Frauensteiner Brunnen

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Dreiphasenkasper
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Frauensteiner Brunnen

Beitrag von Dreiphasenkasper »

Glück Auf Leute,

Wer kann mir
hier erzählen was die Zeitung "vergessen" hat mitzuteilen?


MfG DPK :)
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Fundgrübner
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Re: Frauensteiner Brunnen

Beitrag von Fundgrübner »

Nur eine Ahnung, was da unberücksichtigt wurde: Mein Bild - erstellt während des diesjährigen Int. Montanh. Workshops :D

GA
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Mannl
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Re: Frauensteiner Brunnen

Beitrag von Mannl »

1. Für die Ergiebigkeit eines Brunnens ist kein Fluss erforderlich, sondern der jeweilige Grundwasserstand. Der Brunnen kann auch einen bestimmten Umgebungsbereich entwässern. Voraussetzung sind eine genügende Klüftigkeit/Porenraum und Wasserangebot.(Darcy-Gesetz)
2. zur Wasserförderung aus einem Schrägschacht würde mir schon etwas einfallen .... (warum nicht auch den Altvorderen ?)
3. Bergbau und Brunnen/Zisterne schließen sich m.E. nicht aus ?!

Glück Auf aus dem Erzgebirge 1
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consolamentum (†)
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Re: Frauensteiner Brunnen

Beitrag von consolamentum (†) »

was die herren nicht bedacht haben ist, wenn ich wegen dem knick im schacht kein wasser vernünftig heben kann, kann ich mit der haspel auch nicht vernünftig das abgebaute gestein fördern!!!
Joachimsthaler
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Re: Frauensteiner Brunnen

Beitrag von Joachimsthaler »

Auch in geknickten schächten kann man Masse gut fördern. Das Liegende mit Holz auskleiden(Rutsche) und im hangenden Umlenkrollen einbauen. So macht es auch die Bergsicherung, im Erzgebirge gibt es ja viele Schrägschächte :wink:

GA Joachimsthaler
Uran
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Re: Frauensteiner Brunnen

Beitrag von Uran »

Dazu kommt, das man ja oft auch mit Bulgen, also Ledersäcken gefördert hat. Die rutschen auf den Brettern natürlich besser wie Tonnen. Allerdings ist es mit dem Wasserschöpfen hier auch nicht so einfach.
ich bi noch aaner ven altn Schlog, on bleib aa, wi ich bi.
Dreiphasenkasper
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Re: Frauensteiner Brunnen

Beitrag von Dreiphasenkasper »

Nur wieso nicht gerade runter. Laut Agricola wussten die damals doch schon wie man sowas auslotet?

Oder war es gar Absicht? :gruebel: :gruebel: :gruebel:
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Jörn
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Re: Frauensteiner Brunnen

Beitrag von Jörn »

Vielleicht weil die Burschen einer Störung gefolgt sind? Das war mitunter einfacher. Egal ob Brunnen oder Pütt.
"Das Bergamt braucht doch Wochen, bis es etwas genehmigt!"

Götz George in "Böse Wetter", 2015
bergaufsepp
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Re: Frauensteiner Brunnen

Beitrag von bergaufsepp »

Dreiphasenkasper hat geschrieben:Nur wieso nicht gerade runter. Laut Agricola wussten die damals doch schon wie man sowas auslotet?

Oder war es gar Absicht? :gruebel: :gruebel: :gruebel:
Bei uns gibt es ein römisches Kupferbergwerk, sogar dort sind mehrere Schächte lotrecht 20-25m tief getrieben.
Und was die Römer konnten...ging vielfach verloren, aber zumindest das ausloten haben sie zur Zeit Agricolas mit Sicherheit noch beherrscht.

Interessanterweise wurde bei einem römisch/keltischen Tempel einen solchen Schacht gefunden, der leider noch nie bis zum Ende untersucht und freigelegt wurde. Dieser geht senkrecht in die Tiefe, sein Zweck erklärt sich allerdings noch nicht. Um an Grundwasser zu gelangen, müßte er aufgrund der Lage auf einer Felskuppe 50-60m tief reichen.
Bergbau wäre denkbar, in der Nähe liegen Schiefergruben, wahrscheinlich schon aus der Römerzeit, auch römischer Eisenbergbau wird vermutet.
Uran
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Re: Frauensteiner Brunnen

Beitrag von Uran »

Natürlich konnte man auch im Erzgebirge Schächte saiger teufen. Bei den hier genannten "Schächten" grübelt man über den Sinn. Urkunden gibt es keine. In Schneeberg gibt es einen großen saigeren Schacht ohne jeden Sohlenanschlag. Könnte man auch über den Sinn grübeln. Hier ist er allerdings bekannt. Völlig überzogene Hoffnung auf große Silbererzfälle. Dann war einfach das Geld alle.
ich bi noch aaner ven altn Schlog, on bleib aa, wi ich bi.
Mannl
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Re: Frauensteiner Brunnen

Beitrag von Mannl »

Zum Artikel FP: "Zudem ist die Anlage rund 21 Meter tief - zur Wassergewinnung für die Burgbewohner einst auch deshalb ungeeignet, weil kein Fluss existiert, der einen Brunnen von der Sohle auf hätte speisen können."

Zum Vergleich:

Brunnen Schloss Augustusburg:
Schloss (S) 507,9 m H ü. NN
Zschopaupegel (Z) 290,9 m H ü. NN Diff. (D = (S-Z)) 217,0 m
Brunnentiefe (B) 130,6 m Diff. (D-B) = 86,4 m
Der Brunnen führt 86,4 m über dem Zschopaupegel Wasser !? :-)

Brunnen Festung Königstein:
Festung (F) 350,3 m H ü. NN
Elbepegel (E) 120,6 m H ü. NN Diff. (D = (F-E)) 229,7 m
Brunnentiefe (B) 152,5 m Diff. (D-B) = 77,2 m
Der Brunnen führt 77,2 m über dem Elbepegel Wasser !? :-)
Ehre dem Bergmann, dem braven Mann !
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Jörn
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Re: Frauensteiner Brunnen

Beitrag von Jörn »

Mannl hat geschrieben: Brunnen Schloss Augustusburg:
Der Brunnen führt 86,4 m über dem Zschopaupegel Wasser !? :-)

Brunnen Festung Königstein:
Der Brunnen führt 77,2 m über dem Elbepegel Wasser !? :-)
Das schließt sich nicht unbedingt aus, je nachdem, wo die Grundwasserleiter und -stauer sind. Vielfach dürften die Brunnen auch von reinem Oberflächenwasser gespeist worden sein, welches man auf dem Weg zum Grundwasser einfach abfing.

Aber ohne Details ist hier viel Spekulatius angesagt.
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Götz George in "Böse Wetter", 2015
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