Lage einer Grube gesucht

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georgagricola
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Lage einer Grube gesucht

Beitrag von georgagricola » Do. 17. Jan 08 16:30

Hi,
gestern habe ich eine Grubenkarte wohl aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts gekauft, die ich nicht genau einordnen kann. Ich bitte Sie, es mir mitzuteilen, wenn Sie die Lage der Grube so genau angeben können, daß ich erfahre bei welcher Stadt sie liegt. Die Karte enthält Gangbezeichnungen, die typisch für das Erzgebirge und den Freiberger Raum sind: Glück auf Spath, Jacob Stehender, Peter Stehender. Auch die Bezeichnung Gezeugstrecke ist im Raum Freiberg/Erzgebirge verwendet worden. Die Karte ist als Grund- und Seigerriß der Jacob Fundgrube gekennzeichnet. Weitere namentlich gekennzeichnete Grubenteile sind "König Gustavus Stollen" und "Bauer Schacht".

In den Registern der Grubennamen in den Büchern von Herrn Wagenbreth "Bergbau im Erzgebirge" und "Der Freiberger Bergbau" habe ich diese Grubennamen nicht gefunden.

Glück auf
Konrad Wiedemann

Falafel
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Re: Lage einer Grube gesucht

Beitrag von Falafel » Do. 17. Jan 08 17:55

Der "König Gustavus Stolln" hat sein Mundloch am (orographisch) linken Hang der Freiberger Mulde, direkt neben der Altväterbrücke zwischen Halsbrücke und Rothenfurt.

Glück Auf!
Stephan

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Claudia
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Re: Lage einer Grube gesucht

Beitrag von Claudia » Fr. 18. Jan 08 8:18

Das Bild einer Gangtafel eines "Glückauf-Spat" ist auf der Startseite unserer Webseite zu sehen.
Eventuell kann der Fotograf was dazu sagen... notfalls per PN. :?
Glück auf!
Claudia

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Re: Lage einer Grube gesucht

Beitrag von Kugel » Fr. 18. Jan 08 9:26

Die gezeigte Tafel ist im Grubenfeld der "Himmelfahrt Fundgrube" / Verträgliche Gesellschaft Stolln eingeschlagen.

Eine Gangtafel mit gleichen Namen befindet sich im Niveau des "Tiefen Fürstenstolln" zwischen Reich Zecher Richtschacht und dem Hoffnungsschacht im Grubenfeld der Himmelfahrt Fundgrube. Diese Sandsteintafel befand sich noch vor einigen Jahren in der Betstube der "Alten Elisabeth" museal ausgestellt -> wir haben die Tafel wieder an ihren ursprünglichen Platz gebracht, denn hier ist sie besser aufgehoben.

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Re: Lage einer Grube gesucht

Beitrag von georgagricola » Fr. 18. Jan 08 17:40

Falafel hat geschrieben:Der "König Gustavus Stolln" hat sein Mundloch am (orographisch) linken Hang der Freiberger Mulde, direkt neben der Altväterbrücke zwischen Halsbrücke und Rothenfurt.

Glück Auf!
Stephan
Hi,
ich bin überzeugt, daß es - noch dazu im Erzgebirge - nur einen Stollen mit diesem Namen geben kann. Ich werde versuchen diesen Stollen in Wagenbreths Buch über den "Freiberger Bergbau" zu finden. Vielleicht ist dieser Stollen auch auf dem Faksimile der Freiberger Gangkarte (Gangmüller?) eingetragen, die vor ein paar Jahren als Faksimile herausgegeben wurde und die ich mir natürlich sofort gekauft habe. Sonst schaue ich auf dem Meßtischblatt nach. Ganz herzlichen Dank für den Hinweis ...
Glück auf
Konrad Wiedemann

Falafel
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Re: Lage einer Grube gesucht

Beitrag von Falafel » Fr. 18. Jan 08 17:46

Die Bezeichnung Glück-Auf-Spat ist ein Allerweltsname, der (nicht nur in Freiberg) mehrfach vorkommt.
Wenn ich mal einen Blick auf den Riß werfen könnte (ggf. PN bzw. Mail), könnte ich Dir sicherlich genaueres sagen.

Glück Auf!
Stephan

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EnoM
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Re: Lage einer Grube gesucht

Beitrag von EnoM » Fr. 18. Jan 08 20:44

Sicher meint er den Stollennamen, nicht den Glück Auf Spat.
Auch wenn der Stollnname recht ungewöhnlich klingt - bei der Menge an Bergwerken speziell im Erzgebirge sollte man keine Garantie auf Einmaligkeit geben, überhaupt nicht eigentlich!!
Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß was ich leide.
(CvD)

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georgagricola
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Re: Lage einer Grube gesucht

Beitrag von georgagricola » Sa. 19. Jan 08 17:41

Die Warnung vor zu viel Optimismus war berechtigt. Offensichtlich gibt es im Erzgebirge noch mindestens einen weiteren Stollen mit dem Namen "König Gustavus Stollen". Eigentlich hätte dieser Name auch in dem Buch von Herrn Wagenbreth über den "Freiberger Bergbau" enthalten sein müssen, weil er auch diesen Teil des Freiberger Reviers zwischen Halsbrücke und Rothenfurth behandelt. Des Rätsels Lösung ist, daß er auf seiner Skizze dieser Gegend nur die Gruben vor dem 19. Jahrhundert einzeichnete. Deswegen fehlte dort dieser Stollen und damit auch im Register der Grubennamen. Ich habe dann in dem Werk "Müller, Hermann: Die Erzgänge des Freiberger Bergrevieres. Leipzig 1901." nachgesehen. Von den Tafeln gab es 1998 einen Reprint. Das ist die genauste Übersicht über die Erzgänge und Gruben dieser Gegend, die mir zugänglich ist. Dort ist an der angegebenen Stelle natürlich auch der König Gustavus Stollen eingetragen. Aber alles andere, was noch auf meiner Karte enthalten ist, der Schacht der Jacob Fundgrube, der daneben liegende Treibeschacht und der Bauerschacht fehlen. Schade! Aber vielleicht kennt jemand noch einen zweiten Grubenkomplex mit diesen Namen. Für die bisherige Mühe danke ich allen ganz herzlich. Die Karte ist von einer Papierrestauratorin mittlerweile auf einem säurefreien Karton montiert worden und steht in einer Vitrine neben Mineralien aus dem Erzgebirge.
Glück auf
Konrad Wiedemann

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