Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

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Claudia
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Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Claudia »

...an sich nichts so ungewöhnliches, aber die Umstände und die Bearbeitung der angelegenheit sprechen mal wieder für sich...

Ist jemand im Forum, der außer der Links näheres weiß?
Hier ein paar Links:

http://www.mdr.de/mdr-info/hintergrund/5398776.html

http://www2.mdr.de/thueringen/sued-thue ... 84822.html

http://www.kgmuehlbach.de/wbb2/thread.p ... r=0&page=1

nur mal exemplarisch... gefunden bei google-stichworten "höhle+bleßberg"

*schwarzbuch*?
Glück auf!
Claudia

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Nobi
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

auf der webseite vom thüringer höhlenverein steht noch die presseerklärung des THV und einige bilder. ich habe leider nicht geschafft freizumachen und konnte somit selber nicht schauen. die "verantwortlichen" weisen aber jede schuld von sich. es soll sich aber um eine sehr große aktive karsthöhle handeln, die reich an sinterschmuck ist, der wiederum für deutsche verhältnisse seines gleichen sucht. der obere bereich der höhle ist nun definitiv dicht. man hofft jetzt, übertage im verlauf der klüfte richtung tal ggf. einen zugang zu finden. den groben verlauf des ersten höhlenteils kennt man ja nun.
da man ja sinnigerweise den wasserfluss der höhle mittels beton gestoppt hat, sucht sich jetzt das wasser neue wege. bin mal gesapnnt, wo es mit welchen folgen austritt.

hier ein paar bilder:
http://www.laser-dental.de/3-4-2008/page_01.htm
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Nobi
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

hinter den kulissen wird übrigens eifrig verhandelt. mittlerweile durfte der obere teil der höhle auch vollgelaufen sein und ich weiß nicht, ob ich mich da im tunnel wohlfühlen würde. schließlich sind ein paar tausend m³ wasser hinter der tunnelwand, die talwärts wollen. derzeitiger tunnelausbau ist spritzbeton. mal sehen, wie es weitergeht.
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MichaP
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von MichaP »

Mir wird ganz übel... Nobi bitte halte uns auf dem laufenden!
Wenn wir irgendwas beitragen können... bitte jederzeit fragen. Dieses Naturwunder darf nicht einfach "unter die Räder kommen".
Glück auf!

Michael
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Nobi
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

offizielle news und eine einladung zur pressekonferenz findest du unter http://www.thueringer-hoehlenverein.de

der derzeitige stand ist so, dass höhlen nur als biotop geschützt sind, d.h. sobald eine fledermaus drinnen wohnt hat sie den selben schutzstatus wie ein alter keller oder ein hohler baum. da höhlen nur biotope sein können, wenn nachweislich ein zugang nach außen besteht, fühlt sich die untere naturschutzbehörde in sonneberg. ein zugang konnte ja nicht nachgewiesen werden. wie auch bei den dimensionen und der wenigen zeit für die höfos. es muss aber phantastisch sein. man kann mehrere seen durchschwimmen und hat sinter wie in südfrankreich. mal sehen, ob die bemühungen erfolg haben und es doch noch einen zugang (wie und wo auch immer) geben wird. dann werde ich dieses jahr ein paar mal nach thüringen fahren müssen :)
Zuletzt geändert von Nobi am Do. 10. Apr 08 20:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Nobi
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

http://www.freies-wort.de/nachrichten/t ... 402,796942

wer hätte das gedacht :D

hier noch ein paar bilder: http://www.mdr.de/thueringen-journal/5414395.html
man beachte den text unter bild 6 ...
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Claudia
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Claudia »

wow, das ist aber mal ne gute nachricht!
:party:
naja, die höfos hatten es ja vermutet, dass die strecke - pardon - der gang
in vortriebsrichtung weiter geht...

ich finds toll und hoffe auf weitere gute nachrichten! :geil:

die bilder sind wirklich schön - also die höhle mehr als die bilder...
Glück auf!
Claudia

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kapl
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von kapl »

Das macht in der Tat Hoffnung auf ein besseres Ende!
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Nobi
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

ja, drückt die daumen. noch ist aber noch keine entwarnung, wenn auch die richtung stimmt.
sitze gerade ein wenig auf gepackten "koffern" ...
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Nobi
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

es hört sich immer besser an:
http://www.freies-wort.de/nachrichten/t ... 402,797069

bin am wochenende mal "vor ort" :)
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kapl
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von kapl »

Gemeinsame Pressemitteilung

Deutscher Naturschutzring e.V. (DNR)
Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. (VdHK)
Thüringer Höhlenverein e.V. (THV)
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) - Landesverband Thüringen e.V.

Erfurt, 11.04.08


Naturschutzverbände verlangen Sofortmaßnahmen

Entdeckung einer Großhöhle beim Tunnelbau für ICE-Trasse Erfurt-Nürnberg

Erfurt. Sofortmaßnahmen zum Schutz der wohl größten Höhle Thüringens forderte heute in Erfurt der Deutsche Naturschutzring (DNR) zusammen mit seiner fachlich zuständigen Mitgliedsorganisation, dem Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher, und dem Landesverband Thüringen des BUND.

Die in ihrem Umfang und ihrer Bedeutung sensationelle Entdeckung der Höhle im Bleßbergtunnel der ICE-Strecke Erfurt-Nürnberg in Thüringen macht nach Auffassung der Verbände eine sofortige naturschutzfachliche Bewertung erforderlich. DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen forderte den thüringischen Umweltminister Volker Sklenar auf, gegenüber der Deutschen Bahn AG die Anforderungen des Thüringer Naturschutzgesetzes umzusetzen. Die bisherigen völlig unzureichenden Schutzmaßnahmen auf europäischer Ebene müssten dringend erweitert werden.

Mikel Iruju, spanischer Abgeordneter des Europäischen Parlaments, bereitet derzeit in Abstimmung mit den Höhlenforscherverbänden und Archäologen eine Anfrage zum Höhlenschutz an die EU-Kommission vor. Bisher sind lediglich bestimmte Höhlen als Lebensräume von Fledermäusen nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) geschützt.

Nach einer vom Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher erstellten Übersicht sind Höhlen in Deutschland bisher im Bundesnaturschutzgesetz und in den meisten Landesnaturschutzgesetzen als Biotop nicht geschützt. Lediglich Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stufen Höhlen in ihren Landesnaturschutzgesetzen als besonders geschützte Biotope ein. Hier sehen die Höhlenforscher dringenden Nachholbedarf sowohl auf Seiten des Bundes als auch der übrigen Länder.

Auch wenn die mitteleuropäischen Höhlen auf den ersten Blick als eher lebensfeindlich erscheinen, bieten sie einen Lebensraum für seltene und hochspezialisierte Tierarten. Neben Fledermäusen, Amphibien und Schmetterlingen, die Höhlen zum Überwintern aufsuchen, ist erst vor kurzem eine farb- und augenlose Höhlenspinne neu entdeckt worden. Eine andere seltene Art ist der "Urzeitkrebs", der vermutlich mehrere hundert Millionen Jahre fast unverändert in Höhlen überdauert hat. Allein in Deutschland wurden bisher über 3000 Tierarten in Höhlen nachgewiesen.

Bärbel Vogel vom Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher fordert gesetzliche Regelungen zur Einbeziehung der Höhlenforschung bei Bauvorhaben im Karst, eine exakte Dokumentationspflicht sowie die Zugänglichkeit der Höhlen, damit potenzielle Gefahren langfristig eingeschätzt werden können. Unterirdische Wassersysteme seien keine starren Objekte, sondern änderten sich durch Einflüsse von außen zum Teil mit gravierenden Folgen, so die Expertin. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel müssten alle zu Verfügung stehenden Daten genutzt werden, denn Hochwässer fänden ebenso im Untergrund statt. Der Verband fordert deshalb die staatliche Unterstützung dieser Forschungen. Bisher findet Höhlenforschung in Deutschland ausnahmslos ehrenamtlich statt.

Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, sieht in der Verfüllung des freigelegten Höhlenbereiches mit Beton einen Verstoß gegen das Thüringer Naturschutzgesetz. Da Höhlen gesetzlich besonders geschützte Biotope seien, müssten Veränderungen durch die zuständige Naturschutzbehörde genehmigt werden. Dafür sei auch eine förmliche Beteiligung der anerkannten Naturschutzverbände erforderlich.

Nach Ansicht des BUND Thüringen zeigt der Vorfall erneut, dass der Bau der ICE-Trasse durch den Thüringer Wald nicht nur oberirdisch, sondern auch in den Tunnelbereichen "unschätzbare Naturwerte bedroht". Der geringe Zeitgewinn, der mit dem ICE-Trassen-Projekt auf der Strecke Nürnberg-Erfurt erreicht werde, rechtfertige nicht die Zerstörung einzigartiger Naturwunder. Der Verband forderte Bundesregierung und Bahn auf, das milliardenschwere Prestigeprojekt ökologisch, verkehrs- und finanzpolitisch neu zu bewerten.

Bei einer Besprechung am gestrigen Tage auf der Baustelle, an der Vertreter der Bahn AG, des Eisenbahn-Bundesamtes, der am Bau beteiligten Firmen, des Thüringer Umweltministeriums, des Landesbergamtes, des Landratsamtes Sonneberg und des Thüringer Höhlenvereins beteiligt waren, wurde die weitere Verfahrensweise nach der Entdeckung der bedeutenden Karsthöhle festgelegt.

Der inzwischen ebenfalls freigelegte Ostteil der Höhle soll zunächst auf seine Einflüsse auf den weiteren Tunnelvortrieb untersucht werden und danach im Tunnelbereich gesichert werden.

Er erhält einen Zugang, durch den während der Tunnelbauzeit ein Zugang zur Höhle möglich sein wird. Dem Thüringer Höhlenverein wird die Forschung in der Höhle zugesichert, solange dieser Zugang besteht. Der Höhlenverein wurde um kurzfristige Zuarbeiten gebeten, die den Einfluss der Höhle auf den weiteren Vortrieb beurteilen helfen. Dazu werden die nötigen Forschungen sofort in Angriff genommen.

Die Arbeiten des Höhlenvereins werden durch das Thüringer Landesbergamt koordiniert. Die Belange des Naturschutzes sehen die Verbände damit allerdings noch immer nicht berücksichtigt.

siehe auch http://www.vdhk.de
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Nobi
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

hier gibt es ein paar bewegte bilder von den ostteilen der blessberghöhle.
http://www.mdr.de/dabei-ab-zwei und hier ein paar fotos: http://home.arcor.de/zinselhoehle/sonhoefo/

am wochenende wurde dieser bereich dokumentiert und vermessen. der westteil, in dem sich das wasser staut, ist momentan nicht zugänglich. ob er es nochmal werden wird, ist derzeit noch offen. aufgrund der starken regenfälle in der nacht zum samstag konnte man nicht sagen, ob vermehrte schüttungen aus quellen und höhlen der umgebung auf den rückstau des wassers im westteil der höhle oder auf die niederschläge zurückgehen.

auf dem bild sieht man das südportal des tunnels. etwa 200 m bergeinwärts wurde die höhle angeschnitten. am waldrand hinten befindet sich die grenze des muschelkalkes zum schiefergebirge.
Dateianhänge
Südportal ICE-Tunnel Blessberg
Südportal ICE-Tunnel Blessberg
suedportal_blessberg_k.JPG (17.08 KiB) 16536 mal betrachtet
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lernt noch alles kennen...
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von jenss »

Aktuelle Infos gibt's auf http://www.blessberghoehle.de

Glück Auf

Jens
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EnoM
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von EnoM »

Laut MDR erhält die Höhle einen dauerhaften Zugang!
Hoffentlich im Sinne der Höhlenforscher dauerhaft, nicht nur während der Dauer der Tunnelarbeiten.
Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß was ich leide.
(CvD)
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

der dauerhafte zugang SOLL angeblich imseptember geschaffen werden. solange er nicht da ist, glaube ich nicht dran. da ich aber morgen dort bin, werde ich bestimmt news aus erster hand bekommen.
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Caveman »

EnoM hat geschrieben:Laut MDR erhält die Höhle einen dauerhaften Zugang!
Hoffentlich im Sinne der Höhlenforscher dauerhaft, nicht nur während der Dauer der Tunnelarbeiten.
Moin!
Auch beim Bau der Neubaustrecke Nürnberg-Ingolstadt vor wenigen Jahren wurden beim Tunnelvortrieb des Euerwang-u. Irlahülltunnels mehrere große Höhlenräume angefahren. Damals hieß es auch, das zumindest einer dieser Hohlräume über die paralel zum Tunnel verlaufenden Notstollen zugänglich bleiben sollte. Pustekuchen! Betonmaffia grüßt!
Glück Auf, Caveman
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Nobi
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

es gibt derzeit nix neues. wir müssen uns auf die zusage der bahn verlassen und sehen, ob im september etwas passiert. ob es ein temporärer zugang oder ein dauerhafter zugang ist, bleibt abzuwarten.
am freitag war der dritte öffentliche vortrag innerhalb einer woche in rauenstein und zum dritten mal ausgebucht. die bevölkerung ist sensibilisiert und will uns unterstützen. sollte im september nix passieren, kann es ein heißer herbst werden.
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von hungerlieb »

http://www.freies-wort.de/nachrichten/t ... 437,830123

Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber der Tenor der Redner zum Durchschlagsfest lässt tief blicken. :x
Zumindest darf vermessen werden. Schade eigentlich das solche Schätze keinerlei Rolle spielen, solange sie keine Gewinne abwerfen. Ob es irgendwann Gesellschaften geben wird, in denen wirtschaftliche Prinzipien nicht allen anderen voran stehen werden?
Glück Auf!
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Friedolin »

hungerlieb hat geschrieben:Ob es irgendwann Gesellschaften geben wird, in denen wirtschaftliche Prinzipien nicht allen anderen voran stehen werden?
Das kann dann kein Kapitalismus mehr mehr sein, denn ein Unternehmen das keine Gewinne erwirtschaftet ist dem Untergang geweiht. Und Gewinne kann ich nur erwirtschaften wenn ich die Ziele des Unternehmens strickt verfolge. (Qulitätsmanagement DIN EN ISO 2000/2001 ff)
Glück Auf !
Friedhelm
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Jedweder Anbruch erhebt das Herz
(alter Oberharzer Bergmannsspruch)
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

es soll demnächst für den thüringer höhlenverein die möglichkeit geben, die letze angefahrene höhle zu vermessen. dieser ist nach aussage aber weniger spektakulär als die eigentliche blessberghöhle. es handelt sich höchstwarscheinlich um einen alten erdfall (kartserscheinung), der nicht an die oberfläche durchgebrochen ist. für die vermessung gibt es aber bisher weder einen termin noch die aussage, wie viele höfos rein dürfen. bei der vermessung des ostteiles der blessberghöhle durften an zwei tagen je 6 leute für eine bestimmte zeit rein und dann wurde der ostteil "verschlossen".

das wir die versprochene möglichkeit bekommen, im september im westteil der ersten höhle genaue erkundungen/vermessungen durchführen zu können, kann ich nicht (noch) glauben. nur dort wäre aber theoretisch ein zugang nach außen möglich bzw. könnte ein zugang geschaffen werden (entsprechende angebote für finanzielle/materielle unterstützung bei einer grabung gibt es). der westteil war ja der erste bekannt(!) gewordene hohlraum, wo die 600 m³ beton reingeschüttet wurden. es waren nur zwei höfos weiter drinnen, weil sich aufgrund des wasserzuflusses mehrere seen gebildet hatten, die durchschwommen werden mussten. das zeitfenster war zu gering, um genaue vermessungen zu machen. so beruhen die daten auf grobvermessung mit kompass und teilweise auch entfernungsschätzungen.

die grabungen am "fuchsloch", das theoretisch mit der blessberghöhle im zusammenhang stehen könnten, haben noch keinen nennenswerten erfolg gebracht. man ist zwar schon ein paar meter drinnen, aber alles sehr brüchig, voll wasser und schweine eng.

letztes wochenende wurde zusätzlich durch die höfos aus naumburg/weißenfels eine geoelektrische vermessung durchgeführt. mal sehen, ob es verwertbare ergebnisse bringt.
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Fahrsteiger »

Hier die neuste Meldung.
Erschienen am 09.10.2008 00:00
Naturwunder
Forscher sauer: Bahn schließt Bleßberghöhle
Künftige touristische Nutzung bleibt offen
Von Volker Kring
Suhl – Der bislang einzige Zugang zu Thüringens Superhöhle im Bleßberg bei Mausendorf (Landkreis Sonneberg) soll im Januar
verschlossen werden. Das bestätigte am Mittwoch Bahnsprecher Frank Kniestedt. Das umfangreiche Höhlensystem war im März bei Bauarbeiten für die ICE-Strecke Erfurt-Nürnberg entdeckt worden. Es ist mit seinen Tropfsteinen nach Angaben des Thüringer Höhlenvereins eines der schönsten in ganz Deutschland. Ob allerdings mit dem Verschließen auch eine mögliche touristische Nutzung der Höhle für immer ausgeschlossen ist, bleibt derzeit noch völlig offen.
„Wir werden die Bauarbeiten im Januar für 14 Tage unterbrechen“, sagte Kniestedt. In dieser Zeit solle ein Expertenteam die Höhle genau untersuchen und vermessen. Danach werde weitergebaut und der Höhlenzugang durch die Tunnelröhre verschlossen. „Letztendlich entscheiden aber die Landesbehörden“, schränkte der Bahnsprecher ein.
„Wie es mit der Höhle weiter geht, ist abhängig von den Ergebnissen der Vermessung“, sagte gestern die Sprecherin des Thüringer Umweltministeriums, Katrin Trommer-Huckauf. Dann erst werde sich zeigen, ob die Höhle wirklich von solchem Wert ist, wie bislang vermutet werde. Umweltminister Volker Sklenar (CDU) wolle sich auch persönlich ein Bild von der Höhle machen.
Das Thüringer Landesbergamt hält sich zum geplanten Vorgehen der Bahn bedeckt. „Die Bahn ist der Auffassung, alle notwendigen Genehmigungen zu haben. Die Sache ist rechtlich höchst kompliziert“, sagte Referatsleiter Thomas Brand. Allerdings seien mit dem Schließen des Tunnels Interessen des Landesbergamtes nicht berührt. „Unsere Aufgabe ist es, bei Veränderungen von unterirdischen Hohlräumen Gefahren für die Öffentlichkeit auszuschließen“, erklärte Brand. Dies sei durch den Tunnelbau gegeben. Allerdings müsse die Höhle vorher noch genau vermessen werden, weil sie offenbar nah an eine öffentliche Straße heranreicht. „Hier müssen wir prüfen, ob die Höhle so nah an die Straße kommt, dass eine zusätzliche Sicherung notwendig wird“, sagte der Bergbauexperte.
Eigentlich wollte die Bahn die Höhlenforscher schon im September für die Erkundungsarbeiten in den Untergrund an der ICE-Strecke einlassen. „Aus technischen Gründen mussten wir den Termin nun aber auf den Januar verschieben“, sagte Kniestedt und verwies auf Schwierigkeiten bei der Schalung für die Tunnelröhre.
Höhlenforscher kritisieren Informationspolitik der Bahn
Mit dem Termin können die Experten vom Thüringer Höhlenverein leben, nicht aber mit der Informationspolitik der Bahn und mit der Kürze des Zeitfensters, das ihnen für die Erkundung zugestanden werden soll. „Wir bemühen uns laufend um Informationen, aber es wird gemauert“, sagte der Chef des Thüringer Höhlenvereins, Rainer Fohlert. Erst habe es September geheißen, dann Oktober und dann habe schließlich Funkstille geherrscht. Über Dritte hätten die Höhlenexperten nun vom Januartermin erfahren. „Das ist sehr unbefriedigend“, ärgerte sich Fohlert. Da die Forscher ehrenamtlich arbeiten, müssen sie den Erkundungstermin mit ihrem Urlaub abstimmen. Auch die zeitliche Begrenzung findet der Höhlenforscher bedenklich: „Wie lange wir für die Vermessung der Höhle brauchen, ist vorher nicht abzuschätzen.“ Warum die Bahn so drängt, ist für den Höhlenforscher nicht nachvollziehbar. „Der Bau der ICE-Strecke läuft doch noch Jahre.“
Das sieht die Bahn zwangsläufig ganz anders. „Wir müssen für die Zeit der Erkundung die Bauarbeiten unterbrechen, das kostet Geld“, sagte Kniestedt und verwies darauf, dass hier mit Steuergeldern gebaut werde. Für einen dauerhaften Zugang zur Höhle über den ICE-Tunnel sieht die Bahn keine Chance. „Das wäre nicht praktikabel.“ Ob und wie die Höhle touristisch genutzt werde, sei nicht mehr Sache der Bahn. Hier müsse sich das Land positionieren.
Wie dies dann ausfalle, hänge auch daran, ob ein Betreiber für solch ein Projekt gefunden werde, hieß es aus dem Umweltministerium. „Wenn dann jemand Zugang zur Höhle haben möchte, können wir ihm nach der Vermessung auch sagen, wo er die Treppe ansetzen muss“, sagte Brand.
Glück Auf
Horst
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Blessberg.jpg (47.56 KiB) 14512 mal betrachtet
Dem Bergbau verschworen. Im Bergbau geschafft. Zum Bergmann erkoren mit stählerner Kraft.
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

Gestern kam im "Thüringen-Journal" auf dem MDR ein Beitrag über die Grabungen am Fuchsloch in der Nähe der Blessberghöhle. Nachdem die Bahn dicht gemacht hat, versucht man nun einen anderen Zugang zu finden. Im Fernsehbeitrag wurde u. a. ein fast schreibtischgroßes Stück Sinter gezeigt, welches aktuell aus dem Tunnel per LKW auf die Halde gekippt wurde. Die Bahn bzw. die von ihr beauftragten Unternehmen zerstören also wissentlich die angetroffenen Karsthohlräume. :twisted:
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

Die Blessberghöhle hat gezeigt, dass Höhlen derzeit in Europa keinen richtigen Schutzstatus haben. Aus diesem Grund wurde jetzt im Europäischen Parlament eine Deklaration eingebracht. Sie wurde europaweit mit den Höhlenforscherverbänden abgestimmt. Über die Deklaration wird am 4.12.2008 entschieden und es werden die Stimmen von 392 Abgeordneten benötigt. Es wäre nett, wenn User aus diesem Forum diese Aktion unterstützen könnten. Wie es geht und weitere Infos gibt es auf http://www.thueringer-hoehlenverein.de

Vielen Dank :top:
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Fahrsteiger »

Ressort Sonneberg Lokal
Erschienen am 07.11.2008 00:00
Bleßberghöhle
Bergamt wird Forscher nicht außen vor lassen
Bahn sperrt sich gegen Durchgang zwischen beiden Höhlenästen / Forscher wettern über Sintergestein im Abraum
Von Redaktionsmitglied Regina Haubold
Höhlenforscher vor einem zwei Meter hohen Dom und einem mächtigen Stalagmit. Fotos: camera900.de
Mausendorf – „Uns liegt noch gar nichts vor!“ Es klingt nach Resignation, wenn Rainer Fohlert, Vorstand des Thüringer Höhlenvereins, sich zu dieser Erklärung entschließt, wenn es um das wichtigste Projekt des Landesverbandes der Thüringer Höhlenforscher geht: Die Bleßberghöhle im ICE-Tunnel. Die Höhlenforscher hatten angenommen, mit einbezogen zu werden, bei der Planung einer Strategie, wie die Bahn den Schnittbereich von Höhle und Tunnel absichert und baulich gestalten wird. Doch nun erfährt Fohlert, längst sind vollendete Tatsachen geschaffen worden. In Freies Wort vom 30. Oktober durfte er nachlesen, wie es im Tunnel aussieht, den er seit April nicht mehr betreten hat. Nun hat er es schwarz auf weiß, dass der Schnittpunkt Höhle-Tunnel auch seitlich weiträumig gesichert wird, dass der Raum unter der Tunnelsohle (dort, wo die Höhle früher nach oben abzweigte) eingebrochen und per Rampe bereits aufgefahren ist...
Fohlert klingt fast ein wenig verzweifelt, wenn er sich auf Absprachen beruft, die damals im April, kurz, nachdem die Höhle gefunden wurde, getroffen wurden. Wie ernst gemeint war die Zusicherung der Bahn, dass sich die Höhlenforscher im September noch einmal vor Ort begeben können, um auch den (mit Stopfen verschlossenen) Westteil der Höhle zu vermessen und zu kartieren?
Fohlert sieht seine Forscher ausgegrenzt bei einem Vorgang, dessen Tragweite, wie ihm scheint, vielen nicht bewusst ist. Verbittert nimmt er dieser Tage Bezug auf klare Absprachen und schreibt: „Vor Beginn der Arbeiten an der Höhle sollte gemäß einer schriftlichen Vereinbarung vom 10. April eine Konzeption erarbeitet werden.“ Er müsse, so Fohlert, „davon ausgehen, dass dieses Konzept nicht vorliegt.“ Ergo hätten „die Arbeiten also noch nicht beginnen dürfen.“
Was Fohlert (noch) nicht weiß: Das Konzept ist längst erarbeitet und liegt seit gestern auch im Thüringer Bergamt vor. Worum es dabei geht, erläutert Reik Abé, zuständiger Projektchef der Bahn: Um sowohl den Tunnelbau als auch den späteren Betriebszustand des Bauwerks – durch die Höhle, die sich in leichter Neigung quer zur Tunnelsohle und mit einem Abbruch direkt unter dem künftigen Gleisbett mit dem Tunnel kreuzt – nicht zu gefährden, wurde ein Planungsbüro beauftragt, das weitere Vorgehen zu konzipieren. Die Planung, die inzwischen auch vom Eisenbahnbundesamt geprüft und abgesegnet worden sei, beinhalte verschiedene Expertisen und sei zudem statisch hinterlegt, heißt es.
Diese Konzeption – um bei der Formulierung Fohlerts zu bleiben – liege nun auch dem Bergamt in Gera vor, bestätigte dessen Leiter Hartmut Kiesling. Bestandteil sei auch die abschließende hydrologische Bewertung des gesamten Höhlenumfeldes. Demnächst würden Bergamt und Thüringer Landesamt für Geologie das Papier gemeinsam prüfen, merkte Kiesling an und versichert: „Wir werden auch die Höhlenforscher mit einbeziehen.“
Gutachten liegt vor
Dass nunmehr auch das Gutachten zur Karsthydrologie vorliegt, dürfte Fohlert freuen. Diese Expertise ist als Grundlage für das bauliche Vorgehen im Tunnel und das Auffahren der Höhle von immenser Bedeutung, denn sie steht im Zusammenhang mit einer zentralen Forderung der Forscher.
Diese haben sich – unter Bezug auf den vermuteten unterirdischen Wasserabfluss – gegen den Verschluss beider Höhlenäste gewandt, weil sie einen Stau des Wassers in einem der Äste befürchten. Jens Seidler, Mitglied der Sonneberger Höhlenforschergruppem, merkt dazu an: „Auch für die Sicherheit im Tunnel ist der Erhalt der Verbindung beider Höhlenteile wichtig, da der Ostteil als Puffer für den Wasserstand im Westen wirkt. Kurz nach der Befahrung der Ostteile kam es hier am 14. April zum schnellen Ansteigen des Wassers wegen starker Regenfälle, obwohl vom Osten her kein Zufluss festgestellt wurde. Dieses Wasser kam also mit höchster Wahrscheinlichkeit aus dem Westteil der Höhle.“
Seidler weiter: „Es wird argumentiert, dass das Fuchsloch als eine Art Überlaufschutz für die Bleßberghöhle fungiere und daher den ICE-Tunnel vor Wassereinbrüchen schütze. Das Fuchsloch, ein Quellaustritt bei Neundorf, liegt in 505 m Höhe ü. M. Der Wasserspiegel der Blessberghöhle zur Zeit der Befahrung lag bei zirka 480 m, liegt also tiefer. Wenn eine Verbindung zwischen Fuchsloch und Blessberghöhle besteht, dann fließt das Wasser aus dem Fuchslochsystem in die Bleßberghöhle – und nicht umgekehrt. Wasser kann im Karst hydraulische Effekte hervorrufen, d. h. relativ kleine Mengen Wasser können tonnenschweres Gestein bewegen.“
Aus diesem Umstand leiten die Höhlenkundler ihre wichtigste Forderung ab: Einen Durchgang zwischen beiden Ästen der Bleßberghöhle. Seidler dazu: Es muss eine Lösung gewählt werden, die die Verbindung von Ost- und Westteil unterm Tunnel gewährleistet. Auch Fohlert vertritt den Standpunkt, es sei „im Interesse des Tunnelbauwerks, des Bahnbetriebs und Höhle zwingend erforderlich, eine dauerhafte Verbindung zwischen beiden Höhlenteilen zu errichten, um die hydrologischen Verhältnisse wieder herzustellen, die vor dem Tunnelbau vorlagen.“
Die Bahn indes lehnt mit Blick auf die Konzeption den geforderten Verbindungsgang ab. Er sei vom sicherheitstechnischen Standpunkt aus unmöglich umzusetzen. Ganz zu schweigen von den Kosten.
Fundstücke verhökert?
Was die Höhlenforscher freilich auf die Barrikaden treibt, ist das weitere Auffahren der Höhle ohne die Chance, den Kreuzungsbereich ausreichend erforscht haben zu können. Übers Abkippen des Tropfsteinmaterials, so Fohlert, habe man erst aus der Presse erfahren. „Es war vorher nicht bekannt, dass Arbeiten zur Sicherung des Höhlenbereichs schon laufen“, zürnt er. Schlimmer noch, der weitere Vortrieb im Kreuzungsbereich „verhindert, dass Höhlenteile unter dem Tunnel ausreichend erfasst werden können, was auch zu einer Gefährdung des Tunnels selbst führen kann“, warnt Fohlert.
Auch Seidler entrüstet sich: „Sinterschmuck gehört in die Höhlen, mit ihren speziellen Bedingungen, und zwar an den Platz, an dem er entstanden ist und weiter wachsen kann. Er gehört nicht in den trockenen Keller eines Museums oder auf irgendeinen Schreibtisch als Briefbeschwerer.“ Seidler spielt damit wohl auf eine geplante Dauerausstellung im Schloss Rauenstein an und auf – allerdings unbestätigte – Hinweise, dass sich auch Privatpersonen aus dem Höhlenfundus bedient hätten. Porzellanmuseumschefin Veronika Buff allerdings zeigt sich befremdet. Wie die Ausstellung gestaltet werde, könne sie derzeit noch gar nicht sagen.
Die Befürchtung einer „Gefährdung des Tunnels“ mag Abé so nicht stehen lassen. Die Konzeption, stellt er definitiv fest, sei prinzipiell dazu angelegt, den Tunnel sowohl in der Bauzeit (und damit auch die beiden Höhlenteile für Erkundungen) als auch im Betrieb standsicher bauen zu können. Auch das Bergamt spricht im Zusammenhang mit einem Durchgang von einem „hohen Gefährdungspotenzial für die ICE-Strecke“.
Dass es sich bei dem auf der Halde abgelagerten Sintergestein „aus dem Umfeld der Höhle“ (O-Ton Projektbauleitung) auch um Steine aus dem Umgriff des Kreuzungspunktes gehandelt hat, kann niemand bestreiten. Auch Fohlert reagiert skeptisch auf diese Lesart der Bahn.
Mit Blick auf das Geschehen auf der Deponie, wo tagelang Hobbymineralogen zugange waren, um Sinterbrocken zu sammeln, unterstreicht Abé die Verantwortung der Bahn für ihre Baustellen. „Wir wollen nichts verbergen“, hieß es, „aber wir tragen Verantwortung für die Sicherheit.“
Für immer dicht?
Der Begriff Schauhöhle allerdings kommt in der Argumentation des Hauptakteurs Bahn AG nicht vor. Deren Aufgabe liege lediglich im Bau eines sicheren Tunnels, hieß es. Dass die Interessen der Höhlenforscher anders gelagert sind, leuchtet ein.
Doch während die Sonneberger Forschergruppe offensiv um die Rettung des Naturwunders und dessen Etablierung als Schauhöhle kämpft, geht Fohlert zurückhaltend mit dem Thema um. „Konkrete Aussagen zur Schauhöhlenerschließung können wir derzeit nicht machen“, gleichwohl man sie als „Chance für den Tourismus der Region“ befürworte, schreibt er und pocht auf eine „ausreichende Erkundung“ und Erhaltung der „Funktionsfähigkeit der Höhle in einem Zustand, der weitgehend den natürlichen Verhältnissen entspricht“.
Seidlers Anmerkungen allerdings belegen, dass die Sonneberger schon recht konkrete Pläne haben: „Mit dem Verfüllen der Schatzkammer und der Trennung der beiden Höhlenteile wird eine zukünftig mögliche Schauhöhlenerschließung extrem verteuert. Der Stollen zur Schauhöhlenerschließung müsste dann vom Westen vorgetrieben werden. Hier sind mehrere 100 Meter Länge erforderlich, während im Osten 50 Meter ausreichen dürften.“
Forscher mit im Boot
Dass die Höhenforscher auch weiterhin mit im Boot sitzen, wenn über das Schicksal der Sensationshöhle entschieden wird, bestreiten weder Bahn noch Landesbergamt. Im Gegenteil, man wolle „an die fachlich fundierte Zusammenarbeit mit dem Verein bei der Ersterkundung anknüpfen“, versichert Bergamtschef Kiesling. Da das Konzept jetzt vorliege, werde man die „Vorschläge des Thüringer Höhlenvereins natürlich zur Kenntnis nehmen“, hieß es.

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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

Fahrsteiger hat geschrieben: Dass die Höhenforscher auch weiterhin mit im Boot sitzen, wenn über das Schicksal der Sensationshöhle entschieden wird, bestreiten weder Bahn noch Landesbergamt. Im Gegenteil, man wolle „an die fachlich fundierte Zusammenarbeit mit dem Verein bei der Ersterkundung anknüpfen“, versichert Bergamtschef Kiesling. Da das Konzept jetzt vorliege, werde man die „Vorschläge des Thüringer Höhlenvereins natürlich zur Kenntnis nehmen“, hieß es.
davon hat man in den letzten funf monaten aber nichts gemerkt. da war eher das ganze gegenteil der fall. man sollte sich bewußt werden, dass hier steuergelder verbaut werden, die stammbelegschaft der tunnelbauer zu 80% kein deutsch spricht, tropfsteine geklaut und mehrere angetroffene hohlräume ohne dokumentation zerstört wurden (nicht umsonst liegt soviel sinter auf der halde) oder einfach mittels beton "verschlossen" wurden.

angeblich soll ja wasser kein problem sein. nachdem man im frühjahr nach zugegebenen 60 ladungen beton die höfos informierte sagte man, sie sollen kletterzeug mitbringen. als sie eintrafen, waren neoprene gefragt. der wasserstand stieg damals um 12 cm/ h. naja, die experten wissen es ja besser ....
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

Erstmals Geologen im Westteil der Bleßberghöhle

Die eindrucksvolle Karsthöhle im Bleßberg, die im Zuge der Bauarbeiten für den ICE-Tunnel, entdeckt wurde, fasziniert Höhlenforscher, Geologen, aber auch Tourismus-Vermarkter. Bislang konnten die Experten vom Thüringer Bergamt nur den Ostteil der Höhle untersuchen. Heute wollen sie erstmals in den Westteil vordringen. Die Geologen werden von einem unserer Kamerateams begleiten. Welches Bild wird sich ihnen bieten?

MDR FERNSEHEN | regional | 14.01.2009 | 19:00 Uhr
Das THÜRINGEN JOURNAL am Mittwoch
http://www.mdr.de/thueringen-journal/411953.html
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Caveman »

Hallo!
Erst mal vielen Dank für den Tip zum MDR-Beitrag. Viel neues war ja leider nicht geboten, auch hätte ich mehr und aussagekräftigeres Bildmaterial erwartet. Wahrscheinlich wurden da wieder 60 Filmminuten auf 4 Sendeminuten zusammen geschnitten. Schade.
Wo kann man außer auf den Seiten des Thüringer Höhlenvereins noch Bild - bzw. Filmmaterial zur Bleßberghöhle bekommen?

Glück Auf!
Peter Klampfl
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Nobi »

http://www.blessberghoehle.de

Es wird in kürze eine ganze Menge neue Bilder geben. In wieweit diese im Web "öffentlich" gemacht werden, kann ich nicht sagen. Auf alle Fälle wird es sicherlich zur VdHK-Tagung Anfang Mai in Rauenstein den einen oder anderen Vortrag geben.

Ich nehme mal meine "Knipse" mit und wenn ich ein nettes Bild habe, stelle ich nächste Woche eins ins Forum. Versprechen tue ich aber nix 8)
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Privatbefahrer (†)
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Re: Tropfstein-Höhle in Thüringen entdeckt

Beitrag von Privatbefahrer (†) »

Ein typisch journalistischer Beitrag: bunte Bilder ohne Aussagekraft und Informationen fehlen auch. Schade um den Aufwand.
Das einzige Positive: Die Blessberghöhle ist nicht vergessen.
GA
Ralph
Wer noch nicht im Berg war, dem fehlt ein Stück vom Leben.
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