Goldbergbau in Sachsen

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Kleinerhungerlieb(†)
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Beitrag von Kleinerhungerlieb(†) »

GA Falk!
Ich versuche mal an das Orginal vom "Annaberger Wochenblatt" heran zu kommen, du hast doch das Buch "Bergmanns Sagen", dort steht einiges an Sagen run um Goldbergbau, wenn ich mich nicht irre sogar von O`tal.
Angeblich (ich habe dafür keine Quelle) soll im Rauschenbachtal (Seitental von Preßnitztal) zwischen Arnsfeld und Mildenau (jetzt zur Hälfte Naturschutzgebiet) soll sehr früh nach Gold gewaschen wurden sein, wie schon gesagt: angeblich.
Schwerter zu Klappspaten!
hebbel
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Beitrag von hebbel »

Nobi hat geschrieben:"St. Lampertus" in Hohenstein-Ernstthal hat auf Gold gebaut.
Kann man so sagen... :D

Eine kleine Betrachtung zu den Goldgehalten der St. Lampertus Fundgrube zum Hohenstein.

Anm.: Es wurde mit der 16-lötigen Kölnischen Mark zu 233,8123 g als Münzgewicht gerechnet. Der Zentner wurde zu 50 kg angenommen (Also ausdrücklich kein Bergzentner oder Regionalzentner).

Rechnung eines Wardeins aus dem Jahre 1598:

"Adn den 24. Aprillis Ao. 98. von S. Lampertus Fundgrube zum Hohenstein, An Zain Khupfer vf Sielber vnnd Gold Probierett, hellt 1 Ctr. 21 Lott Silber reichlichen, vnnd 8 Ctr. 6 Lott gollt Zhuett vff 9 1/4 Ctr. Khupfer, 6 Lot 3gr.* 3 pf.
Isaak Bruther Waradyn.

Machtt
12 Mk. 2 Lott 2 qv.
Alß
11 Mk. 11 Lott 2 qv. 3 pf. Gold."


Dies würde einen Goldgehalt von 219,199 g/t im (Fein)Kupfer bedeuten.
Der Sibergehalt würde 6.138 g/t im (Fein)Kupfer betragen.

* Höchtwahrscheinlich ein Transkriptionsfehler. Mit 3 Quent gerechnet, ergibt sich exakt der gleiche Goldgehalt, wie in der 8 Zentner Probe.

"Im 15ten 16ten 17ten und 18ten October des abgewichenen 1660sten Jahres seind nach verzeichnete probe Schichten von St. Lampertus und St. Anna Berggebeuden zum Hohenstein geschmelzet worden, welche der verordnete waradyn zu St. Annabergk, Peter Täubner, am 26. ejusd. probiret vnd halten wie folget.

Von St. Lamperti Zeche sind 12. Ctr, Erz, roh und ungeröstet vber den Stichofen geschmelzet worden und sonst nichts als Frisch-Schlacken zugesetzet, davon ist 5 1/2 Ctr. rohevstein worden, dieß Rohsteins hält der Ctr. -- Mk. 2qv. 2 2/3 pf. Gold 2 Lot 2 qv. 2 2/3 Silber und 23 Pfund Schwarz Kupfer.
..."


Das würde einen Goldgehalt von 194,831 g/t im Rohstein bedeuten.
Der Silbergehalt würde 779,362 g/t im Rohstein betragen.
Die Schwarzkupfergehalt beträgt auf Grundlage dieser Probe 230.000 g/t im Rohstein.

Natürlich kann man mit den Verlustfaktor auf das Roherz zurückrechnen. Ich habe das aber wegen der Unsicherheit unterlassen.

Folgende Rechnungen können als repräsentativ für den Goldgehalt zur Jahrhundertwende 18./19. Jh. gelten:
Das Ergebnisse der sog. "kleinen Probe" nicht unproblematisch waren, zeigt folgende Rechnung:

(1792)
"...so lieferte St. Lampertus Fdgr. doch noch in dem selben Jahre 59 3/8 Ctr. 6 Pfd. güldisches Kupfererz an die Freyberger Hütten, welche, nach der kleinen Probe 14 Loth 3 3/8 Qt. Gold gehalten haben sollen; man erhielt jedoch im folgenden Jahre aus dem daraus dargestellten Brandsilber bei der Münze nur 8 Loth 1 Qt. 3/4 Pf. fein Gold."

Ergebnis der kleinen Probe:
72,993 g/t Gold im güldischen Kupfererz.

Ergebnis nach der Goldscheidung in der Münze:
40,799 g/t Gold im güldischen Kupfererz.

"Im Jahre 1790 wurden hierauf wiederum von Lampertus Fdgr. zu den Untermuldner Hütten bei Freyberg, 15 Ctr. 17 Pfd. gepochtes Kupfererz geliefert...
Ausgebracht wurden hieraus...außer den bleiischen, noch etwas silberhaltigen Producten, ein Brandstück von 6 Mark 12 Loth 2 Qt., aus welchem in der Münze zu Dresden 2 Loth 1 Qt. 2 7/8 Pf. Gold oder 10 5/16 Stück Ducaten geschieden wurden."


Das ergibt einen Goldgehalt von 46,810 g/t im gelieferten Erz.

"...im Jahre 1806 lieferten die Lampertus Gewerken abermals 74 3/8 Ctr. 10 1/4 Pfd. Goldhaltiges Silber- und Kupfererz nach Freyberg in die Hütten, welche dort verschmolzen worden sind.
Die erhaltenen Schwarzkupfer kamen nach Grünthal zur Saigerhütte, wurden dort entsilbert, und das erlangte Silber bei der Münze in Goldscheidung genommen, wobei man 12 Loth 3 13/16 Qt. fein Gold ausbrachte".


Der Goldgehalt beträgt 50,831 g/t im gelieferten Erz.

Gruß
Dieter
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Falk Meyer
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Beitrag von Falk Meyer »

Vielen Dank für den Bericht!!

Woher stammt die Rechnung?? Was war deine Quelle??
Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.

Edwin Bauersachs

http://www.imkerei-meyer.com
hebbel
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Beitrag von hebbel »

Die (Be)Rechnung ist von mir.

Die Quelle für die Archivalien ist "Archiv für Bergwerks-Geschichte, Bergrecht, Statistik und Verfassung bei dem Bergbau im Königreich Sachsen und den angrenzenden deutschen Staaten, aus urkundlichen Quellen bearbeitet und herausgegeben von Friedrich August Schmid, Königl.-Sächs. Berg- und Gegenschreiber..." Zweiter Heft 1829 im Eigenverlag des Autors.

Glück auf!
Dieter
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oldstone
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von oldstone »

Es gibt eine DVD von Michael Pitschel " Goldsuche in Sachsen". email: michaelpitschel@web.de. außerdem kannst du bei Dr. Wolfgang Faust oder Heinz Krümmer über den Wolkenburger Bergbau und Goldseifen einiges erfahren.
Rostig wird die Grubenschiene, wenn kein Hunt darüber läuft;
frostig wird des Bergmanns Miene, wenn er ab und zu nicht säuft.
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Privatbefahrer (†)
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Privatbefahrer (†) »

Fragt doch mal den Markus Link, der hat noch viele infos. E-Mail-Adresse über PN von mir.
GA
Ralph
Wer noch nicht im Berg war, dem fehlt ein Stück vom Leben.
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Alarich
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Goldbergbau in Sachsen / Goldseifen "Sanct Moises"

Beitrag von Alarich »

Seid respektvoll gegrüßt, werte Forumteilnehmer,

neu im Forum, auf der Suche nach detaillierteren Erkenntnissen, möchte ich mich hiermit Euch herzlich vorstellen, kurz & bekennend leider als absoluter Leie.

"Am 31. August 1580 erfolgte in Freiberg die Belehnung über die Goldseifen "Sanct Moises". Die Seifen, die eine Breite von 500 Lachtern und eine Länge von 1000 Lachtern hatten, befanden sich an einem Sandberg an der Beyerischen Grenze schon auf dem Gebiet des angrenzenden Amtes Schlieben. Zur den fünf Gewerken gehörten die Stadt Freiberg und der Bergmeister Martin Planer."

Einzig der Breite und Länge sowie der Jahreszahl nach könnten die obigen Angaben etwa der zu jener Zeit geplanten und gebauten alchemistischen Anlage zur künstlichen Goldherstellung, "großes Laboratorium, welches fast einer Kirche gleicht" ("Sanct Moises" ? ), auf der Schloßanlage in Annaburg entsprechen.

Ansonsten waren nach meinen bescheidenen Bemühungen & Möglichkeiten bisher leider keine entsprechenden Quellen mit detaillierteren Hinweisen zu finden.

Findet ihr dazu möglicherweise aufklärende Details & Zusammenhänge ?
Zuletzt geändert von Alarich am So. 06. Jan 08 23:46, insgesamt 1-mal geändert.
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alterbergbau.de

Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von alterbergbau.de »

nach den meisten bisher von mir gesichteten quellen bedeutet die bezeichnung seifen, quasi eine Lagerstätt die durch " Waschen" gewonnen werden muss. Wie seht ihr das? Kann man dann bei entsprechenden Flurbezeichnungen (.....er seifen) Rückschlüsse ziehen? Ich hab den Eindruck dass es z.B. in manchen Gegenden gleichbedeutend ist mit Siepen, Bachtal. :?:
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Fahrsteiger
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Fahrsteiger »

Hier die Erklärung " Seifen ".
Seifenlagerstätte
(bzww. nur Seifen ) (engl.: placer deposit, alluvial deposit, alluvium / eluvial )

Als Seifenlagerstätten bezeichnet man abbauwürdige Konzentrationen von detritalem Material (Detritus)in Geröll- und Sandablagerungen. Befinden sich die Vorkommen in der Nähe der ursprünglichen (primären) Lagerstätte, bezeichnet man das Vorkommen als eluvial. Liegen die Lagerstätten im Schwemmgebiet von ehemaligen oder existierenden Flüssen, bzw. in den Küstenregionen passiver kontinentaler Ränder, werden diese Vorkommen als alluvial bezeichnet.

Als detritales Material bezeichnet man Partikel von Mineralien (seltener Gesteinen), welche aus ehemaligen Gesteinen durch Verwitterung, resp. Erosion übriggeblieben sind und durch Flüsse transportiert und weggeschwemmt wurden und sich dann im Schwemmgebiet des Flusses abgelagert haben.

Detritale Mineralien sind i.d.R. schwer, chemisch stabil, verwitterungsbeständig und widerstehen mechanischem Abrieb oder Zersplitterung / Spaltung.

Zu den wichtigsten detritalen Mineralien gehören Kassiterit, Gold , Diamanten , Ilmenit, Rutil sowie Platin ,Zirkon, Palladium und Rhodium

Zu den bedeutendsten Seifenlagerstätten der Welt gehören:

Richards Bay (Südafrika) - Ilmenit, Rutil
Oranjemund (Namibia) - Diamanten
Ostküste Sri Lanka und Südküste Indien - Ilmenit, Rutil, Zirkon
Jakutien (Sibirien, Russland) - Platin, Palladium, Rhodium
Malayische Halbinsel - Kassiterit
Andamanensee - Kassiterit
Myanmar- Gold
( aus: Mineralienatlas )
Mit dem Auswaschen liegst du schon richtig!
Glück Auf
Horst
Dem Bergbau verschworen. Im Bergbau geschafft. Zum Bergmann erkoren mit stählerner Kraft.
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Alarich
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Alarich »

Hier rührt sich was, von Grund auf, wie auch ich als Leie begann.

Goldseifen zum Herauswaschen von Gold,
eher aus Kies- als aus Sandbergen (?),
ausbeute vorallem obere Schicht und ganz unten, Nähe Felsgestein(?) ,
Gewerke - Kunstzeuge, Maschinen - herkünftig vermutlich aus Freiberg (?)
2 Lachter enstpricht etwa einem Meter (?)

Alle Angaben zu den Goldseifen "Sanct Moises" vermutlich aus Kirchenchronik entnommen (?)

Sowohl "Moises" als auch "Sanct Moises", wahr oder wahrheitsverschleiernd, entsprechen bisher keiner bekannten Quelle und keinem nachvollziebarem Zusammenhang (?)

"Moises" als "Moses" gemeint ist kaum anzunehmen (?)

"Sanct" und "Moses" würde auch dieser Lande nicht zusammenpassen und findet sowohl als St. oder "Sanct Moises" als auch als "Sanct Moses" bisher keine Entsprechung (?)

wahr oder wahrheitsverschleiernd (?)

den Angaben entsprechende ortshistorisch nachvollziehbare oder zu tatsächlicher Goldgewinnung passende namenkundliche Entsprechungen sind nicht auffindbar (?)
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Friedolin
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Friedolin »

Alarich hat geschrieben:Gewerke - Kunstzeuge, Maschinen - herkünftig vermutlich aus Freiberg (?)
Gewerke sind die Anteilseigner, Kuxinhaber, Geldgeber
Alarich hat geschrieben:2 Lachter enstpricht etwa einem Meter (?)
2 lachter sind etwa 4m. 1 lachter ist etwa 2m, die genaue Länge ist vom Revier abhängig.

Altenberg 1,9851
Anhalt-Köthen 2,0410
Annaberg 1,9826
Bayern 1,970
Bayreuth 2,0354
Böhmen 2,3805
Braunschweig 1,9198
Clausthal 1,9238
Eisleben 2,0111
Freiberg 1,942 Altes Freiberger Lachter
Hannover 1,9198
Idria (Krain) 1,957 6 idrianische Fuß
Joachimsthal (Jáchymov) 1,918
Johanngeorgenstadt 1,9811
Glück Auf !
Friedhelm
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Hoch der Harz und tief das Erz
Jedweder Anbruch erhebt das Herz
(alter Oberharzer Bergmannsspruch)
Falafel
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Falafel »

Ergänzend zu den Vorigen: Die Abmessungen entsprechen durchaus einer in dieser Zeit üblichen Größe für eine verliehene Seife. "St. Moses" (mal in der heutigen Schreibweise) ist der Grubenname, den jeder Muter seiner Grube frei geben durfte. Der Name ist in dieser Zeit für Grubengebäude auch kein Einzelfall. Zu M. Planer kann ich nur sagen, daß er ein sehr rationeller Bergbeamter war, der es sicher nicht nötig hatte, irgendwelche windigen Spekulationen zu unternehmen.
Ich sehe also in dem Dokument durchaus nichts geheimnisvolles! Ich habe höchstens mit der Lokalität meine Schwierigkeiten; wenn da nicht Amt Schlieben stehen würde, hätte ich glatt gesagt: Bayrische Grenze => also Vogtland, wo tatsächlich Gold vorgekommen ist (vorkommt). In der Niederlausitz ist mir da nichts bekannt. Aber Prospektionen wurden im 16. Jh. sehr viele gemacht, also auch das durchaus möglich - zumal die Niederlausitz ja genügend Sande und Kiese zum Waschen hat :D

Glück Auf!
Stephan
Falafel
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Falafel »

o.k. - ich korrigiere mich: so richtig zur Niederlausitz gehört Amt Schlieben nicht. Aber Sand und Kies gibt's dort trotzdem genug.
hebbel
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von hebbel »

Wenn der Wiki-Artikel mal so stimmt?
Quelle: Friedrich August Schmid, siehe Post weiter "oben".

"Anno Doi Im 80. den 8en Julius habe ich Marten Planer Oberbergmeister Christoff Förstern Vorlyhenn Einen Gold-Seiffen vf Alle Metall Was in Solchen Seiffen Andreffen möchte, Ann seinen Sandbergk Im Ampt Schlyben Ann dBergerischen Grenze*, tausent Lochter Inn die Long vnd 500 Lochter inn die breit, vff 8 Moiser genannt, der Vorlichen Maßen vnd elterer gerechtigkeit Ane Schaden. Geben wie Oben."

* Anmerkung Schmids: "Wahrscheinlich eine Lokalbenennung irgend eines Privateigenthums."

"dBergerischen Grenze" kann natürlich auch ein Transkriptionsfehler Schmids sein.

Glück auf!
Dieter
Zuletzt geändert von hebbel am Mo. 07. Jan 08 15:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von MichaP »

die sande in der lausitz können mitunter richtig viel gold haben. ein bekannter hat dort mal brechsand aus einer kiesgrube dirket unterm brecher weggeholt und durchgewaschen, was wohl richtig lohnend war.
Glück auf!

Michael
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Schlacke
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Schlacke »

Viel Gold in Sachsen, aber zu einer Datenbank oder Bibliographie hat es nocht nicht gereicht, da jeder Angst um seine 'Goldschätze' hat. Mal etwas in die Mineralogie bzw. Geologie einsteigen und Gold ist reichlich vorhanden, so auch in der Lausitz:

Die Goldgrube zu Steinigtwolmdorf, Görlitzer Goldgrube(n), Kunnersdorfer Goldgrube, Goldhöhle im Wesenitztal und Gold in den tertiären Kiessanden der Oberlausitz.
Nachzulesen in den Oberlausitzer Heimatblätter, Heft 12, Zittau: 2007, S. 17 ff. http://www.oberlausitzer-verlag.de

Glückauf!

Elmar Nieding
...die unterirdischen Grubengebäude in ihre Schreibstube bringen...
Héron de Villefosse (1774-1852), Bergingenieur im Dienste Napoleons.
(H. Dettmer, 2014)
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Alarich
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Alarich »

Hier geht es aber gut voran :?
Vielleicht hilft auch diese Karte der Ämter ANNABURG, SCHLIEBEN usw., darin der Ort BEYERN gut auffindbar ist.

Derweil schaue auch ich weiter, was ich beitragen kann, damit hier das Rätsel eventuell nach & nach zu knacken ist. :wink:
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Falafel
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Falafel »

Nach dem Beitrag von hebbel kommen wir doch der Lokalität etwas näher. Seine Transkription erscheint mir auch exakter. Da Beyern nicht im Amt Schlieben liegt (und auch nicht an dieses angrenzt) sollte es sich eher um Berga (nördlich von Schlieben) handeln. Der Grubenname nach hebbel's Text könnte auch in heutigem Deutsch "Acht Mäuse" sein. Oder auch hier ist ein Transkript-Fehler vorhanden. Die "8" kann auch eine Ligatur von "St." sein - dann wären wir wieder bei "St. Moses". Man müßte halt mal den Originaltext sehen. NB.: Moses als alttestamentarische Person kann eigentlich kein Heiliger sein, aber die "Alten" haben das manchmal nicht so genau genommen.

Glück Auf!
Stephan
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Alarich
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Alarich »

Auf Amtsgebiet Schlieben ist "Sandberg" Nr. 136 etwa 15 km nö von Beyern zu finden, auf der Elbe-Elster-Karte.

Direkt bei Beyern, am Neugraben, der zu jener Zeit gebaut und betrieben wurde und angeblich zur Bewässerung des Annaburger Tiergartens und Holzflößerei diente, ist eine alte Grabenmühle verzeichnet, die sich wohl bereits auf dem damaligen Gebiet des Amtes Schlieben befand/befindet. An dieser Mühle sehe ich aber als Leie auf der Karte nichts, was auf den erwähnten Sandberg hindeuten könnte.

Immerhin, dieser Neugraben scheint nacheinander in Sandgraben, Selbstflußgraben und Mauergraben namentlich unterteilt.
Ein künstlich ausgehobener Sandgraben läßt etwa auch die Möglichkeit in Betracht kommen, dass dort entlang auch ein flacher sogenannter Sandberg künstlich aufgeschüttet worden sein könnte, um etwas erhöht darauf Gewerke zur Goldgewinnung zu bauen. In Wikipedia ist über Martin Planer geschrieben dass er auch in Limehna (bei Eilenburg) Goldseifen betrieb. Zum Neugraben wird geschichtlich auch berichtet, er wurde künstlich vom Schloßherrn von Ileburg (Eilenburg) angelegt u. verbindet seine Schlösser in Uebigau und Annaburg.

Mir selbst erscheinen meine Gedankenausflüge reichlich ausschweifend, auch zugegebenermassen etwas zusammenhanglos, aber vielleicht kann ich trotzdem etwas zur Lösung des Rätsels beitragen. Eure weitaus fundamentierteren Beiträge verfolge ich mit Freude, Spannung & Hoffnung.

Insbesondere Hebbels gefundene Quelle "Friedrich August Schmid" ist an Wert kaum in Worte zu schätzen.

"dBergerischen Grenze (evtl. lokale benennung eines Privateigentums" könnte ein Grenzstein oder Grenzanwesen sein. Als Grenze für diese Ämter dienten auch fließende Gewässer, Flüsse und Gräben. Also könnte etwa auch eine betriebene & bewohnte Wassermühle etwa anbei mit Brücke über das fließende Gewässer vielleicht schlicht als die Amtsgrenze angesehen worden sein, weil weit & breit einzig überquerbar.

Dort wären auch gut die von Falafel in Betracht gezogenen "Acht Mäuse" antreffen. :meister:

Mit "dBergerische Grenze", falls Transkriptionsfehler, könnte die Beygerische Grenze gemeint gewesen sein.
Dies würde einer der nachweislich älteren Schreibweisen des Ortes Beyern entsprechen: Beygern
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von hebbel »

Nochmal, wie Friedhelm schon schrieb: Gewerke sind die Anteilseigner, Kuxinhaber, Geldgeber, also Aktionäre oder neudeutsch, Shareholder.
Martin Planer hat als Oberbergmeister im Auftrag des Kurfürsten an einen Christoph Förster diese Goldseife verliehen. Natürlich hätte er auch selbst Kuxe halten können.
Schmid konnte nur zwei Dokumente zu Limehna von 1583 ausfindig machen. Da war Planer schon verstorben. Im ersten Dokument bewilligt der Kurfürst August die Verleihung. im zweiten Dokument erfolgt dann die Verleihung einer "Goldseiffen" und einer "Fundgrube" bei Limehna durch den Bergmeister Martin Neßler. Das bedeutet natürlich nicht, daß daß nicht schon vorher eine Verleihung erfolgt sein könnte. Solch ein Lehen konnte schon nach 8 Tagen "Inaktivität" bei der Förderung
verfallen.

Eine Verbindung zum Laboratorium der Kurfürstin Anna kann ich nicht erkennen. Einzig der Begriff "Probir-Saal" könnte auf einen "Probirer" (Waradyn, Wardein) hinweisen. Das aber war eine hochoffizielle und keine alchemistische (im negativen Sinne) Angelegenheit. Allerdings waren die Alchemisten die frühen Chemiker, von den Quacksalbern und "Goldmachern" mal abgesehen. Der Begriff kann natürlich allgemein für ein Laboratorium stehen. Feingeschmolzen (Gold) und "probirt" wurde meines Wissens nach in Dresden.
Das namentlich der Kurfürst August hinter dem Gold her war, wird in einigen Dokumenten deutlich.

Glück auf!
Dieter
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Alarich
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Alarich »

Gewerke, ... ja das hatte ich im Eifer des Schreibens wohl schon wieder vergessen. Entschuldigt bitte.
Auch die weiteren Ausführungen von Dieter sind interessant.
Allerdings fällt es mir als Leie manchmal schwer alles in allem zu verstehen.
Warum, zu welchem Zweck, wurde Beyern überhaupt belehnt & was bedeutete das etwa für die Bewohner. Wußten die vielleicht damals selbst kaum etwas über diese Goldseifen ?

Die genaue Lage der Goldseifen zu ermitteln, scheint sehr beschwerlich zu sein.

Mir dient nebenbei nur das Internet als Quelle.
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von hebbel »

Alarich hat geschrieben: Warum, zu welchem Zweck, wurde Beyern überhaupt belehnt & was bedeutete das etwa für die Bewohner. Wußten die vielleicht damals selbst kaum etwas über diese Goldseifen ?
Tja, es wurde offenbar sehr schnell "gedeckelt", wenn Gold, auch nur dem Hörensagen nach, gefunden wurde. Da schickte der Fürst sehr schnell seine Amtsschösser und Bergmeister aus, um die Hintergründe zu ergründen. Für die Bewohner bedeutete es Arbeit und Auskommen.
1561 musste z.B. der Amtschösser zu Stolpen auf Befehl des Kurfürsten einem Gerücht über den Fund von Golddrähten bei Trebnitz nachgehen. Vorzeigen konnten die Bauern keine mehr. Den Erstfinder hat der Amtsschösser mit Trankgeld und der Versicherung, daß er den Fund behalten könne, an den Dresdner Hof in Marsch gesetzt. Nebenbei haben die Bauern dem Amtsschösser noch ihren Walensagen-Kram untergejubelt.
1564 musste der Bergmeister zu Glashütte, Hans Holzschuh, bei (Bad) Schandau einer ähnlich gelagerten Sache nachgehen. Wieder wurden "Flöcze antroffen, darinnen man gut Gold sichert, welches aber durch Weschwerk muß zu gute gemacht werden, vnd leitt an einen hohen Gebürge, das man kein Wasser hat, müsse solchs gar lassen an das Wasser fhüren, Es ist aber noch zur Zeit keine gewiße Prowe gemacht worden,..." => Also nix mit Gold.

Damit man sich mal einen Eindruck von den "Zuständen" machen kann:
"bauen" = hier jedwede bergmännische Tätigkeit

Bericht des Oberbergmeisters Markus Röhling vom 28.10.1556 an den Kurfürsten

Inspektion einer Fundgrube

...besichtiget, vndt befinde, das alda ein Flecz und vullig Gestein hat, darinne sichgert man bisweilen ein wenig kleine Flemmlein goldt. Sie haben auch ein Schechtel angefangen, vnnd in drey Lachter abgeteuft, vnd geben für, als solten streichende Trümer von Gangen darinnen sein. Ich habe aber das Schechtel mit Fleis, bis auf die Soll, in meiner Gegenwart gewaltigen vnnd behauen, aber nichts seen kunnen, das einen Gangk enlich säh...Allein in den ein Stoße, hat es jar ein schmales gefertte, ich hab des Gebirgs, so ich unter sich auf die Soll gehauen, ein Kübel soll sichgern lassen, vnd ettwan 5. oder 6. Flemlein Gold darin befunden. Derwegen hab ich ihnen befolen, daß sie die Woch Dag vnd Nacht nieder sincken, vnnd unter sich bauen sollen, ob noch ein Flecz oder Gangk druntten sein mocht, der sich mit Golde eräugnet...Ich hab auch den Bergkmeister zu Freybergk befolen, das er die Woch wieder naus soll reiten, vnnd soll seen, wie sichs vntter sich anlaßen möcht.
...
Die Fundgrübner sein arm. Da ist weder Holcz, Brodt, noch nichts von der Hand, ich hab in selbst 1 fgl. zu Holz vndt Brettern geben, damit sie bauen können.


Röhling empfiehlt dem Kurfürsten, zunächst auf Kosten der Zehntkasse zu explorieren, da dieser anscheinend die Absicht hatte, über seine Freikuxe hinaus, sich große Anteile an der künftigen Zeche zu sichern.

...Do nun Eu. Churfl. G. ein wenig auf das Gebäude wenden wolden, seh ich für gvt an, das man den Bergkmeister zu Freybergk beföll, das er ein Lachter oder etliches vberhaupt, zu sinken verdinket, vnd der Zehendner zu Freybergk lonet, damit man doch seen kuntte, was untter sich daraus werden wolde. Denn mit den Fundgrüblern tuts nichts, vnndt ob in Eu. Churfl. G. gleich die halbe Zech das Quartall frey verbauetten vnnd den anderen halben teil zu sich nehmen, konnte Eu. Churfl. G. nicht gros Schaden.
...

Für Alarich: Begriffe aus dem bergmännischen Sprachgebrauch siehe z.B hier:

http://www.wolkenburger-bergbaurevier.d ... erbuch.htm

Glück auf!
Dieter
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Falafel »

Nur so nebenbei in einem Findbuch des Bergarchivs FG gefunden: 40164 Nr. 841 Gottes Gabe Goldseifen bei Weida an der Elster, 1 Kuxschein vom 12. Juni 1582

Glück Auf!
Stephan
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Alarich
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Re: Goldbergbau in Sachsen, Goldseifen-Sandberg bei Beyern

Beitrag von Alarich »

Glück auf, allen!

Dieter, nochmals Dank für die interessanten Ausführungen!
Zuletzt geändert von Alarich am Di. 29. Dez 20 19:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Roby »

Am 25.3.1458 wurde eine "Freiheit für die Goldgruben auf dem Zeterberg bei Oberbärenburg" ausgesprochen.

Quelle: "Das erzgebirgische Bergrecht des 15. und 16. Jahrhunderts" (1. Teil 1400-1480)
Aufn stollen zu fahren sol jedermann frey sein, doch das es mit bescheidenheit und zu gebuhrlicher zeit geschehe. (Joachimsthaler Berggebräuche, 16. Jht.)
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von goldsucher49 »

Glück Auf! allerseits...
Da hat sich für mich gerade ein Kreis geschlossen: Bei dem bisher erfolglosen Versuch, die von Roby oben erwähnte Goldgrube bei Oberbärenburg zu recherchieren, bin ich in Schades Buch "Gold in Sachsen" (das Falk Mayers Fragen vom Anfang dieses Threads aus 2006 fast komplett beantworten kann) auf die Erwähnung eines Mineralfundes in Flöha gestoßen: "Gold auf verwittertem Kupfererz, Flöha am Bahnhof". Schade hat das wiederum aus einer Veröffentlichung eines K. Thalheim aus 2002 in "Museumshefte Waldeck-Frankenberg Nr.21". Leider ist diese Schrift, die mich sehr interessieren würde, vergriffen.
Sollte sich jemand im Besitz dieser Schrift befinden: Ich bin sehr daran interessiert.
Zu Flöha fällt mir noch ein (hat jetzt nichts mit Gold zu tun), das ein Verwandter von mir, der Bauer Vogel, eine Aktentasche mit Unterlagen über einen der Stollen auf die Flöhaer Kohle, welcher sich auf seinem Grund befindet, auf einem Dachboden zu stehen hat. Leider hat er noch nicht die Zeit zum Suchen gefunden. Ich werde bei Gelegenheit mal nachhaken.
GA!
Ralf
Falafel
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Falafel »

Wegen der Publikation von Klaus Thalheim am Besten mal an das Museum für Mineralogie und Geologie, Dresden wenden. Prof. Thalheim ist dort noch tätig und ich würde ihn auch diesbezüglich als hilfbereit einschätzen.

Glück Auf!
Stephan
goldsucher49
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von goldsucher49 »

@Stephan:
Vielen Dank für den Tip, ich versuch's mal.
GA!
Ralf
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Falk Meyer
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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Falk Meyer »

goldsucher49 hat geschrieben:Glück Auf! allerseits...
Da hat sich für mich gerade ein Kreis geschlossen: Bei dem bisher erfolglosen Versuch, die von Roby oben erwähnte Goldgrube bei Oberbärenburg zu recherchieren, bin ich in Schades Buch "Gold in Sachsen" (das Falk Mayers Fragen vom Anfang dieses Threads aus 2006 fast komplett beantworten kann) auf die Erwähnung eines Mineralfundes in Flöha gestoßen: "Gold auf verwittertem Kupfererz, Flöha am Bahnhof". Schade hat das wiederum aus einer Veröffentlichung eines K. Thalheim aus 2002 in "Museumshefte Waldeck-Frankenberg Nr.21". Leider ist diese Schrift, die mich sehr interessieren würde, vergriffen.
Sollte sich jemand im Besitz dieser Schrift befinden: Ich bin sehr daran interessiert.
Zu Flöha fällt mir noch ein (hat jetzt nichts mit Gold zu tun), das ein Verwandter von mir, der Bauer Vogel, eine Aktentasche mit Unterlagen über einen der Stollen auf die Flöhaer Kohle, welcher sich auf seinem Grund befindet, auf einem Dachboden zu stehen hat. Leider hat er noch nicht die Zeit zum Suchen gefunden. Ich werde bei Gelegenheit mal nachhaken.
GA!
Ralf
Hallo Ralf,

dass das Gold auf verwitterten Kupfererz sein soll, überrascht mich etwas. Es stimmt, dass es in Flöha, unterhalb der "neu" gebauten Bahntrasse Chemnitz-Dresden mal einen Hornblendeschiefer-Steinbruch gab. Dort konnte man Kupfererz (gediegen) finden. Ich kenne einen Sammler, der in der Mineralienniederlage Freiberg ein oder zwei Stück bekommen konnte. Mich würde es stark wundern, wenn das wirklich Gold gewesen wäre... sofern du die Schrift auftreiben kannst und sich darin etwas genaueres sagen lässt, wäre ich an Infos sehr interessiert.

Zu den Unterlagen bzgl. des Kohlestollens:
Ich bin gerade dabei den Artikel für den Tagungsband zum II. Annaberger Altbergbaukolloquium zu verfassen. Der "Bauer Vogel".. wo genau wohnt der in Flöha? Die größeren Höfe hatten damals fast alle "ihre" Kohlegrube. Da solltest du dranbleiben. Es gibt zwar im Bergarchiv einiges zu Flöha, aber wenn noch Unterlagen in Privatbesitz sind, wäre es sicher sehr interessant, diese mal zu studieren.

Viele Grüße

Falk
Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.

Edwin Bauersachs

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Re: Goldbergbau in Sachsen

Beitrag von Schlacke »

@Falk Meyer

Die gesuchte Gold-Stufe mit FO Flöha am Bahnhof (1920) befindet sich in der Mineralogischen Sammlung der BAF, Inv. Nr. 48451 "Goldflitter auf verwittertem Kupfererz".

GA

Elmar Nieding
...die unterirdischen Grubengebäude in ihre Schreibstube bringen...
Héron de Villefosse (1774-1852), Bergingenieur im Dienste Napoleons.
(H. Dettmer, 2014)
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