Bergwerk aus der Steinzeit

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Nobi
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Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von Nobi » Mi. 04. Dez 13 13:32

Zwischen Helfta und Erdeborn
Bergwerk aus der Steinzeit

Auf dem Baugelände des geplanten Windparks bei Helfta werden zahlreiche verfüllte Schächte entdeckt, in denen einst Feuerstein abgebaut wurde. Der Bergbau im Mansfelder Land ist damit viel älter als bisher angenommen.

Mehr unter http://www.mz-web.de/eisleben/zwischen- ... 12206.html

oder auch unter
http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/ ... 03914.html
GLÜCK AUF | NOBI

Der Berg ist frei.
Wo eyn man eynfahrn will
mag her es thun mit rechte.


w w w . b e r g k i t t e l . d e

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MichaP
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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von MichaP » Mi. 04. Dez 13 20:17

oha... das ist ja mal spannend.
Glück auf!

Michael
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Friedolin
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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von Friedolin » Do. 05. Dez 13 5:24

Holla, mal was spektakuläres!
Das muss aber Thema zum Worlshop werden !!!!
Glück Auf !
Friedhelm
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Hoch der Harz und tief das Erz
Jedweder Anbruch erhebt das Herz
(alter Oberharzer Bergmannsspruch)

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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von Sascha » Sa. 07. Dez 13 8:55

Hmm, da hat sich wohl Dipps erledigt

Falafel
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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von Falafel » Sa. 07. Dez 13 9:30

Na ja, wir reden hier ja von zwei verschiedenen Schuhen (Jungsteinzeit versus Mittelalter). Zum anderen muss jeder noch so bedeutende Befund damit rechnen, nicht für alle Zeit das Mass aller Dinge zu bleiben. Genau genommen sind die Bergwerke von Dipps ja sowieso "nur" irgendwelche unbedeutende Gruben, die nicht annähernd an die Befunde anderer Reviere heranreichen können, von den Medien aber sehr stark beachtet wurden. Die Bedeutung liegt lediglich darin, dass die Befunde nicht in jüngeren Perioden überprägt wurden und damit ein authentisches Bild dokumentiert werden könnte. Insgesamt kommt der Befundumfang nicht an Freiberg heran - um nur ein Beispiel zu nennen. Nur in letzterem Fall kamen eben noch drei weitere Betriebsperioden, die die Befunde zum Teil stark überprägt haben, was die Dokumentation und vor allem die Interpretation sehr erschwert (Insiter wissen, was ich meine), aber nicht unmöglich macht.

So, jetzt bekomme ich bestimmt Haue vom LfA und von den Dipp´s-Fans :mussweg:
Aber ich bin jederzeit bereit, meinen Kontrahenten den Beweis in der Praxis zu liefern :D

Glück Auf!
Stephan

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MichaP
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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von MichaP » Sa. 07. Dez 13 21:16

Glück auf!

Michael
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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von Sascha » Sa. 07. Dez 13 21:21

Aber ich bin jederzeit bereit, meinen Kontrahenten den Beweis in der Praxis zu liefern :D
…cool, jetzt brauchen wir nur noch einen der deine Herausforderung annimmt

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markscheider
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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von markscheider » So. 08. Dez 13 0:23

Das Bild (oder mehr die Bildunterschrift) ist ja mal auch cool, oder?

Uran
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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von Uran » So. 08. Dez 13 12:57

markscheider hat geschrieben:Das Bild (oder mehr die Bildunterschrift) ist ja mal auch cool, oder?
Jetzt haben wir damit das erste Mal Zeitzeugen die man befragen kann. :D

Feuersteinbergbau. :gruebel: Ich denke man sollte die Kirche mal im Dorf lassen. Hier wird von 80 Gruben mit einer Tiefe von 3,50 m gesprochen. Ob man das schon Bergbau nennen kann. Ich weiß nicht. Das erschein mir ein wenig weit hergeholt. Da hat man einfach ein paar Löcher in die Erde gebuddelt.
ich bi noch aaner ven altn Schlog, on bleib aa, wi ich bi.

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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von Falafel » So. 08. Dez 13 13:26

Die anderen europäischen neolithischen Feuersteinbergwerke haben auch keine Teufen im dreistelligen Meter-Bereich. Selbst Tagebau würde unter den Begriff "Bergbau" zählen. Aber da es sich tatsächlich um Minischächte mit Erweiterungen am Schachtsumpf handelt - also eine Art Duckelbergbau - würde ich schon, unabhängig von der "lächerlichen" Teufe, von richtigem Untertage-Bergbau sprechen. Ist ja immerhin steinzeitlich, da würde ich die Messlatte mal nicht zu hoch hängen. Heute fällt ja auch manches unter Bergrecht, wo man etwas schmunzeln könnte.

Glück Auf!
Stephan

Uran
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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von Uran » So. 08. Dez 13 14:00

Hast recht. Hab mal nachgesehen. http://de.wikipedia.org/wiki/Feuersteinbergwerk Demnach scheint ein derartiger Bergbau allerdings nichts Ungewöhnliches zu sein. Den Feuersteinbergbau aber mit dem Mansfelder Kupferschieferbergbau in Verbindung zu bringen ist nun doch etwas weit hergeholt.
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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von markscheider » So. 08. Dez 13 14:28

Uran hat geschrieben:Den Feuersteinbergbau aber mit dem Mansfelder Kupferschieferbergbau in Verbindung zu bringen ist nun doch etwas weit hergeholt.
Da wird versucht, eine nicht vorhandene Kontinuität zu konstruieren. Sicherlich folgte die Kupfer- auf die Steinzeit, aber ob es einen wie auch immer gearteten Übergang von der Feuersteingewinnung zur Metallurgie gab oder ob dazwischen eine mehrtausendjährige Pause lag, wird wohl so ohne weiteres nicht zu klären sein. Wilsberg gibt einen solchen Übergang für Rudna Glava um 3400 v.u.Z. an. Die Dünaschlacken haben ja auch etwa dieses Alter. Aber dazwischen liegen eben fast 3000 Jahre und auch eine gewisse räumliche Entfernung - angeblich begann ja der Kupferschieferbergbau bei Hettstedt. Ich bin mir nichtmal sicher, ob das Kupferschieferflöz überhaupt soweit nach Süden reicht, vielleicht kann das jemand aufklären, der sich mit dem Mansfelder Revier auskennt?

Uran
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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von Uran » So. 08. Dez 13 15:08

Du meinst nach Norden. Spangenberg beschreibt in seiner Mansfelder Chronik das Bergwerk das 1200 bei Hettstedt angefangen hat.
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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von markscheider » So. 08. Dez 13 16:30

Nach Süden bis nach Erdeborn.

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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von Uran » So. 08. Dez 13 17:20

Du hattest aber nach Hettstedt gefragt, und das liegt am Nordrand der Mansfelder Mulde. Jedenfalls auf meinem Atlas.
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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von markscheider » So. 08. Dez 13 17:34

Herr, wirf Hirn vom Himmel!

Ich hatte die Frage aufgeworfen, ob das Kupferschieferflöz überhaupt südlich bis Erdeborn reicht. I.e., ob die steinzeitlichen Bergleute beim Feuersteinabbau auf das Erz getroffen sein könnten.

Die bei Hettstedt angenommene Fundstelle ist dafür völlig irrelevant.

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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von Uran » So. 08. Dez 13 18:01

Na, na, na. Du hast nichts von Erdeborn geschrieben, sondern von Hettstedt. Aber sei es drum. Das Kupferschieferflöz der Mansfelder Mulde streicht am Stadtrand von Erdeborn am Nordrand des Hornburger Sattels aus. Möglicherweise am Nonnengrundbach, in einem ziehmlich ausgeprägten Taleinschnitt. Übrigens reichte das Baufeld des Fortschrittschachtes fast bis in die Ecke. Bei Google Earth sind bei Erdeborn 2 rund Gebilde zu erkennen. Es könnte sich hier durchaus um Altbergbauhalden handeln. Westlich davon zieht sich eine ganze Kette von kleinen Halden hin. Ein Stück weiter, bei Wolferode/Wimmelburg ist die ganze Landschaft mit solchen Halden übersät, da hier das Flöz sehr flach ausstreicht.
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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von markscheider » So. 08. Dez 13 18:16

Hätte ich vielleicht deutlicher trennen sollen, wenn ichs mir jetzt so ansehe. Egal.

Wie siehst Du die Chancen, daß die Feuersteinschächte den Kupferschiefer getroffen haben könnten?

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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von Uran » So. 08. Dez 13 18:44

Gute Frage. Das kann man sicher nur vor Ort klären. Das Flöz scheint hier relativ steil auszustreichen. Wenn man das Einfallen des Hornburger Sattels nimmt, es beträgt 5°, dann sind es vom Ausstreichen bis in eine Tiefe von 3,5 m ca. 40 m. Ich weiß auch nicht wo die Grabungsstelle ist.
Hab noch mal nachgesehen. Über dem Kupferschiefer liegt der 2,5 bis 6 m mächtige Zechsteinkalk und darüber der Werraanhydrit. Unter dem Kupferschiefer liegt der 0 bis 16 m mächtige Sandstein, darunter das bis 4 m mächtige Zechsteinkonglomerat. Da Feuerstein ja überwiegend von den Küsten bekannt ist, und der Kupferschiefer ja als Meeresablagerung angesehen wird, sollte man davon ausgehen, das die Feuersteinbergwerke südlich des Ausstreichens liegen. Möglicherweise ist das Konglomerat der Feuersteinhorizont. Damit war diesen "Bergleuten" der Kupferschiefer unbekannt.
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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von MichaP » Mo. 09. Dez 13 8:36

Glück auf!

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Re: Bergwerk aus der Steinzeit

Beitrag von Uran » Mo. 09. Dez 13 9:45

Damit ist der Standort zwar auch nicht erklärt, aber der Zusammenhang mit dem Kupferschiefer ausgeschlossen.http://de.wikipedia.org/wiki/Feuersteinlinie
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