Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

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markscheider
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von markscheider » Sa. 30. Jun 18 7:55

Wenn der Laptop aber 4 Stunden entfernt ist, dann stimmt deine Milchmädchenrechnung schon nicht mehr.

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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von Alwin » Sa. 30. Jun 18 21:55

Jupp da muss ich dir zustimmen.
Milchmädchenrechnung war es allerdings kaum, da es nicht erwähnt wurde.
Wer kann Gedanken lesen?

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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von geophys » So. 01. Jul 18 1:35

Uran hat geschrieben:
Fr. 29. Jun 18 12:02
Das ist wieder das Photo aus der Gärtnerei.
Tja, das war nicht zu ermitteln, wo genau das aufgenommen wurde. Die Gärtnerei liegt gegenüber dem Wohnbarackenkomplex, einige hundert Meter weg vom Schacht 78. Sehr gut möglich, dass diese Aufnahme dort entstand.
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von geophys » So. 01. Jul 18 1:46

markscheider hat geschrieben:
Fr. 29. Jun 18 18:18
Gibt es Fotos von der Villa, in der die Betriebsfeuerwehr untergebracht war? Gegenüber vom Kino.
Diese leider unscharfe Aufnahme entstand vom Weg zwischen Hans-Witten- und Straße der Einheit, also vor dem hier Kino genannten Clubhaus der Bergarbeiter, dem "Glück Auf". Die Villa ist darauf gut zu sehen. Im Hinterhof parallel zur Straße der Einheit war die Betriebsfeuerwehr der Wismut in hölzernen Baracken/Schuppen untergebracht.

Bildschirmfoto vom 2018-07-01 01-44-32.png
Bildquelle: Archiv Geophys, Familienarchiv
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von geophys » So. 01. Jul 18 2:06

Alwin hat geschrieben:
Sa. 30. Jun 18 0:16
Schöne Fotos der Vergangenheit, erinnern mich an meinen Opa. Danke
Ist dein Opa auf den Aufnahmen zu sehen?
Kannst du aus deinem Fotoarchiv etwas zum Gelingen dieses Forenbeitrages beitragen?
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von markscheider » So. 01. Jul 18 8:42

Danke für das Foto, mein Vater hat sich gefreut!

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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von geophys » So. 01. Jul 18 10:35

Ein herzliches Glück Auf an ihn.
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von Alwin » So. 01. Jul 18 20:13

geophys hat geschrieben:
So. 01. Jul 18 2:06
Ist dein Opa auf den Aufnahmen zu sehen?
Kannst du aus deinem Fotoarchiv etwas zum Gelingen dieses Forenbeitrages beitragen?
Leider nein, Fotos sind alle nicht mehr vorhanden. Ich habe meinen Opa auch erst spät kennengelernt.
Familiensache eben.

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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von geophys » Do. 12. Jul 18 10:13

Ich möchte mit einem Foto von Walter Möbius aus dem Jahr 1929 die Diskussion um das Erkundungsgebiet Mildenau-Königswalde (eigentlich zwei Gebiete) anregen. Auf diesem Foto scheinen die heutigen Plattenwege zu fehlen. Ich bin sicher, dass Milnaaer mehr dazu schreiben kann. Wie kam es zu diesen heute noch bedeutenden Plattenwegen. Ist die Wismut hier initial tätig gewesen?
Moebius_1929_Koenigswalde.jpg
Quelle: fotothek.slub-dresden.de
Walter Möbius, Scan der Sächsischen Landesbibliothek, Entstehungsjahr 1929
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von milnaaer » Do. 12. Jul 18 22:16

Glück Auf!
Schönes Foto, Frank! Es zeigt das Dorf Königswalde von Westen aus unterhalb der Morgensonne gesehen. Oben über den Waldhufen ist der Mildenauer Wald und der Königswalder Ratswald zu sehen. Dort sind auch die frisch sanierten Wismut-Schürfe Nr. 19, 20, 21, 22, 23, 24 und 25 des Objektes Bärenstein-Niederschlag angesetzt.
Die Plattenwege, wir sagen bis heute "LPG-Straßen" dazu, gab es 1929 oder selbst zur Wismutzeit noch nicht. Die Wismut AG hat lediglich vom Stützpunkt Schullandheim bei Jöhstadt ausgehend einen alten Torfweg zur "Schachtstraße" ausgebaut, um von Süden her die Schürfe zu erreichen. Desweiteren nutzte die Wismut die unten im Pöhlbachtal fahrende "Plattenthalbahn" bis zum Bahnhof Nieder-Königswalde, und zögerte damit die geplante Einstellung des Bahnverkehrs bis Mitte 1951 hinaus.
Zu den LPG-Straßen:
Seit 1949 war die SED-Agrarpolitik unter sowjetischer Kontrolle. Jeder kleinbäuerliche Betrieb hatte sein Ablieferungssoll zu erbringen. In den 2-Jahres-Plänen der Abteilung Landwirtschaft (u.a. 1951 und 1953) wird immer wieder betont, dass das Ortssoll z.B. für Kartoffeln nie zu 100% erfüllt wurde und nie erfüllt werden kann. Als einer der Hauptgründe werden die entstandenen Fehlflächen durch Wismuthalden angegeben. Diese Fehlflächen waren aus der festgesetzten Soll-Nutzfläche jedoch nicht abgesetzt worden. Für die Beseitigung dieser Schäden waren deshalb aus volkswirtschaftlichen Gründen die landwirtschaftlichen Belange bevorzugt zu behandeln. Erst 1959 endlich gab der Rat des Kreises den „Dorfentwicklungsplan des Hauptdorfes Mildenau“ in Auftrag. (Denselben gab es in Königswalde auch.) Besonders wichtig war die „Festlegung der Standorte für vier Komplexbrigadehöfe“, der Großviehstallanlagen also, und die schnelle Erreichbarkeit untereinander, auch ortsübergreifend. In Erläuterungsberichten wird vor allem auf das landwirtschaftliche Potential unseres Dorfes hingewiesen, welches „richtungsweisend bestimmt wird durch die sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft von einer Vielzahl kleiner, einzelbäuerlicher Wirtschaften hin zum Großbetrieb“.
Zur technischen Unterstützung der Landwirtschaftsbetriebe wurden landesweit sozialistische Meliorationskombinate gegründet. Bei uns kam es damit unter Führung des VEB Meliorationsbau Karl-Marx-Stadt in den 60er und 70er Jahren zu erheblichen Änderungen des Landschafts- und Straßenbildes. Es entstanden unsere bekannten LPG-Plattenstraßen. Nicht Asphalt, sondern Beton war der Straßenbaustoff der Stunde. Die Maßnahmen wurden in sozialistischer Kooperative bewerkstelligt. Neben dem Meliorationsbau waren vor allem die Mildenauer bzw. Königswalder LPG-Betriebe am Bau beteiligt, aber auch die ZBO (Zwischenbetriebliche Bauorganisationen) und weitere. Zumindest 1968, dem Jahr des „Prager Frühlings“, kamen sogar sowjetische Soldaten als „Erntehelfer“ zum Einsatz. Für den Straßenunterbau verwendete man abgebaggerte Lesesteine von den Feldrändern und mit Genehmigung auch große Teile der Wismut-Halden. Diese Genehmigungen wurden von der Technischen Bergbauinspektion der SDAG Wismut aus o. gen. Gründen vorzugsweise land- und forstwirtschaftlichen Betrieben erteilt. Im Fall Mildenau und Königswalde wurden, da keine nennenswerte Menge Uranerz ausgebracht wurde, gegen die Verwendung von Haldenmassen niemals Bedenken erhoben. Einzige Auflagen: Verwendung nur außerhalb geschlossener Ortschaften, und kein Einbau innerhalb von Gebäuden. Die Genehmigungserteilung erfolgte i.d.R. binnen 2 Wochen.
Der Bau der Mildenauer LPG-Straßen erfolgte größtenteils zwischen 1960 und 1978, in Königswalde etwas später bis 1982.
Auf diese Weise hat sich das Gesamtvolumen aller 22 Mildenau/Königswalder Wismuthalden von ca. 65.000 cbm im Jahr 1954 auf ca. 25.000 cbm im Jahr 2000 reduziert.
Der Bau der auf dem Foto auf halber Höhe die Waldhufen querenden Plattenstraße erfolgte um 1980. Durch Flurneuordnungsverfahren sind die Plattenstraßen heute mit allen Pflichten in Kommunalstraßen übergegangen und teilweise überpflastert oder aufasphaltiert. Sie weisen trotz landwirtschaftlicher Dauerbelastung eine außerordentlich gute Standfestigkeit aus und sind wie aktuell in Mildenau auch vom Landkreis gern genutzte Umleitungsstrecken.

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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von geophys » Do. 12. Jul 18 23:42

Danke für deine Ausführungen. An selbiger Stelle, der SLUB fand ich neulich eine 1700+ erstellte Karte, die den Ratswald als den Annaberger Ratswald kennzeichnete. Ich habe mich gewundert, aber das ist kein Thema für den Wismut Beitrag hier.
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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von milnaaer » Sa. 14. Jul 18 1:04

Oh, Schreibfehler. Selbstverständlich Annaberger Ratswald (auf der Königswalder Ratsseite), und zwar bereits seit 1512. Die genannten Schürfe befinden sich jedoch sämtlich auf Königswalder und Mildenauer Bauernwald, also Privatwald.

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Re: Wismut - Bergbau in und um Annaberg - Buchholz

Beitrag von geophys » Di. 14. Aug 18 6:49

Beim Blättern in den Suchseiten der Deutschen Fotothek der Sächsischen Landesbibliothek fand ich einer Fotoserie von Erich Höhne und Erich Pohl dieses schöne Foto dreier Bergleute. Es müsste um 1952 in Schwarzenberg, Antonsthal oder Johanngeorgenstadt entstanden sein. Jedenfalls deuten die anderen Fotos auf diese Aufnahmeorte hin. Wer die Männer sind, ist nicht hinterlegt, der Kontext dieser und der anderen Aufnahmen deutet auf eine Aufbruchsstimmung hin, die man in den Jahren nach 1950 gespürt haben muss. Für mich ist es ganz wichtig, diese Stimmungen zu verstehen, wenn man die Annaberger Wismut-Zeit aufarbeiten möchte.

Bildquelle: Fotothek der SLUB Dresden
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