totalverwahrung umgesetzt werden.
Efektiver und langzeitsicherer Umweltschutz sieht jedenfalls anders aus.

Leider scheint es eben mittlerweile in der Politik übliche Praxis geworden, dass man eben erst mal den Extremfall auf sich zu kommen lässt, bevor nachhaltige und langfristig wirksame Maßnahmen eingeleitet werden.
Dafür gibt es bereits unzählige Beispiele.

Wie hat man es hier im Forum bei einem anderen Thema bereits so schön Formuliert: "Die meisten Fachbehörden/ Zuständigkeits- Organe sind mittlerweile Beratungsressistent geworden."
Oder so ähnlich.
Glück Auf!

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Ruhrbergbau » Do. 03. Mär 16 0:29

@ Krafti
Erstmal Danke für deine Ausführungen und die Infos. Wieviel Wasser wird da am Tag gehoben und der Aufbereitungsanlage zugeführt ?

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Krafti » Do. 03. Mär 16 10:03

@ Ruhrbergbau:
Das kann ich jetzt nicht so beurteilen, uns wurde es vor ein paar Jahren noch während der Ausbildungszeit dort vor Ort bei ner Exkursion mit der Berufsschulkasse erläutert, jedoch hab ich mir ärgerlicher Weise kaum Notizen dazu gemacht.
War da noch ne Grube der GVV, heute Bereich Kali, Spat, Erz (KSE) der LMBV, mit Hauptbereichsitz ebenfalls noch am alten GVV- Sitz in Sondershausen.
Was ich aber mit Sicherheit noch davon weiß ist dass der Füllort der Stollensohle in 50 Teufe unterhalb der Tagesobefläche am Zentralschacht liegt.
War damals auch die kürzeste Seilfahrt unseres Berufslebens für die gesamte Klasse.

Denke mal, dass das ua. auch vom Niederschlag (Der landet ja zwansläufig auch i- wann UT) her abhängig ist Aufgrund der geringen Teufe.
Dazu kommt anscheinend auch dass Wasser der tieferen gefluteten Bereiche wohl durch die verfüllten Bereiche, oder das stehen gelassene Gebirge nach oben drückt.
Deshalb ist es mir a auch ein Rätzel warum man auf dieser (möglichen) Erkenntnis sich keine schnellstmögliche Eingriffsoption inklusive geeigneter langzeiteffektiver Gegenmaßnahmen offen hält.
Glück Auf!

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Finstergrundbergbau » Do. 03. Mär 16 11:13

Das ist sicher auch nicht ganz einfach zu beurteilen ohne die genaue Einsicht in Gutachten, Entwicklung der bereits verfüllten Grubenbereiche (Hydrologisches Gutachten?) usw.
Die Gutachten werden "normalerweise" neutral erstellt!? Die Frage von wem wird der Gutachter bezahlt.
Die Ämter (Bergamt) wo die Experten sitzen beurteilen nach den Gutachten, was sicher (sollte) auch kritisch hinterfragt wird. Demzufolge wird das Verfüllen der Grube (aus Sicht der Wasserverhältnisse) kein Problem machen. Mal nüchtern betrachtet.
Was nachher im realen laufe der Zeit passiert ist ein anderes Thema.
Dann wird mit schwerem Gerät und immensen Kosten die Konsequenz getragen.
Ein Seigerriss der Grube kann keiner hochladen?

Glück Auf

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Rudolf » Do. 03. Mär 16 16:53

Bei Unterhaltungskosten für ein Besucherbergwerk, was kostet eigendlich ein neuer Akku, von einer kleineren Lok aus dem Erzbergbau und wie viele Jahre hält er in einem Besucherbergwerk?
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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Krafti » Do. 03. Mär 16 18:04

@ Finstergundbergbau:
Einen Saigerriss kann ich die Tage mal hoch laden (ist aber von ner Schautafel Übertage abfotografiert worden).
Ansonsten findet man im Netz noch nen 3 D- Riss vom Besucherbereeich inkl. des Schachtbereichs.

@ Rudolf:
Die Akkus einer EL- 9 sind bei entsprechend guter Wartung, fasst unkaputtbar. Selbst die Original- Zellen aus DDR- Produktion tun wohl in so manchen Bergwerk noch ihren Dienst.
Bei der B360 hab ich leider kaum Infos zu den Akkus.
Jedenfalls kann man die Bedingungen in einem Besucherbergwerk, nicht wirklich mit denen in einem Aktiven Bergwerk wo Abbaubetrieb herrscht, vergleichen. Die Originaltechnik wie die Grubenlok ist jedenfalls von Grund auf für den aktiven Bergwerksbetrieb gedacht und so denk ich mal halten die Akkus auch länger, als in Bergwerken wo diese im Hochleistungs-/ Dauereinsatz sind.

Verschleißteile wie Bremsbacken und ggf. Ersatzräder und Ersatantriebsmotor muss man aber auch da mit einbeziehen. Wobei die Bremsbacken eben das Hauptverschleißteil neben dem Akku sein dürften.

Bei uns im Rabensteiner Stollen haben wir z.B. auf anraten der Parkeisenbahn in Halle noch eine Schmiereinrichtung für die Radlager angebaut. Kann ich die Tage auch mal ein oder mehrere Bilder von unserem "roten Wunder" hier rein setzen.
Glück Auf!

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Rudolf » Do. 03. Mär 16 23:33

@krafti
Bei uns im Rabensteiner Stollen
Einige Tage vor der "Besucherschließung" von 3 Kronen und Ehrt bin ich nochmal hingefahren und im Anschluss habe ich Eure Grube besucht. Da kam mir überhaupt erst die Idee, wie lange so ein Akku wohl hält, weil bei Euch ja mehrere Loks rumstehen.
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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Jörn » Fr. 04. Mär 16 10:32

Krafti hat geschrieben:Bei uns im Rabensteiner Stollen haben wir z.B. auf anraten der Parkeisenbahn in Halle noch eine Schmiereinrichtung für die Radlager angebaut.
:gruebel: Für die Radlager oder für die Spurkränze (wirkt bei engen Radien Wunder)

Glückauf

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von Finstergrundbergbau » Fr. 04. Mär 16 12:35

Glück Auf Krafti und Jörn:
wie habt Ihr das optimiert? Die Fettnippel entfernt und Druckschläuche hoch in den Rahmen gezogen?

Zum Thema Batterien soweit:
Im Finstergrund haben wir im Jahr 2000 bei der B360 einen neuen Akku verbaut. Es ist zum nachfüllen des destillierten Wassers ein Füllsystem eingebaut.
Die Lok bzw. der Akku machen Ihren Dienst bisher ohne Probleme. Die Wartung wird in festen Intervallen gemacht. Auch wichtig das alle Zellen nach der Ladung immer ausreichend mit Wasser versorgt werden.

Das anfälligste an der B360 sind die Fahrkontakte. Diese sind sehr Wartungsintensiv! Da wieder die Überlegung Umbau auf Elektronik??
Kosten Anfälligkeit usw. :x
Glück Auf aus dem südlichen Schwarzwald

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Re: Drei Kronen & Ehrt noch nicht Tot?!

Beitrag von MatthiasM » Fr. 04. Mär 16 13:57

Vielleicht könnte die Lokthematik hier aus dem "Drei Kronen & Ehrt" in einen eigenen Thread ausgelagert werden. Beide Themen haben es verdient, daß sie hier nicht irgendwie "durcheinander" diskutiert werden.

lG Matthias

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