Bergbaudenkmal verfällt

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Nobi
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Bergbaudenkmal verfällt

Beitrag von Nobi »

Aus: Döbelner Allgemeine Zeitung vom 1.Dezember 2005

Jubiläum mit bitterem Beigeschmack Gersdorf.

Wenn die Adventszeit die Menschen in vorweihnachtliche Stimmung versetzt, dann geht für die Mitglieder des Vereins Segen Gottes Erbstolln Gersdorf e.V. das Bergjahr zu Ende. So beschließen auch 2005 die Bergparaden in den Bergstädten und -zentren des Landes ein ereignisreiches Jahr - auch im kleinen Bergflecken am Rande von Roßwein.

Wenn nun zur Mettenschicht Bilanz gezogen wird, so stehen natürlich die denkmalpflegerischen Leistungen im Mittelpunkt. Untertage wurden 25 Meter alte Strecke aufgewältigt und ein Streckenkreuz in Naturstein ausgebaut. Am Krebsteich wurde der Auslauf in den unteren Kunstgraben komplett erneuert und vielfältige Pflegearbeiten an den einzelnen Denkmalen durchgeführt. Über 2000 Stunden Arbeit sind darin verborgen.
Die Arbeiten der Bergsicherung Schneeberg zur Hochwassersanierung sind nun in der Endphase Im April konnte der Besucherverkehr im Bergwerk wieder beginnen. An jedem Wochenende wollten Besucher aus Nah und Fern sich den Stollen anschauen. Sie zeigten sich stets begeistert von dieser Anlage, die nun schon 25 Jahre von ehrenamtlichen Bergleuten in Betrieb gehalten wird, und sie wollen gerne wiederkommen in den Klosterbezirk Altzella. Ob sie dann noch das Gebäude des alten Kunst- und Treibeschachtes sehen können, wurde auch 2005 nicht geklärt. Denn bis heute gibt es keine realisierbare Förderung zum Erhalt eines Unikates der sächsischen Bergbaugeschichte. Während zum Beispiel in Marienberg ein Pferdegöpel neu gebaut wird, sehen maßgebliche Stellen bei uns zu, wie das letzte, noch original erhaltene Schachthaus eines solchen Göpels verfällt ... Das ist die schlimmste Tatsache im Jubiläumsjahr des Gersdorfer Bergbauvereins.

Dieses Jahr hat auch gezeigt, das verstärkt junge Leute für die bergbauliche Denkmalpflege gewonnen werden müssen. Die Erfahrung der Älteren muss sich verbinden mit der Tatkraft und Dynamik von jungen Menschen: Junge, interessierte Leute sind deshalb stets willkommen.

Jens Schmidt
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Marcel Normann
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Re: Bergbaudenkmal verfällt

Beitrag von Marcel Normann »

Junge, interessierte Leute sind deshalb stets willkommen.
Ohne den Verein näher zu kenne, behaupte ich, daß es sich um eins der üblichen Jammerlieder auf die Jugend handelt. Taucht tatsächlich mal einer unter 30 auf, gibt es plötzlich doch nichts mehr zu tun.

Gruß und Glück auf!
Marcel
Mein Haushaltstipp: Fettflecken halten sich wesentlich länger, wenn man sie hin und wieder mit etwas Butter einreibt.
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Falk Meyer
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Beitrag von Falk Meyer »

Ohne den Verein näher zu kenne, behaupte ich, daß es sich um eins der üblichen Jammerlieder auf die Jugend handelt. Taucht tatsächlich mal einer unter 30 auf, gibt es plötzlich doch nichts mehr zu tun.
Also ich wiederum kenne den Verein schon etwas. Er gehört mit der Stollenanlage Segen Gottes zum westlichen Freiberger Gangbezirk.

Das Problem der Überalterung in den Vereinen ist zumindestens hier im Erzgebirge enorm. Ich selbst bin in einem Bergbauverein unweit von Gersdorf tätig. Zum Glück siehts in Schönborn-Dreiwerden besser mit der Mitgliederzahl und auch den jüngeren Mitgliedern aus.

Immer mehr junge Menschen wandern ab, weil sie in Ihrer Heimat keine Arbeit mehr finden. So vergreisen die Dörfer und damit die Vereine. Die älteren Vereinsmitglieder waren vielerorts mehrere Jahre bei der Wismut und wissen, was und wie man etwas anpacken muss, damit am Ende was gescheites rauskommt.

Es gibt viele Vereinsmitglieder, die über 60, sogar über 70 Jahre sind und die sich noch aktiv am Vereinsleben beteiligen, aber eben nur soviel, wie sie sich selbst zutrauen.

Ich kenne keine Vereinsmitglieder, die sich, sobald jüngere Kumpels mit anpacken entspannt zurücklehnen so nach dem Motto :"Lass das mal die Jugend machen; die bringen das schon irgendwie ..."
Gerade als jüngerer ist man auf die Älteren angewiesen, da sie die größere Erfahrung haben.

Ein anderes, vielleicht noch größeres Problem, ist die "Beschaffung" von Vereinsmitgliedern. Gersdorf ist nicht der Mittelpunkt der Welt. Ein kleines, verschlafenes Dorf. Da ist es wirklich schon sehr erstaunlich und bewundernswert, was dieser Verein mit seinen paar Mitgliedern alles auf die Beine gestellt hat.
Außerdem müssen sich genügend Leute finden, um überhaupt einen Arbeitseinsatz zu machen. Nur vom Reden, was man vielleicht noch alles machen könnte, wird nichts.

Vielleicht läuft das in anderen Vereinen anders?

Also heißt das Ziel: Das Thema Bergbau und Bergwerk auch für die Jugend interessant zu machen. Öffentlichkeitsarbeit gehört genau so dazu wie die Arbeit mit Quellen und Archiven und natürlich die Erhaltung der Denkmäler. Aber alle Faktoren bedingen sich irgendwie. Man sollte eben ein gesundes Mittelmaß finden um voran zu kommen und nicht Jahre auf einer Stelle zu treten.
Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.

Edwin Bauersachs

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Haverlahwiese
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Beitrag von Haverlahwiese »

Ich muss sagen, ich sehe dass gar nicht so verbissen mit dem Generations- bzw. Nachwuchsproblem. Ich kann natürlich nur allgemein und nicht speziell für Sachsen sprechen.
Es gab immer wieder durchaus Kinder und Jugendliche in den Arbeitsgruppen, die ich so kenne und die waren mit Spass und Eifer dabei. Natürlich gibt es zum einen viele ältere, dass liegt wo daran, dass viele Mitarbeiter ehemalige Bergleute sind und in vielen Revieren in Deutschland die letzte Schicht schon erheblich lange zurückliegt, bzw. daran, dass sie erst als Rentner die Zeit zur aktiven Arbeit finden.
Schließlich muss man bedenken, dass der Bergbau für Kinder und Jugendliche nun mal nie die Attraktivität anderer Freizeitaktivitäten haben wird. Ich selbst war mal jugendlicher Helfer in einer Arbeitsgruppe (Ottiliaeschacht) und damit konnte ich die Mädels nicht so beeindrucken. :D
Glück auf, Matthias

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Michael_Kitzig
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Beitrag von Michael_Kitzig »

Ich selbst war mal jugendlicher Helfer in einer Arbeitsgruppe (Ottiliaeschacht) und damit konnte ich die Mädels nicht so beeindrucken.
.. aber die Ottilie!
die sieht jetzt richtig prächtig aus
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Nobi
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Re: Bergbaudenkmal verfällt

Beitrag von Nobi »

Kulturdenkmal wird vor Verfall gerettet

Landratsamt Mittelsachsen bewilligt rund 11.000 Euro Fördermittel für das Huthaus des Vereins "Segen Gottes Erbstolln" Gersdorf

Striegistal/Gersdorf. Für die Sicherung und Instandsetzung des denkmalgeschützten Huthauses im Striegistaler Ortsteil Gersdorf hat das Landratsamt Mittelsachsen Fördermittel in Höhe von gut 11.000 Euro bewilligt. Der 1. Beigeordnete Manfred Graetz hat am Donnerstag die Summe symbolisch dem Vorsitzenden des Vereins "Segen Gottes Erbstolln", Jens Schmidt, überreicht.

Mehr unter http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/R ... 397446.php
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VoLa
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Re: Bergbaudenkmal verfällt

Beitrag von VoLa »

Kulturdenkmal wird vor Verfall gerettet

Bei der Lektüre der unzähligen Veröffentlichungen um die Rettung des Gersdorfer Schachthauses entsteht der Eindruck, der Verein „Segen Gottes Erbstolln“ e.V. müsse doch nun endlich dankbar für die 11 000 € plus 2500 € Gemeindemittel Fördermittel sein, die nunmehr nach 10 Jahren Gezerre ausgereicht wurden. Der Öffentlichkeit wird suggeriert, dass damit dem Verein ein Vorteil zufalle, den es nun zu rechtfertigen gilt. Nicht zu vergessen die ins Bild gesetzte Präsentation der Wohltäter. Vergessen wird aber geflissentlich, dass der Verein quasi nur als Treuhänder der Öffentlichkeit bei der Erhaltung, Pflege und Präsentation der Sachzeugen der Entwicklung der Produktivkräfte im sächsischen Silberbergbau wirkt und keines der Mitglieder auch nur die Spur eines persönlichen Vorteils aus ausgereichten Fördermittel hat, außer angestrengter ehrenamtlicher Arbeit.
Wahr ist, dass der Verein „Segen Gottes Erbstolln“ e.V. das Schachthaus aus privater Hand erworben hat, nachdem der damaligen Besitzerin die Abrisskosten zu hoch waren und zudem die Meinung umhergeisterte, dass ein solches Objekt in Vereinshand förderwürdig wäre.
Der Verein war sich von Anfang an bewusst, dass er ein solches Objekt in dieser Größe würde nicht erhalten können. Deshalb entschloss man sich, einen Abrissantrag bei der zuständigen Kreisbehörde zu stellen, um bei Genehmigung aus den gewonnenen Abrissmaterialien ein kleineres Schachthaus(Vorgängertyp dieses Schachthauses) aufbauen zu können. Der Abrissantrag wurde jedoch abgelehnt, mit Verweis auf den seit 1960 bestehenden Denkmalsschutz für das Gebäude. Gegen die Ablehnung des Abrissantrages legte der Verein Widerspruch ein. In der Folge wurde seitens des Amtes zur Entscheidungsfindung ein Spezialist vom Sächsischen Landesamt für Denkmalspflege hinzu gezogen, der nach eingehender Inspektion des Schachthauses und Entnahme etlicher Holzproben zur Auffassung gelangte, dieses Schachthaus wegen des außerordentlichen hohen Anteils originaler Bausubstanz nicht abzureisen, sondern zu sanieren. Zudem wurde heraus gefunden, dass es sich auch um das letzte original erhaltene Schachthaus eines Pferdegöpels in Sachsen handelt, bestätigt auch durch Prof. Wagembreth.
Einer angebotenen Erhaltung des Schachthauses unter Beteiligung des Freistaates Sachsen stand der Verein positiv gegenüber. Der Verein willigte per Beschluss der Mitgliederversammlung in den behördlicherseits angebotenen Deal von den veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 255 000 DM für 50 000 DM Arbeitsleistungen zu erbringen ein. Ein ganzes Jahr unter ständigen Nachfragen des Vereins nach Zustellung des Fördermittelbescheides verging, bis endlich einer zugestellt wurde, jedoch nur über 128 830 DM. Der dieser halb konsternierte Verein erfuhr auf dringliche Nachfragen, das dies die „Spielregeln“ seien und man solle doch dieses gute Angebot annehmen. Der Blick hinter die Kulissen dieser „großzügigen“ Hilfe ergab, dass der Verein alle Leistungen in vollem Umfang zu erfüllen und mithin die Differenz von 128 830 DM zu Fördersumme von 205 000 DM auch zu erbringen hätte. Darauf konnte sich der Verein aber nicht einlassen und hob seinen Beschluss auf. Zur öffentlichen Mettenschicht des Jahres 2002 trug der Verein die Idee, das Schachthaus retten zu können, „zu Grabe“, nicht ohne weiterhin nach Möglichkeiten zum Erhalt zu suchen. Zudem wurde das Objekt noch dadurch interessant, weil es gelang, eine durch das Sächsischen Oberbergamt veranlasste Sicherung des im Schachthaus abgehenden Schachtes dahingehend zu modifizieren, das für die bereitgestellten Finanzmittel der Schacht bis in eine Tiefe von 55m unter Gelände bergtechnisch gesichert und befahrbar hergerichtet wurde.
Durch diese zusätzliche Möglichkeit der Befahrung versprach sich der Verein Argumente für eine verstärkte Suche nach Förderungen für das Schachthaus, das inzwischen in seiner Statik soweit geschwächt war, dass es für Befahrungen gesperrt werden musste.
Weder mit der regionalen Presse noch mit dem Medium Fernsehen, das in zahlreichen journalistischen Sendereihen das Thema Schachthaus immer wieder aufgriff, gelang der entscheidende Durchbruch. Lediglich der unermüdlichen Einflussnahme der inzwischen 85jährigen Rossweiner Stadträtin Dr. Steinhoff ist es zu danken, dass etwas Bewegung in die Angelegenheit kam. Weder von der Gemeinde, noch vom Landkreis sowie auch von Angeordneten des Sächsischen Landtages und des Deutschen Bundestages, die in der Angelegenheit Schachthaus um Mithilfe gebeten wurden, kam es zu keiner Entscheidung für oder gegen die Erhaltung des Schachthauses. Der nicht locker lassende Verein erwirkte dann im Jahre 2008 ein intensiveres Befassen mit der Angelegenheit Schachthaus durch den Leiter der unteren Denkmalsbehörde und das Kreisbauamt, in deren Folge es zur Bereitstellung von Finanzmitteln für ein weiteres Notdach kam, welches nun über die mehrjährigen Bauphasen das Schachthaus von oben her schützt.
Alle diese Querelen waren und sind nicht geeignet, dass freiwillige gemeinnützige Arbeit für die Gesellschaft die ihr zukommende Wertschätzung erfährt und das öffentliche Ansehen derer stärkt, die gern mehr interessierte Menschen für eine schöne Aufgabe gewinnen möchten.
Leider ist es auch dadurch dem Verein nicht gelungen, ein Maß an Öffentlichkeit zu erreichen, welches geeignet ist, dass sich namhafte Persönlichkeiten mit Mitgliedschaften in einem solchen Verein zu schmücken gedenken.
Weder Gemeinde noch Landkreis haben den hohen Bildungs- und Erlebniswert solcher, durch gemeinnützige Arbeit wieder zugänglicher Zeugnisse der Arbeit der Altvordern erkannt, vielmehr erleben die Vereinsmitglieder alltäglich, das es in Behörden und Ämtern immer noch mehr Bedenkenträger denn Entscheider gibt.
Für die Mitglieder des Vereins „Segen Gottes Erbstolln“ e.V. gilt auch heute noch die bergmännische Lebensweisheit: „Denn der Bergmann bauet mehr Hoffnung, denn Erz“
Glück auf!
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Ludewig
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Re: Bergbaudenkmal verfällt

Beitrag von Ludewig »

Zu dieser "Reinwaschung" des Gersdorfer Vereins, vertreten durch Herrn Volkmar Lange muss ich folgendes noch hinzufügen!

Das so genannte "Gezerre" begann vor 10 Jahren weil der Verein und dessen Administration in der Öffentlichkeit und vor Besuchern den Abriss der "Bude" (letztes erhaltene Pferdegöpeltreibehaus) verkündeten und eine Kaue an diese Stelle auf den Schacht setzen wollte. Dies erfuhr ich selber bei einer Führung im Bergwerk des Gersdorfer Vereins aus dem Munde des Vereinsvorsitzenden! Von Anfang an hatte der Verein kein Interesse an diesem Objekt und dessen Erhaltung. Der Erwerb erfolgte wohl nur um an den Schacht zu gelangen und die damit verbundenen Zutrittsrechte. Bei dieser Einstellung des Vereins zum Objekt kann kein Fördermittelbescheid, egal wie hoch er auch ist, genehm sein!

Außerdem gibt es in Sachsen genug Beispiele wo kleine Vereine große Denkmalssubstanz auch ohne größere Mengen Fördermittel mit geschickter Eigeninitiative kombiniert erhalten und für nachfolgende Generationen sichern! Neben Bergbauvereinen wie das IV Lichtloch in Rheinsberg und anderen, gibt es noch Eisenbahnvereine die eine Sanierung einer Dampflok (technisches Kulturgut) aus eigener Kraft stemmen und dafür Mittel und Wege selbst suchen! Wenn man nur will erreicht man auch sein Ziel, eine persönliche Erfahrung nach 23 jähriger Tätigkeit in einem Bergbauverein.

Des weiteren ist die Arroganz und das selbstherrliche, gutsherrnartige Auftreten der Vereinsadministration des Gersdorfer Vereins weitläufig bekannt!

Glück auf! Lutz Mitka
Was war zuerst da, der Durst oder das Bier?

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Re: Bergbaudenkmal verfällt

Beitrag von Michael_Kitzig »

ihr habt ja merkwürdige vereine...
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Re: Bergbaudenkmal verfällt

Beitrag von MichaP »

Kann man nicht einfach mal konstruktiv asn der Rettung des Treibehauses arbeiten?
Das Fingerpointing auf ander und das werfen mit Schlamm hilft da nicht weiter!
Glück auf!

Michael
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Re: Bergbaudenkmal verfällt

Beitrag von VoLa »

Schachthausrettung nun amtlich

Nachdem bereits zahlreiche Presseorgane die Entscheidung der Entscheider und den Start zur Rettung des montanhistorisch wertvollen Gersdorfer Pferdegöpelschachthauses verkündet hatten, zog nun auch das Landratsamt Mittelsachsen höchst offiziell und mit eindeutigem Bekenntnis in seinem Amtsblatt „Mittelsachsenkurier“ Nr.12/10 nach. Damit und darin wird die nunmehr 30jährige ununterbrochene erfolgreiche denkmalspflegerische Tätigkeit des Gersdorf Denkmalspflegevereins gewürdigt und Möglichkeiten eröffnet, mit öffentlichen Mitteln und Vereinsengagement gebündelt, das Gersdorf Denkmal im bergbautouristischen Projekt „Bergschätze“ zu präsentieren. Gleichzeitig ist damit der Verein „Segen Gottes Erbstolln“ e.V. in die Pflicht genommen, die schrittweisen baulichen Maßnahmen in den nächsten Monaten und Jahren aktiv zu begleiten.

Wer den Verein näher kennt, wird wissen, dass es nie das Bestreben seitens des Vereins gab, für alle und jedes der in den zurück liegenden Jahren realisierten Vorhaben öffentliche Finanzmittel in Anspruch nehmen zu wollen. Jedoch war der Verein immer bemüht, gesetzliche Möglichkeiten und definitiv gegebene Zusagen in Anspruch zu nehmen. Das diese Herangehensweise von einigen „Bergbaufreunden“ despektierlich diskutiert wird und einzelne frühere Bemerkungen des Vereinsvorsitzenden im Zusammenhang mit dem in Frage stehenden Schachthaus überbewertet werden sowie unbeweisbare Mutmaßungen in Umlauf gesetzt werden, empfinde ich in höchstem Maße als unkameradschaftlich und stellt Bewertungskompetenz sowie emotionale Intelligenz der Kritiker zu diesem Sachverhalt in Frage.

Jeder Bergbaufreund wird und sollte sich mit über die Erfolge anderer gleich gelagerter Vereine und Einzelpersonen im Sinne der Erhaltung der bergmännischen Sachzeugen und der Berufsstandstraditionen freuen und diese nicht neiden. Schade, dass dies dennoch im Zusammenhang mit dem Gersdorf Schachthaus festzustellen war.

Gern kann jeder Interessierte selbst einmal nach Gersdorf kommen und sich ein eigenes Bild verschaffen und er sollte auch die durchweg positiven Eintragungen von Besuchern im Zechenbuch zur Tätigkeit des Vereins lesen.

Glück auf!

Volkmar Lange – gefahrener Freiberger Bergmann seit dem Jahre 1960 und Vereinsmitglied vom November 1982 bis 31.Dezember 2009!
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Re: Bergbaudenkmal verfällt

Beitrag von Bergzwerg »

Ich geb Ludewig recht. Manche kleine Vereine haben alles selbst gestemmt und sind daran fast kaputt gegangen! Aber irgendwie gings immer weiter,wobei ich sagen muß,daß ich das Schachtgewölbe in Gersdorf gigantisch finde. Ich war da mal zu ner Montan-Tagung.
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Ludewig
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Re: Bergbaudenkmal verfällt

Beitrag von Ludewig »

MichaP hat geschrieben:Kann man nicht einfach mal konstruktiv asn der Rettung des Treibehauses arbeiten?
Das Fingerpointing auf ander und das werfen mit Schlamm hilft da nicht weiter!
Hier geht es nicht darum jemanden oder einen Verein schlecht zu machen, sondern einfach um die Wahrheit. Die "Reinwaschung", verfasst von Herrn Lange, spiegelt nicht in annähernder Weise die wahren Verhältnisse und Gründe für den Verfall des letzten Pferdegöpeltreibehaus wieder. Deshalb der kleine "negative" Einwurf von mir mit einer kurzen Richtigstellung. Ich war es auch der Jens Kugler über die Situation vor 10 Jahren aufmerksam gemacht hat und allein Jens Kugler hat sich im Rahmen seiner Tätigkeit immer wieder für das Objekt verwendet und nur Undank von seitens des Gersdorfer Vereins erfahren, da man die "Bude" weg haben wollte!
An der Rettung ist schon lange und genug gearbeitet worden, was nützt aber all die Arbeit wenn der neue Eigentümer (ein angeblich im Denkalschutz tätiger Bergbauverein) nicht will! Wenn Ihr mehr dazu wissen wollt, wendet euch doch mal an Jens, der kann von alldem Theater schon ein Lied singen, oder besser einen Liederzyklus.
Es ist ein sehr trauriges Kapitel in der Tradition sächsischer Denkmalpflege in Verantwortung ehrenamtlich tätiger Bergbauvereine, manchmal muss man sich für solche Leute regelrecht schämen und bei der übrigen Welt entschuldigen! Man braucht sich auch nicht wundern wenn man als Bergbauverein doch mal Fördermittel braucht und nichts kriegt, mitunter geschuldet dem Verhalten eines einzelnen Vereins, dem man nichts recht machen kann! Aber zu jeder Bergparade großkotzig im Habbit marschieren......

Glück auf! Lutz Mitka
Was war zuerst da, der Durst oder das Bier?

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