Goldbergbau in Sachsen

Alles was spezielle Orte behandelt, hier kann man sich kennenlernen, Fragen stellen und sich auch verabreden ... was immer!
Röhliekla
lernt noch alles kennen...
Beiträge: 5
Registriert: Mi. 21. Apr 10 13:04
Name: Klaus Röhringer

Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Röhliekla »

Hallo
wen ich mir das alles duchlese kommt mir das große Erbrechen.
Ich habe in den letzten 30 Jahren an 231 Stellen in Sachsen Gold
gewaschen.
Jeder kann sich mit mir in Verbindumg setze,Erfolg ist Garantiert.

Klaus
goldsucher49
Foren-User
Beiträge: 33
Registriert: Mi. 26. Mär 08 22:07
Name: Ralf Endig

Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von goldsucher49 »

Hallo Klaus!
Ich gehe Goldwaschen zur Entspannung, nicht wegen der Bulimie. Deshalb habe ich wohl auch in den letzten 10 Jahren nur an geschätzten 50 Stellen, überwiegend in Sachsen, erfolgreich Gold gewaschen. Mein besonderes Interesse gilt auch eher und speziell den kleinen Goldfunden um meinen derzeitigen Wohnort Chemnitz und auch dem heimatgeschichtlichen Drumherum. Um so erstaunter war ich dann, von Berggold aus meiner Heimatstadt Flöha zu lesen, die ich bisher für recht mineral- und goldfrei hielt (mal abgesehen vom Hahnebach vielleicht). Auch meine persönlichen Erkenntnisse erfreuen sich allgemein nicht so großen Interesses, was mich aber keineswegs grämt (das hier ist ja z.B. ein Forum, das sich vorzugsweise mit Grubenarchäologie beschäftigt...). In den Jahren habe ich eh den Eindruck gewonnen, das viele einfach "um die Wette" die Bäche umgraben bis verwüsten und zwanghaft die größten Experten werden wollen. Das ist nicht meine Intention. Gern Teile ich mein Wissen mit allen verantwortungsbewußten Goldwäschern und freue mich, Dich vielleicht auch mal am Bach zu treffen...
Hallo Falk!
Der Kurt hat seine Ländereien oberhalb des Citroen-Autohauses an der Landbrücke. Unterhalb, wenige Meter stadtwärts am Hang soll sich der Stollen befunden haben. Er macht sich bei starken Regenfällen wohl immer noch durch Erdbewegungen bemerkbar. Die Unterlagen hatte Kurt bereits einmal einem Flöhaer (?) Heimatforscher zur Verfügung gestellt. Ich bleibe dran.
GA!
Ralf
Mirko
Foren-User
Beiträge: 39
Registriert: Do. 10. Jun 10 9:39
Wohnort: Auerbach/Vogtland

Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Mirko »

Hallo ihr Goldsucher :D !

in Bezug auf Beiträge auf S.1 "Gold im Vogtland":

Es gibt sehr gute Gründe warum hier unser Flüssel Göltzsch - "die Goldene" heißt und es eine Stadt gibt, die nennt sich Reichenbach - der oder am reiche(n) Bach.
Es ist auch belegt dass man in frühen Zeiten auch Richtung Oberneumark geseifnert hat - da fließt der Seifenbach.
Ich habe dieser Tage erst wieder einen Bericht im Regionalfernsehen gesehen, da gibts Einen, der regelmäßig in der Göltzsch Gold wäscht. Er hat auch ein etwas größeres Nugget gewaschen. Ein Geheimtipp könnt ihr von mir bekommen - versuchts mal zwischen Reichenbach aus Richtung des größten Ziegelbauwerkes immer der Göltzsch folgend...

Glück auf, Mirko
Eisenbahn + Bergbau = Grubenbahn

kein Schacht ist zu tief, alles was nach Bergbau "riecht" wird erkundet.
hosche22
lernt noch alles kennen...
Beiträge: 1
Registriert: Sa. 26. Jul 14 21:40
Name: Holschuh Frank Pewter

Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von hosche22 »

an "Schwarzer" oder Mario Schmalfuß, eine frage ,da ja nachweislich viele altertumsforscher ihre erfahrungen von einander abschreiben und damit auch gedankengänge vom anderm weiter kauen
würde mich interessiern in welcher einschlägigen Heimatliteratur du die genaue lage des ehemaligen GOLD BERGWERKES bei Kottende gelesen hast??? ein kleiner nachtrag,kottenheide sollte man nicht als Kaff bezeichnen.!
Benutzeravatar
Alarich
lernt noch alles kennen...
Beiträge: 11
Registriert: So. 06. Jan 08 21:29
Name: Alarich
Wohnort: Erde
Kontaktdaten:

Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Alarich »

Falafel hat geschrieben: Mo. 07. Jan 08 19:41 Nach dem Beitrag von hebbel kommen wir doch der Lokalität etwas näher. Seine Transkription erscheint mir auch exakter. Da Beyern nicht im Amt Schlieben liegt (und auch nicht an dieses angrenzt) sollte es sich eher um Berga (nördlich von Schlieben) handeln.

Glück Auf!
Stephan
Herzliche Grüße erneut allseits!

Tatsächlich befindet sich bei dem kleinen Ort Beyern direkt an der Gelb/Rot gestrichelten Grenze zum Amt Schlieben ein Berg in dem Kartenausschnitt aus der Zeit nach 1711: https://ibb.co/r7NB4XF (links unten und dann nur ein klein wenig schräg rechts nach oben)

Ist das vielleicht der Sandberg, an dem die "Moses Goldseifen" gewesen sein könnten?

"Moses Goldseifen an einem Sandberg an der Grenze bei Beyern (bei Falkenberg/Elster) im Amt Schlieben" - Zechenregister sächsischer Bergreviere: https://archiv.sachsen.de/archiv/bestan ... _id=101856

Dazu freue ich mich über jede Meinung und jeden fachlichen Beitrag. Herzlichen Dank!
Liebe und Glück bewahrend strahlt gleiches nach überall
Falafel
Foren-Profi
Beiträge: 1309
Registriert: Fr. 01. Aug 03 0:00
Name: Stephan Adlung
Wohnort: Freiberg

Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Falafel »

Die Idee mit Beyern klingt auf alle Fälle plausibel. Die nächsten Schritte wären:

1. Ein Blick auf die geologische Karte. Als Goldquelle kommen eigentlich nur die Schotter der Ur-Elbe in Frage. Damit wäre es vor allem böhmisches Gold. Zwar wäre auch glaziales skandinavisches Gold möglich, aber das dürfte kaum in gewinnbaren Quantitäten vorkommen.
2. Ein Blick auf die ALS-Karten oder Relief-Karten. Unter Umständen sind bereits hier an der Oberfläche anthropogen verursachte Strukturen der Seifengold-Gewinnung (Halden, Schurfgräben, Wasserkanäle) zu erkennen.
3. Ein Gang ins Gelände um selbige Strukturen zu suchen. Auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen wird man nicht fündig werden (da stark überprägt), aber nordöstlich des Ortes sind ja noch ein paar kleinere Waldflächen, in denen man Erfolg haben könnte.
4. Ein Griff zu Sichertrog um einen Goldnachweis zu erbringen. Im Bereich der kleinen Wäldchen finden sich ja einige kleinere Fließgewässer in denen es zu einer zusätzlichen Schwermineral-Konzentration gekommen sein könnte.

Glück Auf!
Stephan
Falafel
Foren-Profi
Beiträge: 1309
Registriert: Fr. 01. Aug 03 0:00
Name: Stephan Adlung
Wohnort: Freiberg

Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Falafel »

So, zu Pkt. 1: östlich und nord-östlich von Beyern kommen lt. geol. Karte tatsächlich vereinzelt Reste von "Fluviatilen Ablagerungen (Untere Mittelterrasse; "Berliner Elbelauf" und Zuflüsse, z.T. Elster-Spät- bis Saale-Frühglazial): Sand, schwach kiesig bis kiesig, selten Kies" vor, was ich generell für goldhöffig halten würde. Dort wäre also mal eine Geländeprospektion sinnvoll. Freundlicher weise wurden die Kiese in heutigen Waldstücken abgekippt :wink: , so dass sich u. U. Montan-Relikte erhalten haben könnten.

Zu Pkt. 2: Eine vernünftige Relifkarte habe ich auf die Schnelle im Netz nicht finden können. Mal weiter suchen, einige Bundesländer haben ja sogar die ALS-Daten online gestellt.
Benutzeravatar
Alarich
lernt noch alles kennen...
Beiträge: 11
Registriert: So. 06. Jan 08 21:29
Name: Alarich
Wohnort: Erde
Kontaktdaten:

Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Alarich »

Herzlichen Dank, Stephan, für das Interesse und die abermals sehr schätzenswerten Bemühungen zur Aufklärung!
Von dem früheren Sandberg bei Beyern, an dem eventuell jene St. Moses Goldseifen waren, ist scheinbar nahezu kaum noch etwas zu erkennen. In dem Kartenausschnitt des Geoviewers mit einem digitalen Geländemodell https://tinyurl.com/y8h9duay ist deutlich westlicher als auf der alten Karte https://ibb.co/r7NB4XF ein nur noch sehr flacher Sandberg direkt über der unteren Windkraftmühle links des Neugrabens und daneben in der Mitte ganz links nur ein künstlich erhöhtes Trinkwasserwerk zu sehen. Ganz oben links neben dem Beyerischen Weg sind mehrere archäologisch zu schützende broncezeitliche Hügelgräber. Die frühere Neugrabenmühle wurde abgerissen. Rechts des Neugrabens und östlich des Beyerischen Weges sind schwerlicher zu deutende Bodenstrukturen, die vielleicht zu den Hügelgräbern gehörig archäologisch schützenswert oder tatsächlich Reste eines früheren größeren Sandberges sind.

Es wäre auch denkbar möglich, dass Reste des früheren Sandberges, wo genau auch immer der war, zum Hausbau oder für die Aufschüttung des Eisenbahndamms hinweg verfrachtet wurden. Eine Nebenergebnis des Matrialabtransportes für letzteres ist der Rössener Baggersee: https://tinyurl.com/y934ujwn

Hoffe nur, dass kein Grabhügel-Sandberg begoldraubt und abgetragen wurde. :shock:

Glück auf!
Alarich
Liebe und Glück bewahrend strahlt gleiches nach überall
Falafel
Foren-Profi
Beiträge: 1309
Registriert: Fr. 01. Aug 03 0:00
Name: Stephan Adlung
Wohnort: Freiberg

Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Falafel »

Hallo,

genau das Geländemodell meinte ich! Aus geologischer Sicht würde ich die goldhöffigen Strukturen etwa 500m nördlich der Hügelgräber verorten. Da ist allerdings im Geländemodell nichts zu erkennen (was nichts sagen muss!). "Komisch" sehen auch die Strukturen zwischen Wasserwerk und Windrad aus. Kann aber auch einfach vom Wegebau herstammen. Der nächste Schritt wäre mein Pkt. 4. Liegt leider nicht gerade bei mir um die Ecke. Aber ich überlege, mit was ich das kombinieren könnte. Eine Beprobung darf aber auch bei etwas wärmerem Wetter gemacht werden. Sollte auch nicht gerade in niederschlagsarmen Zeiten gemacht werden, denn die Bächlein erscheinen mir nicht gerade riesig.

Glück Auf!
Stephan
Benutzeravatar
Alarich
lernt noch alles kennen...
Beiträge: 11
Registriert: So. 06. Jan 08 21:29
Name: Alarich
Wohnort: Erde
Kontaktdaten:

Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Alarich »

Gesundes neues Jahr noch allerseits,

gute Idee, Stephan! Zumindest ich wäre schon jetzt sehr gespannt auf die Mitteilungen der ersten Ergebnisse deiner "Beprobung". Zu den "komischen" Strukturen zwischen Wasserwerk und Windrad. Dort fanden zuletzt vor weit über einem halben Jahrhundert noch volksfestartige Veranstaltungen statt, insbesondere sandbergiges Wurftaubenschießen. Einheimische nannten jenes Areal, das auf einer Karte des 16. Jahrhunderts möglicherweise oder nicht als beyerisches Gehege gekennzeichnet ist https://ibb.co/Swc1RrP früher zuletzt "Sauplan". Die letztere Bezeichnung wird sich wohl kaum beziehen auf den Oberbergmeister Martin Planer :) . Jene Bezeichnung gab es nachweislich bei noch mindestens einer weiteren Ortschaft in der Umgebung. Zum Beyerischen "Sauplan" führte vom Dorf aus ein längst nicht mehr vorhandener gerader direkter Weg hin (ist auf der nächstfolgenden Karte zu sehen). Der war vielleicht auch einer der früheren Triftwege zur Eichelmast, die von Beyern und weiteren Dörfern in dieser Gegend noch bis ins 18. Jahrhundert nachweislich betrieben wurden. Kann wer entbuchstabieren was hiervor auf der Karte nebenan direkt vor "Der Scharffenbergk" genau geschrieben steht? Hat wer eine Vorstellung um was genau es sich bei der Namensgebung "Der Scharffenbergk" gehandelt haben könnte, etwa um einen Galgenberg/Gerichtsberg oder um einen vormals üblicherweise etwas abgeschiedenen Wohnort eines Scharfrichters mit seiner Familie oder wurde auf dem "Scharffenbergk" scharf geschossen, scharf schießen geübt, war das ein Scharfschützenberg? Was wohl in der Karte, weit entfernt vom früheren Amt Schlieben, links die zweimaligen Zusatzbenennungen "V. Golden" (wenn nicht falsch gelesen) bedeuten?

In der nachfolgenden Landkarte (Ende 19. Jahrhundert) befindet sich auf dem Beyerischen Weg zwischen Beyern und Gräfendorf ein etwa mit Höhenangabe 82,6 gestrichelt gekennzeichneter Kreis (Ø ≈ 50m) im von unten nach oben gezählt dritten Quadrat zwischen den schwarzen Kennzahlen 76 und 77: https://ibb.co/YDVVBfF Das könnte möglicherweise oder nicht der mittig durchquerte Rest von jenem "Scharffenbergk" (wenn das nicht schon der Sauplan genannte flache Sandberg ist, dort das volksfestartige Wuftaubenschießen stattfand, bei der ehemaligen Grabenmühle, aktuell zwischen dem Trinkwasserwerk und der nächsten Windkraftmühle), einem Sandberg oder/und eines schützenswerten bronzezeitlichen Hügelgrabes sein, ist ebenfalls im digitalen Geländemodell des Geoviewers sehr gut zu erkennen: https://tinyurl.com/yae6sk8e

Glück auf!
Alarich
Liebe und Glück bewahrend strahlt gleiches nach überall
Antworten